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Jakobinismus in Deutschland

Titel: Jakobinismus in Deutschland

Seminararbeit , 2009 , 14 Seiten , Note: 2,4

Autor:in: Marie-Therese Härtelt (Autor:in)

Geschichte Europas - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung
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Eines der bedeutungsvollsten Ereignisse des 18. Jahrhunderts war die Französische Revolution. Begründet lag diese Bedeutung in deren Auswirkungen über Frankreichs Grenzen hinweg, denn europaweit nahmen sich die mittleren und unteren Schichten die Franzosen zum Vorbild um für die Freiheit zu kämpfen und die zentralistische Herrschaft zu besiegen. Bauern, Handwerker, Beamte und Ärzte forderten nun von den vorher bestimmendem Adel und Klerus mehr Rechte und Freiheiten, sodass neue Gesellschaftsformen in ganz Europa entstehen konnten. Beschäftigt man sich mit der Revolution und ihren Ausläufern, stößt man immer wieder auf den Begriff der Jakobiner. Er bezeichnet die Mitglieder des französischen Clubs, die sich zu den drei populären Idealen der Revolution bekannten und eine republikanische Staatsform anstrebten. Diese politische Strömung kam auch auf deutschen Boden und blieb ebenso hier nicht bedeutungslos. In der Geschichtswissenschaft war das Werden und Wirken der deutschen Jakobiner in den 1790er Jahren ein kaum beachtetes Thema. Erst in den 1950er Jahren wurde es in der DDR und einige Zeit später auch in der BRD aufgegriffen. Bis heute sind die Pioniere der deutschen Jakobinerforschung Heinrich Scheel und Walter Grab, deren Veröffentlichungen auch in dieser Hausarbeit beachtet werden, da man bei der Analyse des Phänomens der Deutschen Jakobiner an diesen Forschern nicht vorbei kommt. Untersuchungsgegenstand dieser Hausarbeit wird deshalb die Entwicklung, sowie das Wirken der Jakobiner in Deutschland. Zusätzlich soll beschrieben werden, worin der Unterschied zwischen deutschen und französischen Jakobinern bestand. Dabei soll insbesondere geklärt werden, warum die deutschen Jakobiner erfolglos blieben und ihre Ziele nie verwirklichen konnten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Verbreitung des Jakobinismus in Deutschland

3. Die Organisationsformen der deutschen Jakobiner

3.1 Die Lesegesellschaften

3.2 Die Jakobinerclubs

3.3 Die Konstitutionellen Zirkel

4. Der Vergleich mit Frankreich

5. Schluss

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung und das Wirken der Jakobiner in Deutschland während der 1790er Jahre. Ziel ist es, die spezifischen Organisationsformen zu analysieren, die Unterschiede zu den französischen Jakobinern aufzuzeigen und die Gründe für das Scheitern der deutschen Bestrebungen zu identifizieren.

  • Historische Einordnung des Jakobinismus in Deutschland.
  • Analyse der Organisationsformen (Lesegesellschaften, Jakobinerclubs, Konstitutionelle Zirkel).
  • Vergleich zwischen deutschen und französischen Jakobinern.
  • Untersuchung der strukturellen Hindernisse für eine erfolgreiche Revolution.
  • Bewertung des Einflusses politischer Rahmenbedingungen auf die Akteure.

Auszug aus dem Buch

3. Die Organisationsformen der deutschen Jakobiner

Zur Verbreitung ihrer Grundsätze und Ideen nutzen die deutschen Jakobiner verschiedene Plattformen, um auf das Publikum einzuwirken. In Mainz schufen sie sogar ein „Bürger-Nationaltheater“, an dem revolutionäre Stücke aufgeführt wurden. Doch die Clubs entstanden nicht spontan im Jahre 1793, sondern entwickelten sich aus Organisationsformen von Gesellschaften. Dabei sind Freimaurerbünde, Illuminaten und Lesegesellschaften näher zu betrachten. Doppelmitgliedschaften waren für deutsche Jakobiner keine Seltenheit. Parallel zu ihrem Engagement in den Jakobinerclubs, waren sie ebenfalls in den nahestehenden Einrichtungen aktiv. Einige Namen bekannter Jakobiner belegen dies. So waren beispielsweise Felix Anton Blau, Andreas Hoffmann und Mathias Metternich aktive Illmuminaten. Georg Forster, Georg Friedrich Rebmann, Friedrich Wilhelm von Schütz, sowie Georg Christian Wedekind besaßen neben Mitgliedschaften in Jakobinerclubs und Illmuminatenorden noch Beziehungen zu Freimaurern und Lesegesellschaften. Die meist aus dem Bürgertum stammenden Jakobiner waren häufig Mitglieder in freimaurerischen Gesellschaften. „In den sektenmäßigen Verbindungen der Freimaurerlogen, die über die deutsche Binnengrenze hinweg Beziehungen unterhielten, suchten die Demokraten die traditionellen Standesgrenzen zu durchbrechen und die gesellschaftliche Gleichheit zu verwirklichen, die ihnen im öffentlichen Leben vorenthalten wurde.“ Um einen genaueren Überblick über die Organisationsformen der „revolutionären Demokraten“ zu erhalten, werden sie in einzelne Abschnitte gegliedert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Französischen Revolution und deren Übertragung auf Deutschland ein und definiert den Untersuchungsgegenstand der deutschen Jakobiner.

2. Die Verbreitung des Jakobinismus in Deutschland: Hier wird die Entstehung der drei wesentlichen Strömungen – liberale Publizisten, städtische Protestbewegungen und konstitutionelle Clubs – im deutschen Raum erläutert.

3. Die Organisationsformen der deutschen Jakobiner: Dieses Kapitel untersucht, wie sich die Jakobiner über existierende Strukturen wie Lesegesellschaften, Clubs und Zirkel organisierten.

3.1 Die Lesegesellschaften: Eine Analyse, wie sich bürgerliche Lesezirkel als Orte des Austauschs und der Bildung für politisch interessierte Bürger entwickelten.

3.2 Die Jakobinerclubs: Fokus auf das Wirken und die Struktur der Clubs, insbesondere des Mainzer Jakobinerclubs als zentrales politisches Sammelbecken.

3.3 Die Konstitutionellen Zirkel: Betrachtung der speziellen Organisationsform, die ab 1797 als Reaktion auf politische Verbote in den linksrheinischen Gebieten entstand.

4. Der Vergleich mit Frankreich: Gegenüberstellung der Ziele und Erfolgschancen von deutschen und französischen Akteuren unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Rahmenbedingungen.

5. Schluss: Zusammenfassung der Hauptursachen für das Scheitern der deutschen Jakobiner und Versuch einer begrifflichen Einordnung.

Schlüsselwörter

Jakobiner, Französische Revolution, Deutschland, Mainzer Republik, Lesegesellschaften, Jakobinerclubs, Konstitutionelle Zirkel, Volkssouveränität, Aufklärung, Politische Organisation, Revolutionäre Demokraten, Cisrhenanische Bewegung, Gesellschaftskritik, Repressalien, Radikalisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem historischen Phänomen des Jakobinismus in Deutschland während der 1790er Jahre und analysiert, wie diese Bewegung entstand, organisiert war und warum sie letztlich nicht erfolgreich war.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Organisationsformen der Jakobiner, die Verbreitung revolutionärer Ideen unter verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen und der Vergleich zu den französischen Bedingungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel besteht darin, die Entwicklung der deutschen Jakobiner nachzuzeichnen, ihre Misserfolgsgründe zu analysieren und ein Verständnis für die Divergenz zwischen dem französischen Erfolg und dem deutschen Scheitern zu schaffen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse historischer Standardwerke und Quellen, um eine Überblicksdarstellung der großen Linien der Jakobinerforschung zu erstellen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Verbreitungswege der revolutionären Ideen, die Analyse der Organisationsformen (Lesegesellschaften, Clubs, Zirkel) sowie einen direkten Vergleich zwischen der französischen und der deutschen Bewegung.

Welche Begriffe charakterisieren diese Arbeit besonders?

Wichtige Begriffe sind Jakobiner, Volkssouveränität, Organisationsformen, Revolution, Mainzer Republik und das Bildungsbürgertum.

Warum blieben die deutschen Jakobiner laut der Arbeit weitgehend erfolglos?

Die Arbeit führt dies vor allem auf die fehlende Geschlossenheit aufgrund der deutschen Kleinstaaterei, die unzureichende Einbindung der Unterschichten und den Mangel an einem flächendeckenden revolutionären Bewusstsein zurück.

Welche Rolle spielten französische Besatzungstruppen?

Die Besatzung wirkte oft als Katalysator, da dort, wo französische Truppen anwesend waren, die Organisation der Jakobiner (z.B. Mainz, Rheinland) wesentlich erfolgreicher verlief als in Gebieten ohne diesen externen Einfluss.

Warum nutzten die Jakobiner oft "Konstitutionelle Zirkel"?

Dies diente als taktisches Mittel, um politischen Verboten durch die Obrigkeiten (etwa der Direktoralverfassung von 1795) zu entgehen und trotz restriktiver Bedingungen eine Form des politischen Austauschs beizubehalten.

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Details

Titel
Jakobinismus in Deutschland
Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Note
2,4
Autor
Marie-Therese Härtelt (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
14
Katalognummer
V151652
ISBN (eBook)
9783640632466
ISBN (Buch)
9783640632787
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Jakobinismus Deutschland
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marie-Therese Härtelt (Autor:in), 2009, Jakobinismus in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/151652
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Leseprobe aus  14  Seiten
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