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Partizipative Kunst als Transzendierung von Konventionen. Eine theoretisch-systematische Betrachtung

Titre: Partizipative Kunst als Transzendierung von Konventionen. Eine theoretisch-systematische Betrachtung

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2023 , 22 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Alexander Berghaus (Auteur)

Sociologie - Médias, Art, Musique
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Die Kernthese dieser Arbeit besteht darin, dass interaktive und partizipative Kunstformen bildender Kunst die bestehenden Konventionen zum Verhältnis zwischen Produzierenden und Rezipierenden transzendieren. Die Transzendenz besteht dabei darin, dass interaktive Kunstwerke in der Lage sind, die konzeptuelle Trennung von Produktion und Rezeption aufzuheben, ohne dabei notwendigerweise unkonventionell handeln zu müssen und damit gemäß der Beckerschen Theorie mit Missachtung sanktioniert zu werden.

Um die aufgestellte These zu belegen, erfolgt zunächst eine konzeptuelle Darstellung der Grundlagen interaktiver und partizipativer Kunst und den jeweiligen Auswirkungen dergleichen auf das Paradigma künstlerischer Autonomie. Die Aufhebung des Mythos der künstlerischen Autonomie des Produzierenden ist Voraussetzung dafür, das theoretische Verhältnis von Produzierenden und Rezipierenden auf seine Haltbarkeit hinsichtlich der Disziplin partizipativer Kunst hin zu untersuchen. Abschließend erfolgt die Erörterung über die Auswirkungen der Argumentation auf die Bedeutung von Konventionen für partizipative Produktionen und die Erklärung der Transzendierungsmechanismen eben jener Kunstwerke.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Theoretische Diskursformen bildender Kunst

2. Das Verhältnis partizipativer Kunst zur Autonomie künstlerischer Produktion

2.1 Grundlagen partizipativer Kunst

2.2 Paradigma künstlerischer Autonomie

3. Zur systematischen Trennbarkeit von Produzierenden und Rezipierenden

3.1 Theoretische Trennung von Produktions- und Rezeptionskontext

3.2 Kooperation und Binnenstrukturen zwischen Produktion und Rezeption

3.2.1 Beckers Theorie der Kooperation

3.2.2 Binnenstrukturen und semantisch-materialer Dualismus im Rezeptionsprozess

4. Partizipative Kunst als Transzendierung bestehender Konventionen

4.1 Konventionen und systemische Einflüsse auf den Prozess der Kunstschaffung

4.2 Partizipative Kunst als Transzendierungschance gegenüber bestehenden Konventionen

5. Logisch-systematische Analyse der Beziehungsstruktur als Ausgangspunkt empirischer Studien

Zielsetzung und Forschungsfragen

Diese Arbeit untersucht, inwiefern interaktive und partizipative Kunstformen die traditionelle, paradigmatische Trennung zwischen Produzierenden und Rezipierenden aufheben und bestehende Konventionen im Kunstbetrieb transzendieren können.

  • Soziologische Analyse der Rollenverteilung zwischen Künstler und Rezipient.
  • Anwendung der Theorie der "Kunstwelten" nach Howard S. Becker auf partizipative Formate.
  • Untersuchung von Innovationsdruck und Konventionsverstößen im System Kunst.
  • Bewertung der Emanzipation von Rezipierenden durch aktive Partizipation.

Auszug aus dem Buch

4.2 Partizipative Kunst als Transzendierungschance gegenüber bestehenden Konventionen

Wie gelingt es, Darstellungsformen partizipativer Kunst im Bereich der bildenden Kunst, sich innerhalb dieses Spannungsverhältnisses zu bewegen und sich darüber hinaus im Ausstellungsgeschehen zu etablieren? Zunächst einmal ist festzustellen, dass der Trend hin zu einer stärker aktivitätsorientierten Form der Kunstrezipierung kein vollständig neues Phänomen ist. Hans-Joachim Klein (1997) hat diesen Trend bereits kurz vor der Jahrtausendwende erkannt (vgl. Klein 1997: 353). Worin liegt nun der Kern dieses Trends begründet und wie erklärt sich die Etablierung trotz des engen Konventionsregimes?

Zunächst liegt diesem Trend eine Entwicklung zugrunde, die sich als roter Faden durch den gesamten Aufsatz zieht: die Transzendierung von Gruppenzugehörigkeiten innerhalb des Kunstsystems. In dem die Rezipierenden, und dies gilt insbesondere für das Phänomen der User Platforms, animiert werden ihre eigenen Vorstellungen von der Idealisierung des Kunstwerkes umzusetzen und damit eine aktiv-partizipative Handlung am Kunstwerk vorzunehmen, wandelt sich deren Gruppenzugehörigkeit. Ausgehend von der Marginalität der Handlungen in Beckerschen Theorie der Haupttätigkeiten, die durch Kunstproduzierende tatsächlich selbst ausgeführt werden müssen, transzendiert die aktive Partizipation die Gruppenzugehörigkeit: Rezipierende werden zu Produzierenden und der originär Kunstschaffende wird zum Rezipierenden eines neuen, durch Partizipation veränderten Kunstwerkes. Die Intention des originär handelnden Kunstschaffenden wird damit nahezu irrelevant (vgl. Becker 2017: 36), weil das geschaffene Kunstwerk nicht in seinem Endprodukt vorliegt, sondern den wechselnden Intentionen einer aktiv partizipierenden Teilmenge unterliegt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Theoretische Diskursformen bildender Kunst: Diese Einleitung skizziert die Polarität und Debatte innerhalb der Gegenwartskunst und führt die Relevanz der partizipativen Kunst für soziologische Analysen ein.

2. Das Verhältnis partizipativer Kunst zur Autonomie künstlerischer Produktion: Das Kapitel betrachtet die Grundlagen der Partizipation und hinterfragt das aufklärerische Paradigma des künstlerischen Genius zugunsten einer sozialeren Perspektive.

3. Zur systematischen Trennbarkeit von Produzierenden und Rezipierenden: Hier wird untersucht, ob die strikte Trennung von Produktions- und Rezeptionskontexten in der Theorie haltbar ist, wobei Beckers Theorie der Kooperation als zentraler Analysebaustein dient.

4. Partizipative Kunst als Transzendierung bestehender Konventionen: Das Kapitel analysiert, wie partizipative Kunst durch die aktive Einbindung des Publikums den Innovationsdruck und geltende Konventionen soziologisch transzendiert.

5. Logisch-systematische Analyse der Beziehungsstruktur als Ausgangspunkt empirischer Studien: Der Abschnitt fasst die theoretischen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit weiterer empirischer Forschung zur Validierung der aufgestellten Thesen.

Schlüsselwörter

Partizipative Kunst, Soziologie der Kunst, Howard S. Becker, Kunstsystem, Rezeption, Produktion, Konventionen, Künstlerische Autonomie, User Platforms, Sozialität, Innovationsdruck, Interaktion, Gruppenzugehörigkeit, Deformation, Bedeutungskonstruktion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die soziologischen Implikationen von partizipativer Kunst und wie diese die traditionelle Trennung von Kunstschaffenden und Rezipierenden sowie bestehende Konventionen beeinflusst.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentral sind der Prozess der Kunstschaffung, die Dynamik zwischen Künstler und Publikum sowie die Konventionen und Sanktionsmechanismen innerhalb der sogenannten "Kunstwelten".

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die These zu untermauern, dass partizipative Kunstformen durch ihr ständiges Wandlungspotenzial in der Lage sind, die Trennung zwischen Produzierenden und Rezipierenden aufzuheben und Konventionen zu transzendieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch-systematische Betrachtung, die auf kunstsoziologischen Diskursen basiert, insbesondere unter Rückgriff auf die Interaktionstheorien von Howard S. Becker.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Trennbarkeit der Kontexte von Produktion und Rezeption und untersucht, warum Kunstschaffende Konventionen brechen und wie dies bei partizipativen Modellen, wie etwa "User Platforms", gelingt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie partizipative Kunst, Autonomie, Konventionen, soziale Beziehung, Interaktion und Innovationsdruck beschreiben.

Was ist unter der "User Platform" zu verstehen?

Die "User Platform" ist eine Typologie partizipativer Kunst nach Kaitavuori, bei der eine ungerichtete und unangeleitete Interaktion mit dem Kunstwerk stattfindet, die den Rezipierenden in den Mittelpunkt stellt.

Warum wird die klassische Trennung zwischen Künstler und Betrachter infrage gestellt?

Weil bei partizipativen Werken die Rezipierenden durch aktive, materielle Handlungen selbst zu Produzierenden werden, wodurch der ursprüngliche künstlerische Deutungsanspruch aufgelöst wird.

Welche Rolle spielen Konventionen bei der Analyse?

Konventionen dienen als Sicherheitsmechanismen für Produzierende, bergen jedoch bei deren Einhaltung das Risiko eines Verlustes künstlerischer Freiheit und Relevanz, was partizipative Kunstformen durch Umgehung zu lösen versuchen.

Welchen Stellenwert nimmt die empirische Forschung ein?

Die Arbeit stellt ein theoretisches Fundament bereit und weist explizit auf die Notwendigkeit hin, diese Thesen durch empirische Studien zu Besucherverhalten und Interaktionsprozessen zu belegen.

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Résumé des informations

Titre
Partizipative Kunst als Transzendierung von Konventionen. Eine theoretisch-systematische Betrachtung
Université
University of the Federal Armed Forces München  (Soziologisches Institut)
Cours
Spezielle Soziologien - Kunst und Gesellschaft
Note
1,0
Auteur
Alexander Berghaus (Auteur)
Année de publication
2023
Pages
22
N° de catalogue
V1519947
ISBN (PDF)
9783389088463
ISBN (Livre)
9783389088470
Langue
allemand
mots-clé
Kunstsoziologie Konzeptkunst Kunstlabor Partizipative Kunst
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Alexander Berghaus (Auteur), 2023, Partizipative Kunst als Transzendierung von Konventionen. Eine theoretisch-systematische Betrachtung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1519947
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Extrait de  22  pages
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