Kinder haben einen instinktiven Bewegungsdrang, der durch veränderte Lebenssituationen vermehrt eingeschränkt wird. So gibt es weniger Bewegungsräume und –spiele durch verändertes Freizeitverhalten, elektronische Medien, oftmals kleine, hellhörige Wohnungen, Verplanung der Kinder, aber auch teilweise durch geringe Wertschätzung des freien Spiels im Freien. Vor 20 Jahren gingen Kinder zum Kindergarten und zur Schule, heute werden sie gebracht. So schränken Technisierung und evtl. Zeitmangel Bewegungsräume ebenfalls ein. Dabei haben gerade Jungen im Alter von 6 Jahren eine ausgeprägte Bewegungslust. Motorische Fertigkeiten stehen im Vordergrund. Sie „erleben durch ihre körperlichen Aktivitäten, dass sie selbst im Stande sind, etwas zu leisten, … dass sie mit ihren Handlungen etwas bewirken können“. Sind Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten eingeschränkt, können keine altersgemäßen motorische Leistungen erzielt. Dabei sind Jungen von motorischen Entwicklungsstörungen stärker betroffen als Mädchen (im Verhältnis 2 : 1). Jungen im Alter von sechs Jahren rangeln, schieben, raufen und kämpfen. Sie wollen damit aber vielleicht gar keine Konflikte lösen. Es geht ihnen darum, sich zu spüren, anzustrengen, gar zu messen und Spaß zu haben. Erwachsene verbieten meistens schon im Ansatz dieses Kräftemessen und haben Angst vor einer Eskalation hin zur brutalen Gewalt. Gerade Jungen, wenn auch nicht alle, lieben es, sich auf dem Boden zu wälzen und zu zeigen was man „drauf hat“. Dadurch, dass die Möglichkeiten zu kämpfen zunehmend beschränkt werden, verlieren Kinder den Zugang, beim Raufen Grenzen einzuhalten und sich entsprechend zu erfahren und auch darin ihr Selbstbild zu entwickeln.
Inhaltsverzeichnis
1. Bemerkungen zur Zielgruppe
2. Beschreibung des Angebotes
2.1. Wahl eines Themas
2.2. Vorbemerkungen, Hintergründe
3. Ablaufplanung
4. Spielbeschreibungen
5. Zielvorstellungen, Anregungspunkte
6. Methodisch-didaktische Überlegungen und Bemerkungen
7. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Das vorliegende Planungsbeispiel verfolgt das Ziel, sechsjährigen Jungen einen kontrollierten Rahmen für ihre natürlichen Bedürfnisse nach Ringen, Raufen und Kämpfen zu bieten. Im Zentrum steht die Annahme, dass gezielte, bewegungspädagogische Spielangebote nicht nur die motorische Entwicklung und Körperwahrnehmung fördern, sondern auch zur sozialen Integration und zur gesunden Identitätsentwicklung der Kinder beitragen.
- Bewegungsförderung als essenzieller Bestandteil frühkindlicher Erziehung
- Die Bedeutung von körperlichem Kräftemessen für die Identitätsbildung bei Jungen
- Förderung von Sozialkompetenz und Problemlösungsstrategien im Spiel
- Strukturierte Gestaltung von Bewegungsangeboten zur Vermeidung von Gewalteskalation
- Integration motorisch eingeschränkter Kinder durch spielerische Herausforderungen
Auszug aus dem Buch
1. Bemerkungen zur Zielgruppe
Kinder haben einen instinktiven Bewegungsdrang, der durch veränderte Lebenssituationen vermehrt eingeschränkt wird. So gibt es weniger Bewegungsräume und –spiele durch verändertes Freizeitverhalten, elektronische Medien, oftmals kleine, hellhörige Wohnungen, Verplanung der Kinder, aber auch teilweise durch geringe Wertschätzung des freien Spiels im Freien. Vor 20 Jahren gingen Kinder zum Kindergarten und zur Schule, heute werden sie gebracht. So schränken Technisierung und evtl. Zeitmangel Bewegungsräume ebenfalls ein.
Dabei haben gerade Jungen im Alter von 6 Jahren eine ausgeprägte Bewegungslust. Motorische Fertigkeiten stehen im Vordergrund. Sie „erleben durch ihre körperlichen Aktivitäten, dass sie selbst im Stande sind, etwas zu leisten, … dass sie mit ihren Handlungen etwas bewirken können“. Sind Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten eingeschränkt, können keine altersgemäßen motorische Leistungen erzielt. Dabei sind Jungen von motorischen Entwicklungsstörungen stärker betroffen als Mädchen (im Verhältnis 2 : 1). Jungen im Alter von sechs Jahren rangeln, schieben, raufen und kämpfen. Sie wollen damit aber vielleicht gar keine Konflikte lösen. Es geht ihnen darum, sich zu spüren, anzustrengen, gar zu messen und Spaß zu haben. Erwachsene verbieten meistens schon im Ansatz dieses Kräftemessen und haben Angst vor einer Eskalation hin zur brutalen Gewalt. Gerade Jungen, wenn auch nicht alle, lieben es, sich auf dem Boden zu wälzen und zu zeigen was man „drauf hat“. Dadurch, dass die Möglichkeiten zu kämpfen zunehmend beschränkt werden, verlieren Kinder den Zugang, beim Raufen Grenzen einzuhalten und sich entsprechend zu erfahren und auch darin ihr Selbstbild zu entwickeln.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Bemerkungen zur Zielgruppe: Analysiert den natürlichen Bewegungsdrang sechsjähriger Jungen und thematisiert die negativen Folgen eingeschränkter Spielmöglichkeiten für deren Entwicklung.
2. Beschreibung des Angebotes: Begründet die Wahl des Themas und erläutert die theoretischen Hintergründe zur Förderung motorischer und sozialer Kompetenzen.
3. Ablaufplanung: Präsentiert einen strukturierten Zeitplan für die pädagogische Einheit, unterteilt in Einstimmung, individuelles Angebot, Gruppenangebot und Abschlussphase.
4. Spielbeschreibungen: Beschreibt detailliert die praktischen Spiele "Flussdurchquerung", "Schatzräuber" und "Floßfahrt" inklusive Regeln und Organisationshilfen.
5. Zielvorstellungen, Anregungspunkte: Beleuchtet die pädagogischen Ziele wie Körpererfahrung und Identitätsfindung auf Basis des Strukturmodells Bielefelds.
6. Methodisch-didaktische Überlegungen und Bemerkungen: Reflektiert die methodische Auswahl der Spiele zur Förderung von Problemlösungsstrategien und die Bedeutung des abschließenden Gesprächs.
7. Literaturverzeichnis: Listet die verwendeten Fachmedien und Internetquellen auf.
Schlüsselwörter
Psychomotorik, Ringen, Raufen, Kämpfen, Schatzräuber, Jungen, motorische Entwicklung, Körperwahrnehmung, Sozialkompetenz, Bewegungsdrang, Identitätsfindung, frühkindliche Erziehung, Spielpädagogik, Problemlösungsstrategien.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt ein Planungsbeispiel für ein bewegungspädagogisches Angebot, das Jungen im Alter von sechs Jahren einen sicheren Rahmen für das Ausleben ihres Bewegungsdrangs durch Ringen und Raufen bietet.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder sind die psychomotorische Förderung, die Unterstützung der Identitätsentwicklung bei Jungen sowie der pädagogisch begleitete Umgang mit Rauf- und Kampfspielen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, den Jungen durch strukturierte Bewegungssituationen Raum für körperliche Erfahrungen zu geben, dabei motorische Fähigkeiten zu verbessern und gleichzeitig soziale Kompetenzen sowie die Selbsteinschätzung zu stärken.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf Konzepte der Psychomotorik und bezieht sich dabei auf theoretische Ansätze wie das Strukturmodell Bielefelds und Erkenntnisse der Bewegungserziehung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Konzeption des Angebots, die detaillierte Ablaufplanung, die praktische Spielbeschreibung sowie die methodisch-didaktische Begründung der gewählten Aktivitäten.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind Psychomotorik, Körperwahrnehmung, Raufspiele, soziale Integration und motorische Entwicklung.
Warum ist das "Raufen" für diese Zielgruppe laut Autor wichtig?
Der Autor argumentiert, dass Raufen ein essentielles Bedürfnis von Jungen ist, um sich körperlich zu messen, Grenzen zu erfahren und durch das Kräftemessen ein stabiles Selbstbild aufzubauen.
Welchen Stellenwert nimmt die "Floßfahrt" in der Ablaufplanung ein?
Die Floßfahrt fungiert als Abschlussphase, die dazu dient, die Intensität des vorherigen Spielgeschehens abzubauen und den Übergang zur Entspannung sowie zum abschließenden Feedback im Sitzkreis zu ermöglichen.
- Quote paper
- Christian Moor (Author), 2009, Ringen, Raufen, Kämpfen als Schatzräuber, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/151399