Prozesskostenrechnung im Kostenmanagement


Hausarbeit, 2009
14 Seiten, Note: 1,25

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definitionen
2.1 Prozesskostenrechnung
2.2 Differenzierung Kostenrechnung und Kostenmanagement

3. Grundlagen Prozesskostenrechnung
3.1 Entstehung und Entwicklung der Prozesskosten- rechnun
3.2 Zielsetzung der Prozesskostenrechnun
3.3 Abgrenzung zur flexiblen Plankostenrechnung

4. Eignung der Prozesskostenrechnung als Verfahren des Kostenmanagemen
4.1 Anwendung der Prozesskostenrechnung im Kostenmanagement
4.2 Kritische Beurteilun
4.3 Schließendes Fazit

5. Literaturverzeichnis und Quellenangabe

1. Einleitung

Im Rahmen dieser Arbeit, welche ergänzend zur Vorlesung ‘Kostenanalyse‘ bei PD Dr. Clemens Werkmeister erstellt wird, soll das Verfahren der Prozesskosten- rechnung als Kostenmanagementinstrument betrachtet werden. 1997 wurde in einer Pressemitteilung zum Thema ‘Kostenmanagement statt Kostenrechnung‘ verkündet, dass „ die meisten Unternehmen [...] erkannt [hätten], daß [!] [...] bloße Ermittlung

und Verrechnung der Kosten über den Einsatz der traditionellen Kosten[rechnung] [...] zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit nicht mehr ausreich[e] “.1 Nach Möglichkeiten suchend Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und effektives Kosten- management zu gewährleisten, sind unter anderem mit Target Costing, Bench- marking, Outsourcing und Prozesskostenrechnung eine Vielzahl von Methoden entwickelt worden um den zunehmenden Anforderungen an das Kostenmanagement gerecht zu werden. Mit dem Fokus auf der Prozesskostenrechnung wird zunächst eine Begriffsbestimmung erfolgen, sowie eine Abgrenzung von Kostenrechnung und Kostenmanagement vorgenommen. Im Anschluss wird auf die Grundlagen der Prozesskostenrechnung eingegangen und die Eignung als Verfahren für das Kostenmanagement untersucht. Abschließend soll eine kritische Analyse der Prozesskostenrechnung im Rahmen des Kostenmanagements erfolgen, sowie ein Fazit ausgesprochen werden.

2. Definitionen

2.1 Prozesskostenrechnung

Die Prozesskostenrechnung zielt darauf ab Gemeinkosten von Vorgängen, also Prozessen und Aktivitäten, konsequent über direkte Bezugsgrößen (Cost Driver) zu verrechnen. Ein Merkmal von Prozessen ist deren repetitiver Charakter. Cost Driver dienen als Maßgrößen für die Vorgangsmengen. Dabei kann eine kostenstellen- spezifische Abgrenzung der Prozesse und ihrer Cost Driver vorgenommen werden. Man spricht in diesem Fall von Teilprozessen. Teilprozesse werden in leistungsmengeninduzierte und leistungsmengenneutrale Prozesse unterteilt. Oftmals erfolgt eine kostenstellenübergreifende Zusammenfassung zu Haupt- prozessen.2

2.2 Differenzierung Kostenrechnung und Kostenmanagement

Unter dem Begriff der klassischen Kostenrechnung versteht man eine Vielzahl von Systemen zur Ermittlung realisierter und Prognose zukünftig erwarteter Kosten. Sie ist eine kalkulatorische Rechnung, deren Wertansatz rechnungs- beziehungsweise entscheidungszielabhängig sein soll.3 Während bei der Kostenrechnung die tatsächlichen Kosten im Vordergrund stehen, wird im Kostenmanagement die zukunftsgerichtete Frage gestellt, was Leistungen Kosten dürfen. Steht die „ Ermittlung und Zurechnung der Kosten auf die Bezugsobjekte im Rahmen gegebener Kapazitäten, Produktionsverfahren und Produktionsspezifikationen4 im Vordergrund, zieht man die traditionelle Kostenrechnung in Betracht. Sieht man Kosten als „ Gegenstand von Kostenbeeinflussungsmaßnahmen5 an, spricht man von Kostenmanagement. Dieses überquert die Grenzen der Kostenrechnung. So basiert ein erfolgreiches Kostenmanagement auf einer zuverlässigen Kostenrechnung. Der Umkehrschluss gilt jedoch nicht.6 Mittels Kostenrechnung erhält man also Basisregelgrößen. Die Erweiterung zum Kostenmanagement erfolgt über Verknüpfung dieser mit Regelstrecken wie auch Führungsgrößen.7

3. Grundlagen Prozesskostenrechnung

3.1 Entstehung und Entwicklung der Prozesskostenrechnung

In Folge der innerbetrieblichen Dynamik und Entwicklung, insbesondere in Bezug auf zunehmende Automatisierung und Rationalisierung im Zuge der Globalisierung und raschen technologischen Entwicklung, ebenso wie der Zunahme der Komplexität, was Produktions- und Absatzprogramme betrifft, kann eine fundamentale Verschiebung der Kostenstrukturen beobachtet werden. Auf Grund des höheren Automatisierungsgrades in Produktion und Fertigung, gekoppelt mit der Zunahme von planenden, steuernden und überwachenden Tätigkeiten, unterliegt die Kostenstruktur einem Wandel. Dieser erfolgt über bisher hohe Einzelkostenanteile hin zu zunehmenden Gemeinkostenanteilen.8 Traditionelle Kostenrechnungssysteme waren nicht in der Lage befriedigende Lösungen bereitzustellen.9 Grundbausteine für die Entwicklung einer Prozesskostenrechnung legten MILLER und VOLLMANN in ihrem 1985 publizierten Artikel ‘hidden factory‘. KAPLAN und COOPER verfeinerten den Ansatz und prägten Begriffe wie ‘Activitiy-Based Costing‘ oder ‘Transaction-Costing‘. Der Begriff ‘Prozesskostenrechnung‘ an sich -in Anlehnung an ‘Transaction-Costing‘- ist auf HORVÀTH und MAYER zurückzuführen.10 Hierbei ist jedoch zu erwähnen, dass die Prozesskostenrechnung kein gänzlich neues Verfahren darstellt, sondern vielmehr Züge einer Vollkostenrechnung aufweist und sich einer Kostenarten- und Kostenstellenrechnung bedient.

[...]


1 Hardt, Rosemarie: Pressemitteilung bei Informationsdienst Wissenschaft: Kostenmanagement statt Kostenrechnung. Online im Internet: http://idwonline.de/pages/de/news687. Abfrage: 01.11.2009, 11.16 Uhr.

2 vgl. Werkmeister; Clemens: Skript zur Vorlesung Internes Rechnungswesen. Universität Tübingen 2009. S. 60.

3 vgl. Schweitzer, Marcell und Küpper Hans-Ulrich: Systeme der Kosten- und Erlösrechnung. 8. Auflage, Tübingen/München 2003. S.41.

4 Hardt, Rosemarie: Kostenmanagement: Methoden und Instrumente. 2. Auflage, München/Wien 2002. S.7.

5 Hardt, Rosemarie: Kostenmanagement: Methoden und Instrumente. 2. Auflage, München/Wien 2002. S.7.

6 vgl. Posluschny, Peter und Treuner, Felix: Prozesskostenmanagement: Instrumente und Anwendungen-mit Fallbeispielen und Übungen. München, 2009. S.5.

7 vgl. Löcker, Markus: Integration der Prozesskostenrechnung in ein ganzheitliches Prozess- und Kostenmanagement. Berlin 2007. S.33.

8 vgl. Posluschny, Peter und Treuner, Felix: Prozesskostenmanagement: Instrumente und Anwendungen-mit Fallbeispielen und Übungen. München, 2009. S.5.

9 vgl. Riebel, Paul: Einzelkosten- und Deckungsbeitragsrechnung. 7. Auflage, Wiesbaden 1997. S.704.

10 vgl. Götze, Uwe et.al.: Kostenmanagement: Aktuelle Konzepte und Anwendungen. Berlin et.al. 1997. S.144.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Prozesskostenrechnung im Kostenmanagement
Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen  (Wirtschaftswisenschaftliche Fakultät)
Veranstaltung
Kostenanalyse
Note
1,25
Autor
Jahr
2009
Seiten
14
Katalognummer
V151676
ISBN (eBook)
9783640631926
ISBN (Buch)
9783640631827
Dateigröße
416 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Prozesskosten, Kostenmanagement, Kostenrechnung
Arbeit zitieren
Philip Sipos (Autor), 2009, Prozesskostenrechnung im Kostenmanagement, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/151676

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