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Entwicklungs- und Agrarpolitik der EU

Kohärenz oder Konflikt?

Titel: Entwicklungs- und Agrarpolitik der EU

Hausarbeit , 2008 , 29 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Andrea Zeller (Autor:in)

Politik - Thema: Europäische Union
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Generaldirektion Entwicklung der Europäischen Kommission gibt Europa als weltweit größten Bereitsteller von Entwicklungshilfe an. Parallel hierzu subventioniert die EU im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ihre Landwirtschaft; die dabei erzeugten Überschüsse werden an Drittländer verkauft und konkurrieren dort mit agrarischen Erzeugnissen aus Entwicklungsländern. Für viele am wenigsten entwickelte Länder stellt die Landwirtschaft einen bedeutenden Wirtschaftsbereich dar, da sie einen Großteil des Volkseinkommens ausmacht, einen Großteil der Bevölkerung, teilweise über 90%, beschäftigt und einen Großteil der Wertschöpfung erwirtschaftet. Steht damit die Agrarpolitik der EU im Konflikt zu ihrer Entwicklungspolitik, oder berücksichtigt die Union bei ihrer Agrarpolitik die Ziele der Entwicklungspolitik (Kohärenz )?
Wesentliche zu beantwortende Fragen betreffen mögliche Konflikte zwischen den Zielen und Instrumenten der Entwicklungs- und der Agrarpolitik der EU sowie die Darstellung der Bedeutung der beiden genannten Politikfelder innerhalb der EU anhand der zuständigen Institutionen, ihrer finanziellen Ausstattung und der beteiligten Akteure. Zudem werden die Auswirkungen von EU-Exportsubventionen auf lokale Produzenten in Entwicklungsländern untersucht und das Verhältnis der Agrar- zur Entwicklungspolitik der EU geklärt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Kohärenz und Konflikt

3 Entwicklungs- und Agrarpolitik der EU

3.1 Vertragliche Grundlagen, Ziele und Instrumente

3.1.1 Entwicklungspolitik

3.1.2 Agrarpolitik

3.2 Zuständigkeiten, Entscheidungsfindung und finanzielle Ausstattung

3.3 Wesentliche Akteure und Einflüsse

4 Auswirkungen der Agrarpolitik der EU

4.1 Überproduktion und Exporterstattungen

4.2 Folgen agrarischer EU-Exporte

5 Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU und ihrer Entwicklungspolitik, insbesondere gegenüber den AKP-Staaten. Ziel ist es zu klären, ob die Agrarpolitik im Konflikt zu entwicklungspolitischen Zielen steht oder diese in ihrem Handeln berücksichtigt.

  • Analyse der vertraglichen Grundlagen und Ziele von Agrar- und Entwicklungspolitik.
  • Untersuchung der institutionellen Zuständigkeiten und Akteurskonstellationen.
  • Bewertung der Auswirkungen von EU-Exportsubventionen auf lokale Produzenten in Entwicklungsländern.
  • Kritische Reflexion über die Kohärenz der EU-Politikfelder.

Auszug aus dem Buch

4.2 Folgen agrarischer EU-Exporte

Am Beispiel von Hähnchen- und Zuckerexporten sollen im Folgenden die Wirkungen agrarischer EU-Exporte exemplarisch betrachtet werden.

In Ghana beläuft sich der Anteil des landwirtschaftlichen Sektors incl. Forstwirtschaft und Fischerei auf 40% des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Ungefähr 80% der landwirtschaftlichen Produktion stammen von Kleinbauern mit einer Wirtschaftsfläche von meist unter einem Hektar. Der Agrarsektor trägt hier entscheidend zur Sicherung des Lebensunterhaltes bei und ist ein Schlüsselfaktor zur Beseitigung der Armut (vgl. Khor/Hormeku 2006, 16f).

Im Jahre 2001 gestattete die Gesetzgebung in Ghana laut Angaben der WTO keine Erhebung von Anti-Dumping-, Ausgleichs- oder Schutzmaßnahmen auf Importe. Es gab auch keine Mengenbeschränkungen auf Einfuhren, lediglich Zölle wurden erhoben (vgl. Khor/Hormeku 2006, 12). 2001 wurden von Ghana mehr als 11.000 t Hähnchen und Hähnchenteile importiert, 2002 etwa 23.100 t (vgl. Khor/Hormeku 2006, 40), 2004 waren es geschätzte 40.000 t (vgl. Atarah 2005). Die EU führte damit über 30% ihrer nach Westafrika exportierten, gefrorenen Hähnchen nach Ghana aus. Es handelt sich dabei hauptsächlich um Hähnchenteile, für welche es in der EU keinen Markt gibt. Die importierten Hähnchenteile werden für umgerechnet 0,92 ₤/kg verkauft. Lokale Produzenten bieten ihre Ware für etwa 1,60 ₤/kg an. Mit 0,92 ₤/kg können ihre Produktionskosten nicht gedeckt werden. Europäische Erzeuger erhalten dagegen 0,809 €/t für exportierte Hähnchenteile, die Summe der Subventionen (Exporterstattung und Subvention für Futter) beläuft sich auf 254 €/t. Dies, verbunden mit der Tatsache, dass die Hähnchenteile in Europa aufgrund mangelnder Nachfrage nur von geringem Wert sind, ermöglicht es europäischen Herstellern, die Ware zu Dumpingpreisen in Drittländer zu verkaufen (vgl. Khor/Hormeku 2006, 39ff).

Lokale Landwirte leiden unter dieser Konkurrenz: Sie belieferten im Jahre 1992 den Hähnchenmarkt in Ghana zu 95%, 2001 betrug ihr Anteil nur noch 11% (vgl. Atarah 2005).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung stellt die Problemstellung der EU-Agrarpolitik im Kontext ihrer Entwicklungspolitik dar und definiert das Ziel sowie die methodische Eingrenzung der Analyse.

2 Kohärenz und Konflikt: Dieses Kapitel definiert die Begriffe Kohärenz und Konflikt im Kontext europäischer Politikfelder und erläutert, unter welchen Bedingungen politisches Handeln als kohärent oder konflikthaft eingestuft wird.

3 Entwicklungs- und Agrarpolitik der EU: Das Kapitel erläutert die historischen, rechtlichen und institutionellen Grundlagen beider Politikfelder, einschließlich der Ziele des Cotonou-Partnerschaftsabkommens (CPA) und der Reformen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP).

4 Auswirkungen der Agrarpolitik der EU: Hier werden die Effekte der EU-Agrarsubventionen und Exporterstattungen analysiert, insbesondere durch Fallbeispiele der Auswirkungen auf die Agrarmärkte in Ghana.

5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet das Verhältnis zwischen der EU-Agrarpolitik und der Entwicklungspolitik als ein von Inkohärenzen geprägtes Konfliktverhältnis.

Schlüsselwörter

Europäische Union, Gemeinsame Agrarpolitik, Entwicklungspolitik, Kohärenz, Konflikt, Cotonou-Partnerschaftsabkommen, AKP-Staaten, Exportsubventionen, Überproduktion, Landwirtschaft, Handelsliberalisierung, Wirtschaftspartnerschaftsabkommen, Welthandelsorganisation, Dumpingpreise, Armutsbekämpfung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen zwei zentralen Politikfeldern der EU: der Gemeinsamen Agrarpolitik und der Entwicklungspolitik gegenüber den AKP-Staaten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die Instrumente der EU-Agrarsubventionen, die Auswirkungen auf Agrarmärkte in Entwicklungsländern und das Spannungsfeld politischer Kohärenz.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu analysieren, ob die EU bei ihrer Agrarpolitik entwicklungspolitische Ziele berücksichtigt oder ob ein tatsächlicher Zielkonflikt vorliegt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine politikfeldanalytische Herangehensweise, um Ziele, Akteure und institutionelle Rahmenbedingungen beider Bereiche zu kontrastieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die vertraglichen Grundlagen, die institutionelle Machtverteilung und die konkreten ökonomischen Auswirkungen agrarischer EU-Exporte auf Drittländer.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Kohärenz, Konflikt, GAP, AKP-Staaten, Exportsubventionen und Handelsliberalisierung.

Warum ist das Beispiel Ghana für die Analyse so wichtig?

Ghana dient als konkretes Fallbeispiel, um zu verdeutlichen, wie europäische Hähnchenexporte den lokalen Markt und die Existenzgrundlage kleiner Landwirte negativ beeinflussen.

Inwieweit beeinflusst die WTO die EU-Agrarpolitik?

Die WTO übt durch den Druck zur Handelsliberalisierung einen massiven Einfluss auf die EU aus, was in der Arbeit als Mitursache für Reformschritte der GAP identifiziert wird.

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Entwicklungs- und Agrarpolitik der EU
Untertitel
Kohärenz oder Konflikt?
Hochschule
FernUniversität Hagen  (Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften)
Note
1,0
Autor
Andrea Zeller (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
29
Katalognummer
V151711
ISBN (eBook)
9783640633142
ISBN (Buch)
9783640633302
Sprache
Deutsch
Schlagworte
EU; Entwicklungspolitik; Agrarpolitik; Politikfeldanalyse;
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Andrea Zeller (Autor:in), 2008, Entwicklungs- und Agrarpolitik der EU, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/151711
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Leseprobe aus  29  Seiten
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