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Mitarbeiter*innenbindung in der Kinder- und Jugendhilfe

Title: Mitarbeiter*innenbindung in der Kinder- und Jugendhilfe

Master's Thesis , 2021 , 224 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Andrea Ramaj (Author)

Social Work - Child and Youth Welfare
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Ausgangspunkt der vorliegenden Arbeit ist das Thema der Mitarbeiter*innenbindung in der Kinder- und Jugendhilfe (KJH).

Der Fachkräftemangel ist bereits auch in der Profession der Sozialen Arbeit eingetroffen und stellt kombiniert mit Dynamiken des demografischen Wandels, dem ansteigenden Ausbau der Unterstützungsangebote KJH sowie der Vielfalt an Trägerlandschaften mit einer Verlagerung vom Arbeitgeber- zum Arbeitnehmermarkt, Organisationen vor Herausforderungen. Dies erfordert zunehmend gezielte Neuausrichtungen interner Personalbindungsstrategien, womit der Stellenwert des sog. organisatorischen Commitments in den Mittelpunkt rückt.

Aus der Commitmentforschung ist bekannt, dass bindungsbeeinflussende Determinanten von vielfältigen Wechselwirkungen der wiederum von Person zu Person unterschiedlich ausgeprägten Bindungsformen umrungen sind. Somit ist es nicht verwunderlich, dass sich bislang kaum erfolgversprechende Konzepte etablieren ließen. Diese Arbeit öffnet den Blick für die komplexen Hintergründe dessen, versucht strategische Handlungsmöglichkeiten für Organisationen der KJH zu generieren und erörtert überdies die Bedeutung für die Profession der Sozialen Arbeit. Im Zentrum steht die Frage, welche Faktoren die Bindung der Mitarbeiter*innen an die Organisation beeinflussen und inwiefern sich empirisch ausschlaggebende Determinanten zur Erhöhung der Bindung identifizieren lassen. Hierzu wird das Konstrukt der Mitarbeiter*innenbindung mithilfe der wissenschaftlichen Commitmentforschung erörtert und anhand einer qualitativen Untersuchung mittels fünf leitfadengestützen Interviews empirisch analysiert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Relevanz von Mitarbeiter*innenbindung

2.1 Perspektive der Organisation

2.2 Perspektive der Mitarbeiter*innen

2.3 Perspektive der Kinder- und Jugendhilfe

2.4 Zwischenfazit

3. Risiken übermäßiger Bindung (Overcommitment)

4. Einfluss gesellschaftlicher Rahmenbedingungen für Commitment in der Kinder- und Jugendhilfe

4.1 Fachkräftemangel

4.2 Arbeits- und Organisationsformen

4.3 Wertewandel und Generationenunterschiede

4.4 Zwischenfazit

5. Mitarbeiter*innenbindung – wissenschaftliche Konzeptualisierungen

5.1 Bindung im Kontext der Arbeits- und Organisationspsychologie

5.2 Formen von Organisationalem Commitment

5.2.1 Affektives Commitment

5.2.2 Kalkulatorisches Commitment

5.2.3 Normatives Commitment

5.3 Multiples Commitment

5.3.1 Führungsstil

5.3.2 Arbeitsaufgaben und -tätigkeiten

5.3.3 Team

5.3.4 Karriere

5.3.5 Organisation

5.4 Organisationale Identifikation

5.5 Zwischenfazit

6. Empirische Untersuchung zur Mitarbeiter*innenbindung am Beispiel der Hilfen zur Erziehung

6.1 Forschungsdesign und -methoden sowie Ablauf des Vorgehens

6.2 Auswertung

6.2.1 Ergebnisse und Hypothesen

6.2.2 Kritische Betrachtung der empirischen Ergebnisse in Bezug zur theoretischen Commitment-Forschung

7. Fazit und mögliche Konsequenzen für die Praxis der Sozialen Arbeit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Feld der Mitarbeiter*innenbindung in Organisationen der Kinder- und Jugendhilfe (KJH). Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei darauf, welche Faktoren die Bindung der Mitarbeiter*innen an ihre Organisation beeinflussen und inwiefern sich empirisch ausschlaggebende Determinanten identifizieren lassen, um dieser im Kontext des wachsenden Fachkräftemangels proaktiv zu begegnen.

  • Relevanz der Mitarbeiter*innenbindung aus Organisations-, Mitarbeiter*innen- und KJH-Perspektive
  • Einfluss gesellschaftlicher Rahmenbedingungen wie demografischer Wandel und Fachkräftemangel
  • Wissenschaftliche Fundierung durch die Commitmentforschung (A&O-Psychologie)
  • Empirische Analyse mittels leitfadengestützter Experteninterviews
  • Strategische Handlungsempfehlungen zum Personalbindungsmanagement

Auszug aus dem Buch

2.1 Perspektive der Organisation

Aus Organisationssicht scheint Mitarbeiter*innenbindung eine deutlich zentrale Ressource darzustellen. Im Fachdiskurs wird angenommen, dass Bindung mit erhöhtem Engagement und erhöhter Loyalität gegenüber Dritten einhergeht. (Felfe 2020: 15) So wird postuliert, dass sich Mitarbeiter*innen, die sich in hohem Maße mit der Organisation identifizieren und verbunden fühlen, stärker für die organisationsspezifischen Werte und Ziele engagieren. Treue und Loyalität drücken sich insb. in Zeiten organisationaler Veränderungsprozesse durch eine erhöhte Bereitschaft, neue Entwicklungen zu akzeptieren, aus. (Ebd.: 12) Besonders die Tatsache, dass NPO heutzutage komplexen und dynamischen Herausforderungen gesellschaftlicher Veränderungen unterliegen, in denen Wandlungsprozesse durchaus üblich erscheinen, werden auch für NPO die Anforderungen an organisationale Veränderungsprozesse bezügl. Veränderungsmanagement, Innovationsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit zunehmen. Mitarbeiter*innen, die sich langfristig an die Organisation binden und in diesen Wandlungsprozessen bereit sind, neue Veränderungen zu akzeptieren, bilden für den Organisationserfolg daher eine ganz spezifisch wichtige Ressource.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Thema der Mitarbeiter*innenbindung in der Kinder- und Jugendhilfe und leitet die Forschungsfrage im Kontext des Fachkräftemangels ab.

2. Relevanz von Mitarbeiter*innenbindung: Dieses Kapitel begründet die Notwendigkeit von Mitarbeiter*innenbindung aus drei unterschiedlichen Systemperspektiven.

3. Risiken übermäßiger Bindung (Overcommitment): Es werden die Gefahren einer zu starken Bindung für Organisation, Mitarbeiter*innen und Klientel beleuchtet.

4. Einfluss gesellschaftlicher Rahmenbedingungen für Commitment in der Kinder- und Jugendhilfe: Hier werden externe Faktoren, wie Fachkräftemangel und Wertewandel, in ihrer Wirkung auf das Commitment analysiert.

5. Mitarbeiter*innenbindung – wissenschaftliche Konzeptualisierungen: Dieses Kapitel liefert das theoretische Fundament durch die Erörterung des organisatorischen Commitments nach Allen & Meyer und vergleicht dieses mit dem Konzept der organisationalen Identifikation.

6. Empirische Untersuchung zur Mitarbeiter*innenbindung am Beispiel der Hilfen zur Erziehung: Das Kapitel stellt das qualitative Forschungsdesign vor, präsentiert die Ergebnisse der Interviews und setzt diese in Bezug zu den theoretischen Erkenntnissen.

7. Fazit und mögliche Konsequenzen für die Praxis der Sozialen Arbeit: Das Fazit bündelt die Erkenntnisse und leitet konkrete Handlungsempfehlungen für das betriebliche Bindungsmanagement ab.

Schlüsselwörter

Mitarbeiter*innenbindung, Kinder- und Jugendhilfe, Commitmentforschung, Fachkräftemangel, Organisationales Commitment, Personalführung, Teambindung, Arbeitgeberattraktivität, Organisationskultur, Fluktuation, Arbeitszufriedenheit, Weiterentwicklung, Soziale Arbeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den Faktoren, die die Bindung von Fachkräften in der Kinder- und Jugendhilfe an ihre Organisation stärken, um dem dort zunehmenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Die Forschungsarbeit verknüpft organisationspsychologische Theorien zum Commitment mit den spezifischen Herausforderungen der Sozialen Arbeit, wie dem demografischen Wandel und dem Bedarf an professioneller Flexibilität.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Kernfrage lautet: Welche Faktoren beeinflussen die Bindung der Mitarbeiter*innen an die Organisation und welche empirisch ausschlaggebenden Determinanten lassen sich zur gezielten Erhöhung der Bindung identifizieren?

Welche wissenschaftliche Methode wurde gewählt?

Die Arbeit nutzt eine qualitative empirisch-explorative Untersuchung, die auf fünf leitfadengestützten Interviews mit Fachkräften einer Organisation der Kinder- und Jugendhilfe basiert.

Was behandelt der Hauptteil?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der Commitment-Forschung und der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen sowie einen empirischen Teil, der durch qualitative Datenauswertung Hypothesen zu Bindungsfaktoren ableitet.

Was charakterisiert die Arbeit?

Die Arbeit zeichnet sich durch die interdisziplinäre Verbindung von wirtschaftswissenschaftlichen Bindungsstrategien mit dem Professionsverständnis der Sozialen Arbeit aus.

Wie spielt das multiple Commitment eine Rolle?

Das Konzept des „Multiple Commitment“ ermöglicht es, Bindung nicht nur auf die Gesamtorganisation, sondern differenziert auf Foci wie das Team, die Führungskraft oder die konkrete Tätigkeit zu beziehen, was für die komplexe Arbeitswelt in der KJH essenziell ist.

Warum ist die „Wertschätzung“ ein so zentraler Faktor?

Die Ergebnisse zeigen, dass Wertschätzung – sei es durch adäquate Ressourcen, individuelles Feedback oder Rücksichtsnahme auf persönliche Belange – eine Schlüsselrolle spielt, um die Zufriedenheit und langfristige Bindungsbereitschaft der interviewten Fachkräfte zu fördern.

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Details

Title
Mitarbeiter*innenbindung in der Kinder- und Jugendhilfe
College
University of Applied Sciences Bremen  (Fakultät Gesellschaftswissenschaften)
Grade
1,0
Author
Andrea Ramaj (Author)
Publication Year
2021
Pages
224
Catalog Number
V1518106
ISBN (PDF)
9783389090084
ISBN (Book)
9783389090091
Language
German
Tags
Commitmentforschung Kinder-Jugendhilfe Management Soziale Arbeit Innovation Fachkräftemangel Fachkräftebindung Qualitative Studie Commitmentmanagement Professionalität Professionalisierung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andrea Ramaj (Author), 2021, Mitarbeiter*innenbindung in der Kinder- und Jugendhilfe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1518106
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