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Das russische Internet

Title: Das russische Internet

Term Paper , 2009 , 15 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Ute Drechsler (Author)

Russian / Slavic Languages
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Summary Excerpt Details

In dieser Hausarbeit soll hinterfragt werden, welche Besonderheiten das russische Internet, bedingt durch die Entstehungsgeschichte und die aktuelle politische, soziale und wirtschaftliche Lage in Russland, aufweist. Um dies zu untersuchen, wird zunächst in einem geschichtlichen Abriss beleuchtet, wie das Internet in Russland entstand. Danach soll es um die Versuche der staatlichen Einflussnahme auf das Internet gehen. Ein besonderer Schwerpunkt wird auf die Inhalte der russischen Internetlandschaft gelegt werden. Dabei soll der Frage nachgegangen werden, ob es bestimmte Nutzungsweisen des Internet in Russland gibt, die man als länderspezifisch und mentalitätsbedingt bezeichnen kann. Im zweiten Drittel der Arbeit wird es darum gehen, mit welchen Metaphern das Internet in Russland belegt ist und wie es in die russische Kultur integriert wird und wurde. „Typisch russisch“ heißt es auch im abschließenden Kapitel, das sich mit einem „speziell russischen“ Volksvergnügen beschäftigt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Geschichte des russischen Internet

2. Zensur – Versuche staatlicher Einflussnahme auf das Internet

3. Politische Desinformation und schwarze PR

4. Die russische Internetlandschaft heute – Inhalte

5. Semantisierung des Internet und Implementierung in die russische Kultur

6. Exkurs: Tastaturweitwurf als Versöhnung der On- und Offline-Welt

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die spezifischen Merkmale des russischen Internets unter Berücksichtigung historischer Entwicklungsbedingungen, staatlicher Einflussnahme sowie soziokultureller Integrationsprozesse in Russland.

  • Historische Genese und staatliche Regulierungsversuche des russischen Internets
  • Die Rolle von Desinformation und politischer „schwarzer PR“
  • Strukturen der russischen Internetlandschaft und originäre Netzangebote
  • Theoretische Debatten zur Kultureinbettung und Nationalisierung des Internets

Auszug aus dem Buch

1. Geschichte des russischen Internet

Die Entwicklung des Internet in Russland erfolgte unter erschwerten Bedingungen: Mit der Cocom-Initiative erließen die westlichen Verbündeten 1949 ein Import-Embargo in die Länder des Warschauer Paktes, das zum Ziel hatte, die ökonomische und militärische Entwicklung des Ostblocks zu schwächen. Dieses politisch motivierte Embargo schloss u. a. auch Güter der Informationstechnologie ein und war insofern erfolgreich, da die Sowjetunion nicht in der Lage war, diesen Wettbewerbsrückstand aufzuholen.

In den 80er Jahren gab es Versuche von Seiten des Staates, akademische Computernetzwerke aufzubauen, die jedoch am Desinteresse ihrer potentiellen Nutzer scheiterten. Der Grund dafür lag wohl darin, dass sowjetische Wissenschaftler eine stärkere staatliche Kontrolle ihrer Arbeit befürchteten.

Mit dem Zusammenbruch der SU 1991 war der russische Staat vor große politische und wirtschaftliche Probleme gestellt und maß der Entwicklung neuer Telekommunikationstechnologien keine große Bedeutung bei. Das Internet konnte sich so weitgehend unabhängig vom Staat entwickeln. Dies hatte einerseits zur Folge, dass sich das Internet frei entfalten konnte und zu einem Ort des Meinungspluralismus wurde, andererseits entwickelte es sich aber auch im Vergleich zu den westeuropäischen Ländern viel langsamer, da die staatliche Förderung fehlte. Aus diesem Grund erlangten Förderprogramme ausländischer Stiftungen eine große Bedeutung. So wurde zum Beispiel die Initiative GlasNet, die 1990 ihren Anfang nahm, von der amerikanischen Association for Progressive Communications gefördert. GlasNet baute ein nichtkommerzielles Computernetzwerk auf, das vor allem gemeinnützigen Gruppen wie Menschenrechtlern und Umweltschützern einen kostenlosen Internetzugang ermöglichen sollte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Geschichte des russischen Internet: Der Abschnitt beleuchtet die schwierigen Anfänge des Internets in der Sowjetära und der Transformationsphase nach 1991, geprägt von staatlicher Skepsis und dem Einfluss ausländischer Förderinitiativen.

2. Zensur – Versuche staatlicher Einflussnahme auf das Internet: Dieses Kapitel analysiert die politischen Debatten über staatliche Regulierungsversuche und die Frage, inwieweit das Internet als zensurfreier Raum erhalten bleibt.

3. Politische Desinformation und schwarze PR: Hier wird untersucht, wie politische Akteure das Internet instrumentalisieren, um durch gezielte Falschinformationen das Image der Konkurrenz zu schädigen.

4. Die russische Internetlandschaft heute – Inhalte: Das Kapitel widmet sich der Bedeutung von originären Netzzeitungen und Weblogs sowie der wissenschaftlichen Debatte, ob das russische Internet länderspezifische kulturelle Merkmale aufweist.

5. Semantisierung des Internet und Implementierung in die russische Kultur: Die Autoren analysieren die Metaphern, mit denen das Internet im russischen Diskurs belegt wird, und diskutieren die kulturelle Identitätsbildung im digitalen Raum.

6. Exkurs: Tastaturweitwurf als Versöhnung der On- und Offline-Welt: Anhand einer speziellen Freizeitaktivität wird der Frage nachgegangen, wie in Russland versucht wird, die Kluft zwischen virtueller und realer Welt zu überbrücken.

Schlüsselwörter

Russisches Internet, Runet, staatliche Zensur, politische Desinformation, schwarze PR, digitale Kultur, Weblogs, Medienlandschaft, Internetregulierung, nationale Identität, Online-Kommunikation, GlasNet, Netzpolitik, Internetnutzung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Besonderheiten des russischen Internets und wie diese durch die historische Entwicklung sowie die politische und soziale Lage in Russland geprägt sind.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit konzentriert sich auf die Entstehungsgeschichte, staatliche Regulierungsversuche, Desinformationskampagnen, die inhaltliche Struktur des russischen Webs sowie die kulturelle Integration des Internets.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu hinterfragen, welche länderspezifischen oder mentalitätsbedingten Nutzungsweisen des Internets in Russland bestehen und wie sich das Medium in die russische Kultur integriert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine medienwissenschaftliche Hausarbeit, die auf einem geschichtlichen Abriss sowie der Auswertung von Fachliteratur, Experteninterviews und bestehenden Internet-Studien basiert.

Was wird im Hauptteil analysiert?

Der Hauptteil gliedert sich in die politische Instrumentalisierung des Internets (Zensur und schwarze PR), die Analyse der Inhalte (Netzzeitungen und Weblogs) sowie die semantische Einbettung des Internets in den russischen kulturellen Kontext.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Runet, politische Desinformation, staatliche Kontrolle, kulturelle Integration, nationale Identität und die Entwicklung der russischen Internetlandschaft.

Was besagt die Debatte um die „Nationalisierung“ des Internets?

Es gibt wissenschaftliche Kontroversen: Während einige Autoren eine spezifisch russische Identität im Netz sehen, betonen andere, dass das russische Internet primär globalen Standards folgt und nur durch externe politische Faktoren beeinflusst wird.

Was hat es mit dem „Tastaturweitwurf“ auf sich?

Der Tastaturweitwurf wird als Exkurs angeführt, um zu illustrieren, wie reale, „typisch russische“ Volksvergnügen dazu genutzt werden, die Dichotomie zwischen der virtuellen Internetwelt und der physischen Realität zu überwinden.

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Details

Title
Das russische Internet
College
Martin Luther University  (Institut für Slavistik)
Course
Medien in Russland Ende des 20. und Beginn des 21. Jahrhunderts
Grade
1,7
Author
Ute Drechsler (Author)
Publication Year
2009
Pages
15
Catalog Number
V152003
ISBN (eBook)
9783640637843
ISBN (Book)
9783640638017
Language
German
Tags
Internet Russland Geschichte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ute Drechsler (Author), 2009, Das russische Internet, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/152003
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