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Der Einfluss der Verlustabzugsbeschränkung der §§ 8c und 8d KStG auf die Kaufpreisentscheidung eines Investors bei Geldanlagen in Start-ups

Título: Der Einfluss der Verlustabzugsbeschränkung der §§ 8c und 8d KStG auf die Kaufpreisentscheidung eines Investors bei Geldanlagen in Start-ups

Tesis de Máster , 2024 , 181 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Inga Petukauskaite (Autor)

Economía de las empresas - Fundación de empresas, planes de negocio
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Das Hauptthema dieser Untersuchung ist die Analyse der Auswirkungen von der Verlustbeschränkungsvorschrift § 8c KStG und Verlustrettungsvorschrift § 8d KStG auf den Verlustabzug im Jahr der Anteilsübertragungen an Start-ups. Der Grund für diese Untersuchung liegt in der wachsenden Bedeutung von Start-ups für die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft. Diese Unternehmen sind häufig auf externe Finanzierungen angewiesen, um ihre Geschäftsideen zu realisieren und zu expandieren. Die Regelungen des § 8c KStG stellen eine erhebliche Hürde dar, da sie den Verlustvortrag einschränken und somit die Attraktivität von Investitionen in diese Unternehmen mindern.

Durch diese Untersuchung soll aufgezeigt werden, wie die aktuellen gesetzlichen Bestimmungen angepasst werden könnten, um eine ausgewogenere Balance zwischen der Verhinderung missbräuchlicher Verlustnutzung und der Förderung legitimer Unternehmensfinanzierungen zu erreichen. Im Rahmen dieser Arbeit wird dargelegt, welche Maßnahmen der Gesetzgeber für den Existenzschutz von Startups ergriffen hat, wie sich diese Vorschriften in der Praxis bewähren und umsetzen lassen und welche Folgen sie für Startups und Investoren haben. Schließlich wird bewertet, wie zutreffend die abgeleiteten Propositionen sind und welche Gefahren sich hinter der Rettungsvorschrift für Startups verbergen. Das Thema ist aus der Sicht der steuerberatenden Berufe für die allgemeine Beratungspraxis relevant, um einen Mehrwert in der Beratungstätigkeit zu schaffen sowie für Investoren, Start-ups und deren Gesellschafter, um eine existenzvernichtende Vorgehensweise vermeiden zu können.

"Es gibt kein Rechtsgebiet, das so änderungsanfällig ist wie das Steuerrecht." Die bisherige Geschichte des § 8c KStG ist ein Beweis dieser These. Die Verlustthematik ist ein regelmäßiges Thema im Rahmen des Jahressteuergesetzes. Gemäß der aktuellen Körperschaftsteuerstatistik des Statistischen Bundesamts vom 18. Februar 2022 wurde zum 31. Dezember 2017 ein verbleibender Verlustvortrag in Höhe von 598 Mrd. Euro von der Finanzverwaltung festgestellt. Der körperschaftsteuerliche Verlust resultiert aus den Verlustfeststellungen bei 46,66 % aller steuerpflichtigen Kapitalgesellschaften. Im Vergleich zum Vorjahr sind die verbleibenden Verluste im Jahr 2017 um 5,84 % gestiegen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Überblick

1.2 Thema und Grund der Untersuchung

1.3 Bedeutung der Untersuchung für Theorie und Praxis

1.4 Forschungsfrage

1.5 Annahmen und Eingrenzungen

1.6 Definitionen

1.6.1 Start-Up

1.6.2 Mantelkauf

1.6.3 Gleichheitssatz gem. Art. 3 GG

1.7 Struktur der Thesis

2 Literaturanalyse

2.1 Vorgehensweise und Ziele

2.2 Theoretischer Bezugsrahmen

2.3 Rolle der steuerlichen Verluste bei Unternehmensbeteiligungen

2.3.1 Besteuerung der Kapitalgesellschaften

2.3.1.1 Gleichheitsgerechte Besteuerung des Steuerschuldners

2.3.1.2 Das Trennungsprinzip

2.3.2 Verlustuntergang gem. § 8c KStG

2.3.2.1 Gesetzgeberische Intention für den Verlustuntergang

2.3.2.2 Rechtsentwicklung und Anwendungsbereiche

2.3.2.3 Schädlicher Beteiligungserwerb

2.3.2.4 Ziele und steuerrechtliche Konsequenzen des § 8c KStG

2.3.3 Verfassungsrechtliche Einordnung von §§ 8c und § 8d KStG

2.3.3.1 Verfassungswidrigkeit von § 8c Abs. 1 S. 1 KStG

2.3.5.2 Potenzielle Verfassungswidrigkeit von § 8c Abs. 1 S. 1 KStG (§ 8c S. 2 KStG a.F.)

2.3.4 Verlustrettung nach § 8c KStG

2.3.4.1 Konzernklausel

2.3.4.2 Stille-Reserven-Klausel und Bewertung

2.3.4.3 Sanierungsklausel

2.3.5 Fortführungsgebundener Verlustvortrag nach § 8d KStG

2.3.5.1 Rechtsentwicklung und Anwendungsbereiche

2.3.5.2 Voraussetzungen für den Verlusterhalt

2.3.5.3 Schädliche Ereignisse und Risiken der Optierung zu § 8d KStG

2.3.5.4 Divergenzen zwischen § 8c und 8d KStG

2.3.5.5 Reichweite des § 8d KStG und Mindestbesteuerung

2.3.5 Gestaltung zur Vermeidung vollständigen Verlustuntergang

2.3.5.1 Aufteilung des fortführungsgebundenen Verlustvortrags

2.3.5.2 Gestaltung des Veräußerungsmodells

2.3.5.3 Gründung einer atypisch stillen Gesellschaft

2.4 Konkretes Problem und Untersuchungsfrage

2.4.1 Beschränkung der Abzugsfähigkeit von steuerlichen Fehlbeträgen

2.4.2 Greifen von § 8d KStG

2.4.3 Untersuchungsfrage

3 Methode

3.1 Die Fallstudie als Forschungsdesign nach R. K. Yin

3.1.1 Grund der Auswahl und Form der Fallstudie

3.1.2 Konzipierung und Vorstellung des Untersuchungsobjekts (Fallstudie)

3.1.3 Kriterien für die Beurteilung der Qualität von Forschungsdesigns

3.1.4 Abgeleitetes gegenwärtiges Phänomen/Problem (Propositionen)

3.1.5 Untersuchungsdesign

3.2 Qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring als Methode der Datenanalyse

3.2.1 Güterkriterien der qualitativen Forschung

3.2.2 Literaturquellen als Instrument der Datenerhebung

3.2.3 Grund der Auswahl

3.2.4 Literaturauswahl

3.2.5 Vorstellung und Festlegung des Materials

3.2.6 Formale Charakteristika der Literaturarbeit

4 Analyse und Interpretation

4.1 Bestimmung der Fragestellung

4.1.1 Richtung der Analyse

4.1.2 Theoriegeleitete Differenzierung der Fragestellung

4.2 Auswertung der Publikationen

4.2.1 Kodierung und Kategorienbildung

4.2.2 Rücküberprüfung der Kategorien und Überführung in den Fließtext

5 Diskussion

5.1 Typisierung

5.1.1 Ergebnisse

5.1.2 Interpretation

5.2 Das objektive Nettoprinzip

5.2.1 Ergebnisse

5.2.2 Interpretation

5.3 Umfang der Verluste/Bewertung

5.3.1 Ergebnisse

5.3.2 Interpretation

5.4 Wirtschaftliche Identität

5.4.1 Ergebnisse

5.4.2 Interpretation

5.5 Geschäftsbetrieb

5.5.1 Ergebnisse

5.5.2 Interpretation

5.6 Verfehltes Ziel der Rechtsnorm § 8c KStG

5.6.1 Ergebnisse

5.6.2 Interpretation

5.7. Erwerbergruppe mit gleichgerichteten Interessen

5.7.1 Ergebnisse

5.7.2 Interpretation

5.8 Risiko bei Antragstellung gem. § 8d KStG

5.8.1 Ergebnisse

5.8.2 Interpretation

5.9 Uneinigkeit hinsichtlich Verlustrücktrag und Verlustverrechnung

5.9.1 Ergebnisse

5.9.2 Interpretation

5.10 Verfassungswidrigkeit

5.10.1 Ergebnisse

5.10.2 Interpretation

5.11 § 8d KStG schädlich für Verlustumfang gem. § 8c KStG

5.11.1 Ergebnisse

5.11.2 Interpretation

5.12 Investorenverhalten

5.12.1 Ergebnisse

5.12.2 Interpretation

6 Ergebnis und Ausblick

7 Reflektion

Zielsetzung & Forschungsthemen

Diese Masterarbeit analysiert die steuerrechtlichen Auswirkungen der Verlustabzugsbeschränkungen nach § 8c KStG sowie der Rettungsvorschrift § 8d KStG auf junge Start-up-Unternehmen. Im Zentrum steht die Untersuchung, inwiefern diese Regelungen bei Anteilsübertragungen im Zuge von Finanzierungsrunden den Verlustuntergang herbeiführen und ob dies Investitionsentscheidungen sowie das Wachstum von Start-ups negativ beeinflusst.

  • Analyse der gesetzlichen Regelungen §§ 8c und 8d KStG und deren verfassungsrechtliche Einordnung
  • Untersuchung der Praxisrelevanz und der Rechtsunsicherheiten im Zusammenhang mit der Verlustsicherung bei Start-ups
  • Evaluation der Auswirkungen auf die Investitionsbereitschaft von Venture-Capital-Gebern und Business Angels
  • Erörterung von Lösungsansätzen und Gestaltungen zur Vermeidung des Verlustuntergangs, wie etwa der Stille-Reserven-Klausel oder atypisch stillen Gesellschaften
  • Kritische Würdigung der Typisierung im Steuerrecht vor dem Hintergrund des Leistungsfähigkeitsprinzips

Auszug aus dem Buch

2.3.2.1 Gesetzgeberische Intention für den Verlustuntergang

Die sog. Mantelkäufe führten zu einer Minderung der Steuerlasten der Unternehmen und zu einer Verringerung der Staatseinnahmen und wurden daher vom Gesetzgeber auf die schwarze Liste gesetzt resp. als missbräuchlich eingestuft. Im Gegensatz dazu war der Erwerb einer Gesellschaft mit Altverlusten, die nicht mit zukünftigen Gewinnen verrechnet werden können aufgrund der Haftungsrisiken für Altschulden der Gesellschaft weniger attraktiv und selten in der Praxis wiederzufinden.

Eine Veräußerung der Verlustgesellschaft stellte ein lukratives Geschäft für den Verkäufer dar, da damit ein Steuersparmodell an den Käufer veräußert wurde, welches einen entsprechend hohen Kaufpreis rechtfertigte. Durch den verfügbaren Verlustvortrag konnte der übernehmende Rechtsträger Körperschaft- und Gewerbesteuern sparen. An dieser Stelle ist zu betonen, dass der Körperschaftsteuersatz ab dem Jahr 1980 bei 56 % und ab dem Jahr 1990 bei 50 % lag. Praktisch bedeutete dies, dass bei einem Steuersatz von 50 % die Körperschaftsteuerersparnis der Hälfte des Verlustverrechnungsbetrags betrug. Zusätzlich konnte an Gewerbesteuer eingespart werden, die bei einem Hebesatz von beispielsweise 350 v. H. ca. 15 % des Gewerbeertrags ausmachte.

Für die Nutzung von Verlusten mussten zukünftige Gewinne geschätzt werden. Die Unsicherheit bzgl. der künftigen Verwendung des Verlustabzugs durch den Käufer spiegelte sich in der Bewertung des Verlustes und im Kaufpreis wider. Die Möglichkeit der Monetarisierung von Verlusten diente als Ausgleich dafür, dass der ausscheidende Gesellschafter - im Gegensatz zu Gesellschaftern einer Personengesellschaft - die Möglichkeit der zukünftigen Nutzung verlor.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Verlustabzugsbeschränkungen nach § 8c KStG bei Start-ups ein und definiert zentrale Begriffe sowie die Forschungsfrage der Thesis.

2 Literaturanalyse: Dieses Kapitel untersucht den theoretischen Bezugsrahmen und die bestehende Literatur zu den §§ 8c und 8d KStG, um das Wissen über Auswirkungen und Anwendungsproblematiken systematisch zusammenzufassen.

3 Methode: Hier werden die Wahl der Fallstudie als Forschungsdesign nach R. K. Yin sowie die Anwendung der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring zur Datenauswertung begründet.

4 Analyse und Interpretation: In diesem Kapitel wird die Datenauswertung der ausgewählten Publikationen und des BMF-Schreibens durch Kodierung und Kategorienbildung praktisch umgesetzt und interpretiert.

5 Diskussion: Dieser Teil erörtert die Ergebnisse der Analyse, insbesondere in Bezug auf Typisierung, wirtschaftliche Identität, steuerliche Aspekte der Verlustnutzung und spezifische Risiken bei der Anwendung des § 8d KStG.

6 Ergebnis und Ausblick: Das Kapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse der Forschungsarbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf mögliche gesetzliche Anpassungen der relevanten Normen.

7 Reflektion: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Selbstreflektion und der methodischen Limitationen der durchgeführten Fallstudienanalyse ab.

Schlüsselwörter

§ 8c KStG, § 8d KStG, Verlustvortrag, Start-up, Anteilsübertragung, Körperschaftsteuer, Verlustuntergang, Verlustrettung, steuerliche Fehlbeträge, Venture Capital, Business Angels, Typisierung, wirtschaftliche Identität, Unternehmensbewertung, steuerliche Gestaltung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Masterarbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der steuerlichen Behandlung von Verlustvorträgen bei Kapitalgesellschaften, speziell bei Start-ups, und den einschränkenden Auswirkungen der Gesetzesnormen §§ 8c und 8d KStG bei Investorenwechseln.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind der Verlustuntergang bei schädlichem Beteiligungserwerb, die Möglichkeiten der Verlustrettung durch den fortführungsgebundenen Verlustvortrag, die Konzern- und Stille-Reserven-Klauseln sowie die verfassungsrechtliche Kritik an diesen Regelungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage analysiert, wie sich §§ 8c und 8d KStG auf das Wachstum von Start-ups und das Investorenverhalten bei der Kapitalbeschaffung auswirken und wie gesetzliche Bestimmungen angepasst werden könnten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin kombiniert die Fallstudienmethode nach R. K. Yin mit einer qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring, um basierend auf einem konzipierten Fallbeispiel und ausgewerteter Fachliteratur Erkenntnisse zu gewinnen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden sowohl theoretische Grundlagen als auch eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Rechtsprechung, den BMF-Schreiben sowie praxisrelevante Gestaltungsoptionen für Unternehmen zur Vermeidung eines vollständigen Verlustuntergangs analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Verlustvortrag, § 8c KStG, § 8d KStG, Start-up-Finanzierung, Beteiligungserwerb, steuerliche Identität und Typisierung im Steuerrecht.

Inwiefern beeinflusst das „Pivoting“ von Start-ups ihre steuerliche Verlustsituation?

„Pivoting“ (Geschäftsmodelländerung) kann von der Finanzverwaltung als schädliches Ereignis eingestuft werden, wenn dadurch die Anforderungen an den „bestehenden Geschäftsbetrieb“ im Sinne des § 8d KStG gefährdet werden, was den Verlustvortrag zum Untergang bringen kann.

Warum ist die „Stille-Reserven-Klausel“ für Investoren in Start-ups relevant?

Die Stille-Reserven-Klausel ermöglicht es, trotz eines schädlichen Beteiligungserwerbs einen Teil der Verlustvorträge zu erhalten, indem die im Unternehmen vorhandenen stillen Reserven gegen die Verluste aufgerechnet werden, was jedoch eine komplexe Unternehmensbewertung erfordert.

Final del extracto de 181 páginas  - subir

Detalles

Título
Der Einfluss der Verlustabzugsbeschränkung der §§ 8c und 8d KStG auf die Kaufpreisentscheidung eines Investors bei Geldanlagen in Start-ups
Universidad
University of Applied Sciences Essen
Calificación
1,7
Autor
Inga Petukauskaite (Autor)
Año de publicación
2024
Páginas
181
No. de catálogo
V1515342
ISBN (PDF)
9783389091142
ISBN (Libro)
9783389091159
Idioma
Alemán
Etiqueta
Verlustabzugsbeschränkung 8c KStG 8d KStG Startup Verluste Körperschaftsteuer Ertragsteuern Anteilsübertragung Gesellschafterwechsel
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Inga Petukauskaite (Autor), 2024, Der Einfluss der Verlustabzugsbeschränkung der §§ 8c und 8d KStG auf die Kaufpreisentscheidung eines Investors bei Geldanlagen in Start-ups, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1515342
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