Maria Montessori und die Messung der Qualität von Arbeit in der Schule


Seminararbeit, 2009
13 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Wie messe ich die Qualität von Arbeit? – Kriteriensuche

3 Maria Montessoris Pädagogik und die Qualität von Arbeit

4 Folgerungen für meine eigene Auswertung

5 Hilbert Meyer – Klare Strukturierung des Unterrichts

6 Auswertung des Beobachtungsprotokolls

7 Fazit

8 Verwendete Literatur

1 Einleitung

Die Schulleiterin Frau D. stellt sich nach jedem absolvierten Schultag die Frage, inwieweit ihre Schüler etwas an dem Tag gelernt hätten und wie deren persönlicher Fortschritt evaluiert werden könne. Da es keine konkreten Arbeitsaufträge für ihre Schützlinge gibt, ist es für solch eine Bewertung entscheidend, wie ich die Qualität der Arbeiten der Jugendlichen beurteile. Was bringt die Schüler voran? Woran erkenne ich, inwieweit und wie intensiv sie sich mit einer Materie auseinander gesetzt haben? Dementsprechend war die erste Aufgabenstellung der Schulleiterin an uns Studenten, wie wir die Qualität von Arbeit messen würden. Bei der Bearbeitung bin ich bestrebt, diese ausführlich und fundiert zu erörtern und im Zusammenhang mit meinen eigenen Beobachtungen zu beantworten.

2 Wie messe ich die Qualität von Arbeit? – Kriteriensuche

In diesem Kapitel soll sich eingehend mit der von Frau D. vorgegebenen Aufgabenstellung befasst werden. Grundlegend ist dabei zunächst die Frage, was überhaupt eine Messung ist und was das Ziel einer solchen darstellt. Reinhold Jäger definiert den Begriff wie folgt: „Messen besteht in der Bestimmung der Ausprägung einer Eigenschaft eines ‚Messobjektes’ durch Zuordnen von Zahlen zu Messobjekten.“ Mit dieser Zuordnung von Zahlen ist in der Schule letztendlich die Vergabe von Noten gemeint. Die Messdaten werden in objektiven und wissenschaftlich erprobten Testverfahren gewonnen. Nun gibt es jedoch an dieser privaten Schule weder eine Zensurengebung (jedenfalls nicht in Jahrgangsstufe 7 und 8), noch mündliche oder schriftliche Tests im klassischen Sinne. Auch die an Regelschulen obligatorischen Vergleichsarbeiten entfallen hier. Es erscheint demzufolge sogar fraglich, ob im Rahmen dieser Arbeit überhaupt noch von „messen“ gesprochen werden sollte. Das Messen benötigt Instrumente (Skalen), einen Maßstab und unbedingt ein Ergebnis. Ohne das letztgenannte ist eine Leistungsbeurteilung nicht möglich. Für die weitere Beschäftigung wird daher der Terminus „beobachten“ bevorzugt. Das ist zudem insofern sinnvoll, als auch Maria Montessori selbst diesen Begriff ins Zentrum ihrer Pädagogik rückt. Für sie stellt nämlich die Fähigkeit des Beobachtens die grundlegende Fähigkeit dar, die ein Lehrer durch Übung entwickeln und trainieren müsse. Das eigentliche (klassische) Unterrichten sollte sogar vollkommen durch das Beobachten verdrängt werden. Die Schule werde so quasi zu einem Beobachtungslabor und der Lehrer zu einem akademischen Laboranten.

Nichtsdestotrotz ist der erstere Teil der oben zitierten Definition von Jäger für die zu bearbeitende Aufgabe dahingehend hilfreich, als dass ein Gegenstand (hier eine oder mehrere Personen) einer Beobachtung unterzogen wird. Da niemals eine Person in ihrer Ganzheit erfasst werden kann, muss sich der Beobachtende auf eine Auswahl von Eigenschaften beziehen. Eigenschaften sind hierbei Charakteristika des „Objektes“, die direkt oder auch indirekt erfasst werden können. In den Gesprächen vor dem Schulbesuch bei Wittstock haben wir uns im Seminar bereits auf vier Eigenschaften beschränkt: Zum einen ist ganz sicher die Beschäftigungsdauer (direkt beobachtbar) von Bedeutung. Somit gingen wir – erstmal bewusst naiv – davon aus, dass eine Beschäftigung mit einem Thema umso intensiver und ergebnisförderlicher ist, je länger man sich damit auseinandersetzt. Zum Zweiten stellten wir das Kriterium der Ablenkbarkeit auf. Ein Schüler, der sich während seiner Arbeitsphase oft durch Mitschüler, Geräusche, uns Studenten oder Unaufmerksamkeit von seiner Tätigkeit ablenken lässt, kann an seinem Thema auch nicht wirklich effektiv arbeiten – so zumindest unsere Unterstellung.

Darüber hinaus steht das Kriterium der Nachfragen (auch diese sind direkt wahrnehmbar) in unserem Katalog. Dabei spielt die Überlegung eine Rolle, dass ein Schüler, der Nachfragen stellt, sich mit seiner Thematik auseinandergesetzt haben muss – und zwar so weit, dass er an seine eigenen Grenzen stößt und Hilfe benötigt. Nachfragen verraten zusätzlich ein Interesse des Schülers an dem vorliegenden Sachverhalt, was wiederum die Kriterien Dauer und Ablenkbarkeit beeinflusst.

Als viertes Merkmal, wie man Qualität von Arbeit beobachten könnte, fiel uns das Ergebnis oder das Resultat der Beschäftigung ein. Das heißt: Kommt es etwa nach der Beschäftigung mit einem lateinischen Text zu einer guten und deutlichen Übersetzung oder steigen die Vokabelkenntnisse des Schülers an, dann muss die Arbeit am Text vorher sehr produktiv gewesen sein und somit von guter Qualität. Das gleiche gilt für das Schreiben von Texten, Erstellen von Plakaten, Malen von Bildern, Einüben von Songs usw. Das Problem hierbei ist, dass solche (sichtbaren) Ergebnisse nicht immer vorliegen müssen, sondern sich vielmehr auch auf kognitiver Ebene abspielen können. Außerdem kann z. B. das Erstellen von Plakaten mehrere Tage in Anspruch nehmen. Welches (sichtbare und beurteilbare) Ergebnis habe ich dann aber nach der Phase des Einlesens in eine Thematik? Wie kann ich den Fortschritt bei den Vokabelkenntnissen beobachten?

Sollten an diesem Tage dennoch Schülerprodukte (Resultate) vorliegen, so wären folgende Kriterien für die Bewertung hilfreich: Korrektheit, Vollständigkeit, Informationswert (etwa bei Plakaten) und äußere Gestaltung (Übersichtlichkeit etc.).

Trotz der Beurteilungsschwierigkeiten, die hier vereinzelt thematisiert wurden, stellen diese vier Punkte unser Behelfskonstrukt dar, um eine möglichst fundierte Antwort auf die eingangs gestellte Frage zu finden.

[...]

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Maria Montessori und die Messung der Qualität von Arbeit in der Schule
Hochschule
Universität Potsdam
Note
1,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
13
Katalognummer
V151700
ISBN (eBook)
9783640632480
ISBN (Buch)
9783640632800
Dateigröße
429 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Maria, Montessori, Messung, Qualität, Arbeit, Schule
Arbeit zitieren
Daniel Sosna (Autor), 2009, Maria Montessori und die Messung der Qualität von Arbeit in der Schule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/151700

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