Laut neuester OECD-Studie „Umweltausblick bis 2030" sollen die globalen Durchschnittstemperaturen bis zum Jahr 2030 um 1,7 bis 2,4 Grad Celsius ansteigen, was Hitzewellen, Stürme, Dürreperioden und Überschwemmungen zur Folge haben soll. Außerdem muss mit einem Rückgang der Artenvielfalt sowie Wasserknappheit bei gut einem Drittel der Weltbevölkerung gerechnet werden. Verursacher dieses Klimawandels sind die durch die Globalisierung hervorgerufene weltweite Ausdehnung von Industrie, Landwirtschaft und der Ausbau der Infrastruktur .
Infolge der Globalisierung und des dadurch steigenden Aufkommens des Güterverkehrs nehmen die transportbedingten Emissionen zu, insbesondere die die Erdatmosphäre schädigenden Kohlenstoffdioxidemissionen (CO2). Somit hat sich der Verkehrssektor zu der weltweit größten Emittentengruppe von CO2 entwickelt. Dies bedeutet, dass zukünftig vor allem Logistikverantwortliche neben der Kostenoptimierung ihre Anstrengungen auf die Reduktion von Schadstoffemissionen im Logistiknetzwerk und in den Lieferketten legen müssen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
1.1 Relevanz und Problemstellung des Themas
1.2 Themenabgrenzung
1.3 Aufbau der Arbeit
1.4 Umweltfokussierung der Logistik in der Fachpresse und Standardliteratur
1.4.1 Aktuelle Fachpublikationen
1.4.2 Logistik und Ökologie in der Literatur
2. Supply Chain Management im Spannungsfeld von Nachhaltigkeit und Logistik
2.1. Nachhaltigkeit
2.2 Logistik
2.2.1 Begriff und Gegenstand der Logistik
2.2.2 Entwicklungsphasen der Logistik
2.2.3 Interpretationsformen der Logistik
2.3 Zusammenhang von Nachhaltigkeit und Logistik
3. Umweltschutz in und zwischen Unternehmen
3.1 Betriebliches Umweltmanagement
3.1.1 Eco-Management and Auditing Scheme
3.1.2 Umweltmanagementsystem nach DIN EN ISO 14001
3.2 Stoffstrommanagement
3.2.1 Aufgaben und Nutzen des Stoffstrommanagements
3.2.2 Formen des Stoffstrommanagements
3.3 Verhältnis zwischen Umwelt- und Stoffstrommanagement
3.4 Fazit
4. Gestaltung, Koordination und Umweltorientierung von Lieferketten
4.1 Gestaltung und Koordination von Lieferketten
4.1.1 Supply Chain
4.1.2 Supply Chain Management
4.2 Integration von Umweltschutz in der Supply Chain
4.2.1 Umweltschutz und Supply Chain
4.2.2 Ökologische Problemfelder, Ansatzpunkte und Maßnahmenvorschläge für eine Umweltorientierung in der Supply Chain
5. Die Hauptbereiche der Supply Chain
5.1 Beschaffung
5.1.1 Regionale Verteilung der Lieferanten
5.1.2 Lieferantenauswahl und Lieferantenbewertung
5.1.3 Zwischenfazit
5.2 Transport und Umschlag
5.3 Verkehrsträgerwahl
5.3.1 Seegüterverkehr
5.3.1.1 Prozessabläufe des Seegüterverkehrs
5.3.1.2 Emissionen des Seefrachtverkehrs und Umweltschutzmaßnahmen
5.3.1.3 Zwischenfazit
5.3.2 Luftfrachtverkehr
5.3.2.1 Prozessabläufe des Luftfrachtverkehrs
5.3.2.2 Emissionen des Luftfrachtverkehrs und Umweltschutzmaßnahmen
5.3.2.3 Zwischenfazit
5.3.3 Straßengüterverkehr
5.3.3.1 Prozessabläufe des Straßengüterverkehrs
5.3.3.2 Emissionen des Straßengüterverkehrs und Umweltschutzmaßnahmen
5.3.3.3 Zwischenfazit
5.3.4 Schienengüterverkehr
5.3.4.1 Prozessabläufe des Schienengüterverkehrs
5.3.4.2 Emissionen des Schienengüterverkehrs und Umweltschutzmaßnahmen
5.3.4.3 Zwischenfazit
5.4 Güterverkehrszentren und Citylogistik
5.5 Fazit
6. Beispiel für die Umsetzung von Umweltschutzmaßnahmen anhand einer fiktiven Konsumgütersendung aus China
6.1 Sendungsbeschreibung
6.2 Emissions- und Kostenvergleich Seefracht vs. Luftfracht
6.2.1 CO2-Emissionen Seefracht vs. Luftfracht
6.2.2 Transportkosten Seefracht vs. Luftfracht
6.4 Handlungsempfehlung
7. Fazit und Ausblick
7.1 Zusammenfassung
7.2 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Möglichkeiten zur Reduktion von CO2-Emissionen in Lieferketten aus der Perspektive eines Handelsunternehmens am Ende der Supply Chain. Ziel ist es, auf Basis einer ökonomischen Analyse ökologische und ökonomische Zielkonflikte bei der Wahl von Verkehrsträgern und Sourcing-Strategien aufzuzeigen, um nachhaltige Logistikkonzepte wettbewerbsfähig zu gestalten.
- Nachhaltigkeit im Kontext des Supply Chain Managements (Green SCM)
- Methoden und Instrumente des betrieblichen Umwelt- und Stoffstrommanagements
- Analyse und Vergleich der großen Verkehrsträger hinsichtlich Energieeffizienz, Kosten und Emissionen
- Praxisbeispiel für eine Konsumgütersendung aus China mit Kosten- und Emissionsvergleich
- Handlungsempfehlungen für eine umweltorientierte Gestaltung von Lieferketten
Auszug aus dem Buch
5.3.1.2 Emissionen des Seefrachtverkehrs und Umweltschutzmaßnahmen
Durch den stetig fortschreitenden Ausbau der Schiffsflotten und deren Einsatz wird die Umwelt durch die entsprechend steigenden Schadstoffemissionen extrem belastet und nachhaltig geschädigt.
Durch die Seeverkehrswirtschaft wird die Umwelt besonders durch zunehmende Verkehrsbauten, wie z.B. Hafenanlagen, Containerdepots, durch die ansteigenden Abprodukte, wie z.B. Abgase und Abfälle, Unfälle und Ladungsverluste beeinflusst101. Obwohl Seeschiffe durch die hohe Massenleistungsfähigkeit sicherlich zu den ökologisch sinnvollsten Transportmitteln zählen, trägt die Seeverkehrswirtschaft aufgrund des immensen Kraftstoffverbrauchs der Seeschiffe und der hieraus resultierenden Schadstoffemissionen eine hohe Umweltverantwortung102. Des Weiteren verursacht der Schiffsverkehr 0,015 kg CO2 per Frachttonnenkilometer103, was aufgrund der großen Auslastung zu einer Jahresleistung von ca. 900 Millionen Tonnen104 CO2-Emission führt. In der Summe trägt der Seefrachtfrachtverkehr mit 8 Prozent zu den Treibhausgasemissionen des Verkehrssektors bei105.
Für Politik, Wissenschaft, Reeder und Verlader stellt sich somit die Frage, welche Maßnahmen zur Reduktion der Treibhausgasemission unternommen werden können. Viel diskutierte Maßnahmen sind die Reduktion der Geschwindigkeit, die Umstellung von Schweröl auf Gas, die Verbesserung und Entwicklung der hydrodynamischen Schiffseigenschaften und die Einbeziehung des Seefrachtverkehrs in den Emissionshandel.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Darstellung der Relevanz des Themas Nachhaltigkeit in Lieferketten sowie Definition der Problemstellung und methodischer Aufbau der Untersuchung.
2. Supply Chain Management im Spannungsfeld von Nachhaltigkeit und Logistik: Vermittlung eines Grundverständnisses über Nachhaltigkeit, Logistik und deren Zusammenhänge im Kontext von Green Supply Chain Management.
3. Umweltschutz in und zwischen Unternehmen: Untersuchung der Möglichkeiten des betrieblichen Umweltmanagements sowie des überbetrieblichen Stoffstrommanagements zur Reduktion ökologischer Belastungen.
4. Gestaltung, Koordination und Umweltorientierung von Lieferketten: Erläuterung der Grundlagen von Supply Chains und deren Koordination unter besonderer Berücksichtigung ökologischer Aspekte.
5. Die Hauptbereiche der Supply Chain: Detaillierte Betrachtung der Beschaffungs- und Transportprozesse, inklusive einer Analyse der Verkehrsträger und City-Logistik hinsichtlich ökologischer und ökonomischer Kriterien.
6. Beispiel für die Umsetzung von Umweltschutzmaßnahmen anhand einer fiktiven Konsumgütersendung aus China: Praxisnahe Anwendung der theoretischen Ergebnisse anhand eines konkreten Fallbeispiels eines Handelsunternehmens.
7. Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der wesentlichen Erkenntnisse sowie Ausblick auf zukünftige Entwicklungen und Trends bei der Ökologisierung von Lieferketten.
Schlüsselwörter
Nachhaltigkeit, Lieferketten, Supply Chain Management, Logistik, CO2-Emissionen, Umweltschutz, Globalisierung, Green SCM, Verkehrsträgerwahl, Stoffstrommanagement, Umweltmanagement, Transportkosten, Ökobilanz, Handelsunternehmen, Frachtverkehr.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Möglichkeiten, wie Handelsunternehmen Nachhaltigkeitsaspekte in ihre Lieferketten integrieren können, um CO2-Emissionen bei gleichzeitig wirtschaftlicher Effizienz zu reduzieren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Diplomarbeit?
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen des Supply Chain Managements, ökologische Bewertungsmethoden von Logistikprozessen, die Analyse verschiedener Verkehrsträger und die Praxis der Entscheidungsfindung im globalen Warenimport.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, zu vergleichen und zu bewerten, wie innerhalb der Stationen von Lieferketten und beim Einsatz von Verkehrsträgern CO2-Emissionen unter Beibehaltung der Wettbewerbsfähigkeit verringert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und einer ökonomischen Untersuchung. Ergänzend dazu wird der theoretische Rahmen an einem fiktiven Fallbeispiel eines Importunternehmens angewandt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit dem Umweltmanagement (UM/SSM), der Gestaltung von Lieferketten, der detaillierten Analyse der Verkehrsträger (See-, Luft-, Straßen- und Schienenverkehr) sowie der City-Logistik.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Begriffe sind Nachhaltigkeit, Supply Chain Management, Logistik, CO2-Emissionen, Green SCM, Verkehrsträgerwahl und ökologische Effizienz.
Welche Rolle spielt die Wahl des Verkehrsträgers bei der CO2-Reduktion?
Die Wahl des Verkehrsträgers ist entscheidend, da massive Unterschiede in den spezifischen CO2-Emissionen zwischen Verkehrsträgern wie Luftfracht und Seeschifffahrt bestehen.
Warum ist das "Green SCM" für Unternehmen von Bedeutung?
GSCM ermöglicht es Unternehmen, nicht nur gesetzliche Umweltanforderungen zu erfüllen, sondern durch die Kooperation entlang der Wertschöpfungskette auch Wettbewerbsvorteile durch Imagegewinn und Kosteneinsparungen zu erzielen.
- Quote paper
- Frank Ferger (Author), 2009, Nachhaltigkeit in Lieferketten. Eine ökonomische Analyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/152008