Die dunkle Seite der Führung im sozialen Kontext: Eine explorative Untersuchung zum Narzissmus in der Freiwilligenarbeit.
Freiwilligenarbeit spielt im sozialen Kontext eine zentrale Rolle. Die Führung von Freiwilligen ist dabei entscheidend für deren Gewinnung und Bindung. Bisherige Forschung konzentriert sich jedoch überwiegend auf positive Führungsqualitäten. Die vorliegende Arbeit widmet sich der bislang vernachlässigten „dunklen Seite“ der Führung, insbesondere dem Narzissmus, und untersucht dessen mögliche Auswirkungen auf die Freiwilligenarbeit.
Ausgehend von der These, dass auch im sozialen Bereich negative Führungsstile existieren können, wird die Frage gestellt, inwiefern narzisstische Persönlichkeitsmerkmale bei Führungspersonen in der Freiwilligenarbeit zu finden sind und welche Auswirkungen dies auf die Motivation und das Engagement von Freiwilligen hat. Ziel ist es, durch eine Gegenüberstellung der Persönlichkeitsmerkmale und Motive von Freiwilligen und narzisstischen Führungskräften erste Erkenntnisse zu gewinnen und mögliche Schnittmengen oder Wechselwirkungen aufzuzeigen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definitionen
2.1 Bad Management
2.2 Die dunkle Triade des Bad Managements
2.3 Freiwilligenarbeit
2.4 Macht
2.5 soziale Organisation
3. aktuelle Theorien
3.1 der Narzissmus des Bad Managements in sozialen Organisationen
3.2 Freiwilligenarbeit in sozialen Organisationen
3.2.1 Motivation
3.2.2 Demotivation
4. Das Zusammenspiel von narzisstischen Führenden und Freiwilligen
5. Zusammenfassung
6. Ausblick / Fazit
Zielsetzung & Forschungsthemen
Die Arbeit untersucht die bislang vernachlässigte „dunkle Seite“ von Führung in sozialen Organisationen, insbesondere den Einfluss narzisstischer Persönlichkeitsmerkmale auf die Freiwilligenarbeit. Das zentrale Ziel ist es, die Wechselwirkungen zwischen dem Bedürfnisgefüge narzisstischer Führungspersonen und den Motiven von Freiwilligen explorativ zu analysieren, um destruktive Dynamiken aufzudecken und präventive Ansätze zu skizzieren.
- Analyse des Bad Managements und der dunklen Triade im Sozialwesen.
- Gegenüberstellung von narzisstischen Führungsmotiven und Freiwilligenbedürfnissen.
- Identifikation von Konfliktpotenzialen in der Zusammenarbeit.
- Diskussion der Auswirkungen von Führung auf Motivation und Commitment von Freiwilligen.
- Ableitung von Interventionsmöglichkeiten für ein gesundes Organisationsklima.
Auszug aus dem Buch
Zusammenspiel
Da der Narzissmus einen Mangel an Empathie aufweist, ein schlechter Zuhörer ist und seine eigenen Bedürfnisse uneingeschränkt über andere stellt, wird dieser dem Bedürfnis nach Anerkennung kaum oder nicht nachkommen. Vielmehr ist es dem narzisstischen Mensch zu eigen, Leistungen andere als eigene zu verkaufen. Schließlich ist das oberste Ziel der narzisstischen Führung bewundert zu werden. Er kann das Bedürfnis nach Anerkennung beim Freiwilligen nicht bedienen. Schon gar nicht, dass das keine einmalige Erwartung ist, sondern eher in einem “kontinuierlichen Interesse an ihrer Person und ihrer Leistung” (Redmann, 2023, S. 51) gesehen werden kann. Dies müsste zum einen der Narzisst/ die Narzisstin wahrnehmen, was er/ sie auf Grund der mangelhaften Empathie nicht kann und zum anderen müsste er/ sie sein eigenes Bedürfnis hinten anstellen. Ein Charakterzug, der dem Narzissmus nicht zu eigen ist. Der eigene Wunsch nach Anerkennung steht zu jeder Zeit an erster Stelle.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beleuchtung der zunehmenden Bedeutung der Freiwilligenarbeit und der Thematisierung von "Bad Management" im Sozialwesen als bisher vernachlässigtes Forschungsfeld.
2. Definitionen: Fundierte begriffliche Einordnung von Bad Management, der dunklen Triade, Freiwilligenarbeit, Macht sowie sozialen Organisationen.
3. aktuelle Theorien: Detaillierte Analyse des Narzissmus im Kontext sozialer Organisationen und Untersuchung der komplexen Motiv- und Demotivationslagen von Freiwilligen.
4. Das Zusammenspiel von narzisstischen Führenden und Freiwilligen: Kernstück der Arbeit, welches die Interaktion zwischen den Bedürfnissen narzisstischer Führungskräfte und verschiedenen Freiwilligen-Motiven (Anerkennung, Organisation, Helfen etc.) gegenüberstellt.
5. Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse, die bestätigt, dass Narzissmus im Sozialwesen existiert und Konflikte mit den Bedürfnissen von Freiwilligen vorprogrammiert sind, sofern keine systemische Gegensteuerung erfolgt.
6. Ausblick / Fazit: Forderung nach einem Paradigmenwechsel weg von heroischen Führungsbildern hin zu einer ethisch verankerten, kollektiven und wertschätzenden Führungskultur im Sozialwesen.
Schlüsselwörter
Freiwilligenarbeit, Bad Management, Narzissmus, dunkle Triade, Sozialwesen, Führung, intrinsische Motivation, Machtmissbrauch, Ehrenamt, Organisationskultur, Bedürfnisbefriedigung, soziale Organisationen, Führungsstile, Konfliktpotenzial, Anerkennung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob und wie narzisstische Führungskräfte im sozialen Sektor agieren und welche Auswirkungen ihr Verhalten auf die engagierten Freiwilligen hat.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Die Studie verknüpft organisationspsychologische Erkenntnisse zum Bad Management mit dem spezifischen Feld der Freiwilligenarbeit und der Motivationspsychologie.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Das Ziel ist es, Wechselwirkungen zwischen narzisstischen Bedürfnissen und den Motiven von Freiwilligen aufzudecken, um die destruktiven Konsequenzen einer solchen Führung auf das Ehrenamt zu verdeutlichen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde gewählt?
Es handelt sich um eine explorative Untersuchung, die auf Basis einer umfassenden Literaturanalyse und dem Vergleich theoretischer Konstrukte erarbeitet wurde.
Welche Aspekte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?
Im Hauptteil wird analysiert, wie narzisstische Charakterzüge auf verschiedene Freiwilligenmotive – wie den Wunsch nach Anerkennung, Helfen oder Organisation – treffen und welche negativen oder problematischen Folgen daraus entstehen.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie "Narzissmus", "Freiwilligenarbeit", "Bad Management" und "Sozialmanagement" zusammenfassen.
Wie reagieren narzisstische Führungskräfte typischerweise auf Kritik durch Freiwillige?
Laut der Arbeit reagieren sie höchst übersensibel auf Kritik, da sie diese als Bedrohung ihrer "Großartigkeit" empfinden und versuchen, die Kritik abzuwehren oder das Umfeld zugunsten ihrer Selbstdarstellung zu manipulieren.
Welche präventiven Ansätze bietet der Anhang für die Praxis?
Der Anhang enthält konkrete Interventionsmöglichkeiten, wie eine werteorientierte Personalauswahl, die Förderung geteilter Führung, die Einrichtung externer Beschwerdestellen und die Entwicklung ethischer Richtlinien für Führungskräfte.
- Arbeit zitieren
- Maxi Pfeiffer-Barth (Autor:in), 2024, Bad Management im Sozialwesen. Der Narzissmus der dunklen Triade des Bad Managements und die Freiwilligenarbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1520050