Die Analyse bezieht sich auf die Komik im Lustspiel
allgemein, auf die Komik der einzelnen Figuren, sowie die Situationen, in denen sie
sich befinden und auf ihre Sprache. Im Fazit werde ich zusammenfassend zur
Bedeutung und Funktion der Komik dieses Lustspiels kommen.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
1.1 BAROCKZEIT
1.2 DAS LEBEN DES ANDREAS GRYPHIUS
2 DAS DRAMA HORRIBILICRIBRIFAX TEUTSCH
2.1 TITEL
2.2 GLIEDERUNG UND GESAMTAUFBAU
2.3 FIGUREN
2.4 INHALT
2.5 ZUR ENTSTEHUNG DES DRAMAS
2.6 QUELLEN UND VORBILDER
3 DIE KOMIK IM LUSTSPIEL HORRIBILICRIBRIFAX
3.1 DIE KOMIK
3.2 FIGURENKOMIK
3.3 SITUATIONSKOMIK
3.4 SPRACHLICHE KOMIK
4 FAZIT
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung und die künstlerische Darstellung der Komik in Andreas Gryphius' Lustspiel "Horribilicribrifax Teutsch". Dabei liegt der Fokus darauf, wie Gryphius durch eine Kombination aus Figuren-, Situations- und Sprachkomik zeitgenössische gesellschaftliche Zustände reflektiert und moralische Lehren vermittelt.
- Die Funktion der Komik als pädagogisches Mittel zur Bloßstellung menschlicher Unzulänglichkeit.
- Die Analyse der verschiedenen Komikformen, insbesondere der Sprachkomik als soziale Charakterisierung.
- Die Einordnung des Werkes in die barocke Literaturtradition und das Spannungsfeld von Sein und Schein.
- Die Bedeutung der Partnerwahl als zentrales Handlungsmotiv vor dem historischen Hintergrund des Dreißigjährigen Krieges.
Auszug aus dem Buch
3.4 Sprachliche Komik
Das Lustspiel bietet einen großen Fundus an sprachlichen Erscheinungsformen des Komischen. So äußern sich Abweichungen von der Norm einer Einzelsprache vielfach als Grammatikfehler oder Wortverwechselungen. Das findet sich vor allem bei Daradiri, dessen Französisch- und fremdsprachliche Grammatikkenntnisse stark begrenzt sind. Cyrillas Kirchenlatein kommt ebenfalls nur verunstaltet zum Ausdruck und Namen werden auch falsch verwendet, woran ebenfalls verdeutlicht wird, dass sie keinerlei Gespür für die Worte hat. Auch der Titelheld Horribili macht Grammatikfehler, jedoch nicht so häufig wie Daradiri. Der Anteil der Sprachkomik ist wie bereits erwähnt recht hoch. Dies resultiert aus den Abweichungen der allgemeinen Sprachnorm. Gryphius beweist dabei ein sehr großes sprachlich-stilistisches Spektrum. So zeigen sich jene Verstöße gegen die Sprachnorm auf allen Sprachebenen, von der Hofsprache bis zur Volkssprache, von der Literatursprache bis zu dialektalen Sprachmerkmalen.
Gryphius vertritt also offensichtlich nicht nur die Sprache eines Standes, und sieht Sprache auch nicht in einer einzigen Funktion. Für ihn ist Sprache Mittel zur Kommunikation und Medium zur sozialen Verständigung. So fließt hier eine weitere zeitgenössische Problematik mit ein, nämlich die Entstehung eines volkssprachlichen Normbewußtseins, was es zur Entstehungszeit des Stückes nicht gab. Gryphius setzt hier den Zerfall der Sprache mit einem Sittenverfall gleich. Daran wird die Bedeutung, die der Bewahrung der Sprache und einer Einhaltung einer gewissen Sprachnorm beigemessen wurde, deutlich. Gryphius ist damit Bewahrer und Förderer einer deutschen Einheitssprache zugleich.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Definiert den Begriff Barock im historischen Kontext und skizziert Leben sowie Werk von Andreas Gryphius als Ausgangspunkt für die Analyse.
2 DAS DRAMA HORRIBILICRIBRIFAX TEUTSCH: Behandelt den Titel, den Aufbau, die Figurenzeichnung und den inhaltlichen Kern des Stückes sowie dessen Entstehungsgeschichte und literarische Vorbilder.
3 DIE KOMIK IM LUSTSPIEL HORRIBILICRIBRIFAX: Analysiert detailliert die verschiedenen Ausprägungen der Komik, wobei der Fokus auf Figurenkomik, Situationskomik und sprachlichen Elementen liegt.
4 FAZIT: Fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die pädagogische Absicht des Autors, der Komik als Mittel zur Darstellung und Satire gesellschaftlicher Laster nutzt.
Schlüsselwörter
Andreas Gryphius, Horribilicribrifax Teutsch, Barock, Lustspiel, Komik, Figurenkomik, Sprachkomik, Situationskomik, Dreißigjähriger Krieg, Partnerwahl, Literaturgeschichte, Satire, Tugendhaftigkeit, Sein und Schein, Normabweichung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Funktion und Gestaltung der Komik in Andreas Gryphius' Lustspiel "Horribilicribrifax Teutsch".
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder sind die literarische Einordnung des Werkes im Barock, die Analyse der Komikformen und die pädagogische Zielsetzung des Autors.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Gryphius komische Elemente einsetzt, um gesellschaftliches Fehlverhalten zu kritisieren und moralische Ideale zu betonen.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?
Die Arbeit stützt sich auf eine literaturbissenschaftliche Formanalyse und Interpretation des Dramas unter Einbeziehung zeitgenössischer Poetiken.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Vorstellung des Dramas, die Entstehungsgeschichte, die Charakterisierung der Figuren sowie eine tiefgehende Analyse der verschiedenen Komikarten.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit zusammenfassen?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Barock, Komik, Sprachkomik, Tugendhaftigkeit und die satirische Darstellung der Figuren.
Wie unterscheidet sich die Sprachkomik bei Gryphius von bloßem Humor?
Die Sprachkomik dient bei Gryphius primär als soziale Charakterisierung und als pädagogisches Mittel zur Bloßstellung von Unzulänglichkeiten.
Welche Rolle spielt der Dreißigjährige Krieg für das Stück?
Er bildet den historischen Kontext und beeinflusst die wirtschaftliche Lage der Figuren sowie die Thematik der Partnerwahl als Antwort auf eine aus den Fugen geratene Welt.
Warum wird das Stück als "pädagogisch" eingestuft?
Weil Gryphius nicht bloße Belustigung anstrebt, sondern durch die Verspottung von Lastern zu Tugendhaftigkeit und moralischem Handeln belehren möchte.
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- Sophie Richter (Author), 2006, Die Bedeutung und Darstellung der Komik im Lustspiel des Andreas Gryphius Horribilicribrifax Teutsch, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/151878