Der Demographische Wandel in Deutschland und seine Auswirkungen auf den Einzelhandel


Hausarbeit (Hauptseminar), 2009
17 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der demographische Wandel in Deutschland
2.2 Die Altersstruktur Deutschlands
2.3 Regionale Trends der Bevölkerungsentwicklung

3. Der Einzelhandel in Deutschland

4. Auswirkungen des demografischen Wandels auf den Einzelhandel
4.1 Entstehung einer neuen Zielgruppe
4.2 Anforderungen an den Einzelhandel
4.3 Reaktionen und Umsetzungen
4.4 Chancen für den Einzelhandel

5.Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der demographischen Entwicklung Deutschlands und deren Auswirkungen auf den Einzelhandel – besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Nahversorgung der älteren Generation, insbesondere in Form von Supermärkten, aber auch Kaufhäusern und Fachgeschäften. Die entscheidenden Fragestellungen sollen dabei sein: Welche Anforderungen, aber auch welche Chancen resultieren aus dem demographischen Wandel für den Einzelhandel? Wie ändert sich das Konsumverhalten der Gesellschaft in Folge der demographischen Überalterung? Welche regionalen Folgen hat diese Entwicklung?

2. Der demographische Wandel in Deutschland

Deutschland ist neben vielen anderen Industrieländern ein sehr gutes Beispiel für das Modell des demographischen Übergangs und befindet sich – bereits sehr weit fortgeschritten – in der posttransformativen Phase, die von Geburtenrückgang und Sterblichkeitsrückgang gekennzeichnet ist. Diese Phase wird auch oft als zweite demographische Transformation bezeichnet, die in den weit entwickelten Ländern Europas und Nordamerikas in vollem Gange ist (Gebhardt 2007, 778). Der verstärkte Fruchtbarkeitsrückgang auf etwa 1,4 Kindern pro Frau seit etwa 1965, bei gleichzeitig sinkendender Sterberate sowie instabiler Migrationsraten wird gemeinhin als demographischer Wandel bezeichnet, der Deutschland vor große Herausforderungen stellen wird. Gepaart mit der steigenden Lebenserwartung bei Geburt, die mittlerweile bei knapp 80 Jahren liegt (DESTATIS), ist der demographische Wandel scheinbar unaufhaltsam – und ließ sich auch durch Einwanderung nicht aufhalten, sondern lediglich verzögern. Das Wanderungssaldo hat sich seit 1991 ohnehin immer weiter verringert: Nach der Wiedervereinigung lag es bei etwa 600.000, im Jahr 2007 nur noch bei 43.000 (DESTATIS) und fällt somit immer weniger ins Gewicht. Konnte bis 2003 die Zuwanderung das negative natürliche Wachstum der deutschen Bevölkerung noch ausgleichen, befinden wir uns seitdem in einer Phase des Bevölkerungsrückganges und der Überalterung der Bevölkerung.

2.2 Die Altersstruktur Deutschlands

Die deutsche Bevölkerungszahl ist seit 2003 rückläufig. Viel bedeutender sind allerdings die Veränderungen in der Altersstruktur, die bereits jetzt zu beobachten sind – durch die sehr niedrigen Geburtenraten seit nunmehr über 40 Jahren und die weiter steigende Lebenserwartung ist die junge Bevölkerung im Alter von unter 20 Jahren mit 19% vergleichsweise gering vertreten, die breiteste Altersgruppe stellen die 20 bis 64-jährigen mit 61% der gesamtdeutschen Bevölkerung. Innerhalb dieser Altersgruppe überwiegt der Anteil der Menschen die älter als 40 sind deutlich. Die über 65-jährigen sind mit einem Anteil von 21% bereits heute stark vertreten, das heißt jeder fünfte Deutsche ist bereits 65 oder älter. Wir sind also bereits heute Zeugen des demographischen Wandels und müssen uns darüber im Klaren sein, dass die wachsende Altersgruppe der über 60- jährigen mehr und mehr an Bedeutung gewinnen wird. Dies wird vor allem deutlich, wenn man den neuesten Vorausberechnungen zur Bevölkerung des Statistischen Bundesamtes glauben (vgl. Abb. 1). Hinzu kommt, dass sich die Haushaltsstruktur Deutschlands nachhaltig geändert hat und noch weiter ändern wird – der Trend zu kleineren Haushalten scheint sich unaufhaltsam fortzusetzen, die Zahl der 1- und 2-Personenhaushalte steigt stetig an.

Abb. 1:Prognostizierte Bevölkerungsentwicklung in Deutschland bis 2060

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Im November 2009 veröffentlichte das Statistische Bundesamt eine Vorausberechnung bis 2060, die zeigt, dass dann 38% der deutschen Einwohner 65 Jahre oder älter sein werden und sogar jeder siebente 80 oder älter. Insgesamt soll es dann noch 64 Millionen Deutsche geben (DESTATIS[1]). „Wir werden weniger, älter, bunter“, titelt eine Broschüre des Deutschen Industrie und Handelskammertages (DIHK 2008, 2), um den Rückgang, die Überalterung sowie die zunehmende Heterogenität, sprich die wachsende Zahl der Einwohner mit Migrationshintergrund zu beschreiben.

2.3 Regionale Trends der Bevölkerungsentwicklung

Freilich ist der demographische Wandel geprägt durch starke regionale Schwankungen – die am stärksten von Schrumpfung und Überalterung geprägten Räume der Bundesrepublik sind große Teile der ehemaligen DDR, aber auch das Saarland und Teile von Rheinland-Pfalz und dem Ruhrgebiet, mit seinen altindustriellen Regionen, sowie Teile Niederbayerns. Zuwächse werden wohl nur in echten Ballungsräumen wie zum Beispiel München oder Berlin und dem erweiterten Umland der Städte zu verzeichnen sein (vgl. Abb. 2, S.6). Dennoch wird der Anteil der unter 20- jährigen deutschlandweit bereits bis 2020 auf etwa 16% sinken, besonders betroffen davon werden die ohnehin schon dünn besiedelten ländlichen Räume sein (DIHK 2008, 7). Dementsprechend rückläufig wird sich die Zahl der Erwerbspersonen in den Regionen entwickeln, was die Attraktivität eines Standortes für Unternehmen weiter schmälert.

Die zunehmende Heterogenität der Bevölkerung wirkt sich nach Prognosen des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung besonders auf die Bundesländer Niedersachsen, Nordrhein- Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg und Berlin aus (BBR 2005, 21). Der demographische Wandel übt also in vielerlei Hinsicht Druck auf Raumentwicklung und soziale Systeme aus. Auch in vielen Wirtschaftsbereichen besteht bereits Handlungsbedarf, auch wenn die Probleme oft noch so fern scheinen – besonders das Einzelhandelsangebot muss sich zwangsweise auf eine immer älter werdende Gesellschaft einstellen. Die Nahversorgung der Bürgerinnen und Bürger will schließlich flächendeckend erhalten bleiben, insbesondere die Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs, wie Nahrungs- und Genussmittel, Haushaltsartikel, aber auch Zeitungen und Zeitschriften (Gans 2006, 248). Bei einem Blick auf die derzeitigen Strukturen des Einzelhandels wird deutlich, warum es an großem Aufwand bedarf, sich auf die „silberne Generation“ einzustellen, aber auch welche Chancen sich dadurch ergeben.

Abb. 2: Regionale Bevölkerungsdynamik bis 2025

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: BBR Bevölkerungsprognose 2008

3. Der Einzelhandel in Deutschland

Der Einzelhandel in Deutschland ist von zwei großen Strukturveränderungen in den letzten Jahrzehnten gekennzeichnet: Zum einen ist ein echter Preiskampf entstanden, das sogenannte „Preisdumping“. Es zwingt viele kleinere Einzelhändler in einen Abwärtsstrudel und somit gewinnen vor allem Discounter immer mehr an Übergewicht. Filialisierte Firmen wie Aldi oder Lidl dominieren den Markt – zu Ungunsten vieler kleinerer, nicht filialisierter Einzelhändler und Fachgeschäfte. Dies ist vor allem beim Lebensmitteleinzelhandel zu spüren: Gerade einmal 10 verschiedene Konzerne vereinen hier rund 90% des Gesamtumsatzes (ihk24.de). Vor allem in ländlich geprägten Räumen kann dies in einer alternden Gesellschaft immer mehr zum Problem werden, da dort großflächigere Märkte mit großem Einzugsgebiet dominieren. Die innerstädtischen Bereiche dagegen sind seit einigen Jahren wieder von mehreren kleinen Filialen gekennzeichnet, die zumeist gut zu Fuß erreichbar sind. Daher wird schnell klar, in welchen Regionen Deutschlands das Einkaufen für Ältere zu einem echten Problem werden könnte.

[...]


[1]Variante 6W-1 mit folgenden Annahmen: Geburtenhäufigkeit: fallend auf 1,2 Kinder je Frau bis 2060, Lebenserwartung Neugeborener im Jahr 2060:87,7 Jahre für Jungen 91,2 Jahre für Mädchen Jährlicher Wanderungssaldo + 100 000 Personen

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Details

Titel
Der Demographische Wandel in Deutschland und seine Auswirkungen auf den Einzelhandel
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Anthropogeographie)
Veranstaltung
Hauptseminar: Geographien des Konsums
Note
1,7
Autor
Jahr
2009
Seiten
17
Katalognummer
V151987
ISBN (eBook)
9783640638239
Dateigröße
812 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Demographischer Wandel, Deutschland, Einzelhandel, Konsumgeographie, Einzelhandelsentwicklung, Überalterung, Demographie
Arbeit zitieren
Simon Hämmerle (Autor), 2009, Der Demographische Wandel in Deutschland und seine Auswirkungen auf den Einzelhandel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/151987

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