Das Frauenbild in der sizilianischen Literatur und Gesellschaft

Am Beispiel der Romane "L’esclusa" von Luigi Pirandello (1901) und "Volevo i pantaloni" von Lara Cardella (1989)


Bachelorarbeit, 2009

43 Seiten, Note: 2,5


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Die soziale Lage der Frau in Sizilien
1.1. Einführung und Definition
1.2. Die Rolle der Frau in der Familie
1.3. Die Rolle der Familie in der sizilianischen Gesellschaft
1.4. Die Mann-Frau-Beziehung: Ehrkonzept und rechtliche Lage
1.5. Weibliche Berufstätigkeit
1.5.1. Das neue Bildungsgesetz und der Beruf der Lehrerin
1.6. Entwicklung der Emanzipation in Sizilien
1.6.1. Frauen kämpfen für ihre Rechte
1.6.2. Frauen werden emanzipiert
1.6.3. Gründe für die verspätete Emanzipation in Sizilien

2. Literarische Beispiele
2.1. L’esclusa von Luigi Pirandello
2.1.1. Fragestellung und Inhaltsübersicht
2.1.2. Einordnung in den literarischen Kontext
2.1.3. Die Darstellung der Frauen
2.1.4. Die Darstellung der Männer und Mannesehre
2.1.5. Martas Exklusion und Emanzipation
2.1.6. Ist Marta eine moderne Figur?
2.1.7. Modernisierungsprozess als Thema in L’esclusa
2.2. Volevo i pantaloni von Lara Cardella
2.2.1. Fragestellung und Inhaltsübersicht
2.2.2. Die Darstellung der Frauen
2.2.3. Darstellung der Männer
2.2.4. Annas Exklusion
2.2.5. Textaussage
2.2.6. Rezeption

3. Vergleich und Zusammenfassung
3.1. Vergleich
3.2. Situation heute

Schluss

Literaturverzeichnis

Einleitung

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Frauenbild in der sizilianischen Gesellschaft und Literatur im 20. Jahrhundert. Im ersten Teil soll der Frage nachgegangen werden, welche Rolle die sizilianische Frau in der Gesellschaft um 1900 und um 1989 gespielt hat und welche Fortschritte sie bei ihrer Emanzipation erreichen konnte.

Im zweiten Teil werden die beiden literarischen Beispiele L’esclusa von Luigi Pirandello und Volevo i pantaloni von Lara Cardella daraufhin untersucht werden, wie die Frau im Roman dargestellt wird und welche Funktion sie dabei übernimmt.

Den Schluss bildet ein Versuch, auf der Basis des ersten Teils und in Form eines Vergleichs beider untersuchter literarischer Werke die der Arbeit immanente Frage zu beantworten, ob es eine positive Entwicklung, eine Emanzipation der sizilianischen Frau zu verzeichnen ist.

1. Die soziale Lage der Frau in Sizilien

1.1. Einführung und Definition

Im folgenden Kapitel soll ein Überblick gegeben werden über die Emanzipation der Frau von 1900 bis 1985. Zunächst ist die Frage zu beantworten, was Emanzipation der Frau genau bedeutet: Emanzipation ist ein Prozess,

bei dem es darum geht, die durch patriarchalische Zivilisation der Frau sozialisierten, inferioren Charakteristika zu durchbrechen. Er zielt letztlich auf eine Neudefinierung der Geschlechter selbst und ihres Verhältnisses zueinander und damit auch auf veränderte gesellschaftliche Produktionsformen. So kann Emanzipation der Frau nicht einen Zustand meinen, sondern einen Prozess. Und dieser Prozess ist charakterisiert durch Widersprüche.[1]

Mit fortschreitender Emanzipation verändert sich die Rolle der Frau in der Familie. Indem sich die Beziehung zum Mann ändert, indem die Frau einer außerhäuslichen Erwerbstätigkeit nachgeht und damit beginnt, sich in der Öffentlichkeit zu bewegen, bekommt sie ein neues Selbstbewusstsein und fordert jene Rechte für sich, die auch der Mann besitzt.

Daher soll – ausgehend von der traditionell festgeschriebenen Rolle der Frau in der Familie – gezeigt werden, wie sich die Beziehung zum Mann, die Einstellungen zur Lohnarbeit und zur Teilnahme am gesellschaftlichen Leben im Sinne wachsender Gleichberechtigung allmählich wandelt.

1.2. Die Rolle der Frau in der Familie

Traditionell ist die Rolle der Frau in der sizilianischen Gesellschaft auf die eines untergeordneten Familienmitgliedes beschränkt. Das bedeutet, dass die Frau in erster Linie ein Leben als Mutter, Tochter und Ehefrau führt. Von der Gesellschaft wird ihr ein Aktionsradius zuerkannt, der auf die Familie und deren Belange begrenzt ist. Als Mutter ist die Frau innerhalb der Familie jedoch Primärinstitution, da sie bei der Vermittlung kultureller Werte eine sehr wichtige Rolle spielt.[2] Diese Rolle berge, so Giordano, einerseits große Chancen, da mit der Rolle der Erzieherin ein großes Innovationspotenzial verbunden sei. Der starre Verhaltenkodex lasse ihr allerdings wenig Spielraum für emanzipatorische Schritte. Zum anderen biete ihr die festgelegte Rolle Verhaltenssicherheit, was aber auch intellektuelle und gefühlsmäßige Unbeweglichkeit einschließt. Insofern kann von der Frau keine große Veränderung ausgehen: Zwar ist sie diejenige, die kulturelle Werte vermittelt, jedoch immer nur jene, welche sie selbst kennen gelernt hat und die sich also über Jahrhunderte nicht geändert haben. Hinzu kommt, dass die Frau von den Informationsquellen des Ortes ausgeschlossen ist: Zur Öffentlichkeit hat sie keinen Zugang, die Verbindung zur selbigen wird nur über ihren Mann hergestellt. Sie hat auch keinen Zutritt zu den Bars, in denen ab Anfang der 1950er Jahre Fernseher stehen. Damit ist die Frau gefangen in einer abgeschlossenen Welt, in die neue Einflüsse schwer vordringen können.[3]

Eine sehr anschauliche Beschreibung des alltäglichen Lebens der Frauen liefert Rochefort:

Molte donne la mattina, una volta riordinate alla meglio le loro cose, si riaddormentano; poi restano sedute per ore davanti alla porta… Il ritmo letargico della giornata è interrotto solo dalle liti, dalle preghiere per i morti, dalle confessioni in chiesa, e dall’assistenza alle vicine partorienti.[4]

Das Leben der Frauen spielt sich fern von der modernen Welt ab und die Gedanken kreisen einzig um traditionelle Themen, etwas das Verhalten des Mannes, die Hochzeit der Tochter und die neue Kirche. Gegenüber dem Fortschritt sind sie misstrauisch.[5]

Das Festgelegt zu sein auf die Rolle innerhalb der Familie hat zur Folge, dass die Frau außerhalb der Familie nicht denkbar ist. Sie existiert nicht für sich selbst, sondern nur als Teil der Familie. Wenn die Frau, zum Beispiel weil sie eine Affäre mit einem anderen Mann hat, von der Familie verstoßen wird, bedeutet das gleichzeitig, dass sie von der Gesellschaft „gelöscht“ wird. Eine Frau ohne Familie („donna libera“) sei, so Rochefort, über Jahrhunderte hinweg ein Synonym für verlorene Frau („donna perduta“) gewesen.[6]

Die Rolle der Frau innerhalb der Familie kann man somit als sehr verfestigt beschreiben, was zum einen an der über Jahrhunderte bestehenden Tradition liegt, zum anderen aber auch daran, dass die Familie selbst eine sehr starke Stellung innerhalb der sizilianischen Gesellschaft besitzt. Daher wird im folgenden Kapitel die Rolle der Familie in Sizilien näher betrachtet.

1.3. Die Rolle der Familie in der sizilianischen Gesellschaft

Die patriarchalische Familie ist eine der Säulen, auf die sich die sizilianische Gesellschaft stützt.[7] Sie ist der Angelpunkt des moralischen Wertesystems und hat seit Jahrhunderten eine enorme Bedeutung in der sizilianischen Kultur. Der Wert der Familie steht über allen anderen Werten, zum Beispiel Patriotismus, berufliche Fähigkeiten oder Intelligenz.[8] Die familiären Beziehungen sind von außerordentlich großer Bedeutung. Es ist enorm wichtig, für die eigene Familie zu sorgen und zu versuchen, für die Familie das Beste für sie herauszuholen. Dabei verschließt sich die Familie gegenüber der Außenwelt, da das Wohl ihrer selbst über das Gemeinwohl gestellt wird. Mehr noch: das Wohl der Gemeinschaft ist nicht von Bedeutung.[9] Eine effektive Kooperation über Familiengrenzen hinaus ist sehr selten und widerspricht dem familistischen Verhaltensmuster. Außerdem bestehen enge Verwandtschaftsbeziehungen bis zum dritten und vierten Grad.[10] Diese auch als amoralischer Familismus bezeichnete Struktur führt laut Banfield dazu, dass ökonomischer Fortschritt und eine Verbesserung des Lebensstandards nicht möglich sind, da keinerlei Aktivitäten stattfinden, die über die Familie hinausreichen.[11]

Die Familie hat eine ökonomische, erzieherische und kulturelle Funktion. Teilweise beeinträchtigt sie auch die Freizügigkeit der jüngeren Arbeitskräfte: Es werden (meist durch das Familienoberhaupt) die persönliche Freiheit und die Freiheit der politischen Meinungsäußerung und Betätigung beschnitten.[12]

Der Süditaliener denkt in den Kategorien von Sippe und Stamm, demgegenüber seien Individuum und Staat zweitrangig. Diese Art zu denken nimmt dem Einzelnen den Elan, aktiv zu werden und etwas für die Zukunft zu tun. Damit einher geht auch die Bereitschaft der Sizilianer, sich in das unveränderliche Los ihres Schicksals zu fügen. Eine fatalistische Einstellung zum Leben ist weit verbreitet. Dies führt zu Inaktivität des Einzelnen. Auch lähmt die Autorität der Familie den Selbständigkeitsdrang der Heranwachsenden.[13]

Da die Familie einen so großen Einfluss auf ihre Mitglieder ausübt, wird klar, dass es für die Frau eine besondere Schwierigkeit darstellt, sich aus diesem Wertesystem, das in der Familie geronnen ist, zu befreien.

1.4. Die Mann-Frau-Beziehung: Ehrkonzept und rechtliche Lage

Nach den allgemeinen Ausführungen über die Rolle der Frau in der Familie und die Stellung der Familie in der sizilianischen Gesellschaft soll es nun konkret um die Beziehung zwischen Mann und Frau gehen.

Der eingeschränkte Aktionsradius der Frau lässt sich mit den herrschenden Vorstellungen über Ehre und Geschlechterrollen begründen. Die Frau muss, um ihre Ehre zu bewahren, bestimmte Normen erfüllen, die von der sozialen Gemeinschaft aufgestellt wurde, das heißt, sie muss stets bescheiden, zurückhaltend und scheu auftreten. Wenn sie sich oft in der Öffentlichkeit bewegt, wird geschlussfolgert, dass mit ihrem Schamgefühl und ihrem sexuellen Verhalten etwas nicht stimme. Die Frau gilt als dem Mann unterlegen und ist nicht nur physisch, sonder auch moralisch schwächer als der Mann. Daher muss sie von diesem bewacht werden. Diese Beaufsichtigung der Frau ist eine Aktivität, die die Autorität des Mannes legitimiert. Eine Frau kann aber auch durch ältere weibliche Familienmitglieder bewacht werden, deren Ehre nicht mehr bedroht werden kann.[14] So dürfen beispielsweise Frauen im heiratsfähigen Alter oder wenn sie lediglich verlobt sind, sich nur in Begleitung einer anderen Frau auf der Straße zeigen.[15]

Auch im Codice civile, der im Rahmen der Einigung Italiens im Jahr 1865 im ganzen Königreich eingeführt wurde, spiegelt sich ein Bild der Frau wider, die schwach ist und zugleich unfähig für ein gesellschaftlich aktives Leben. So ist im Artikel 131 festgeschrieben, dass der Ehemann das Oberhaupt der Familie ist und dass die Beziehung zwischen Ehemann und Ehefrau auf der Anerkennung der Autorität des Ehemannes durch die Ehefrau begründet sein muss. Laut Artikel 213 muss der Mann die Frau beschützen und die Frau muss dem Mann gehorchen (obbedire).[16]

Das Autoritätsprinzip wird auch an der Verwaltung der Finanzen deutlich: Der Mann war für die Finanzen der Familie verantwortlich, inklusive der Mitgift und der persönlichen Reichtümer der Frau. Die Frau durfte nur nach Zustimmung des Mannes ihr Eigentum selbst verwalten. Diese Zustimmung konnte der Mann jederzeit ohne Nennung eines Grundes zurücknehmen.[17] Begründet wurde die Betonung der Autorität des Mannes damit, dass so die soziale Ordnung sichergestellt werde und die Interessen der Familie bewahrt blieben.[18]

Der Ehebruch, der von der Frau ausging, galt als gefährlicher, als der, der vom Mann ausging, weil dadurch die Vaterschaft des Ehemanns nicht mehr sicher war und somit auch die Ehre der Familie gefährdet werden konnte. Daher durfte ein Mann sich von der Frau trennen, eine Frau hingegen nur dann, wenn der Mann sie zwang, mit der Geliebten zusammen zu leben. Die Doppelmoral wird daran deutlich, dass der Ehebruch, der vom Mann ausging, als weniger bedeutend angesehen wird, da er den häuslichen Frieden der eigenen Familie nicht bedroht. Auch die Abtreibung unterliegt der Doppelmoral. Sie war zwar illegal, wenn sie jedoch auf Entscheidung des Mannes hin geschah, war die Strafe milder, da man dann als Grund die Ehrenrettung annahm. Zu guter Letzt wird die durch das Gesetz legitimierte Autorität der Männer daran deutlich, dass Gewalt gegen Frauen durch Vater, Mann oder Bruder nicht als Verbrechen angesehen wurden. Auch in Bezug auf Straftaten zeigt sich, dass bei Mann und Frau mit zweierlei Maß gemessen wird. Wenn eine Frau ein Verbrechen beging, wurde sie milder bestraft als ein Mann, da eine Frau nicht in der Lage sei, die Konsequenzen ihres Verhaltens vorherzusehen und das Übel ihrer Tat nicht vollständig verstehen könne.[19]

Im Jahr 1975 fand eine durchgreifende Änderung der rechtlichen Lage statt: Die mittlerweile im Zivilgesetzbuch garantierte Gleichberechtigung von Mann und Frau wurde im Familienrecht verwirklicht.[20]

Auslöser für die Reform war die Einführung der Scheidung im Jahr 1970. Ab 1975 erwerben die Ehegatten mit der Eheschließung die gleichen Rechte und Pflichten. Beide müssen zum Unterhalt der Familie beitragen, jeder nach seinen Fähigkeiten und seinem Vermögen. Nach bisherigem Recht war der Mann verpflichtet, für den Unterhalt der Frau zu sorgen, die Frau besaß diese Verpflichtung jedoch nicht. Jedoch wird impliziert, dass von der Frau nicht mehr als die Haushaltsführung verlangt werden kann.[21] Also ist die Gleichberechtigung an diesem Punkt doch nicht vollständig durchgesetzt.

Die elterliche Gewalt, die vorher primär vom Vater ausging, geht nun auf beide Elternteile über. Die Eltern handeln im gegenseitigen Einvernehmen.[22]

Doch obwohl es in der Verfassung festgeschrieben ist, muss ein Gesetz nicht in die Praxis umgesetzt werden. Oft besteht ein großer Unterschied zwischen Gesetz und Praxis. In Sizilien kam noch in den 70er Jahren der Brauch des Frauenraubs vor, der auf die Antike zurückgeht: Die Frau wird verführt oder vergewaltigt. Dadurch kann sie zur Ehe gezwungen werden, da sie nun, da sie ihre Jungfräulichkeit verloren hat, eine Entehrte ist. Der sizilianische Sittenkodex besagt, dass die Entehrung nur durch Heirat wieder gutgemacht werden kann (matrimonio riparatore). Die Familie der Entehrten möchte ihre eigenen Ehre retten und übt Druck auf die Frau aus, in die Heirat einzuwilligen.[23]

Zwischen 1960 und 1975 hat sich die Beziehung der sizilianischen Frauen zu den Männern grundlegend geändert. Die Frauen möchten nicht länger geduldig auf den Mann warten, der sie auserwählt und sie wollen nicht mehr, dass die Ehe das Ende ihres Lebens darstellt, von wo an sie ihrem Mann untergeben sind und kaum noch eigene Entscheidungen treffen dürfen. Auch verweigern sie sich gegenüber der Virginität, die als Voraussetzung für die Eheschließung gefordert wird.[24]

Als Gründe, die zur Änderung der Einstellung der Frauen geführt haben, nennt Mafai die zunehmende Verbreitung der Antibabypille, verbesserte Schulbildung und das Fernsehen.

Auf weitere die Gründe, die zu dieser Änderung der Beziehung zwischen Mann und Frau führten, soll an späterer Stelle eingegangen werden.

Um 1900 war die Autorität des Mannes vom Gesetz her festgeschrieben. Diese Autorität hielt sich in Sizilien bis in die 60er Jahre, was man den stark in der Gesellschaft verwurzelten Ehrkonzepten zuschreiben kann. Damit sich die Rolle der Frau innerhalb der Familie verändern kann und damit sie sich ihrer Selbst und der Rechte ihrer Person bewusst wird, ist die Erwerbsarbeit ein wichtiger Katalysator. Im folgenden Kapitel wird untersucht, wie das Verhältnis zur Berufstätigkeit aussieht und welche Rolle diese im Leben der sizilianischen Frau im 20. Jahrhundert spielt.

1.5. Weibliche Berufstätigkeit

Frauenarbeit wurde in Sizilien lange Zeit als unerhört angesehen. Es entsprach den Ehrvorstellungen des Mannes, selbst für den Unterhalt der Familie zu sorgen. Man war sehr stark in den Rollenkonzepten verwurzelt, die die Frau innerhalb der Familie und vor allem innerhalb des Hauses sahen, wo sie eine, wie Pirandello es nennt, „poesia intima e cara“[25], herstellen sollte. Außerhäusliche Arbeit konnte für eine Frau den Verlust der Ehre bedeuten. Ein weiterer, bedeutender Grund Punkt ist, dass körperliche Arbeit im Allgemeinen in Sizilien eher negativ konnotiert war. „Il rapporto con la terra e gli animali è sentito come sporco e degradante.“[26]

Wenn man nicht arbeiten musste, galt dies als Zeichen von Vornehmheit. Im Jahr 1946 hieß ein Slogan der PCI, der die Bevölkerung davon abhalten wollte, die Kommunisten zu wählen: „I communisti vogliono far lavorare le donne.“[27] Dieser Slogan war erfolgreich, was beispielsweise in der Lombardei undenkbar gewesen wäre.[28]

[...]


[1] Krasberg 1979, zitiert nach: Cabellero, M./Thiem, H./Wessel, M.: „Sizilianische Frauen.“ In: Giordano, C./Greverus, I.-M. (Hg.), Sizilien – die Menschen, das Land und der Staat. Frank­furt/M: Institut für Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität , 1986, S. 271-322, S. 271.

[2] Cabellero u. a. (1986), S. 272 f.

[3] Cabellero u. a. (1986), 272 f.

[4] Rochefort (1961) zitiert nach Mafai, Simona: “Le siciliane”, in: Essere donna in Sicilia, hg. von Mafai, Simona u. a. Roma: Editori riuniti, 1976 S. 7-81, S. 11.

[5] Ebd., S. 11.

[6] Mafai (1976), S. 49 ff.

[7] Mafai (1976), S. 48.

[8] Ebd., S. 48.

[9] Ebd., S. 48.

[10] Reimann, Horst, Helga Reimann: Sizilien: Studien zur Gesellschaft und Kultur. Augsburg: Maro, 1985, S. 10.

[11] Röbbel, Nathalie: Familie in Italien an der Schwelle zum 21. Jahrhundert. Familie zwischen sozialem Konstrukt, kulturellem Muster und kontigenter Wirklichkeit. Münster: Lit, 2006.

[12] Schinzinger, Francesca: Die Mezzogiorno-Politik: Möglichkeiten und Grenzen der Agrar- und Infrastrukturpolitik. Berlin: Duncker & Humblot, 1970, S. 269.

[13] Ebd., S. 43.

[14] Giordano, Christian: „Der Ehrkomplex im Mittelmeerraum: sozialanthropologische Konstruktion oder Grundstruktur mediterraner Lebensformen?“, in: Ehre. Archaische Momente in der Moderne, hg. von Ludgera Vogt und Arnold Zingerle. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1994, S. 172-192, S. 174 ff.

[15] Reimann (1985), S. 9.

[16] Graziosi (2000), S. 9.

[17] Graziosi, Mariolina: La donna e la storia. Identità di genere e identità collettiva nell’Italia liberale e fascista. Napoli: Liguori, 2000, S. 9.

[18] Ebd., S. 10.

[19] Ebd., S. 11.

[20] Grunsky, Wolfgang: Italienisches Familienrecht. Eine Darstellung für die deutsche Praxis. Verlag für Standesamtswesen. Frankfurt am Mai 1978, S. 34 ff.

[21] Grunsky 1978, S. V.

[22] Grunsky 1978, S. V.

[23] Polaczek, Dietmar: Geliebtes Chaos Italien. München u. a.: Koehler & Amelang, 1998, S. 230.

[24] Mafai (1976), S. 12.

[25] Pirandello (hg. von Lo Vecchio Musti 1960), zitiert nach Kleinert, Susanne: Geschlechterrollen und Modernisierungserfahrung in Pirandellos L’esclusa. Universität des Saarlandes. http://scidok.sulb.uni-saarland.de/volltexte/2007/995/pdf/kleinert.pdf, Zugriff am 31.07.09, S. 139.

[26] Hess (1973), zitiert nach Mafai (1976), S. 9.

[27] Mafai (1976) S. 9.

[28] Ebd., S. 9.

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Details

Titel
Das Frauenbild in der sizilianischen Literatur und Gesellschaft
Untertitel
Am Beispiel der Romane "L’esclusa" von Luigi Pirandello (1901) und "Volevo i pantaloni" von Lara Cardella (1989)
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg  (Institut für Romanistik)
Note
2,5
Autor
Jahr
2009
Seiten
43
Katalognummer
V151997
ISBN (eBook)
9783640639823
ISBN (Buch)
9783640640058
Dateigröße
666 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Frau, Sizilien, Gesellschaft, Literatur, 20. Jahrhundert, Novecento, Pirandello, Lara Cardella
Arbeit zitieren
Ute Drechsler (Autor), 2009, Das Frauenbild in der sizilianischen Literatur und Gesellschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/151997

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