Grundlagen des Gruppenverhaltens und Bezüge zur betrieblichen Praxis


Hausarbeit, 2003
20 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Generelle Aspekte zum Gruppenverhalten

2. Gruppenverhalten in Arbeitsgruppen
2.1. Merkmale von Gruppen
2.1.1. Gruppenarten
2.1.2. Gruppenformen
2.2. Beeinflussende Faktoren des Gruppenverhaltens
2.2.1. Externe Einflüsse
2.2.2. Gruppenmitglieder
2.2.3. Gruppengröße
2.2.4. Gruppenaufgaben

3. Praxis : vom Konflikt zur Lösung
3.1. Situationsdarstellung
3.2. Konfliktanalyse
3.3. Konflikteskalation
3.4. Konstruktiver Umgang mit Konflikten
3.4.1. Konfliktbehandlungsmechanismen
3.4.2. Verantwortung der Führungskräfte

4. Schlussdarstellung

5. Literaturverzeichnis :

6. Abbildungsverzeichnis:

7. Eidesstattliche Erklärung

1. Generelle Aspekte zum Gruppenverhalten

Der Begriff ,,Gruppe" wird in den Sozialwissenschaften unscharf und mehrdeutig benutzt für Menge, Masse bzw. abgrenzbare Zahl von Personen, die besondere soziale Beziehungen untereinander und gegenüber Außenstehenden unterhalten.
Die Gruppe hat eine mehr oder weniger verbindende soziale Struktur und die Beziehungen zwischen den Gruppenmitgliedern sind relativ regelmäßig und zeitlich überdauernd. Die Gruppe kennzeichnet ein bestimmtes Bewusstsein der Zusammengehörigkeit und der Abgrenzung gegenüber Dritten, ihr Handeln ist an gemeinsamen Zielen und Interessen ausgerichtet. Gruppen können unterschieden werden in Primär- und Sekundärgruppen: die Primärgruppe zeichnet sich aus durch spontane oder enge persönliche Beziehungen (wie z.B. Familie, Freundschaft), während die Sekundärgruppe lediglich auf bestimmte Zielsetzungen und deren Erreichung ausgerichtet ist.

Während in primitiven Gesellschaften primäre Gruppen wie Familie und Sippe die meisten sozialen Funktionen übernehmen konnten, stellt sich das heutige gesellschaftliche Gefüge anders dar: Durch die Weiterentwicklung und Differenzierung der Gruppenfunktionen kam es dazu, dass die primäre Gruppe Familie nicht mehr fähig ist, alle Funktionen zu übernehmen, was dazu führt, dass neue Verbindungen entstehen, die so Funktionen der einstigen primären Gruppe übernehmen. ,,Mit der Verringerung der sozialen Funktionen, die in unserer Gesellschaft von der Institution Familie erfüllt werden, haben einige der sekundären Gruppen, wie etwa die Gewerkschaften, einen Interaktionsgrad erreicht, der dem bestimmter Primärgruppen gleichkommt oder ihn sogar übertrifft ( Olson 1968, 17 ) ."

Demnach besteht der hervorstechendste strukturelle Unterschied zwischen modernen und primitiven Gesellschaften in der großen Vielfalt von Zweckverbänden. Die traditionelle Theorie nimmt an, dass die Teilnahme an freiwilligen Verbänden universell sei, und dass die Tendenz, Mitglieder anzuziehen in kleinen und großen Gruppen die gleiche ist.

Des weiteren geht sie davon aus, dass in Fällen, in denen für eine bestimmte Funktion kleine Gruppen benötigt werden, sich auch kleine Gruppen bilden, ebenso vollzieht sich das Bilden großer Gruppen. „ ...man stellte aber fest, dass die kleinen Gruppen effizienter sind als die großen ...( Olson 1968, 55 ) " , und schloss daraus,

dass eine große Gruppe einfach die Wesenszüge einer kleinen Gruppe übernehmen müsse, um ebenfalls effizienter zu sein, also die Ergebnisse von Untersuchungen kleiner Gruppen durch eine Multiplikation mit einem Proportionalitätsfaktor einfach auf große Gruppen übertragen könne.

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es , das Gruppenverhalten in Arbeitsgruppen zu analysieren und daraus eine Überleitung zur Gruppenarbeit zu bilden .

2. Gruppenverhalten in Arbeitsgruppen

2.1. Merkmale von Gruppen

In der Sozialpsychologie unterscheidet man mit

- Klassen
- Mengen
- Massen
- Gruppen

mehrere soziale Gebilde , denen der Mensch gleichzeitig angehören kann . (vgl. Stopp 1999 , 54 )

Klasse → Menschen als Träger gleicher aber willkürlicher Merkmale ( z.B. Beamte und Arbeitnehmer )

Menge → bildet im Gegensatz zur Klasse eine konkrete Personen-Gemeinschaft , welche temporär zusammen ist ( z.B. Gäste eines Empfanges )

Masse → bildet eine Menge von Personen die durch ein äußeres Ereignis zu gemeinsamen aber ungeordneten Handeln aktiviert wurde ( z. B. Teilnehmer eines wilden Streikes )

Gruppe → - entwickelt erkennbare Strukturen

- Mitglieder haben gemeinsamen Umgang
- Mitglieder haben gemeinsame Zielsetzung
- Entwickeln bestimmte , vorgegebene Verhaltensweisen
- Unterwerfen sich einer gruppeninternen Arbeitsteilung
- Unterwerfen sich einer gruppenspezifischen Rangordnung
- das Individuum steht grundsätzlich auf dem Boden der Gruppe
- die Gruppe will sich in ihrer Umwelt behaupten
- die Gruppe will interne Schwierigkeiten möglichst selbst ausgleichen
- die Gruppe besteht, solange ein gemeinsames Ziel vorhanden ist, solange die Motive bestehen, die zu ihrem Aufbau geführt haben

Daraus erklären sich folgende Sekundärtendenzen:

- Gruppe organisiert sich selbst
- Gruppe kontrolliert sich selbst
- Gruppe entwickelt Verhaltensnormen, die für jedes Gruppen­mitglied bindend sind
- Gruppe bildet Führer- und Folgerollen aus
- Gruppe will überleben und entwickelt Verteidigungsmechanismen

2.1.1. Gruppenarten

Gruppen als Zusammenschlüsse mehrer Personen sind sowohl im Privatleben als auch im Arbeitsleben präsent . Während sich Gruppen im Privatleben durch gemeinsame Merkmale der Freizeitgestaltung oder bestimmter Zielverfolgung bilden , ist im Arbeitsleben Gruppenbildung vorgegeben.

Die Unternehmensleitung gibt hier bewusst geplante Gruppenstrukturen vor , welche durch rein sachrational geprägte Entscheidungen determiniert werden. Doch gerade innerhalb dieser vorgegebenen formellen Gruppen ist in der Praxis eine informelle Gruppenbildung zu beobachten . Diese geschieht sehr häufig über die formellen Gruppen hinweg . Einige Mitglieder aus unterschiedlichen formellen Gruppen finden sich durch gemeinsame Interessen oder Ziele geprägt , zu informellen Gruppen zusammen.

Generell soll hier der Unterschied zwischen beiden Gruppenarten aufgezeigt werden:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Beispiele:

Formelle Gruppen :

- Befehlsgruppen
- Aufgabengruppen

Informelle Gruppen:

- Interessengruppen
- Freundschaftsgruppen

2.1.2. Gruppenformen

Die traditionelle Gruppenform von Arbeitsgruppen ist die formelle und permanente Arbeitsgruppe. Daneben entwickelten sich Gruppenformen , welche hinsichtlich ihrer organisatorischen Anbindung und temporärer Aktionen von dieser traditionellen Form abweichen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Grundlagen des Gruppenverhaltens und Bezüge zur betrieblichen Praxis
Hochschule
Hamburger Fern-Hochschule
Note
1,7
Autor
Jahr
2003
Seiten
20
Katalognummer
V15170
ISBN (eBook)
9783638203654
Dateigröße
1055 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Grundlagen, Gruppenverhaltens, Bezüge, Praxis
Arbeit zitieren
Ronald Müller (Autor), 2003, Grundlagen des Gruppenverhaltens und Bezüge zur betrieblichen Praxis, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/15170

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