Wie sieht die demographische Struktur der Senioren in der BRD aus? Was bewegt einen Menschen dazu, in ein Heim zu ziehen? Welche Faktoren unterscheiden Senioren in Heimen und in Privathaushalten? Ein DFG-Projekt gibt dazu erstmals für Gesamt-Deutschland Auskunft.
Diese Arbeit entstand in engem Zusammenhang mit dem Forschungsprojekt ‘Der Heimeintritt alter Menschen und Chancen seiner Vermeidung’, das derzeit am Institut für Soziologie der Universität Heidelberg durchgeführt wird und von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wird. Der Antragsteller dieses Projektes ist Herr Prof. Dr. Thomas Klein.
Im Rahmen seiner Tätigkeit als wissenschaftliche Hilfskraft war der Autor innerhalb des Projektteams an Fragebogenkonstruktion, Auswertung des Pretests, Vorbereitung und Durchfüh-rung der Haupterhebung sowie schließlich an der Aufbereitung und Auswertung des Altenheimsurvey beteiligt.
Gliederung
1. Einleitung
1.1. Entdeckungszusammenhang
1.2. Untersuchungsgegenstand und Fragestellung
1.3. Forschungslogik und Vorgehensweise
2. Einordnung der Fragestellung in die aktuelle Forschung
2.1. Grundlegende Ergebnisse zur Lebenssituation
2.1.1. Soziostrukturelle Merkmale
2.1.2. Gesundheitszustand
2.1.3. Soziale Netzwerke
2.1.4. Wohnsituation
2.2. Grundlegende Ergebnisse zu Heimeintrittsgründen
2.3. Forschungsdefizite
2.4. Zusammenfassung
3. Hypothesen zur Fragestellung
3.1. Hypothesen zur Lebenssituation älterer Menschen
3.2. Hypothesen zu Heimeintrittsgründen
3.3. Zusammenfassung
4. Daten und Methoden
4.1. Konstruktion der Datengrundlage
4.1.1. Die Ursprungsdatensätze
4.1.1.1. Die Auswahl des Datenmaterials
4.1.1.2. Konzeption und Grundgesamtheit des Altenheimsurvey
4.1.1.3. Konzeption und Grundgesamtheit des Sozio-Ökonomischen Panel
4.1.2. Zusammenführung der Ursprungsdatensätze
4.1.2.1. Angleichung des Altenheimsurvey
4.1.2.2. Angleichung des Sozio-Ökonomischen Panel
4.1.2.3. Zusammenführung und Gewichtung
4.2. Anmerkungen zur externen Validität.
4.3. Methoden
4.4. Zusammenfassung
5. Eigene Berechnungen
5.1. Ergebnisse zur Lebenssituation
5.1.1. Soziostrukturelle Merkmale
5.1.2. Gesundheitszustand
5.1.3. Soziale Netzwerke
5.1.4. Wohnsituation
5.2. Ergebnisse zu den Heimeintrittsgründen
5.2.1. Subjektive Heimeintrittsgründe
5.2.2. Objektive Heimeintrittsgründe
5.3. Zusammenfassung
6. Weiterführende Diskussion der Ergebnisse
7. Schlußfolgerungen und Überlegungen zum Verwertungszusammenhang
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Lebenssituation von über 60-jährigen Bundesdeutschen in Privathaushalten sowie in Einrichtungen der stationären Altenhilfe, um Determinanten für den Heimeintritt zu identifizieren und die bisherige Datenlage durch eine eigene Konstruktion einer Datengrundlage zu verbessern.
- Vergleich soziostruktureller Merkmale von Heimbewohnern und Bewohnern in Privathaushalten.
- Analyse des Gesundheitszustands als maßgeblicher Einflussfaktor.
- Untersuchung der Bedeutung sozialer Netzwerke und familiärer Unterstützung.
- Einfluss der Wohnsituation auf die Heimeintrittswahrscheinlichkeit.
- Multivariate Analyse objektiver Prädiktoren für einen Heimeintritt.
Auszug aus dem Buch
1.2. Untersuchungsgegenstand und Fragestellung
Untersuchungsgegenstand (Aussagegesamtheit) der vorliegenden Arbeit sind alle über 60jährige Bundesdeutsche, die die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen. Die Altersgrenze von 60 Jahren wurde deshalb gewählt, weil etwa mit diesem Alter der Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand erfolgt. Auch wenn die Altergrenze für den Übergang in den Ruhestand gemäß der gesetzlichen Rentenversicherung in der Regel bei über 60 Jahren liegt, beträgt das derzeitige Durchschnittsalter bei Eintritt in den Ruhestand in der Praxis ca. 59 Jahre für Männer und etwa 62 Jahre für Frauen (STATISTISCHES BUNDESAMT 1991: 14).
Unter soziologischer Perspektive läßt sich diese Aussagegesamtheit in zwei Subgruppen unterteilen: einmal in Personen, die in Privathaushalten leben, und zum anderen in die sog. Heimbevölkerung, in die Personen also, die in Institutionen (bspw. in Altenwohnheimen, Altenheimen und Altenpflegeheimen) untergebracht sind. Nun ist bekannt, daß die Platzzahl in Einrichtungen der stationären Altenhilfe seit Jahren kontinuierlich ansteigt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der demographischen Alterung in Deutschland ein, definiert den Untersuchungsgegenstand der über 60-jährigen Bevölkerung und formuliert die zentrale Fragestellung der Arbeit.
2. Einordnung der Fragestellung in die aktuelle Forschung: Das Kapitel bietet eine Bestandsaufnahme zum aktuellen Forschungsstand bezüglich der Lebenssituation und Heimeintrittsgründe älterer Menschen und arbeitet bestehende Forschungsdefizite heraus.
3. Hypothesen zur Fragestellung: Auf Basis des Forschungsstandes werden spezifische Hypothesen zur Lebenssituation und zu den Gründen eines Heimeintritts abgeleitet, die im weiteren Verlauf empirisch geprüft werden sollen.
4. Daten und Methoden: Hier wird die Konstruktion der eigenen Datengrundlage aus verschiedenen Quellen wie dem Sozio-Ökonomischen Panel (SOEP) und dem Altenheimsurvey (AHS) detailliert beschrieben und methodisch begründet.
5. Eigene Berechnungen: Dieses Kapitel präsentiert die empirischen Ergebnisse zu den soziostrukturellen Merkmalen, der Gesundheit, den sozialen Netzwerken und der Wohnsituation sowie die Ergebnisse der multivariaten Analysen zu Heimeintrittsgründen.
6. Weiterführende Diskussion der Ergebnisse: Die Ergebnisse werden in einen breiteren wissenschaftlichen Kontext gestellt und hinsichtlich ihrer theoretischen Bedeutung kritisch diskutiert.
7. Schlußfolgerungen und Überlegungen zum Verwertungszusammenhang: Abschließend werden politische Implikationen abgeleitet und der Bedarf an weiterführender Forschung, insbesondere zur Lebenssituation älterer Menschen, unterstrichen.
Schlüsselwörter
Heimeintritt, Lebenssituation, Altenhilfe, Demographische Alterung, Gesundheitszustand, soziale Netzwerke, Privathaushalte, Sozio-Ökonomisches Panel, Altenheimsurvey, Institutionalisierung, Wohnsituation, Familienstand, multivariate Analyse, Prädiktoren, Senioren.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Lebenssituation älterer Menschen (über 60 Jahre) in Deutschland und untersucht die Faktoren, die zu einem Heimeintritt führen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Felder sind die soziostrukturellen Merkmale, der Gesundheitszustand, die Struktur sozialer Netzwerke und die Wohnsituation der Betroffenen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, sowohl subjektive Beweggründe als auch objektive Prädiktoren für den Umzug in ein Heim zu identifizieren und die Repräsentativität der Datenlage zu verbessern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden Tabellenanalysen zur deskriptiven Darstellung und die logistische Regressionsrechnung zur multivariaten Analyse objektiver Prädiktoren eingesetzt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der methodischen Konstruktion des Datensatzes aus SOEP und AHS sowie der anschließenden detaillierten Analyse und Diskussion der empirischen Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Heimeintritt, Lebenssituation, Altenhilfe, Institutionalisierung und soziale Netzwerke.
Welchen Einfluss hat das Geschlecht auf den Heimeintritt?
Die multivariate Analyse zeigt, dass unter Kontrolle von Alter und Familienstand kein eigenständiger Geschlechtseffekt vorliegt; der höhere Frauenanteil in Heimen erklärt sich vor allem durch deren höhere Lebenserwartung und das höhere Verwitwungsrisiko.
Welche Bedeutung hat die Wohnsituation für den Heimumzug?
Wohnungsmängel und ein fehlender Ausstattungsstandard erhöhen die Wahrscheinlichkeit eines Umzugs, wobei das Vorhandensein moderner Ausstattung wie einer Zentralheizung das Eintrittsrisiko tendenziell vermindert.
- Arbeit zitieren
- Privatdozent Dr. Sven Schneider (Autor:in), 1996, Ältere Bundesbürger in Privathaushalten und in Einrichtungen - Lebenssituation und Heimeintrittsgründe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/152