Der Verlauf des Luftkriegs im Zweiten Weltkrieg


Referat (Ausarbeitung), 1971
15 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Der Aufbau der Deutschen Luftwaffe bis 1939

1940 – 1941 Erfolg

1942 – 1943 Die Wende

1944 – 1945 Das Ende

Nachwort 2010 und Literatur

Zeichnungen

Der Aufbau der Deutschen Luftwaffe bis 1939

Die Fliegertruppe des Ersten wurde 1918 aufgelöst. Nachdem Hitler 1933 an die Macht gekommen war, wurde Hermann Göring Reichskommissar für die Luftfahrt. Sein Stellvertreter Erhard Milch hatte sich in der Entwicklung der Luftfahrtindustrie einen Namen gemacht. Die Lufthansa wurde zur Schulung der Militärpiloten verwendet. Milch gilt als der Organisator und Begründer der neuen Luftwaffe. 1935 gab Hitler die Existenz der Luftwaffe bekannt. Ein Geschwader nach dem anderen entstand. Flugzeugwerke wie Dornier, Messerschmitt, Focke Wulf, Junkers und Heinkel lagen im Konkurrenzkampf. Um möglichst viele Flugzeuge bauen zu können, verzichtete man auf den viermotorigen Bomber und baute kleinere Flugzeuge, denn Göring vertrat die Ansicht: „ Der Führer wird mich niemals fragen ‚ Wie groß sind Deine Bomber?’ sondern ‚ Wie viele Bomber hast Du?’“ Udet brachte die Idee des Sturzkampfbombers aus Amerika mit und so wurde der Stuka geboren. Junkers baute den besseren Sturzkampfbomber, die Ju 87, die in einem Vergleichsfliegen gegen die He 118 Sieger wurde. Zur gleichen Zeit lagen zwei andere deutsche Flugzeugwerke im Kampf um den Geschwindigkeitsrekord der Welt, Heinkel und Messerschmitt. Obwohl Heinkel das schnellere Jagdflugzeug hatte, wurde die Messerschmitt Me 109 der Standardjäger der Luftwaffe, nicht zuletzt wegen ihrer Kunstflugtauglichkeit.

Die Luftwaffe wurde vom Ausland stark überschätzt. Am 1. September 1939 verfügte die Luftwaffe über 1929 Frontflugzeuge aller Art. Um 4.45 Uhr eröffnete Deutschland den Krieg, einzelne Stukagruppen waren schon vor der x-Zeit über polnischem Gebiet. Sie sollten verhindern, dass die Polen Eisenbahnbrücken sprengten, über die die Armee nach Ostpreußen rollen sollte. Der große, geplante, Angriffsschlag der Luftwaffe konnte wegen schlechten Wetters nicht statt finden. Einzelne Bomberverbände griffen die feindlichen Flugplätze an, auf denen die Flugzeuge der polnischen Fliegertruppe standen. Die polnische Luftwaffe ließ sich den ganzen Tag nicht blicken, die deutschen Bomber wurden nur vereinzelt angegriffen. Andere Ziele der deutschen Luftwaffe waren feindliche Truppenansammlungen und Hafenanlagen, sowie feindliche Kriegsschiffe und Gleisanlagen. Über Warschau kam es zu vereinzelten Luftkämpfen, bei denen die Polen schwere Verluste hatten. Am 8. September wurde die Versorgungslage für die Polen hoffnungslos, einzelne Bomber konnten noch bis zum 16.9. fliegen, die übrigen setzten sich am 17. September nach Rumänien ab. Die fliehenden polnischen Truppen versuchten nun, sich an der Weichsel zu sammeln, doch die deutschen Truppen versuchten, die Polen vor der Weichsel zu schlagen. So kam es, dass die polnische Armee Posen der deutschen Front in den Rücken fiel. Durch den Einsatz von Hunderten von Kampfflugzeugen kann die Gefahr gebannt werden und 170.000 Polen gehen in die deutsche Gefangenschaft. Am 9. September schon hatten Stukas Warschau angegriffen, am 16. September werden zweimotorige Bomber Flugblätter über Warschau ab, in denen der Bevölkerung der Abzug nach Osten angeboten wird. Die Polen kündigten einen Parlamentär an, der ausblieb. Die Flugblattaktion wurde am 18.,19.,22. und 24. September wiederholt. Hitler drängt, denn am 3. Oktober wollen die Russen in Warschau sein. Am 25. September starteten Stukas, Bomber und mit Bomben beladene Transportflugzeuge gegen die Festung Warschau, in der sich 100.000 polnische Soldaten verbarrikadiert hatten. In mehrmaligen Anflügen warfen die deutschen Maschinen 560 t Sprengbomben und 72 t Brandbomben. Die Polen bieten nach dem Angriff die Übergabe an. Sie wurde am 27. September früh offiziell unterzeichnet. Die deutsche Luftwaffe verlor im Polenfeldzug 285 Flugzeuge (109 Bomber). Die Luftwaffe hatte die absolute Luftherrschaft während des gesamten Feldzugs.

Der Luftkrieg im Westen wurde in den ersten Wochen nach der englischen Kriegserklärung am 3. September von beiden Seiten mit Glacéhandschuhen geführt. Einziges erlaubtes Angriffsziel der Royal Air Force und der deutschen Luftwaffe waren Kriegsschiffe in freier See und auf Reede. Beide Seiten hatten für diese Maßnahme plausible Gründe. Hitler glaubte, Großbritannien werde bald Vernunft annehmen und friedensbereit sein. England hatte Ende September 1939 480 Flugzeuge und vermutete auf deutscher Seite das Doppelte. Also war es ratsam, die Bomberstaffeln langsam zu vergrößern und erst dann die Zurückhaltung aufzugeben. Das Bestreben der Luftwaffen ging daraufhin, die Marine des Feindes am Anfang des Krieges schwer zu treffen. So wurde von deutscher Seite gemeldet, die Luftwaffe habe einen Flugzeugträger versenkt. Die Meldung erwies sich als falsch. Am 18. Dezember 1939 kommt es dennoch zur ersten Luftschlacht des Krieges. 22 englische Wellington-Bomber fliegen in 4.000 m Höhe über Wilhelmshaven. Deutsche Jäger und Zerstörer schossen 12 davon ab.

Am 2. September 1939 hatte Deutschland die Unverletzlichkeit der skandinavischen Länder erklärt, sofern diese nicht durch eine dritte Macht gebrochen würde.

1940 – 1941 Erfolg

Der Oberste Alliierte Kriegsrat beschloss am 5. Februar 1940 vier Divisionen in Narvik zu landen und die schwedischen Erzgruben zu besetzen. Am 5. April verminten die Alliierten die norwegischen Gewässer, um dann die Divisionen in Narvik, Trondheim, Bergen und Stavanger zu landen. Die Deutschen kamen den Alliierten zuvor.

Eine Transportflotte mit 10 Transportgruppen sollte über dänischen und norwegischen Flugplätzen Fallschirmspringer absetzen. Um 5.30 Uhr starteten die Junkers Ju 52 Transportmaschinen mit Ziel Dänemark. Über Aalborg und über der Storströmbrücke springen die ersten, die Dänen leisten keinen Widerstand. Die Landung auf den norwegischen Flugplätzen Oslo-Fornebu und Stavanger gelang wegen des schlechten Wetters erst mit einigen Stunden Verspätung. Bomber und Stukas der Luftwaffe waren zu Demonstrationsflügen eingesetzt. Eine andere Stukagruppe und weitere Teilverbände griffen die Felsenfestungen Oskarsborg und Akershus, sowie den zweiten Flugplatz Oslos an. Die norwegischen Befestigungen konnten bis zum Abend des 9. April von deutschen Landungstruppen genommen werden. Am Vormittag war die britische Home Fleet vor bergen in Sicht gekommen und bombardiert worden. Der Versuch englischer, französischer und polnischer Truppen, sich mit den zurück weichenden Norwegern zu vereinigen, konnte durch Angriffe der Luftwaffe verhindert werden. Die Engländer mussten ihre Truppen nach zwei Wochen wieder einschiffen.

Am 10. Mai 1940 begann der Westfeldzug. Die erste Aufgabe der Luftwaffe war es, die feindlichen Sperrforts zu nehmen. An Transportmaschinen wurden Lastensegler mit Luftlandetruppen gehängt, die dann ausgeklinkt wurden und mitten unter den feindlichen Soldaten der Forts landen sollten. In den Forts warteten die Luftlandetruppen dann auf den Entsatz durch das Heer. Da der Einmarsch der Truppen durch die Beneluxländer Holland, Belgien und Luxemburg erfolgen sollte, wurden die Fallschirmjäger auch über Rotterdam-Waalhaven, Moerdjek und Dordrecht abgesetzt. Der Flugplatz Rotterdam-Waalhaven konnte genommen werden und für Landungen von Transportmaschinen mit Luftlandetruppen gesichert werden. In Moerdjek konnten die Fallschirmjäger Brückenköpfe bilden und sie bis zum Eintreffen des Heeres halten, in Dordrecht musste das Heer die Maasbrücken frei kämpfen. Als der Angriff des Heeres stecken bleibt, weil die Holländer die andere Seite des Maasufers halten, bieten die Deutschen den Holländern die Übergabe an, da sonst mit einem schweren Luftangriff deutscher Seite zu rechnen wäre. Aber der holländische Stadtkommandant Schaaroo sieht keine Notwendigkeit, zu kapitulieren. Erst kurz vor dem Angriff kapituliert er, aber von den 100 anfliegenden Bombern bemerken nur 43 das rote Leuchtfeuer, 57 Maschinen werfen 97 t Sprengbomben auf das Gebiet um die Maasbrücken. Um 17 Uhr unterschreibt Schaaroo die Kapitulationsurkunde.

Dem Angriff der überlegenen deutschen Luftwaffe im Westen halten die Alliierten nicht lange stand. Die in Frankreich liegenden britischen Bomberstreitkräfte hatten schon nach drei Tagen 200 Bomber verloren. Bald hatten die Deutschen, die aus Belgien kamen, das Gebiet um Sedan erreicht. Stukas und Bomber griffen die Stellungen jenseits der Maas an. Am 14. Mai warfen die Alliierten alle ihre verfügbaren Luftstreitkräfte in den Trichter nach Sedan. Die Luftschlacht dauerte den ganzen Tag. Allein die deutsche Flak schießt hunderte von Feindflugzeugen ab. Die französische Bomberwaffe war vernichtet und die Engländer hatten Verlustquoten von 60%. Die deutschen Truppen stoßen von Cambrai zur französischen Küste vor. Durch diesen Sichelschnitt sahen die englisch-französischen Truppen nur noch eine Fluchtmöglichkeit: Dünkirchen. Ein Ausbruchsversuch bei Cambrai kann durch Angriffe von Jägern und Schlachtfliegern verhindert werden. Am 24. Mai lässt Göring die Panzerverbände halten. Er will Dünkirchen mit seiner Luftwaffe allein zerschlagen. Aber die Stukas werden immer wieder dazu gebraucht, die Flanken des deutschen Angriffskeils zu decken oder um englische Kriegsschiffe zu bombardieren. Nachdem Calais am 26. Mai erobert ist, ziehen sich die Engländer endgültig nach Dünkirchen zurück. Am 27. Mai griff die Luftwaffe erstmals Dünkirchen an, sodass nur 7669 Mann mit Truppentransportern nach England gebracht werden konnten. Am 28. Mai ist das Wetter schlecht, die Luftwaffe greift andere Ziele an. Der nächste Tag bringt den Engländern wieder schwere Bombenangriffe auf Dünkirchen, trotzdem gelangten 47.310 Mann nach England. Die Luftwaffe fliegt noch zwei schwere Angriffe gegen Dünkirchen, aber bis zum Morgen des 4. Juni konnten sich 338.226 Mann nach England retten. Die Luftwaffe erlitt bei ihren Angriffen schwere Verluste durch die 200 von der Royal Air Force eingesetzten Jäger.

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Details

Titel
Der Verlauf des Luftkriegs im Zweiten Weltkrieg
Autor
Jahr
1971
Seiten
15
Katalognummer
V151761
ISBN (eBook)
9783640633265
Dateigröße
1390 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Zweiter Weltkrieg, Deutsche Luftwaffe, Cajus Bekker, Luftkrieg, Jagdflieger, Göring, Hitler, Adlertag, Casablanca-Direktive
Arbeit zitieren
Wolfgang Dreyer (Autor), 1971, Der Verlauf des Luftkriegs im Zweiten Weltkrieg, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/151761

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