Mehr als die Hälfte aller vaginalen Geburten haben einen Dammriss (DR) zufolge, wovon der Dammriss zweiten Grades (DR II°) mit ungefähr 40% der häufigste ist. Etwa 32% aller Erstgebärenden erleiden einen DR II° während der Geburt, wovon ca. 92% eine Nahtversorgung benötigen. In dieser Arbeit wird sich mich mit einem erlebten Fall aus der außerklinischen Praxis befasst, in dem eine Frau unter den Folgen eines DR II° litt. Aufgrund der Tatsache, dass so viele Frauen an den Folgen eines Dammrisses leiden, ist es notwendig sich mit der Diagnose, der Definition, den Ursachen und den Präventions- und Behandlungsmaßnahmen von Dammrissen auseinanderzusetzen und das Erlebte in der Praxis zu reflektieren, um somit den Frauen eine bestmögliche Betreuung bieten zu können.
1. Einleitung
2. Hauptkapitel
2.1 Fallbeschreibung
2.2 Theoretischer Hintergrund
2.2.1 Diagnose und Definition
2.2.2 Versorgung und Wundheilung
2.2.3 Risikofaktoren und Prävention
2.3 Behandlungsplan
2.3.1 Behandlungsanamnese
2.3.2 Behandlungsdiagnose
2.3.3 Behandlungsziel
2.3.4 Planung der Maßnahmen
2.3.5 Verlaufsprognose
3. Diskussion
4. Zusammenfassung
4.1 Theoretische und praktische Relevanz
4.2 Fazit für mein zukünftiges Hebammenhandeln
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit zielt darauf ab, anhand einer Fallstudie die physiologischen sowie pflegerischen Aspekte eines Dammrisses zweiten Grades bei Erstgebärenden zu analysieren, um daraus evidenzbasierte Handlungsstrategien für die hebammengerechte Betreuung im Wochenbett abzuleiten.
- Pathophysiologie und Klassifikation von Dammrissen.
- Risikofaktoren für Geburtsverletzungen und präventive Ansätze.
- Erstellung eines fiktiven Behandlungsplans auf Basis hebammenwissenschaftlicher Modelle.
- Reflexion über die Diskrepanz zwischen wissenschaftlichen Empfehlungen und der klinischen Praxis.
Auszug aus dem Buch
2.1 Fallbeschreibung
In folgendem Fall, den ich in meinem außerklinischen Einsatz erlebt habe, handelt es sich um eine 28-Jährige I. Gravida, I. Para die durch einen Spontanpartus in der 39+5 Schwangerschaftswoche einen reifgeborenen, 3450g schweren Sohn zur Welt brachte. Die Frau hat keine Allergien oder sonstige Vorerkrankungen. Die Schwangerschaft verlief unauffällig, bis auf kleine physiologische Auffälligkeiten wie leichte Ödeme, welche während des frühen Wochenbetts zurückgingen und Schwangerschaftsübelkeit im 1. Trimester. Die Geburt dauerte etwa 12 h, wobei die Austreibungsphase etwa eine Stunde dauerte. Bei der Geburt erlitt die Frau einen DR II° welcher nach der Geburt genäht wurde. Das Frühwochenbett verlief weitestgehend ohne Probleme. Die Frau wurde von ihrem Mann sowie engen Verwandten unterstützt. Somit konnte sich die Familie ganz der neuen Lebenssituation widmen. Die Frau stillte ad libitum und das Neugeborene erreichte sein Geburtsgewicht am 6. Lebenstag wieder. Das Frühwochenbett wurde jedoch beeinträchtigt durch die Beschwerden des Dammrisses. Die Wöchnerin leidete unter einem generellen Spannungsgefühl und ziehendem Gefühl im Nahtbereich, sowie Druckschmerzen bei aufrechten Positionen wie sitzen oder laufen, außerdem brannte die Naht bei der Miktion und sie hatte Probleme bei der Defäkation. Die Betreuung der Frau wird nach 50 h postpartum (p.p.), nach der Entlassung aus der Klinik von der Hebamme fortgeführt. Auf diese Beschwerden wird im Folgenden eingegangen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Stellt die Relevanz des Themas Dammriss als häufige Geburtsverletzung bei Erstgebärenden dar und erläutert die Zielsetzung der Arbeit.
2. Hauptkapitel: Umfasst die detaillierte Fallbeschreibung, den theoretischen Hintergrund zu Dammrissen sowie die Erstellung und Ausarbeitung eines Behandlungsplans.
3. Diskussion: Reflektiert die Diskrepanz zwischen der Vorgehensweise in der Praxis und den theoretischen Standards sowie die Evidenz einzelner Maßnahmen.
4. Zusammenfassung: Bewertet die theoretische und praktische Relevanz der gewonnenen Erkenntnisse und zieht ein Fazit für das zukünftige Hebammenhandeln.
Schlüsselwörter
Dammriss, Erstgebärende, Wochenbettpflege, Wundheilung, Geburtsverletzung, Nahtversorgung, Hebammenbetreuung, Perineum, Prävention, Schmerzmanagement, DR II°, Spontanpartus, Wochenbettsymptome, Evidenzbasierung, Muttergesundheit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit setzt sich mit dem klinischen Fallbild eines Dammrisses zweiten Grades bei einer Erstgebärenden auseinander und untersucht die Betreuung der Frau im Wochenbett.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf Diagnose, Wundheilung, Risikofaktoren, präventiven Maßnahmen sowie dem strukturierten Behandlungsplan einer hebammengerechten Versorgung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, basierend auf einer Fallreflexion und medizinischem Fachwissen, eine bestmögliche Betreuung bei Dammverletzungen aufzuzeigen und Strategien zur Schmerzlinderung und Heilungsförderung zu etablieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt die Methode der Fallanalyse, ergänzt durch eine Literaturrecherche und die Anwendung des Regelkreismodells nach Fiechter und Meier für die Pflegeplanung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung eines konkreten Betreuungsfalls, die theoretische Definition und Klassifizierung von Perinealverletzungen sowie die Erstellung eines detaillierten Behandlungsplans inklusive Verlaufsprognose.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Typische Schlüsselbegriffe sind Dammriss, Erstgebärende, Wundheilung, Wochenbettpflege, Hebammenbetreuung und Prävention.
Warum ist die Wahl einer aseptischen Vorgehensweise beim Fädenziehen so betont?
Die Autorin hebt hervor, dass Infektionen vermieden werden müssen und die fachgerechte, sterile Materialwahl bei der Versorgung von Dammverletzungen essenziell ist.
Wie bewertet die Autorin die Umsetzung des Regelkreismodells in ihrem Fall?
Das Modell hilft der Autorin, die chaotische Praxissituation in einen strukturierten, zielorientierten Betreuungsprozess zu überführen, der sowohl die medizinischen als auch die psychosozialen Bedürfnisse der Wöchnerin berücksichtigt.
- Arbeit zitieren
- Saskia Obenlüneschloß (Autor:in), 2023, Dammriss zweiten Grades bei Erstgebärenden. Eine Verknüpfung von Praxis und Theorie mit Pflegeplan, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1514114