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Soziale Marktwirtschaft - Wirtschaftsordnung für die Länder des Mittleren Ostens?

Title: Soziale Marktwirtschaft - Wirtschaftsordnung für die Länder des Mittleren Ostens?

Bachelor Thesis , 2004 , 56 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: B.A. Ina List (Author)

Business economics - Economic Policy
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Das in der Öffentlichkeit westlicher Länder bestehende Bild von islamischen Ländern ist größtenteils durch die Medien geprägt. Die jüngsten Anschlagserien im Irak und speziell die Ereignisse des 11. Septembers 2001 rückten den Fokus des internationalen Interesses in Richtung Mittlerer Osten. Diese Gewalttaten islamischer Fundamentalisten führen zu einer Reihe von Vorurteilen, da sie stellvertretend für den Islam als Ganzes angesehen werden. So gilt der Islam als westfeindlich, verschlossen gegenüber westlichen Ideen und als extrem gewaltbereit in der Umsetzung seiner Ziele. Doch darf im Interesse einer objektiven Auseinandersetzung mit diesem Thema nicht vergessen werden, dass es sich, trotz der in letzter Zeit häufig auftretenden Anschläge, hier um Taten fanatischer Fundamentalisten, die die Religion für ihre politischen Zwecke instrumentalisieren, handelt und nicht um die Ausübung der islamischen Gebote.
Anders als in westlichen Nationen ist eine Trennung von Staat und Religion in islamischen Ländern nahezu undenkbar. Der Islam, als eine der fünf Weltreligionen mit über einer Milliarde Anhängern weltweit, will nicht nur in moralischen Fragen Antworten vermitteln und Regeln aufstellen. Er bietet vielmehr ein strikt verbindliches Regelwerk für alle Bereiche des menschlichen Daseins an, das auch für wirtschaftliche Bereiche gilt.
Trotz immenser Ölvorräte in einigen Ländern des Mittleren Ostens haben diese mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen. Diese Probleme jedoch einzig und allein auf die Religion zurückzuführen wäre ebenso verfrüht, wie die Religion völlig aus dem wirtschaftlichen Bereich auszuklammern. Westliche Wissenschaftler weisen dem Islam mitunter eine entwicklungshemmende Komponente zu. Gegen diese These spricht die historische Entwicklung.
Da die Soziale Marktwirtschaft große wirtschaftliche Erfolge vorzuweisen hat, soll geprüft werden, ob sie eine mögliche Lösung der ökonomischen Probleme darstellen könnte und inwieweit die dafür notwendigen Voraussetzungen mit der islamischen Lehre vereinbar sind.
Die Heterogenität der Länder mit islamischer Staatsreligion erschwert eine allgemeingültige Aussage über die Möglichkeiten wirtschaftlichen Aufschwungs und Wachstums. So wurden die Länder des Mittleren Ostens stellvertretend ausgewählt um einen Vergleich zwischen Sozialer Marktwirtschaft und islamischer Wirtschaftsordnung durchzuführen.


Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Stilisierte Fakten über den Entwicklungsstand in den Ländern des Mittleren Ostens

2.1. Ökonomische Indikatoren

2.1.1. Pro – Kopf – Einkommen

2.1.2. Human Development Index

2.2. Soziale Indikatoren

2.2.1 Lebenserwartung bei der Geburt

2.2.2. Alphabetisierungsrate bei Erwachsenen

2.2.3. Bevölkerungswachstum

3. Soziale Marktwirtschaft

3.1. Hintergrund

3.2. Grundelemente einer funktionsfähigen Sozialen Marktwirtschaft

3.2.1. Privateigentum und Haftung

3.2.2. Vertragsfreiheit

3.2.3. Preissystem

3.2.4. Wettbewerb

3.2.5. Sozialer Ausgleich

4. Die Wirtschaftsordnung im Islam

4.1. Hintergrund

4.2. Staat und Religion in den Ländern des Mittleren Ostens

4.3. Grundelemente der islamischen Wirtschaftsordnung

4.3.1. Privateigentum

4.3.2. Zakat

4.3.3. Finanzsystem

5. Soziale Marktwirtschaft und Islam

5.1. Theoretischer Vergleich

5.2. Umsetzungsmöglichkeiten in der Praxis

5.2.1. Türkei

5.2.2. Iran

5.2.3. Irak

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretische Kompatibilität der Sozialen Marktwirtschaft mit der islamischen Wirtschaftsordnung und erörtert, inwieweit das deutsche Wirtschaftsmodell eine Lösung für die ökonomischen Probleme der Länder des Mittleren Ostens darstellen könnte. Die zentrale Forschungsfrage ist, ob die für eine Soziale Marktwirtschaft notwendigen Voraussetzungen mit der islamischen Lehre vereinbar sind.

  • Analyse des Entwicklungsstands im Mittleren Osten mittels ökonomischer und sozialer Indikatoren.
  • Darlegung der Grundprinzipien einer funktionsfähigen Sozialen Marktwirtschaft.
  • Untersuchung der islamischen Wirtschaftslehre, insbesondere im Hinblick auf Privateigentum, Zakat und das Zinsverbot.
  • Theoretischer Vergleich der beiden Ordnungskonzeptionen.
  • Bewertung der praktischen Umsetzungschancen in ausgewählten Beispielsländern (Türkei, Iran, Irak).

Auszug aus dem Buch

3.2.1. Privateigentum und Haftung

Unerlässlich für das Funktionieren einer Marktwirtschaft ist die Möglichkeit Privateigentum zu erwerben und zu besitzen. Darunter ist sowohl das Privateigentum an Produktionsmitteln, als auch das Privateigentum an Vermögensgegenständen zu verstehen. Sowohl der Erwerb von unbeweglichen als auch von beweglichen Sachen ist in der Konzeption der Sozialen Marktwirtschaft vorgesehen. „Die charakteristischen Eigenschaften des privaten Eigentums liegen dabei nicht nur dann vor, wenn einer einzelnen Person die ausschließlichen Rechte an einem knappen Gut zustehen, vielmehr sind auch in einer Marktwirtschaft privatrechtliche Formen kollektiven Eigentums denkbar, wie etwa Genossenschaften, Personen- und Kapitalgesellschaften.“ Dies widerspricht auch keineswegs dem Haftungsprinzip, denn auch bei Kapitalgesellschaften ist Haftung gegeben, wenn auch teilweise nur in beschränktem Umfang.

Die Möglichkeit der Bildung von Privateigentum, auch oder gerade an Produktionsmitteln, stellt einen Leistungsanreiz dar, sowohl für private Wirtschaftssubjekte als auch für Unternehmer, das erwirtschaftete Eigentum in Vermögen umzuwandeln. So soll Eigeninitiative gefördert werden, die zu zielorientierter Lenkung ökonomischer Aktivitäten führen soll, um die Allokationsproblematik zu lösen. Privateigentum soll zum privaten Interesse an Innovationen führen und Risikofähigkeit und Reservebildung ermöglichen. Das Interesse an der Mehrung des Privateigentums (Vermögens) wird also zum universellen Antrieb wirtschaftlicher Aktivitäten. Privateigentum vermehrt sich, sofern das Recht auf private Gewinnaneignung gewährt ist, aus der Entlohnung für ökonomische Leistungsfähigkeit; zugleich ist es Maßstab für die Leistungsfähigkeit seines Eigentümers.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die westliche Wahrnehmung islamischer Länder, den Stellenwert der Religion in diesen Regionen und die Zielsetzung der Arbeit, die Soziale Marktwirtschaft auf ihre Anwendbarkeit im islamischen Kontext zu prüfen.

2. Stilisierte Fakten über den Entwicklungsstand in den Ländern des Mittleren Ostens: Dieses Kapitel ordnet die Region anhand ökonomischer und sozialer Indikatoren in den globalen Kontext ein und thematisiert die Herausforderungen bei der Datenerhebung.

3. Soziale Marktwirtschaft: Es werden der theoretische Hintergrund und die Grundelemente der Sozialen Marktwirtschaft, wie Privateigentum, Vertragsfreiheit, Preissystem, Wettbewerb und sozialer Ausgleich, dargelegt.

4. Die Wirtschaftsordnung im Islam: Das Kapitel erläutert die Grundlagen der islamischen Wirtschaftsordnung, die enge Verknüpfung von Staat und Religion sowie die Rolle von Privateigentum, Zakat und dem Zinsverbot.

5. Soziale Marktwirtschaft und Islam: Es erfolgt ein theoretischer Vergleich zwischen beiden Ordnungen sowie eine Analyse der Umsetzungsmöglichkeiten in der Praxis am Beispiel der Türkei, des Irans und des Iraks.

6. Fazit: Das Fazit fasst die theoretischen Gemeinsamkeiten und Unterschiede zusammen und betont, dass die erfolgreiche Einführung einer Sozialen Marktwirtschaft grundlegende politische Rahmenbedingungen wie Freiheit und Demokratie voraussetzt.

Schlüsselwörter

Soziale Marktwirtschaft, Islamische Wirtschaftsordnung, Mittlerer Osten, Privateigentum, Zakat, Zinsverbot, Riba, Entwicklungsländer, Wirtschaftsentwicklung, Demokratie, Religion, Finanzsystem, Mudaraba, Wettbewerb, Sozialer Ausgleich.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob die Soziale Marktwirtschaft eine geeignete Lösung für die ökonomischen Probleme der Länder des Mittleren Ostens sein kann und wie sie mit den Prinzipien des Islams vereinbar ist.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Wirtschaftsordnungen, der Einfluss der Religion auf Staat und Wirtschaft sowie die Herausforderungen der Entwicklungspolitik im Mittleren Osten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist die theoretische Prüfung, ob die Prinzipien einer funktionsfähigen Sozialen Marktwirtschaft mit den Anforderungen der islamischen Religion in Einklang gebracht werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um einen theoretischen Vergleich, der durch empirische Indikatoren untermauert und anhand ausgewählter Länderbeispiele auf ihre praktische Umsetzbarkeit hin analysiert wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Sozialen Marktwirtschaft, eine Analyse der islamischen Wirtschaftsordnung (einschließlich Finanzwesen) und einen detaillierten Vergleich, gefolgt von Länderbeispielen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Soziale Marktwirtschaft, Islamische Wirtschaftsordnung, Riba-Verbot, Zakat, Wirtschaftsentwicklung und die politische Struktur der Länder im Mittleren Osten.

Wie unterscheidet sich die islamische Sicht auf das Eigentum von der marktwirtschaftlichen?

Während die Soziale Marktwirtschaft Eigentum uneingeschränkt vorsieht, unterscheidet der Islam zwischen beweglichen und unbeweglichen Gütern und unterwirft das Eigentum einer sozialen Verpflichtung sowie teilweise religiösen Beschränkungen.

Welche Rolle spielt das Zinsverbot für die Umsetzbarkeit des Modells?

Das Zinsverbot stellt ein wesentliches Hemmnis dar, da es die klassischen Instrumente der Geld- und Kreditwirtschaft ausschließt; das "Islamic Banking" versucht dies durch gewinn- und risikoorientierte Instrumente zu umgehen.

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Details

Title
Soziale Marktwirtschaft - Wirtschaftsordnung für die Länder des Mittleren Ostens?
College
University of Bayreuth
Grade
1,3
Author
B.A. Ina List (Author)
Publication Year
2004
Pages
56
Catalog Number
V151395
ISBN (eBook)
9783640629763
ISBN (Book)
9783640629596
Language
German
Tags
Soziale Marktwirtschaft Islam islamic banking Wirtschaftsordnung Volkswirtschaftslehre Mittlerer Osten Wirtschaftspolitik Zinsverbot Scharia Staat und Religion Finanzsystem Zakat Internationale Wirtschaftsbeziehungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
B.A. Ina List (Author), 2004, Soziale Marktwirtschaft - Wirtschaftsordnung für die Länder des Mittleren Ostens?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/151395
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