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Der verkrüppelte Mann - Das aristotelische Konzept der Frau

Titel: Der verkrüppelte Mann - Das aristotelische Konzept der Frau

Hausarbeit , 2005 , 30 Seiten

Autor:in: I. Flathmann (Autor:in)

Philosophie - Philosophie der Antike
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Ansichten der Philosophen über die Verhältnisse der Geschlechter haben bisweilen krude Konstruktionen hervorgebracht. Eine ausformulierte Auffassung, die bis in die Neuzeit ihre Wirkung entfaltet hat, ist diejenige von Aristoteles, die Thema dieser Arbeit ist.
Aus der Einleitung: „Ein Weibchen ist wie ein verkrüppeltes Männchen.“ Auch wenn dieses Zitat Aristoteles’ aus einem speziellen Zusammenhang gerissen wurde, ist das verwendete Bild konsistent mit Aristoteles’ Konzept der Frau im allgemeinen. Dieses Konzept ist kein in einem bestimmten Zusammenhang formuliertes; vielmehr durchdringt es alle auf die Geschlechterdifferenz bezogenen Teile der aristotelischen Philosophie...

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Philosophisches Prolegomenon: Die aristotelische Teleologie

3. Das biologische Sein der Frau

3.1 Die Rolle der Frau im Zeugungsgeschehen

3.1.1 Der männliche und der weibliche Zeugungsbeitrag

3.1.2 Die Frau als „verstümmeltes Männchen“

3.1.3 Die Entstehung eines weiblichen Lebewesens

3.1.4 Vererbung

3.2 Die Frau als Privation und Gegensatz

3.2.1 Wärme und Kälte

3.2.2 Eîdos und Hýle

4. Eigenschaften der weiblichen Geistesseele

4.1 Die Vernunft der Frau

4.2 Die Tugend der Frau

5. Die Frau in der menschlichen Gemeinschaft

5.1 Der oîkos—Beziehungen von Herrschaft und Freundschaft

5.1.1 Der oîkos bei Aristoteles

5.1.2 Herrschaft

5.1.3 Freundschaft

5.2 Die pólis—Ort der männlichen Selbstverwirklichung

5.2.1 Die pólis bei Aristoteles

5.2.2 Die Frau in der pólis

6. Zusammenfassung und Bewertung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das aristotelische Konzept der Frau unter Berücksichtigung teleologischer, biologischer und sozialer Aspekte, um aufzuzeigen, wie Aristoteles die Rolle und den Status der Frau innerhalb seiner Philosophie begründet und systematisiert.

  • Aristotelische Teleologie und die Bestimmung des Geschlechts
  • Die Frau als biologisch defizientes Wesen im Zeugungsgeschehen
  • Stellung der Frau in der Geistesseele und ihre intellektuelle Kapazität
  • Soziale Einordnung der Frau im oîkos und Ausschluss aus der pólis
  • Historische und systematische Bewertung von Aristoteles' Frauenbild

Auszug aus dem Buch

3.1.2 Die Frau als „verstümmeltes Männchen“

Die Charakterisierung der Frau als verstümmeltes Männchen ist ein Ausdruck für die Überzeugung Aristoteles’, daß der Mann als der Mensch in seiner höchsten Form anzusehen sei. Die Interpretation der „Kälte“ der Frau als Mangel und ihr daraus resultierendes Unvermögen zur Verkochung der Ausscheidungen (períttomata) zum Samen als Schwäche, erfolgt im Vergleich zum Idealbild des vermeintlich wärmeren, samenproduzierenden Mannes. Die Frau wird mit einem verkrüppelten, unfruchtbaren, verstümmelten Mann verglichen, und dies immer im Zusammenhang mit ihrer vermeintlich geringeren Wärme und ihrem daraus resultierenden Unvermögen zur Samenherstellung. Leitend für den Vergleich ist Aristoteles’ Beobachtung der Verweiblichung des Phänotyps eines Eunuchen, welcher durch die Verstümmelung sein männliches Aussehen einbüßt und weiblicher wird.

Auch wenn Aristoteles das Weibliche nur mit einem verstümmelten Männchen vergleicht und nicht mit einem solchen gleichsetzt, was schon aufgrund der anderen Form des Weiblichen unmöglich wäre, impliziert schon die Verbindung von „verstümmelt“ und „weiblich“, daß das Weibliche wie das Verstümmelte als etwas Defizientes anzusehen ist. Der Vergleich der Frau mit einem verkrüppelten Mann macht deutlich, daß der Mann der Maßstab ist, an dem die Frau zu messen ist und im Vergleich zu dem ihre Eigenschaften interpretiert werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik des aristotelischen Frauenbildes und des teleologischen Rahmens, in dem es diskutiert wird.

2. Philosophisches Prolegomenon: Die aristotelische Teleologie: Erläuterung des für die gesamte Untersuchung zentralen Zweck-Begriffs (télos) bei Aristoteles.

3. Das biologische Sein der Frau: Analyse der Rolle der Frau bei der Zeugung und ihrer Einordnung als biologisch defiziente Entität.

4. Eigenschaften der weiblichen Geistesseele: Untersuchung der intellektuellen Fähigkeiten und ethischen Tugenden der Frau im Vergleich zum Mann.

5. Die Frau in der menschlichen Gemeinschaft: Erörterung der Stellung der Frau innerhalb des Haushalts (oîkos) und ihres Ausschlusses vom politischen Leben (pólis).

6. Zusammenfassung und Bewertung: Synthese der Ergebnisse und kritische Einordnung des aristotelischen Frauenbildes in seinen historischen und philosophischen Kontext.

Schlüsselwörter

Aristoteles, Geschlechtertheorien, Frau, Teleologie, Biologie, Zeugungsgeschehen, Geistesseele, Vernunft, Tugend, oîkos, pólis, Herrschaft, Freundschaft, Privation, naturalistischer Fehlschluß.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das aristotelische Konzept der Frau und untersucht, wie dieses philosophisch durch teleologische und biologische Argumentationsmuster hergeleitet wird.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die aristotelische Biologie und Zeugungslehre, die psychologische Einordnung der weiblichen Seele sowie die soziale und politische Stellung der Frau im antiken Griechenland.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Aristoteles' System der Philosophie in sich konsistent die Unterlegenheit der Frau begründet und welche Rolle dabei die Vorstellung von Mann als „vollkommener Form“ spielt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende philosophische Textanalyse der aristotelischen Schriften, insbesondere der Politik, der Nikomachischen Ethik und der biologischen Abhandlungen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die biologische Unterlegenheit der Frau, ihre verminderte Vernunftkapazität sowie ihre spezifische Zuweisung in die vorpolitische Sphäre des Hauses.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Teleologie, Privation, oîkos, pólis, Zeugungsbeitrag, Vernunft und Herrschaftsverhältnis.

Warum vergleicht Aristoteles die Frau mit einem „verstümmelten Männchen“?

Aufgrund seiner Überzeugung, dass der Mann die „höchste Form“ des Menschen darstellt, wertet Aristoteles das biologische Anderssein der Frau als Mangel an Wärme und damit als defiziente Abweichung von dieser männlichen Norm.

Welche Rolle spielt der oîkos für die Frau?

Der oîkos (Haushalt) ist der Ort, an dem die Frau ihren funktionalen Zweck erfüllt. Sie dient dort der Reproduktion und Sicherung des materiellen Lebens, was dem Mann erst die Freiheit verschafft, in der pólis politisch tätig zu sein.

Ist die Frau laut Aristoteles völlig irrational?

Nein, Aristoteles spricht ihr ein gewisses Maß an Vernunft zu, wertet sie jedoch als „ohne Entschiedenheit“ (ákuron) gegenüber der praktischen Vernunft des Mannes als defizient.

Wie bewertet der Autor Aristoteles’ Frauenbild abschließend?

Der Autor ordnet das Konzept als Kind seiner Zeit ein, stellt fest, dass es einem patriarchalen Gesellschaftskonzept dient, und warnt davor, Aristoteles allein für die jahrhundertelange Unterbewertung der Frau verantwortlich zu machen.

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der verkrüppelte Mann - Das aristotelische Konzept der Frau
Hochschule
FernUniversität Hagen  (Philosophie)
Veranstaltung
Philosophische Geschlechtertheorien
Autor
I. Flathmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
30
Katalognummer
V151474
ISBN (eBook)
9783640629299
ISBN (Buch)
9783640629343
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Aristoteles Frau Telos oikos Politik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
I. Flathmann (Autor:in), 2005, Der verkrüppelte Mann - Das aristotelische Konzept der Frau , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/151474
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