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Machtverhältnisse in einer Aufführung von Arthur Schnitzlers "Liebelei" unter der Regie von Heinrich Schnitzler

Eine Inszenierungsanalyse

Title: Machtverhältnisse in einer Aufführung von Arthur Schnitzlers "Liebelei" unter der Regie von Heinrich Schnitzler

Term Paper , 2024 , 14 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Janina Vogelgesang (Author)

Theater Studies, Dance
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Vermutlich um 1881 erstmals von Arthur Schnitzler als Stück in Erwägung gezogen, blieb "Liebelei" nach der Uraufführung im Oktober 1895 ein ständiger Erfolg bis in die heutige Zeit. Es zählt zu Schnitzlers populärsten Stücken. Der von Erika Fischer-Lichte eingeführte Begriff des Codes als Reflexion der Wirklichkeit einer Kultur lässt sich in diesem Stück auf die Welt/den kulturellen Kontext der Stadt Wien Ende des neunzehnten Jahrhunderts übertragen: die Oberflächlichkeit der beiden Männer höherer Schicht, Fritz und Theodor und, im Kontrast hierzu, die niedrig gestellten Frauen aus der Vorstadt, Christine und Mizi. Im Folgenden sollen diese Figuren unter dem Aspekt der Machtverhältnisse hinsichtlich gesellschaftlicher sowie persönlicher Beziehung nach der Vorgehensweise einer Inszenierungsanalyse untersucht werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Bühnenbild

3. Kostüme und Spielweise

4. Bezug zur Vorlage

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit zielt darauf ab, die Aufführung von Arthur Schnitzlers „Liebelei“ unter der Regie von Heinrich Schnitzler (1968) mittels einer Inszenierungsanalyse zu untersuchen. Dabei steht die zentrale Frage im Fokus, wie sich die Machtverhältnisse zwischen den Figuren innerhalb der Inszenierung manifestieren und wie diese durch Aspekte des Bühnenbildes, der Kostümierung und der Spielweise in Verbindung zum gesellschaftlichen Kontext und der literarischen Vorlage reflektiert werden.

  • Analyse der bühnenbildnerischen Gestaltung als Spiegel sozialer Schichtung
  • Untersuchung der Kostümierung als Mittel der Identitätsbildung und Statusmarkierung
  • Interpretation der schauspielerischen Spielweise im Hinblick auf geschlechtsspezifische Machtdynamiken
  • Vergleich der filmischen Inszenierung mit der dramatischen Textvorlage unter dem Aspekt der Werktreue

Auszug aus dem Buch

3. Kostüme und Spielweise

Der Schauspieler braucht nur auf der Bühne zu erscheinen, und der Zuschauer hat bereits in diesem Augenblick Informationen erhalten, die es ihm erlauben, die dargestellte Rollenfigur als eine bestimmte zu identifizieren.

Als erste Person, welche die Bühne betritt, ist die Figur des Theodor unauffällig elegant gekleidet, in einem Anzug mit Weste und Krawatte, mit Einstecktuch sowie Hut, Handschuhen und Spazierstock. Nach Fischer-Lichte lässt die Kostümierung die erste und dominierendste Identifikation der Figur zu. Dies liegt in der Funktion der Kleidung insgesamt begründet, da diese auch im alltäglichen Leben Auskunft über Status und/oder Funktion einer Person geben kann. Ebenso verhält es sich im theatralen Kontext mit der Kostümierung einer Figur. Was im theatralen Kontext allerdings wegfällt, ist die eigentliche Funktion von Kleidung. Die Figur Theodor beispielsweise wird Hut und Handschuhe nicht tragen, weil sie befürchtet, auf der Bühne im Laufe des Stückes möglicherweise zu frieren. Die Kleidung bleibt reine Symbolik und dient der Identitätsbildung der Figur.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Rezeptionsgeschichte der „Liebelei“ ein und erläutert die methodische Herangehensweise der Inszenierungsanalyse sowie die Forschungsrelevanz des untersuchten Stücks.

2. Bühnenbild: Dieses Kapitel vergleicht die Bühnenbilder von Fritz und Christine und deutet diese als Zeichen für den jeweiligen sozialen Status und die damit verbundenen Machtverhältnisse.

3. Kostüme und Spielweise: Hier wird untersucht, wie Kleidung, Gestik und Sprechweise der Darsteller die asymmetrischen Machtbeziehungen zwischen den sozialen Klassen und Geschlechtern in der Inszenierung unterstreichen.

4. Bezug zur Vorlage: Der Vergleich zwischen der Aufführung und dem dramatischen Text von Arthur Schnitzler zeigt eine hohe Werktreue, die lediglich durch zeitliche oder pragmatische Randbedingungen begründet ist.

5. Fazit: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und schließt mit der Feststellung, dass die Machtstrukturen und gesellschaftlichen Konventionen der Vorlage durch die Inszenierung konsequent als motorische Kräfte der Tragödie abgebildet werden.

Schlüsselwörter

Liebelei, Arthur Schnitzler, Heinrich Schnitzler, Inszenierungsanalyse, Machtverhältnisse, Theaterwissenschaft, Bühnenbild, Kostümierung, Werktreue, Geschlechterrollen, Wiener Gesellschaft, Tragödie, Semiotik des Theaters, 19. Jahrhundert, Schauspiel.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das grundlegende Ziel dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht eine spezifische Theateraufführung von Arthur Schnitzlers „Liebelei“ aus dem Jahre 1968 unter der Regie von Heinrich Schnitzler mit dem Ziel, die zwischen den Figuren herrschenden Machtverhältnisse analytisch zu erschließen.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Zentrale Themenfelder sind die Analyse theatraler Zeichen wie Bühnenraum und Kostüm, die soziale Schichtung der Charaktere sowie die Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Konventionen und Vorstellungen von Liebe im Wien des 19. Jahrhunderts.

Welche Forschungsfrage leitet die Untersuchung?

Die Untersuchung geht der Frage nach, wie sich Machtverhältnisse hinsichtlich gesellschaftlicher sowie persönlicher Beziehungen durch die Vorgehensweise einer Inszenierungsanalyse in der gewählten Aufführung darstellen lassen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt die Methode der Inszenierungsanalyse, basierend auf der semiotischen Dramentheorie, insbesondere unter Einbeziehung der Ansätze von Erika Fischer-Lichte.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden sukzessive das Bühnenbild, die Kostümierung und Spielweise der Figuren sowie die formale Übereinstimmung bzw. Werktreue der Inszenierung gegenüber der Textvorlage analysiert.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Inszenierungsanalyse, Machtstrukturen, Theatergeschichte, Werktreue und die Analyse dramatischer Zeichen charakterisieren.

Wie beeinflusst die soziale Herkunft die Raumgestaltung in der Inszenierung?

Das Bühnenbild zeigt einen deutlichen Kontrast zwischen dem großbürgerlichen, repräsentativen Salon des Fritz und dem bescheidenen, funktionalen Zimmer von Christine, was den unterschiedlichen sozialen Status der Charaktere visuell manifestiert.

Welchen Einfluss hat die „Werktreue“ der Inszenierung auf das Gesamtergebnis?

Heinrich Schnitzler bleibt in seiner Regiearbeit sehr nah am dramatischen Text von Arthur Schnitzler. Diese hohe Werktreue verstärkt die beabsichtigte dramatische Aussage und die Darstellung der durch Konventionen bestimmten Tragödie, was die Autorin als essenziell für die Wirkung der Aufführung einstuft.

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Details

Title
Machtverhältnisse in einer Aufführung von Arthur Schnitzlers "Liebelei" unter der Regie von Heinrich Schnitzler
Subtitle
Eine Inszenierungsanalyse
College
Saarland University  (Philosophische Fakultät)
Course
Einführungsseminar Theaterwissenschaften
Grade
1,7
Author
Janina Vogelgesang (Author)
Publication Year
2024
Pages
14
Catalog Number
V1514618
ISBN (PDF)
9783389082874
ISBN (Book)
9783389082881
Language
German
Tags
Liebelei Theaterwissenschaften Inszenierungsanalyse Burgtheater Wien Erika Fischer-Lichte Arthur Schnitzler Heinrich Schnitzler Josefstadt Theater
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Janina Vogelgesang (Author), 2024, Machtverhältnisse in einer Aufführung von Arthur Schnitzlers "Liebelei" unter der Regie von Heinrich Schnitzler, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1514618
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