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DE REGIMINE PRINCIPUM AD REGEM CYPRI - Zur Frage nach dem Verhältnis von weltlicher und geistlicher Macht im Denken des Thomas von Aquin

Titel: DE REGIMINE PRINCIPUM AD REGEM CYPRI - Zur Frage nach dem Verhältnis von weltlicher und geistlicher Macht im Denken des Thomas von Aquin

Seminararbeit , 2003 , 21 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Daniel Brombacher (Autor:in)

Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Thomas von Aquin (1224/25 - 1274) "[...] gilt vielfach als der Denker des Mittelalters schlechthin.1" Selbst an erster Stelle Theologe, wandelte er die jenseitig orientierte Theologie durch seine Betonung der Natürlichkeit der Welt und der Vernunftmäßigkeit des Menschen. Thomas ging in seinen Erörterungen nicht mehr nur vom Jenseitigen aus, sondern auch von der Welt und dem Menschen an sich. Daraus folgte, als ein Bruch mit der augustinischen Denktradition, eine Aufwertung der Bedeutung des politisch-weltlichen und den damit verbundenen, nun positiv bewerteten Fragestellungen 2. Sein Verständnis des Verhältnisses zwischen geistlicher und weltlicher Macht mag in diesem Kontext als bedeutsam erscheinen, da wohl kaum eine andere politheoretische Frage im europäischen Mittelalter solche Bedeutung erlangte, ja solche Konsequenzen nach sich zog. Folgende Arbeit soll sich mit diesem Aspekt im thomasischen Denken befassen, jedoch auch darüber hinausgehen, um eine kurze Einordnung in den geistesgeschichtlichen Kontext und eine Bewertung vollziehen zu können. Die Arbeit wird sich vorrangig auf die im Verhältnis zum Gesamtwerk des Thomas von Aquin eher kleine Schrift De Regimine Principum ad Regem Cypri beziehen, in der die thomasische Politik Darstellung findet: "Eigentlich als Fürstenspiegel für einen namentlich nicht genannten König von Zypern in pragmatischer Absicht verfasst, stellt das unvollendet gebliebene Werk die erste christliche Staatsphilosophie auf der Grundlage der aristotelischen Politik dar 3." Und weiterhin: "Immerhin ermöglicht das erste ausgeführte Teilstück eine Rekonstruktion der politischen Ansichten des Thomas von Aquin, ist hier doch ein neuer theoretischer Anlauf für eine Betrachtung der Politik und der politischen Verfassung der Menschen versucht.4" In keinem anderen Werk äußerst er sich so explizit zu dem, was dieser Arbeit als Fragestellung dienen soll. Dabei gestaltet sich die Darstellung eines Teilaspekts des politischen Denkens des Thomas als äußerst schwierig, da sich dieses in einer umfassenden Ganzheit repräsentiert, die kaum eine selektive Darstellung zulässt und als solche nur in Bezugnahme auf das Gesamtwerk, dabei vor allem auf die Summa Theologica, verdeutlich werden kann; "Einer der üblichen Fürstenspiegel kann ja nicht die vielfältigen Fragen anschneiden und beantworten, die die volle Ausgestaltung einer normativen Lebensordnung aufwirft5."

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die thomasische Konzeption der Gesellschaft

2.1. Zur natürlichen Begründung der Gesellschaft

2.2. Vernunft und Teleologie

3. Die Aufgaben der weltlichen und geistlichen Macht und deren Verhältnis

4. Bedeutung und Einordnung

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Verhältnis von weltlicher und geistlicher Gewalt im Denken des Thomas von Aquin, mit besonderem Fokus auf die Schrift „De Regimine Principum ad Regem Cypri“, um die Rolle und Legitimation politischer Herrschaft in der thomasischen Gesellschaftsordnung zu bestimmen.

  • Die anthropologische und gesellschaftstheoretische Begründung bei Thomas von Aquin
  • Die teleologische Ordnung der menschlichen Gemeinschaft
  • Die funktionale Differenzierung zwischen weltlicher und geistlicher Macht
  • Die historische Einordnung der thomasischen Politiktheorie

Auszug aus dem Buch

Die Aufgaben der weltlichen und geistlichen Macht und deren Verhältnis

Wie aber kann die menschliche Gemeinschaft ihre Ziele erreichen? Wäre der Mensch nicht auf die Gemeinschaft angewiesen, so würde seine ihm verliehene Vernunft vollkommen ausreichen, um ihn zu seinem höchsten Gut zu leiten, da ja die Vernunft im Menschen wie Gott in der Welt agiert.

Dabei ergibt sich freilich ein Problem, da jeder Mensch als vernünftiges Individuum einen eigenen Weg zur Erreichung eines Ziels einschlagen kann, wobei es nur einen kürzesten Weg zum Ziel gibt und auch falsche Wege gegangen werden können. Der Mensch strebt so erst einmal nach seinem privaten Wohl, dass sich nicht zwingend mit dem Wohl der Gemeinschaft überschneidet. „Denn das Eigene und das Gemeinsame ist nicht dasselbe.“ Wie also die Vernunft im einzelnen Menschen selbst das Handeln und die Zielsetzung steuert, so bedarf es auch in der Gesellschaft einer „vernünftigen Leitungsfunktion“, die sich im Gegensatz zur menschlichen Vernunft nicht um das Privatwohl kümmert, sondern um das Gemeinwohl, was ja, wie gezeigt wurde, nicht in Übereinstimmung steht. „Nach dem je Eigenen unterscheidet, ja zerstreut sich die Menge, nach dem ihr Gemeinsamen einigt sie sich oder wird sie geeint.“

Dies verlangt, so Thomas, eine Leitung der vielen zu dem einzelnen Ziel hin, „denn bei allem, was auf ein bestimmtes Ziel hingeordnet wird, findet sich etwas, das ihm die Richtung bestimmt.“ So ist die ganze Schöpfung bei Thomas hierarchisch geordnet: „It is a relationship of superordination and subordination [...]“. Alle Dinge partizipieren in der Schöpfung und ersteben danach ein Ziel. Aber nur der Mensch verfügt über die Vernunft, was ihn zwar zum höchsten Wesen der Schöpfung macht, aber trotzdem nicht von einer Unterordnung befreit. Thomas greift dabei zu einem Vergleich mit dem Organismus: Wie die Seele den Leib regiert, der Kopf oder das Herz den Körper, so bedarf es auch in der menschlichen Gemeinschaft eine Leitung, die aus der Vielheit eine Einheit macht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung des Themas bei Thomas von Aquin ein und legt dar, dass die Arbeit primär die Schrift „De Regimine Principum ad Regem Cypri“ analysiert.

2. Die thomasische Konzeption der Gesellschaft: Dieses Kapitel erläutert die anthropologischen und aristotelisch geprägten Grundlagen der menschlichen Gemeinschaft sowie die Bedeutung von Vernunft und teleologischer Zielsetzung.

2.1. Zur natürlichen Begründung der Gesellschaft: Hier wird die aristotelische Einordnung des Menschen als soziales Wesen und die Notwendigkeit der staatlichen Gemeinschaft dargestellt.

2.2. Vernunft und Teleologie: Das Kapitel behandelt, wie die menschliche Vernunft auf ein höchstes Gut ausgerichtet ist und inwieweit das tugendhafte Leben das Ziel der menschlichen Existenz darstellt.

3. Die Aufgaben der weltlichen und geistlichen Macht und deren Verhältnis: Dieser Abschnitt analysiert die Notwendigkeit einer ordnenden Leitung in der Gesellschaft und die hierarchische Struktur zwischen den beiden Gewalten.

4. Bedeutung und Einordnung: Hier erfolgt eine Einordnung der thomasischen Theorie in den geistesgeschichtlichen Kontext und ihre Abgrenzung zu anderen mittelalterlichen Denktraditionen.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und betont die innovative, funktionale Unterscheidung beider Machtbereiche bei Thomas von Aquin.

6. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Thomas von Aquin, De Regimine Principum, politische Philosophie, Mittelalter, Staatstheorie, Gemeinwohl, weltliche Macht, geistliche Macht, Teleologie, Hierarchie der Zwecke, Aristoteles-Rezeption, Regnum, Sacerdotium, Tugendhaftigkeit, Vernunft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Verständnis von staatlicher Herrschaft und das Verhältnis zwischen weltlicher und geistlicher Gewalt im politischen Denken des Thomas von Aquin.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die antropologische Begründung der Gemeinschaft, die teleologische Ausrichtung menschlichen Handelns sowie die funktionale Unterscheidung zwischen dem weltlichen Regnum und dem geistlichen Sacerdotium.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die spezifische thomasische Einordnung des Staates und seine Legitimation in Bezug auf das übergeordnete geistliche Ziel der Gesellschaft zu bestimmen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine systematische, politikwissenschaftliche Analyse auf Basis der Primärquelle „De Regimine Principum ad Regem Cypri“ unter Einbeziehung relevanter Sekundärliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die natürliche Notwendigkeit der Gesellschaft, die Rolle der Vernunft, die Hierarchie der Zwecke und die spezifischen Funktionen des Herrschers im Hinblick auf das Gemeinwohl und die göttliche Ordnung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Thomas von Aquin, Gemeinwohl, Hierarchie der Zwecke, weltliche und geistliche Macht sowie aristotelische Staatsphilosophie.

Warum ist die Schrift „De Regimine Principum“ für diese Analyse so bedeutend?

Sie gilt als das wichtigste Teilstück zur Rekonstruktion der politischen Ansichten des Thomas von Aquin, da sie die Problematik der Herrschaft explizit behandelt.

Wie löst Thomas von Aquin den Konflikt zwischen dem weltlichen und dem geistlichen Bereich?

Er löst ihn durch eine funktionale Differenzierung: Der Staat hat eine eigenständige Bedeutung für die irdische Wohlfahrt, ist aber teleologisch dem geistlichen Heil untergeordnet.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
DE REGIMINE PRINCIPUM AD REGEM CYPRI - Zur Frage nach dem Verhältnis von weltlicher und geistlicher Macht im Denken des Thomas von Aquin
Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg  (Seminar für Wissenschaftliche Politik)
Veranstaltung
Klassiker der Staatsphilosophie
Note
1,0
Autor
Daniel Brombacher (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2003
Seiten
21
Katalognummer
V15207
ISBN (eBook)
9783638203951
Sprache
Deutsch
Schlagworte
REGIMINE PRINCIPUM REGEM CYPRI Frage Verhältnis Macht Denken Thomas Aquin Klassiker Staatsphilosophie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Daniel Brombacher (Autor:in), 2003, DE REGIMINE PRINCIPUM AD REGEM CYPRI - Zur Frage nach dem Verhältnis von weltlicher und geistlicher Macht im Denken des Thomas von Aquin, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/15207
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Leseprobe aus  21  Seiten
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