Buddha - Leben und Werk


Hausarbeit (Hauptseminar), 2003
24 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Der Buddha
1. Zum Begriff Buddha
2. Das Wesen des Buddhas
3. Das Leben des historischen Buddha
a) Geburt und Kindheit
b) Weg zur Erleuchtung
c) Buddhas Lehr- und Wanderjahre
d) Lebensende und Nirwana
4. Die Lehre des Buddhas
a) Die vier edlen Wahrheiten
b) Der achtfache Pfad
5. Zentrale Begriffe des Buddhismus
a) Nirwana
b) Karma
6. Richtungen des Buddhismus
a) Hinayana
b) Mahayana
c) Vajrayana

III. Buddha und Jesus? Buddha oder Jesus?
1. Wer ist Jesus für Buddhisten?
2. Wer ist Buddha für Christen?

IV. Abschließende Überlegungen

V. Bibliographie

I. Einleitung

Unsere Welt ist eine Welt voller Widersprüche, eine Welt des Umbruchs. Geprägt vom wissenschaftlichen und technischen Fortschritt, hat sich vor allem in der westlichen Welt zunehmender Wohlstand entwickelt. Daneben werden einem aber deutlich die Schattenseiten dieser Entwicklung bewusst: Ungerechtigkeit, die Spaltung in Reiche und Arme, Kriege, Aggressionen, Machtstreben, Orientierungslosigkeit... . Die Frage des Menschen nach sich selbst, nach Sinn und Ziel seines Lebens, bleibt für viele unbeantwortet.

Doch was ist der Ausweg aus dieser Krise?

Die Religionen könnten einen wichtigen Beitrag dazu leisten. Viele Menschen kehren jedoch der Religion und der Kirche den Rücken zu. Sie sehen keinen Zusammenhang zwischen ihrem Leben und den Lehren religiöser Traditionen. Religionen sollten nicht auf ihrem festgelegten Standpunkt oder ihren Lehren beharren, sondern vielmehr offen sein und sich befruchten lassen.

Sie müssen sich zum einen erneut darauf besinnen, dass ihre Antworten dem Lebenskontext der Menschen von heute entsprechen und damit wieder existentielle Relevanz erhalten.[1]

In dieser Arbeit soll ein besonderer Blick auf den Buddhismus geworfen werden, der nach Christentum, Islam und Hinduismus als viertgrößte Weltreligion einzuordnen ist.

In der westlichen Welt hat er bereits einen erheblichen Einfluss ausgeübt. In Europa und Amerika ist ein vermehrtes Interesse am Studium des Buddhismus zu beobachten.[2] Demnach scheinen sich im Buddhismus viele Dinge zu finden, die aus verschiedenen Gründen eine Anziehungskraft auf den Menschen ausüben. Es stellt sich die Frage:

Warum übt der Buddhismus eine solche Anziehungskraft aus?

Zum einen wäre das philosophische System des Buddhismus zu erwähnen, das in der intellektuellen Welt einen tiefen Eindruck hinterlassen hat. Nennenswert wäre hier Schopenhauer, der in seiner Philosophie viele Gemeinsamkeiten mit der Lehre Buddhas fand. Wahrscheinlich hat er den Buddhismus in die intellektuelle Welt des Westens eingeführt. Ein großes Interesse am Buddhismus ist bis heute auf akademischer Ebene feststellbar.[3]

Zum anderen verfügt der buddhistische Agnostizismus in der Gottesfrage über eine große Anziehungskraft. Der Buddhismus möchte eine „Kommt und seht“ -Lehre sein. Sie baut auf persönliche Erfahrung auf und nicht auf irgendeine Autorität. Besonders im Zeitalter der Säkularisierung ist dies ein nicht außer Acht zu lassender Aspekt.[4]

Die Gelassenheit und der Friede, den Buddha, der Erleuchtete, auf seinen Bildern ausstrahlt, versteht es ebenfalls eine positive Wirkung auf den Menschen auszuüben. Die Lehre vom Karma und von der Wiedergeburt spendet den Menschen –angesichts der Leidfrage- Trost.[5]

Nicht zuletzt die Offenheit und das freie Denken, welches vom Buddhismus vertreten wird, findet in unserem Zeitalter Zustimmung bei vielen Menschen.[6]

Natürlich soll jetzt nicht der Eindruck erweckt werden im Buddhismus sei alles gut. Auch dort gibt es Spannungen und Schwierigkeiten.

In dieser Arbeit jedoch soll der Buddhismus in seinen Grundzügen vorgestellt werden. Zunächst muss man einige Basiskenntnisse besitzen, um sich überhaupt tiefgreifender mit dem Buddhismus beschäftigen zu können. Deshalb soll sich zunächst mit Buddha als Person auseinandergesetzt werden, danach ausführlicher mit seiner Lehre, die im eigentlichen Zentrum seiner Verkündigung steht.

Im zweiten Teil soll ein Bezug zum Christentum hergestellt werden. Es soll danach gefragt werden, was Jesus für eine Bedeutung für Buddhisten hat. Zudem soll umgekehrt festgestellt werden bzw. Mutmaßungen geäußert werden, warum sich Christen für Buddha interessieren.

II. Der Buddha

1. Zum Begriff Buddha

Der Buddhismus ist eine Lehre, deren Begründer mit dem Ehrentitel „Buddha“ bezeichnet wird. Im Sanskrit wird das Wort Buddha von der Verbalwurzel „budh“, d.h. „erwachen“ abgeleitet. Demnach bedeutet Buddha der „Erwachte“. Damit ist gemeint, dass jemand dem dieser Titel zugeteilt wird, „aus der Nacht des Irrtums zum Lichte der Erkenntnis erwacht ist“.[7] Gleichbedeutend mit dem Wort Buddha werden in der indischen Literatur auch die Bezeichnungen „Bhagavat“ (der Erhabene), „Tathâgata“ (der Vollendete, eigentlich der „So-gegangene“) und viele andere verwendet.[8]

2. Das Wesen des Buddhas

Das Wesen eines Buddhas besteht darin,

daß er aus eigener Kraft sein Wissen erlangt hat, dieses also weder durch die Offenbarung eines Gottes noch durch das Studium heiliger Schriften oder durch die Unterweisung eines Lehrers gewann.[9]

Dies bedeutet demnach, dass die Erweckung nicht durch eine äußerliche Belehrung hergeleitet wird, sondern dass es sich um einen Erkenntnisprozess handelt, der im Menschen selbst vollzogen wurde. Jedoch wird damit nicht behauptet, dass ein Mensch aus sich ganz allein heraus den Weg zum Heil finden kann. Er braucht vielmehr einen äußeren Denkanstoß, der ihn zum Nachdenken anregt. „Eine richtige Anschauung entsteht durch die Stimme eines anderen und das eigene Nachdenken.“[10] Diesen Denkanstoß kann der Buddha aber nicht von anderen Buddhas erhalten haben, weil ein solcher zu seinen Lebzeiten nicht vorhanden war. In diesem Zusammenhang muss auf die Lehre von der Wiederverkörperung hingewiesen werden:

Ein Buddha hat zwar in dieser Existenz seine Erleuchtung sich selbst erarbeitet, er konnte dies aber nur, weil er in einer seiner zahllosen früheren Daseinsformen einmal den Buddha eines früheren Zeitalters predigen gehört hat. Auf Grund dieses Eindrucks, der ihn unbewußt durch alle seine Wiederverkörperungen begleitete, wurde er schließlich Stufe für Stufe dazu geführt, sich der Wahrheit ganz zu öffnen und selbst zur Buddhaschaft heranzureifen.[11]

Ein Buddha steht für einen Wegweiser, der den Pfad zum Heil nur zeigen kann, aber der Unterwiesene entscheidet selbst, ob er ihn geht.

Daraus geht hervor, dass ein Buddha anscheinend nicht ein Gott ist, sondern ein Mensch wie jeder andere in Bezug auf Krankheit, das Altern und den Tod. Der Unterschied besteht darin, dass ein Buddha dadurch, dass er alle „Verblendung und Leidenschaft“ überwunden hat, Wunderkräfte an sich entfalten kann, die anderen Menschen versagt sind.

Um die Frage, was nun ein Buddha ist, zu beantworten, lässt sich zusammenfassend sagen:

Ein Buddha ist ein Mensch, der von sich aus die Lehre, den Dharma, findet, sich dadurch selbst vom Kreislauf der Wiedergeburten erlöst, aber es nicht dabei bewenden lässt, sondern die von ihm gefundene Lehre auch predigt.[12]

Es gibt eine Vielzahl von Legenden über den Stifter des Buddhismus, aber wenn man sich auf die historischen Fakten beruft, ist nur ein Buddha, mit dem Namen Siddharta Gautama, in der historischen Zeit bekannt. Mit diesem soll sich im nächsten Abschnitt näher beschäftigt werden.

3. Das Leben des historischen Buddha

Am Anfang des Buddhismus steht eine historische Persönlichkeit, denn der Buddhismus ist eine sogenannte „gestiftete“ Religion oder Gründerreligion. In der Lebensgeschichte ihres Begründers Siddharta Gautama, der mit Buddha betitelt wird, lassen sich vier große Zyklen beobachten, in deren Mittelpunkt vier Hauptereignisse stehen: Geburt und Kindheit, Weg zur Erleuchtung, Lehr- und Wanderjahre, Lebensende und Nirwana. Eine vollständige Biographie von Buddha wurde erst Jahrhunderte nach seinem Tod erstellt.

a) Geburt und Kindheit

In den frühesten Quellen kann sein Leben nur lückenhaft nachgewiesen werden. Westliche Gelehrte sind sich jedoch allgemein einig, dass das Jahr 563 v. Chr. als sein Geburtsjahr angenommen werden kann.[13] Die Lebenszeit des Buddha wird demnach auf die Jahre 560-480 v. Chr. geschätzt.[14]

Siddharta Gautama, Buddha, wurde in Kapilawastu, nahe der heutigen Grenze zwischen Indien und Nepal, als Sohn des Herrschers über ein kleines Königreich geboren. Die Legende besagt, dass die Weisen bei seiner Geburt aus bestimmten Zeichen schlossen, dass es sich bei ihm um eine bedeutende Persönlichkeit handle, der es bestimmt sei, entweder ein Weiser oder der Herrscher eines Imperiums zu werden.[15]

Sein Vater wurde mit König betitelt, war aber kein Monarch im heutigen Sinne, sondern ein reicher Großgrundbesitzer und Vorsitzender eines aristokratisch regierten Gemeinwesens der shâkyas („Gewaltigen“). Die shâkyas sind ein Stamm der Kriegerkaste. Seine Mutter starb sieben Tage nach der Geburt. Siddharta wurde von ihrer Schwester erzogen, die seine Pflegemutter wurde und die neue Frau des Vaters. Der junge Prinz wuchs in Luxus und Geborgenheit auf, erhielt eine seinem Rang entsprechende Erziehung. Ein auffallender Kontrast im Hinblick auf sein späteres Leben. Er sammelte Erfahrungen über parlamentarische Verwaltungsmethoden, die auch später für den Aufbau seiner Ordensgemeinde wichtig wurden. Im Alter von sechzehn wurde er standesgemäß mit einer shâkya-Prinzessin, seiner Kusine, vermählt. Aus dieser Ehe entstand ein Sohn, der Râhula („Hindernis“) genannt wurde. Siddharta führte sein sorgenloses Leben weiter, aber ihm wurde die Sinnlosigkeit eines solchen Lebens immer deutlicher bewusst. Die Leere seines bisherigen Lebens wurde ihm noch klarer, als er bei drei Ausfahrten aus dem väterlichen Schloss menschlichem Leid in Gestalt eines Greises (Alter), eines Kranken (Krankheit) und eines Verstorbenen (Tod) begegnete. Bei seiner vierten Ausfahrt traf er einen Einsiedler (mögliche Überwindung des Leids) und beschloss sein Leben in Überfluß aufzugeben und als wandernder Asket loszuziehen. Er wollte auf diesem Wege versuchen, Antworten für die ihn tief bewegenden Fragen der menschlichen Existenz zu finden. Er machte sich auf die Suche nach Frieden und Erleuchtung und strebte nach Erlösung aus dem Kreislauf der Geburten.[16]

[...]


[1] De Silva, Lynn A.: Mit Buddha und Christus auf dem Weg, S. 8

[2] nach Ebd. S. 43

[3] nach Ebd.

[4] Ebd.

[5] Ebd. S. 44

[6] Ebd.

[7] Glasenapp, Helmuth von: Die fünf Weltreligionen, S. 74

[8] nach Ebd.

[9] nach Ebd.

[10] nach Ebd.

[11] nach Ebd. S. 75

[12] Schmidt-Leukel, Perry: Wer ist Buddha?, S. 27

[13] nach Encarta Enzyklopädie, Stichwort: Buddhismus, Buddhas Leben

[14] Glasenapp, Helmuth von: Die fünf Weltreligionen, S. 77

[15] nach Encarta Enzyklopädie, Stichwort: Buddhismus, Buddhas Leben

[16] nach Bellinger, Gerhard J.: Knaurs grosser Religionsführer, S. 66

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Buddha - Leben und Werk
Hochschule
Pädagogische Hochschule Karlsruhe
Veranstaltung
Ökumene der Weltreligionen
Note
2,0
Autor
Jahr
2003
Seiten
24
Katalognummer
V15160
ISBN (eBook)
9783638203586
Dateigröße
727 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Ausführliche Beschreibung des Lebens und Werks Buddhas, abschließend ein Vgl. zu Jesus
Schlagworte
Buddha, Leben, Werk, Weltreligionen
Arbeit zitieren
Dajana Gleim (Autor), 2003, Buddha - Leben und Werk, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/15160

Kommentare

  • Gast am 30.4.2004

    Der weise krieger....

    buddha war einst bramanensohn ehe er durch die geburt seines sohnes selbst zum bramanen wurde und atman lehrte...

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