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Die Analogie zwischen dem Mönchskalb (1523) und dem goldenen Kalb (Ex 32, 1-35)

Titel: Die Analogie zwischen dem Mönchskalb (1523) und dem goldenen Kalb (Ex 32, 1-35)

Essay , 2021 , 4 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Julius Kauschmann (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Am 8. Dezember 1522 wurde bei Freiberg ein missgebildetes Kalb im Mutterleib einer notgeschlachteten Kuh entdeckt, dass dem Aussehen nach an einen Mönch erinnert haben soll. Die als tierisches Monstrum ausgelegte Missgeburt wurde schnell zu einer Waffe der reformatorischen Auseinandersetzungen, indem sie in einer Prager Flugschrift von altgläubiger Seite auf Luther und sein Wirken bezogen wurde, der wiederum als Antwort selbst eine Deutung darlegte. In einer Flugschrift aus dem Jahre 1523 sind dessen Ausführungen zum Mönchskalb zusammen mit der Auslegung des Papstesel, eine 1496 am Tiber angeschwommene Eselsmissbildung, von Melanchthon und der grafischen Darstellung beider Missgeburten durch Cranach d. Ä. abgebildet. Dabei bezieht Melanchthon den Papstesel auf das römisch-katholische Papsttum und ordnet als Kompositionsbild jedem Körperteil des Tieres allegorisch eine spezielle Sünde der Kirche zu. Luther geht ähnlich vor und deutet die einzelnen Elemente des Mönchskalb im Hinblick auf das sündhafte Mönchstum der römisch-katholischen Kirche, stellt jedoch im Gegensatz zu Melanchthon bei seiner Auslegung nicht die Skizzierung des gegenwärtigen verwerflichen Zustands der Kirche, sondern die Apokalyptik in den Vordergrund, also das kommende Ende des papistischen Zeitalters.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Die Analogie zwischen Mönchskalb (1523) und dem Goldenen Kalb (Ex 32, 1–35)

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die rhetorische und theologische Verknüpfung, die Martin Luther zwischen dem 1523 aufgetauchten "Mönchskalb" und dem biblischen Goldenen Kalb herstellt, um das zeitgenössische Mönchstum zu diffamieren und die Apokalyptik in den Vordergrund zu rücken.

  • Die historische Einordnung des Mönchskalb-Phänomens und der zeitgenössischen Flugschriften.
  • Die Analyse der biblischen Erzählung vom Goldenen Kalb als ätiologische Erzählung.
  • Die Identifikation und Interpretation der Parallelen zwischen biblischer Götzenanbetung und römisch-katholischem Mönchstum.
  • Die Bedeutung der Apokalyptik als Warninstrument in der lutherischen Argumentation.

Auszug aus dem Buch

Die Analogie zwischen Mönchskalb (1523) und dem Goldenen Kalb (Ex 32, 1–35)

Am 8. Dezember 1522 wurde bei Freiberg ein missgebildetes Kalb im Mutterleib einer notgeschlachteten Kuh entdeckt, dass dem Aussehen nach an einen Mönch erinnert haben soll. Die als tierisches Monstrum ausgelegte Missgeburt wurde schnell zu einer Waffe der reformatorischen Auseinandersetzungen, indem sie in einer Prager Flugschrift von altgläubiger Seite auf Luther und sein Wirken bezogen wurde, der wiederum als Antwort selbst eine Deutung darlegte. In einer Flugschrift aus dem Jahre 1523 sind dessen Ausführungen zum Mönchskalb zusammen mit der Auslegung des Papstesel, eine 1496 am Tiber angeschwommene Eselsmissbildung, von Melanchthon und der grafischen Darstellung beider Missgeburten durch Cranach d. Ä. abgebildet (WA 11). Dabei bezieht Melanchthon den Papstesel auf das römisch-katholische Papsttum und ordnet als Kompositionsbild jedem Körperteil des Tieres allegorisch eine spezielle Sünde der Kirche zu.

Luther geht ähnlich vor und deutet die einzelnen Elemente des Mönchskalb im Hinblick auf das sündhafte Mönchstum der römisch-katholischen Kirche, stellt jedoch im Gegensatz zu Melanchthon bei seiner Auslegung nicht die Skizzierung des gegenwärtigen verwerflichen Zustands der Kirche, sondern die Apokalyptik in den Vordergrund, also das kommende Ende des papistischen Zeitalters (vgl. Bergengruen 2016, S. 103–106.)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Analogie zwischen Mönchskalb (1523) und dem Goldenen Kalb (Ex 32, 1–35): Das Kapitel untersucht die Instrumentalisierung von Missgeburten durch Luther und Melanchthon sowie die polemische Verschränkung von religiöser Götzenkritik mit endzeitlichen Warnungen gegenüber dem Mönchstum.

Schlüsselwörter

Martin Luther, Mönchskalb, Goldenes Kalb, Reformation, Apokalyptik, Götzenanbetung, Papstesel, Flugschrift, Exegese, biblische Erzählung, Mönchstum, Endzeit, Sündenfall, Allegorie, Konfessionalisierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie Martin Luther das 1523 beschriebene "Mönchskalb" theologisch deutet und durch den Vergleich mit dem biblischen Goldenen Kalb zur Diffamierung des römisch-katholischen Mönchstums einsetzt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die reformatorische Polemik, die Verwendung von Prodigien als göttliche Zeichen und die biblische Fundierung der Sündenkritik in der frühen Reformationszeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Semantik des lutherischen Vergleichs vollständig zu erfassen und zu zeigen, wie Luther durch diesen Rückbezug auf die Heilige Schrift seine apokalyptischen Endzeiterwartungen untermauert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historisch-theologische Analyse, die Primärquellen (Weimarer Ausgabe) kontextualisiert und mit der aktuellen Forschung zur Prodigiendeutung abgleicht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die historische Entstehung der Kalb-Interpretationen, die Exegese der biblischen Geschichte vom Goldenen Kalb (Ex 32) und die systematische Übertragung dieser Vorwürfe auf das zeitgenössische klösterliche Leben.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Martin Luther, Apokalyptik, Götzenanbetung, Mönchskalb und biblische Exegese charakterisiert.

Wie unterscheidet sich Luthers Deutung von der Melanchthons?

Während Melanchthon die Missgeburt primär allegorisch als Auflistung spezifischer Sünden der Kirche deutet, stellt Luther vor allem die apokalyptische Dimension und das nahende Ende des "papistischen Zeitalters" in den Vordergrund.

Welche Rolle spielt das Goldene Kalb Aarons in Luthers Argumentation?

Es dient als biblisches Ur-Beispiel für Abgötterei und Halsstarrigkeit, das Luther dazu nutzt, um das Mönchtum als von materiellem Hochmut und falschen Glaubenswerten geprägt zu entlarven.

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Details

Titel
Die Analogie zwischen dem Mönchskalb (1523) und dem goldenen Kalb (Ex 32, 1-35)
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Institut für Germanistik)
Veranstaltung
Jüngster Tag
Note
1,3
Autor
Julius Kauschmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
4
Katalognummer
V1520154
ISBN (PDF)
9783389091265
Sprache
Deutsch
Schlagworte
analogie mönchskalb kalb
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Julius Kauschmann (Autor:in), 2021, Die Analogie zwischen dem Mönchskalb (1523) und dem goldenen Kalb (Ex 32, 1-35), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1520154
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Leseprobe aus  4  Seiten
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