Kann es durch die Differenz der (In)definitheitsmarker zu signifikanten inhaltlichen Unterschieden kommen, wenn ein Märchen aus dem Deutschen ins Türkische übersetzt wird?
Zunächst werden im zweiten Kapitel die grundlegenden Begriffe dieser Arbeit erläutert, indem zuerst die Semantik und Pragmatik von (In)definitheit nach Birner und Ward dargestellt werden. Daraufhin wird die deutsche Grammatik und in diesem Zusammenhang die Umsetzung der Definitheit und Indefinitheit dargestellt. Folgend wird im Vergleich zum Deutschen die türkische Grammatik mit ihren Definit- und Indefinitheitsmarkern veranschaulicht.
Infolgedessen wird das ausgewählte Märchen in dem dritten Kapitel kurz inhaltlich dargestellt. Daraufhin werden Beispiele aus der deutschen und türkischen Übersetzung entnommen und in Hinblick auf semantische Unterschiede untersucht. Abschließend werden die in der Analyse herausgefundenen Ergebnisse miteinander verbunden und herausgearbeitet, ob sich die zu Anfang aufgestellte These, dass die Semantik sich aufgrund der unterschiedlichen Umsetzung der (In)definitheit der beiden Sprachen verändert, bewahrheitet.
Zuerst werden die sprachunabhängige Semantik und Pragmatik von (In)definitheit nach Birner und Ward dargestellt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretische Analyse
2.1 Semantik und Pragmatik von (In)definitheit
2.2 Die deutsche Grammatik
2.2.1 Der definite Artikel
2.2.2 Der indefinite Artikel
2.3 Die türkische Grammatik
2.3.1 Definitheit im Türkischen
2.3.2 Indefinitheit im Türkischen
2.3.3 Vergleich der türkischen und deutschen Grammatik
3 Analyse am Beispiel von „Die Sterntaler“
a) Inhalt des Märchens „Die Sterntaler“
b) Analyse am Märchen „Die Sterntaler“
4 Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der unterschiedlichen grammatikalischen Umsetzung von (In)definitheit beim Übersetzen eines deutschen Märchens in die türkische Sprache, mit besonderem Fokus darauf, ob sich der semantische Gehalt durch die verschiedenen sprachlichen Mittel verändert.
- Grammatikalische Analyse der Definitheit und Indefinitheit im Deutschen
- Konstruktive Mittel zur Definitheitsmarkierung im Türkischen (z.B. Akkusativmarkierung, Wortstellung)
- Vergleichende Untersuchung der Sprachsysteme im Hinblick auf ihre diskursive Relevanz
- Analyse des Märchens „Die Sterntaler“ als Fallbeispiel
- Evaluation der semantischen Auswirkungen bei einer Übersetzung zwischen den beiden Sprachen
Auszug aus dem Buch
2.1 Semantik und Pragmatik von (In)definitheit
Um eine Kohärenz im Diskurs herstellen zu können, ist der Zusammenhang zwischen der aktuellen Äußerung und der im vorherigen Kontext erwähnten Informationen wichtig. Zur Erzielung dieser Kohärenz wird die Verknüpfung, durch sprachliche Mittel, alter und neuer Informationen erleichtert. Wenn demnach innerhalb des Diskurses eine neue Information in Erscheinung tritt, wird diese vom Hörer, wenn vorhanden, mit Hilfe einer alten Information verarbeitet. Das heißt, es wird keine neue Diskursentität gestartet, sondern es werden die neuen Informationen mit den alten Informationen verknüpft. Beim Ausdruck der Definitheit und Indefinitheit spielen die Diskurs-alten/-neuen und Hörer-alten/-neuen Informationen eine Rolle, um herauszustellen, in welchem Zusammenhang die unterschiedlichen Diskursinformationen zueinander stehen (vgl. Birner/Ward 2006:153).
Zudem kann festgehalten werden, dass durch die Bekanntheit auf eine Definitheit geschlossen werden kann, was von Prince auch als Givenness bezeichnet wird. Es wird zwischen zwei verschiedenen Diskurssituationen differenziert. Hierbei unterscheidet man zwischen Präpositionskonstruktionen und Postpositionskonstruktionen. Prince versteht unter der Präpositionskonstruktion die Darstellung familiärer, d.h. vertrauter Informationen im Diskurs links und somit präverbal, das bedeutet vor dem Verb. Postpositionskonstruktionen wiederum gehen dem Alt – vor - Neu - Informationsstruktur - Paradigma nach, bei dem es darum geht, unvertraute bzw. neue Informationen darzustellen und auf postverbaler Position zu positionieren (vgl. Birner/Ward 2006: 153).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der unterschiedlichen Markierung von (In)definitheit bei der Übersetzung von Märchen zwischen dem Deutschen und Türkischen ein und stellt die zentrale Forschungsfrage.
2 Theoretische Analyse: Dieses Kapitel erläutert die semantischen und pragmatischen Grundlagen von (In)definitheit nach Birner und Ward sowie die spezifischen grammatikalischen Umsetzungsmöglichkeiten im Deutschen und Türkischen, inklusive eines systematischen Vergleichs.
3 Analyse am Beispiel von „Die Sterntaler“: Das Kapitel veranschaulicht anhand von Textbeispielen aus dem Märchen, wie sich unterschiedliche sprachliche Definitheitsmarker in der Übersetzung auf die Struktur auswirken und ob dies den semantischen Gehalt beeinflusst.
4 Schlussfolgerung: Die Schlussbetrachtung fasst zusammen, dass die (In)definitheitsmarker im Türkischen und Deutschen zwar unterschiedlich funktionieren, jedoch keinen signifikanten negativen Einfluss auf den übermittelten Sinn der Geschichte haben.
Schlüsselwörter
Definitheit, Indefinitheit, Türkische Grammatik, Deutsche Grammatik, Märchen, Übersetzung, Akkusativmarkierung, Wortstellung, Pragmatik, Semantik, Nominalphrase, Diskurskohärenz, Die Sterntaler, Sprachvergleich, Linguistik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht einen linguistischen Sprachvergleich zwischen dem Deutschen und dem Türkischen im Kontext der Übersetzung und Darstellung von Definitheit.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der grammatikalischen Determination, den Diskursstrukturen und der Frage, wie Informationen in den beiden Sprachen durch verschiedene Mittel (Artikel vs. Suffixe/Wortstellung) realisiert werden.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Es wird erforscht, ob signifikante inhaltliche Verschiebungen im Märchen „Die Sterntaler“ auftreten, wenn es vom Deutschen ins Türkische übersetzt wird, aufgrund der divergenten (In)definitheitsmarker.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Grundlagenanalyse nach Birner und Ward sowie eine qualitative Analyse anhand ausgewählter Textbeispiele aus einer Märchenübersetzung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erörterung der deutschen und türkischen Grammatik sowie eine konkrete textlinguistische Untersuchung des Märchens „Die Sterntaler“.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Definitheit, Indefinitheit, Akkusativmarkierung, Diskurskohärenz und Sprachvergleich.
Welche Rolle spielt die Wortstellung im Türkischen im Vergleich zum Deutschen?
Im Türkischen hat die Wortstellung oft eine wichtige Funktion für die Topik-Comment-Struktur bzw. die Informationsstruktur, während im Deutschen vor allem Artikel zur Markierung von (In)definitheit dienen.
Kann man sagen, dass die türkische Sprache weniger genau bei der Wiedergabe von Definitheit ist?
Nein, die Arbeit stellt fest, dass das Türkische Definitheit korrekt durch andere Mittel wie Akkusativmorpheme, Possessiva oder die Wahl des Nomens ausdrückt, auch wenn diese sich strukturell stark vom deutschen Artikelsystem unterscheiden.
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- Anonym (Author), 2021, Die Übersetzung von (In)definitheit in deutschen Märchen ins Türkische. Einfluss auf die Textbedeutung am Beispiel von "Die Sterntaler", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1514840