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Der Einfluss der Medien auf die Kindheit

Titel: Der Einfluss der Medien auf die Kindheit

Hausarbeit , 2008 , 23 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Tülay Bilgen-Yildiz (Autor:in)

Pädagogik - Medienpädagogik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Fernsehen und Computer sind in vielen Kinderzimmern heute ganz selbstver-ständlich. Oft hört man in Gesprächen mit den Eltern, dass ihre Kinder in erheb-lichem Maße fernsehen, was vielen Erwachsenen Anlass zur Sorge gibt und Rat-losigkeit bewirkt. Sie fühlen sich meistens hilflos gegenüber der Macht neuer Medien. Hierzu empfiehlt die deutsche Familienministerin Ursula von der Leyen in einem Elternratgeber:
„Ein Fernseher gehört nicht ins Kinderzimmer! Kinder sollten nur zeitlich begrenzt vor einem Bildschirm sitzen – Eltern sollten mit den Kindern besprechen, wie lange der Bildschirm an ist und was gesehen oder gespielt wird“ (Baacke, 2008, S.4).
Solche Meinungen wie diese und weitere negative Einstellungen gegenüber dem Fernsehen gibt es heute zahlreich. Fraglich ist wiederum, ob diese immer berech-tigt sind. Insbesondere ist die vehemente Kritik des amerikanischen Medienwis-senschaftlers und Medienkritikers Neil Postman an den zeitgenössischen Medien, vor allem am Kommerzfernsehen, die in den 80er Jahren das öffentliche Echo in erheblichem Maße erreichte, allgegenwärtig. Auf der Grundlage seines Buches „Das Verschwinden der Kindheit“, das 1982 in der amerikanischen Originalaus-gabe erschien, soll in der vorliegenden Arbeit der Einfluss, den die Medien auf die Kindheit ausüben können und inwiefern diese die Kindheit verändern, erörtert werden.
Hierzu werden zunächst die grundlegenden Begriffe Medien und Kindheit defi-niert (Kapitel 2). Anschließend folgt nach Postman die Darstellung der Geschichte der Kindheit von der Antike bis zur Neuzeit (Kapitel 3). Im darauf folgenden Ka-pitel wird die Kindheit im Zusammenhang mit den elektronischen Medien, in erster Linie mit dem Fernseher und mit dem Computer, reflektiert, die laut Post-man Ursache für den Wandel der Kindheit sind (Kapitel 4). Die Chancen und Risiken, die von den neuen Medien ausgehen können, werden im anschließenden Kapitel 5 erläutert. Zum Abschluss wird in Kapitel 6 die Frage aufgeworfen, ob Medienkompetenz als eine Lösung im Umgang mit neuen Medien gesehen wer¬den kann.
Um den Lesefluss nicht zu hemmen, soll durchgehend das männliche Genus ver-wendet werden. Gemeint sind aber in diesen Fällen beide Geschlechter.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Terminologie

2.1 Medien

2.2 Kindheit

3 Geschichte der Kindheit in der historischen Darstellung

3.1 Die Kindheit in der Antike

3.2 Die Kindheit im Mittelalter

3.3 Der Buchdruck und seine Folgen

4 Kindheit und elektronische Medien

4.1 Das erste Kommunikationsmedium: Der Telegraf

4.2 Die Kindheit und das Fernsehen

4.3 Das Verschwinden der Trennungslinie zwischen Kindheit und Erwachsenenalter

4.4 Computer- und Internetnutzung im Internetzeitalter

5 Risiken und Chancen neuer Medien

6 Perspektive: Medienkompetenz vermitteln

7 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss moderner Medien auf die Entwicklung der Kindheit, wobei insbesondere die medienkritische Perspektive von Neil Postman sowie aktuelle empirische Daten zur Computernutzung analysiert werden. Ziel ist es, die Auswirkungen der Medienpräsenz auf das kindliche Aufwachsen kritisch zu reflektieren und die Bedeutung von Medienkompetenz als Lösungsansatz zu erörtern.

  • Historische Entwicklung der Kindheit und des Schamgefühls
  • Kritische Analyse des Fernsehens und dessen Rolle beim "Verschwinden der Kindheit"
  • Empirische Untersuchung der Computer- und Internetnutzung bei Kindern (KIM-Studie)
  • Risiken und Chancen der Mediennutzung im familiären Kontext
  • Vermittlung von Medienkompetenz als zentrale gesellschaftliche Aufgabe

Auszug aus dem Buch

4.2 Die Kindheit und das Fernsehen

Mit der Entwicklung der elektronischen Medien verdeutlicht Postman seine Hauptthese: Die ausschlaggebende Ursache für das Verschwinden der Kindheit sieht er in dem Umstand, dass die modernen elektronischen Medien, insbesondere das Fernsehen sich destruktiv auf jedes Geheimnis des Erwachsenenlebens auswirken. Postman definiert das Fernsehen als ein Medium der totalen Enthüllung, durch das private und intime Bereiche des Lebens offen gelegt werden und die Kinder somit keine Tabus kennen. Ohne Geheimnisse jedoch könne es so etwas wie Kindheit nicht geben (Postman, 1983, S.95). Infolge der Enthüllung der Tabu-Themen komme es zum Abbau des Schamgefühls und zum Verlust von Höflichkeitsformen (ebd., 104). Durch das Fernsehen könne Sexualität, Pornographie und Gewalt aus der Kinderwelt nicht mehr ferngehalten werden. Laut Postman gehe dies sogar so weit, dass zwölf- und dreizehnjährige Mädchen in der Fernsehwerbung als erotische Objekte dargestellt werden (ebd., S.108). Um ein ungestörtes Wachstum sicher zu stellen, müsse man die Kinder vor solchen Gefahren bewahren.

„Das Fernsehen dagegen ist eine Technologie des freien Eintritts, die keine praktischen, ökonomischen, wahrnehmungsspezifischen...Schranken kennt. Ob sechs oder sechzig Jahre alt- jeder ist gleichermaßen qualifiziert, mitzuerleben, was das Fernsehen anzubieten hat. (...) Die Kinder sehen alles, was es vorführt“ (ebd., S.100).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Mediennutzung in Kinderzimmern ein und stellt die kulturkritische These von Neil Postman zum Wandel der Kindheit vor.

2 Terminologie: Hier werden die zentralen Begriffe Medien und Kindheit definiert und in ihren jeweiligen (sozial-)wissenschaftlichen Kontext eingebettet.

3 Geschichte der Kindheit in der historischen Darstellung: Dieses Kapitel zeichnet die Entstehung der Kindheit als soziale Konstruktion nach, von der Antike über das Mittelalter bis hin zur maßgeblichen Zäsur durch den Buchdruck.

4 Kindheit und elektronische Medien: Hier wird der mediale Einfluss auf die heutige Kindheit analysiert, wobei insbesondere der Telegraf und das Fernsehen als Faktoren für das Verschwinden kindgerechter Geheimnisse und Grenzen diskutiert werden.

5 Risiken und Chancen neuer Medien: Das Kapitel wägt die ambivalente Rolle moderner Medien ab und betont die notwendige, begleitende Rolle der Eltern beim Medienumgang.

6 Perspektive: Medienkompetenz vermitteln: Dieser Abschnitt beleuchtet verschiedene Dimensionen der Medienkompetenz und fordert deren systematische Vermittlung durch Elternhaus, Schule und Gesellschaft.

7 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und relativiert die These vom vollständigen Verschwinden der Kindheit, indem es die aktive Medienkompetenz als notwendigen Gegenentwurf hervorhebt.

Schlüsselwörter

Kindheit, Medien, Neil Postman, Medienkompetenz, Fernsehen, Internet, Sozialisation, Schamgefühl, Erziehung, Digitale Medien, Medienkritik, Kindesentwicklung, KIM-Studie, Elektronische Medien, Familienpädagogik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Einfluss von modernen Massenmedien auf die soziale Konstruktion und die heutige Lebenswelt von Kindern.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zu den Kernbereichen zählen die historische Genese des Kindheitsbegriffs, der Einfluss des Fernsehens und Computers auf Kinder sowie die Bedeutung von Medienkompetenz.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Postmans These vom "Verschwinden der Kindheit" im Lichte heutiger Mediennutzung kritisch zu prüfen und pädagogische Lösungsansätze aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Es handelt sich um eine literatur- und theoriebasierte Analyse, ergänzt durch die Auswertung empirischer Daten, insbesondere der KIM-Studie 2006.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der Kindheit, eine medienkritische Reflexion elektronischer Medien und eine Betrachtung von Risiken und Chancen der heutigen Computernutzung.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlagworte sind Medienkompetenz, Kindheitskonzept, Postmans Medienkritik, Schamgrenzen und der mediale Einfluss auf das Familienleben.

Warum spielt der Buchdruck laut der Autorin eine so entscheidende Rolle?

Weil die durch ihn ermöglichte Literalität erst die Trennung zwischen Erwachsenenwelt und Kinderwelt und damit die Institution "Kindheit" nach Postmans Lesart begründete.

Inwiefern beeinflusst das Fernsehen nach dieser Arbeit das kindliche Schamgefühl?

Da das Fernsehen als Medium der "totalen Enthüllung" fungiert, fallen Tabus und Geheimnisse weg, die zuvor den Schutzraum der Kindheit vor der Erwachsenenwelt aufrechterhalten haben.

Welche sechs Dimensionen der Medienkompetenz werden hervorgehoben?

Die Arbeit nennt die kognitive, handlungsbezogene, moralische, soziale, affektive und ästhetische Dimension als wesentliche Bestandteile der Medienkompetenz.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Einfluss der Medien auf die Kindheit
Hochschule
FernUniversität Hagen
Note
1,3
Autor
Tülay Bilgen-Yildiz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
23
Katalognummer
V152084
ISBN (eBook)
9783640640898
ISBN (Buch)
9783640641024
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Medien Kindheit Neil Postman Fernsehen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Tülay Bilgen-Yildiz (Autor:in), 2008, Der Einfluss der Medien auf die Kindheit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/152084
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  23  Seiten
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