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Chancengleichheit des Bildungssystems in der DDR

Titel: Chancengleichheit des Bildungssystems in der DDR

Hausarbeit , 2024 , 16 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Ranko Mitrovic (Autor:in)

Pädagogik - Geschichte der Pädagogik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Arbeit untersucht die Chancengleichheit im Bildungssystem der DDR und die politische Ideologisierung des Unterrichts. Nach einer Einführung in die Grundsätze und den Aufbau des Schulsystems wird analysiert, ob und wie Chancengleichheit umgesetzt wurde. Kritische Aspekte, wie die ideologische Prägung im Geschichtsunterricht und die sozialistische Erziehung zur „sozialistischen Persönlichkeit“, werden dabei beleuchtet. Es erfolgt eine Betrachtung des Faches Staatsbürgerkunde und ein Fallbeispiel zur „Befreiung vom Faschismus“. Abschließend wird die Frage beantwortet, ob die DDR ein chancengerechtes Bildungssystem hatte.

Die DDR, auch bekannt als die Deutsche Demokratische Republik, war ein sozialistisches Land, das von 1949 bis 1990 existierte. Das Schulsystem der DDR war ein zentraler Bestandteil der sozialistischen Gesellschaft und basierte auf dem Grundsatz, dass Bildung für alle zugänglich sein sollte. Das Schulsystem war stark zentralisiert und betonte die Bedeutung von politischer Bildung und Gemeinschaftssinn. Mit dem Fall der Berliner Mauer und der Wiedervereinigung Deutschlands wurde das Schulsystem der DDR abgeschafft und durch das Bildungssystem der Bundesrepublik Deutschland ersetzt.
In der DDR wurde die Chancengleichheit als eines der zentralen Ziele der Gesellschaftspolitik definiert. Die Ideologie des Sozialismus, auf der das politische System der DDR basierte, forderte die Schaffung einer Gesellschaft, in der alle Menschen gleiche Rechte und Möglichkeiten haben sollten, unabhängig von ihrer Herkunft, ihrem Geschlecht oder ihrer sozialen Stellung. In der Praxis versuchte die DDR-Regierung, die Chancengleichheit durch eine Reihe von Maßnahmen zu fördern. Dazu gehörten unter anderem die Einführung einer kostenlosen Bildung von der Grundschule bis zur Universität, die Schaffung von Arbeitsplätzen mit gleichem Lohn für Männer und Frauen, sowie die Förderung von Frauen in Führungspositionen. Trotz dieser Bemühungen blieben jedoch bestimmte Gruppen, wie beispielsweise die Roma oder die Homosexuellen, weiterhin benachteiligt und diskriminiert. Auch die Tatsache, dass die Entscheidungen über Bildung und Arbeitsplätze oft von der politischen Loyalität abhingen, führte dazu, dass die Chancengleichheit in der Praxis nicht immer umgesetzt werden konnte. Mit dem Zusammenbruch der DDR im Jahr 1990 endeten auch die Bemühungen um Chancengleichheit. [...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Bildungssystem der DDR

3. Umsetzung der Chancengleichheit in der DDR

4. Politische Ideologisierung des Bildungssystems

4.1 Lehrplan des Geschichtsunterrichts

4.2 Die Erziehung zur sozialistischen Persönlichkeit

4.3 Staatsbürgerkunde

4.4 Fallbeispiel: Die Befreiung vom Faschismus

5. Breitenbildung in der DDR, welche Folgen hat dies auf die Chancengleichheit

6. Fazit

Zielsetzung und Themen

Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht die kritische Frage, ob das Schulsystem der DDR tatsächlich ein chancengerechtes Bildungssystem darstellte oder ob politische Indoktrination und Selektion eine wahre Chancengleichheit verhinderten. Dabei wird das Spannungsfeld zwischen theoretischem Anspruch der sozialistischen Bildungspolitik und deren praktischer Umsetzung sowie ideologischer Lenkung analysiert.

  • Analyse und Definition der verschiedenen Formen von Chancengleichheit im Kontext der DDR
  • Untersuchung der politischen Ideologisierung durch Geschichtsunterricht und Staatsbürgerkunde
  • Bewertung der strukturellen Maßnahmen zur Förderung der Arbeiter- und Bauernkinder
  • Kritische Reflexion des Einflusses der SED auf Lehrinhalte und Bildungsziele
  • Gegenüberstellung von DDR-Bildungsidealen und modernem Bildungsverständnis

Auszug aus dem Buch

Politische Ideologisierung des Bildungssystems

Themen des Geschichtsunterrichtes wurden im Laufe der Regierung der SED immer genauer an die politischen Richtlinien der DDR angepasst. Die Hinwendung zur gesamten deutschen Geschichte begann zu schwanken, da zwei verschiedene Gesellschaftsformen und 2 verschiedene Staaten existierten. Die DDR war bemüht eine eigene Nationalgeschichte zu entwerfen und die Machtstrukturen der DDR zu stärken. Die Lehrpläne veränderten sich in den 80er gravierend. Während 1966 und 1971 eingeführte Pläne der Klassen 5 bis 10 insgesamt 285 Seiten umfassten, waren die Vorgaben 1988 auf nur 97 Seiten reduziert. „Ein meist halbseitiger Text gab die Stoffschwerpunkte in Form knapper Zusammenfassungen an, wobei es sich um sachbezogene Ausführungen mit didaktisch-methodischen Hinweisen handelt.“ Dies zeigt, dass die Lehrpläne sehr stark verkürzt wurden. Die Geschichtsvermittlung zielte nun gezielt auf die Arbeiterbewegung.

Das Geschichtsbild richtete sich nun auf bäuerliche Revolutionen, wie der französischen, 1848 Revolution oder die Geschichte der Internationalen Arbeiterbewegung. Die Geschichte reduziert sich auf eine Abfolge von gegenseitigen Klassenkämpfen. Dieses Weltbild spiegelt sich sehr deutlich in der marxistischen Lehre wider. Das Ziel dahinter war eindeutig, nämlich den Sozialismus als allgegenwertig und von ständigen Rückschritten und Fortschritten zu demonstrieren und so den Anschein zu erwecken, dass der Sozialismus eine Gesetzmäßigkeit sei. In der 6. Klasse wurde den Schülern nichts über die Entstehung des deutschen Volkes vermittelt, sondern vielmehr den Beginn des Feudalismus versucht beizubringen. Anhand dieses Beispiels lässt sich jedoch die Meinung von Bernd Schönemann zu Beginn relativieren, dass versucht wurde eine eigene Nationalgeschichte zu entwerfen. Denn es wird deutlich, dass der Geschichtsunterricht nicht zur Stärkung des Nationalgefühls diente, sondern vielmehr der Stärkung der Marxistischen und Leninistischen Weltanschauung.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Dieses Kapitel führt in die historische Ausgangslage der DDR ein und umreißt die zentrale Forschungsfrage nach der tatsächlichen Existenz eines chancengerechten Schulsystems.

Bildungssystem der DDR: Hier wird die strukturelle Entwicklung und Zentralisierung des Bildungswesens von der Nachkriegszeit bis zum "Gesetz über das einheitliche sozialistische Bildungssystem" 1965 beschrieben.

Umsetzung der Chancengleichheit in der DDR: Das Kapitel differenziert zwischen verschiedenen Modellen der Chancengleichheit und beleuchtet die Praxis der SED-Bildungspolitik sowie deren Spannungsverhältnis zur Verfassung.

Politische Ideologisierung des Bildungssystems: Dieses Kapitel analysiert die Instrumente der SED wie Lehrpläne, das Fach Staatsbürgerkunde und die Erziehung zur sozialistischen Persönlichkeit zur ideologischen Kontrolle.

Breitenbildung in der DDR, welche Folgen hat dies auf die Chancengleichheit: Hier werden die positiven Aspekte wie Gebührenfreiheit und breite Bildungszugänge kritisch gegen die politische Lenkung und Selektion abgewogen.

Fazit: Das abschließende Kapitel resümiert, dass das DDR-System keine echte Chancengleichheit bot, da Bildung stets politisch überformt war, obgleich einzelne Aspekte wie die Praxisnähe als Impulse diskutiert werden können.

Schlüsselwörter

DDR, Bildungssystem, Chancengleichheit, Sozialismus, SED, Geschichtsunterricht, Staatsbürgerkunde, Ideologie, politische Erziehung, Bildungspolitik, Klassenkampf, Leistungsprinzip, Einheitsschule, Marxismus-Leninismus, Arbeiter- und Bauernkinder.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Frage, inwieweit das Bildungssystem der DDR den Anspruch auf Chancengleichheit für alle Bürger tatsächlich erfüllen konnte oder ob politische Zielsetzungen im Vordergrund standen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den zentralen Themen gehören die strukturelle Organisation des Schulwesens, die Bedeutung der ideologischen Fächer wie Staatsbürgerkunde und die kritische Auseinandersetzung mit der Theorie und Praxis der Chancengleichheit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, anhand historischer Quellen und lehrplananalytischer Betrachtungen zu bewerten, ob das DDR-Schulsystem als chancengerecht bezeichnet werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine Analyse von Primärquellen (unter anderem Verfassungstexte und Lehrpläne) sowie eine Auswertung der relevanten Fachliteratur zur Bildungsgeschichte der DDR.

Was wird primär im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung der bildungspolitischen Leitlinien, die ideologische Ausrichtung des Fachunterrichts und eine kritische Auseinandersetzung mit den Erfolgen und Misserfolgen der Breitenbildung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Begriffe wie Ideologisierung, Chancengleichheit, sozialistische Bildung, SED-Bildungspolitik und schulische Selektionsmechanismen stehen im Mittelpunkt der Arbeit.

Wie unterscheidet sich die Auffassung von "Leistung" in der DDR von der heute?

In der Arbeit wird hervorgehoben, dass Leistung in der DDR nicht nur schulische Qualität umfasste, sondern untrennbar mit politischer Loyalität und Konformität zur SED verknüpft war.

Welche Rolle spielte die "Einheitsschule" im DDR-System?

Die Einheitsschule wird als zentrales Element identifiziert, das zwar einen formal gleichen Bildungsweg für alle ermöglichte, jedoch auch als mächtiges Instrument zur zentralen Kontrolle und ideologischen Indoktrination diente.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Chancengleichheit des Bildungssystems in der DDR
Hochschule
Universität Siegen
Note
1,3
Autor
Ranko Mitrovic (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2024
Seiten
16
Katalognummer
V1518147
ISBN (PDF)
9783389087312
ISBN (Buch)
9783389087329
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bildung DDR Chancenungleichheit Bildungssytem
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Ranko Mitrovic (Autor:in), 2024, Chancengleichheit des Bildungssystems in der DDR, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1518147
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Leseprobe aus  16  Seiten
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