Dieser Unterrichtsentwurf für eine Doppelstunde im Fach Geographie der 9. Jahrgangsstufe an Realschulen thematisiert die Anpassungsstrategien von Städten an den Klimawandel. Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten in Gruppenarbeit, wie verschiedene städtische Sektoren wie Verkehr, Stadtplanung, Hochwasserschutz und Tourismus auf die Herausforderungen des Klimawandels reagieren können. Dabei nutzen sie digitale Werkzeuge, um eigenständig Lösungen zu entwickeln und diese in einer Pecha-Kucha-Präsentation vorzustellen. Der Entwurf orientiert sich am bayerischen LehrplanPLUS und zielt darauf ab, nachhaltige Stadtentwicklung im Kontext des Klimawandels zu vermitteln.
Inhaltsverzeichnis des Unterrichtsentwurfs
1. FACHWISSENSCHAFTLICHER TEIL
2. FACHDIDAKTISCHER TEIL
2.1. EINORDNUNG DER UNTERRICHTSEINHEIT IN DIE SEQUENZ
2.2. DIDAKTISCHE ANALYSE
2.2.1. LEHRPLANBEZUG
2.3. LERNZIELE ALS HINFÜHRUNG ZU KOMPETENZEN
2.4. METHODISCHE ANALYSE
2.5. TABELLARISCHE ÜBERSICHT ÜBER DEN STUNDENVERLAUF
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Der vorliegende Unterrichtsentwurf zielt darauf ab, Schülerinnen und Schülern der 9. Jahrgangsstufe (Realschule) die komplexen Herausforderungen und notwendigen Anpassungsstrategien von Städten an den fortschreitenden Klimawandel im Rahmen des Geographieunterrichts näherzubringen.
- Wissenschaftliche Analyse der Zusammenhänge zwischen Klimawandel und Extremwetterereignissen.
- Sektorale Untersuchung der Klimafolgen (Verkehr, Bauwesen, Stadtplanung, Hochwasserschutz, Tourismus).
- Entwicklung und Bewertung nachhaltiger Strategien zur urbanen Klimaanpassung.
- Integration digitaler Unterrichtsmethoden (SAMR-Modell, Pecha Kucha, kollaborative Whiteboard-Arbeit).
- Förderung der Kompetenz zur eigenständigen Analyse humangeographischer Prozesse.
Auszug aus dem Buch
Der Zusammenhang zwischen Klimawandel und Extremwetterereignissen
Überall auf der Welt gibt es sie: Extremwetterereignisse. Sturmfluten, Tornados, Hurrikans, Hitzewellen, Starkregen, uvm. wüten von Zeit zu Zeit über die Erde und hinterlassen meist eine Spur der Verwüstung. Dass diese in den letzten Jahren vermehrt durch die globale Erderwärmung auftreten, ist wissenschaftlich belegt (Schwanke et al. 154). Im exemplarischen Beispiel vom verstärkten Auftreten von Tornados (Schmidt 137), würde sich das wie folgt erklären lassen:
Für die Entstehung von Tornados ist die Wassertemperatur des Meeres von entscheidender Bedeutung. Die oberste Schicht muss mindestens 26 Grad Celsius betragen, damit diese Energie in Wind und Wellen umgewandelt werden kann (Schwanke et al., 101). Je wärmer das Wasser dabei ist, desto langlebiger, größer und kräftiger werden die tropischen Stürme. Mit der anhaltenden Erwärmung der Erde steigt auch die Wassertemperatur und somit die Gefahr, dass diese neue Gebiete (einschließlich Europa) erreichen werden.
Wie Aufzeichnungen zeigen, wird Europa meist nicht von Einzelnen, sondern von einer Reihe an Winterstürmen heimgesucht. Zum Beispiel zur Jahrtausendwende, als gleich drei Stürme in kurzem Abstand über Europa hinwegzogen. Dies war der Tatsache geschuldet, dass der Winter eher mild war und deswegen kein Hochdruckgebiet als Schutzwall dienen konnte. In kalten Wintern dient ein Hochdruckgebiet über Europas Osten nämlich als eine Art Barrikade zwischen Atlantik und dem Kontinent. Die herannahenden Sturmtiefs werden aufgehalten. Im Zuge des Klimawandels und der damit einhergehenden Erwärmung der Erde werden auch die Winter verhältnismäßig wärmer und weniger Schnee wird fallen. Ohne den Schnee gibt es also kein Kältehoch und damit keinen Schutzwall mehr (Schwanke et al. 92f).
Zusammenfassung der Kapitel
1. FACHWISSENSCHAFTLICHER TEIL: Analysiert die wissenschaftlichen Hintergründe zu Klimawandel und Extremwetter sowie deren Auswirkungen auf urbane Infrastrukturen und spezifische gesellschaftliche Sektoren.
2. FACHDIDAKTISCHER TEIL: Beschreibt die methodische und didaktische Einbettung der Thematik in den Lehrplan der 9. Jahrgangsstufe sowie die Gestaltung des digitalen Unterrichtsverlaufs.
Schlüsselwörter
Klimawandel, Extremwetterereignisse, Stadtplanung, Anpassungsstrategien, Nachhaltigkeit, SDG 11, Urbane Resilienz, Digitale Lehre, Geographieunterricht, Flächenversiegelung, Hochwasserschutz, Verkehrswende, Infrastruktur, Klimafolgen, Realschule.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das zentrale Anliegen dieses Unterrichtsentwurfs?
Die Arbeit dient als Vorlage für eine Doppelstunde in der 9. Jahrgangsstufe, in der Schüler eigenständig erarbeiten, wie sich Städte gegen die Folgen des Klimawandels wappnen können.
Welche Sektoren werden bei der Analyse der Klimafolgen besonders betrachtet?
Die Untersuchung umfasst die Bereiche Verkehr und Mobilität, Stadt- und Freiraumplanung, Hochwasserschutz, Tourismus sowie das Bauwesen.
Welches übergeordnete Bildungsziel wird mit der Stunde verfolgt?
Die Schüler sollen die Herausforderungen nachhaltiger Stadtentwicklung beschreiben und bewerten sowie Anpassungsmöglichkeiten für ihre spezifische Region diskutieren.
Welche moderne Präsentationstechnik wird im Unterricht eingesetzt?
Es wird die Pecha Kucha-Methode angewendet, bei der Schüler komplexe Ergebnisse anhand einer begrenzten Bildanzahl kurz und prägnant präsentieren.
Wie unterscheidet sich der methodische Aufbau dieser Stunde?
Die gesamte Stunde ist nach dem SAMR-Modell auf das digitale Lehren und Lernen mit iPads und einem kollaborativen miroboard ausgerichtet, wodurch weitgehend auf Papier verzichtet wird.
Warum wurde das Thema "Starkregen" als Einstieg gewählt?
Aufgrund der hohen Aktualität – insbesondere im Kontext der Überschwemmungen im Sommer 2021 – bietet es eine motivierende und lebensnahe Anknüpfung an die Alltagserfahrung der Schüler.
Wie wird das Vorwissen der Schüler integriert?
Die SuS verfügen bereits über Basiswissen zu den Ursachen des Klimawandels und der Wechselwirkung zwischen Bodenversiegelung und Hochwasser, auf dem in der Erarbeitungsphase aufgebaut wird.
Welche Rolle spielt die Gruppenarbeit im Entwurf?
Sie ermöglicht eine tiefergehende sektorale Spezialisierung der SuS und fördert gleichzeitig die Klassengemeinschaft und soziale Kompetenzen durch eine zufällige Zusammensetzung der Gruppen.
- Arbeit zitieren
- Leonard Rothenfeld (Autor:in), 2021, Anpassungsstrategien der Stadt an den Klimawandel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1520255