Diese Arbeit untersucht die sprachlichen Manipulationsstrategien der AfD und vergleicht sie mit denen der NSDAP. Dabei werden politische Reden beider Parteien vergleichend analysiert und es wird gezeigt, wie die AfD bekannte Narrative wie "Lügenpresse" und "Großer Austausch" aufgreift, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen und bestimmte Feindbilder zu kreieren. Anhand von Textbeispielen werden Parallelen aufgezeigt, die auf eine ideologische Verwandtschaft in der Sprachstrategie hinweisen. Die Arbeit beleuchtet diese Muster und versucht zu verstehen, wie Sprache als manipulatives Instrument in politischen Reden genutzt werden kann. Ein Beitrag zur Diskussion über den Einfluss von Sprache in populistischen Bewegungen – und ein Ansatzpunkt für weiterführende Untersuchungen zur politischen Rhetorik und ihrer gesellschaftlichen Wirkung.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretischer Rahmen
3. Daten und Methode
4. Untersuchung: Vergleich der Narrative
4. 1 Lügenpresse
4. 2 Großer Austausch
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Vorhandensein und die Adaption von Narrativen aus der politischen Rede der NSDAP innerhalb der politischen Kommunikation der AfD, um ideologische Parallelen zwischen beiden Parteien aufzuzeigen.
- Analyse des "Lügenpresse"-Narrativs in Reden von Alice Weidel und Adolf Hitler.
- Untersuchung des "Großer Austausch"-Narrativs anhand von Reden von Martin Reichardt und Adolf Hitler.
- Anwendung populismustheoretischer Ansätze und narratologischer Analysen.
- Identifikation von Strategien zur Emotionalisierung und Diffamierung politischer Gegner.
- Einordnung von Verschwörungstheorien im rechtsextremen Diskurs.
Auszug aus dem Buch
4. 1 Lügenpresse
Die Erzählung einer lügenhaften Presse ist in der Gesellschaft angekommen, so die AfD in einem internen Strategiepapier:
[Es ist] der AfD in kurzer Zeit gelungen, selbst Begriffe zu schaffen oder zu verbreiten, die zum Gemeingut geworden sind (Lügenpresse, Altparteien, […]). (AfD 2019, S. 44 zit. nach Heitmeyer et al. 2020, S. 128)
Ironischerweise wird im Bundestagswahlkampf 2021 von der Verwendung des „Vorwurfes der Lücken- oder Lügenpresse“ (AfD 2021, S. 34), welchen man 2019 noch als Produkt seines Schaffens bzw. Verbreitens betitelte (vgl. AfD 2019, S. 44), abgeraten.
Womöglich, da bereits Nationalsozialisten diesen Begriff zur Diskreditierung der Presse nutzten, wie etwa Göring, welcher „diese ganzen infamen Lügenpressen“ (Reichstag 1933, S. 39) beschimpfte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung begründet die Auswahl des Themas durch aktuelle politische Ereignisse und setzt sich mit dem bestehenden Forschungsstand sowie der Zielsetzung der Arbeit auseinander.
2. Theoretischer Rahmen: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Manipulation, Narrativ und Populismus, um eine theoretische Grundlage für die anschließende empirische Untersuchung zu schaffen.
3. Daten und Methode: Hier werden die Auswahl der untersuchten Parlamentsreden sowie der methodische Ansatz für den Vergleich der unterschiedlichen Parteidokumente erläutert.
4. Untersuchung: Vergleich der Narrative: Dieser Hauptteil analysiert konkret die Narrative "Lügenpresse" und "Großer Austausch" im direkten Kontrast zwischen AfD- und NSDAP-Reden.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Analyseergebnisse zusammen, identifiziert signifikante Parallelen in der Narrativik beider Gruppen und ordnet die Bedeutung der Arbeit ein.
Schlüsselwörter
AfD, NSDAP, Politische Rede, Manipulation, Narrativ, Lügenpresse, Großer Austausch, Rechtspopulismus, Ideologie, Parlament, Diskursanalyse, Verschwörungstheorie, Sprachkritik, Rhetorik, Identitätspolitik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Bachelorarbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht linguistische und inhaltliche Parallelen in der politischen Kommunikation zwischen der AfD und der NSDAP anhand ausgewählter Narrative.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt der Untersuchung?
Die Arbeit fokussiert sich primär auf die Narrative der "Lügenpresse" und des "Großen Austauschs" als Werkzeuge der politischen Beeinflussung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist zu überprüfen, ob und in welcher Weise sich Narrative aus der NS-Zeit in der heutigen politischen Rede der AfD widerspiegeln oder durch diese adaptiert werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Es wird eine komparative Analyse von parlamentarischen Debattenreden beider Parteien vorgenommen, ergänzt durch politikwissenschaftliche und linguistische Konzepte des Populismus.
Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?
Im Hauptteil erfolgt der konkrete Textvergleich von Reden prominenter AfD-Vertreter mit historischen Reichstagsreden Adolf Hitlers unter dem Aspekt der jeweiligen Narrativ-Konstruktion.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Populismus, Manipulation, Narrativ, Ideologie, "Lügenpresse" und "Großer Austausch".
Warum wurde das "Lügenpresse"-Narrativ als Untersuchungsgegenstand gewählt?
Das Narrativ dient als prominentes Beispiel für die gezielte Diskreditierung journalistischer Medien und weist laut Arbeit deutliche historische Kontinuitäten in rechtsextremen Diskursen auf.
Inwiefern unterscheidet sich die "Lösung" bei den untersuchten Narrative?
Während die AfD-Vertreter im untersuchten Beispiel ihre Lösung zum Teil explizit formulieren, bleibt diese in den untersuchten NSDAP-Texten oft impliziter in die Weltsicht eingebettet.
- Citation du texte
- Lukas Bungenstock (Auteur), 2024, Manipulation durch Sprache. Parallelen zwischen den Narrativen der AfD und NSDAP in politischen Reden, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1519342