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„...das Symbol der Ewigkeit ist der Kreis.“

Eine Untersuchung der Motive in den Romanen von Erich Maria Remarque

Title: „...das Symbol der Ewigkeit ist der Kreis.“

Doctoral Thesis / Dissertation , 2003 , 311 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Dr. Mariana Parvanova (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Mit dieser Dissertation liegt erstmals eine systematische und umfassende Motivuntersuchung unter Berücksichtigung der Symbolik der Motive in allen Romanwerken Remarques vor, wobei hierunter sämtliche 15 von Remarque geschriebenen, zu Lebzeiten oder postum als Romane publizierten Texte verstanden werden. Sie bietet erstmals einen lückenlosen Querschnitt durch Remarques Romanschaffen in einem Zeitraum von über fünfzig Jahren schriftstellerischer Tätigkeit und verfolgt gleichzeitig die Änderungen bzw. die Beständigkeit in der Darstellung der Frauengestalten, die eine motivtragende Rolle in der Komposition der Werke haben. Die Dissertation arbeitet die auftretenden
Neuerungen in den Frauenfiguren und in den Verknüpfungen
unter den Motiven und deren Symbolik unter dem Aspekt der
Zeit mit besonderer Aufmerksamkeit heraus und setzt sie im Kontext
der damals aktuellen politischen, ideologischen, gesellschaftlichen und sozialen Prozesse ein. Als einen Kontrapunkt zur westlichen Remarque-Kritik führt die Dissertation am Rande die sozialistische russische und bulgarische Remarque-Rezeption ein.

»Der Gegenstand dieser Arbeit wurde bislang einer vergleichbaren
Analyse nicht unterzogen. (...) Zwar sind einige Ergebnisse [das Interesse Remarques an der idealen Liebesbeziehung zwischen Mann
und Frau, an der Gestalt der idealen Frau und an der Darstellung der aktuellen Politik und der Rolle der Deutschen für die politisch Weltzukunft] in der Remarque-Forschung seit den 80er Jahren bekannt, diese jedoch aus der präzisen (in diesem Falle werk-immanenten) Interpretation der Texte auf der Basis einer stringent hergeleiteten theoretischen und methodischen Grundlage erzielt zu haben, ist für die Remarque-Forschung einerseits neu und innovativ und repräsentiert andererseits ein bislang in ihr nur selten erreichtes Niveau literaturwissenschaftlichen
Arbeitens.«

(Dr. Thomas F. Schneider, Leiter des Erich Maria Remarque-
Zentrums und des Erich Maria Remarque-Archivs in Osnabrück)

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die stilistischen Mittel und erzähltechniken bei Remarque

2.1. Remarque und die ”lost generation”. Das primäre Motiv des Heimkehrers

2.2. Arten von Helden

Die statischen Helden

Sich entwickelnde Helden

Ironisch-groteske Helden

Die zynischen Helden

2.3. Dialog, Sprache und Stil bei Remarque. Die Episodentechnik

Die Sprache

Die Dialoge

Die Stilmittel

Die Episodentechnik

3. Motivuntersuchungen

3.1. Das Emigrationsmotiv - ein primäres Motiv

Das Emigrationsmotiv als eine Einleitung der aktuellen politischen Prozesse

3.2. Die Frauenfiguren in Remarques Romanwerken

Die realen Frauenfiguren

Die idealen Frauenfiguren

Die Darstellung der idealen Frauenfiguren

Der soziale Stand

Die Angaben über die Ausbildung

Die Interessen der idealen Frauenfiguren

3.2.1. Die Gestaltung der sekundären Motivreihe Liebe - Ehe (- Kind)

Die Darstellung der Liebe

Die Gründe für die Kürze des Zusammenseins der Geliebten

Die Schilderungen der Ehe

Die sekundäre Motivreihe Liebe - Ehe

Die sekundäre Motivreihe Liebe - Ehe - Kind

3.2.1.1. Remarques Auffassung von Erotik

Der Liebesakt

Der Liebesakt als Machtausüben bzw. Machthaben über den Mann

Der Liebesakt als Arbeit (Geldquelle) und als Mittel, einen bestimmten sozialen Stand zu erreichen.

Der Liebesakt als Notbehelf gegen den Krieg, die Einsamkeit und die Emigration

Remarques Darstellung der Frau als Sexobjekt

3.2.2. Die sekundäre Motivreihe: Leben - Tod

Die Darstellung der Tuberkulose und des Krebs

Der Wahnsinn

Der Selbstmord

Die Euthanasie

Der Unfall

Die Nacht und der Schlaf

Das Licht und die Nacht

Die Schilderung des Kindes

Das Bild des Tieres

Die Bedeutung des Skeletts

Das detailbildende Motiv der Zeit

Das Motiv des einsamen Sterben

Die Darstellung des Todes bei den männlichen Figuren

Der Krieg

Das Zivilleben

3.3. Die Symbolik der detailbildenden Motive

3.3.1. Politische Symbole

3.3.1.1. Der Motivkomplex Kirche - Licht - Auge

Das detailbildende Motiv der Kirche

Die Kirche als Schutz

Die Lichtsymbolik. Das Motiv des Auge

3.3.1.2. Die politische Symbolik des Motivkomplexes Kunst in Remarques Romanwerken

3.3.2. Natur- und Stadtsymbolik

Die Natursymbolik

Die Natur als Mittel den Ort und die Handlung aufeinander abzustimmen und als Mittel der szenischen Ausgestaltung

Die traditionelle Symbolik der Mutter-Natur

Die Gegenüberstellung von Natur und Zivilisation

Die Natur als Mittel zum Vorgreifen in der Romankomposition. Die Teilnahme der Natur an der Romanhandlung

Die Natur als Transportmittel von wichtigen Stimmungen und Empfindungen

Die Stadtsymbolik

3.3.3. Dingsymbole, Symbolik von Alltagsgegenständen

3.3.3.1. Der detailbildende Motivkomplex Spiegel - Kleider - Licht bzw. Farbe

Die Spiegelsymbolik

Als Mittel zum Charakterisieren der Frauengestalten

Als Mittel zur Selbstreflexion

Als Vorbote des Todes

Der Spiegel als das Symbol der geteilten bzw. nicht geteilten Liebe

Mystifizierung des Spiegels

Das detailbildende Motiv der Kleider bzw. der Mode

Das Symbol für die Welt, in der es keinen Tod und keine Angst vor dem Tod gibt

Als Mittel zum Charakterisieren der Frauenfiguren

Die soziale Rolle

Die Farbsymbolik

Ein Mittel zum Ausmalen der Frauenfiguren

Die Rolle der detailbildenden Licht- und Farbmotive zur Ausgestaltung von Räumen

Das Licht als Symbol des Lebens und die Dämmerung bzw. die Nacht als Symbol des Todes

Umwandlungen der traditionellen Bedeutung des detailbildenden Licht- und Farbmotivs

Das detailbildende Motiv des Fensters

3.3.3.2. Der detailbildende Motivkomplex Speisen - Alkoholkonsum - Autofahren

Die detailbildenden Motive der Speisen und der Getränke

Die Symbolik der Sicherheit, des Friedens und der Heimat

Die detailbildenden Motive der Speisen und der Getränke als Symbole der Entspannung, der Freude am Leben und der Liebe

Die detailbildenden Motiven des Alkoholkonsums und des Autos bzw. des Autofahrens

Der Aspekt der Beschwörung des Todes

Lebensgenuß und Lebensfreude

Die Aspekte des detailbildenden Motivs des Autos bzw. des Autofahrens

Die Verbindung Mensch - Maschine

Die Symbolik der Unabhängigkeit und der Freiheit als männliche Stärken

Ein Symbol für den sozialen Status

Das Auto als Projektion der Träume

4. Résumé

Die Motivuntersuchungen

Die Untersuchung der Frauenfiguren

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Dissertation verfolgt das Ziel, eine umfassende Untersuchung der Motive in Erich Maria Remarques Romanwerk vorzunehmen, wobei ein besonderer Fokus auf deren Symbolik, deren Vernetzung untereinander sowie der Klassifikation und Analyse der Frauenfiguren liegt. Die Arbeit hinterfragt dabei die einseitige Wahrnehmung Remarques als reinen Antikriegsautor und erschließt neue Deutungsebenen.

  • Untersuchung und Klassifikation der Motive sowie ihrer Symbolik im Gesamtwerk
  • Differenzierte Analyse und Kategorisierung der Frauenfiguren (ideal vs. real)
  • Untersuchung von Erzähltechniken und der Rolle der Episodentechnik
  • Analyse der Symbolik von Alltagsgegenständen und Natursymbolen
  • Diskurs über das Bild der „verlorenen Generation“ und das Motiv des Heimkehrers

Auszug aus dem Buch

2.1. Remarque und die ”lost generation”. Das primäre Motiv des Heimkehrers

Der Begriff ”lost generation” kommt aus der amerikanischen Literatur. Er wurde von der amerikanischen Schriftstellerin Gertrude Stein am Anfang der 20er Jahre in Paris geprägt. Sie schrieb 1926 als einen von zwei Sinnsprüchen, die Hemingways Buch ”The Sun Also Rises” vorausgehen: ”You are all a lost generation.” Gertrude Stein gab damit einen bezeichnenden und zusammenfassenden Namen für die Menschen, die den 1. Weltkrieg als einen Zusammenbruch ihrer Weltvorstellungen und Ideale empfanden und die nach einer individuellen Selbstbestätigung und nach einem neuen Sinn ihres Lebens suchten. In der amerikanischen Literatur schrieben berühmte Autoren wie Ernest Hemingway, John Dos Passos, William Faulkner und Francis Scott Fitzgerald über die ”lost generation”. In Frankreich, in den ”annes follées” (verrückten 20er Jahren), wuchs eine Schriftstellergeneration heran, deren frühe Werke vom Fronterlebnis des 1. Weltkrieges und von der Bewältigung seiner Folgen beeinflußt waren. R. Rolland macht sich in der Reihe von Zeitungsartikeln ”Au-dessus de la mêlée” 1915 zum Fürsprecher eines bedingungslosen Pazifismus. Henri Barbusse hat in seinem Roman ”Le feu” 1916 die Kriegserlebnisse entheroisiert. Er beschreibt die Ereignisse wie Remarque aus der Perspektive des einfachen Soldaten. Die Beschreibungen vermengen sich ähnlich wie in ”Im Westen nichts Neues” mit Reflexionen über Ursache und Sinn des Krieges und mit der Anklage seiner Urheber und Nutznießer. André Maurois, Georges Duhamel, Henry de Montherlant, Maurice Genevoix u.a. bauen in ihren Romanen die Gestalt der französischen ”verlorenen Generation” in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts auf. Der Begriff ”lost generation” wurde dann auch auf die europäischen Schriftsteller E.M. Remarque, E. Toller, Huxley, W.E.S. Owen u.a. angewendet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die methodischen Grundlagen der Motivuntersuchung und definiert die forschungsleitenden Fragestellungen bezüglich Remarques Symbolik und Frauenbild.

2. Die stilistischen Mittel und erzähltechniken bei Remarque: Dieses Kapitel analysiert die erzählerischen Strategien Remarques, insbesondere die Einordnung in die „verlorene Generation“, verschiedene Heldentypen sowie Sprache und Episodentechnik.

3. Motivuntersuchungen: Der Hauptteil bietet eine tiefgreifende Analyse zentraler Motive, von der Emigration und den Frauenfiguren bis hin zur Symbolik von Natur, Stadt und Alltagsgegenständen.

4. Résumé: Das Resümee fasst die gewonnenen Erkenntnisse über die Verflechtung der Motive zusammen und ordnet die literarische Entwicklung Remarques ein.

Schlüsselwörter

Erich Maria Remarque, Motivuntersuchung, Symbolik, Frauenfiguren, verlorene Generation, Heimkehrer, Emigration, Literaturwissenschaft, Erzähltechnik, Natur- und Stadtsymbolik, Moderne, Patriarchat, Motivkomplex, Kriegsliteratur, Romananalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es grundsätzlich in dieser Arbeit?

Die Dissertation ist eine wissenschaftliche Untersuchung der Motive und Symbole in den Romanen von Erich Maria Remarque, ergänzt durch eine spezifische Forschung zum Frauenbild in seinem Werk.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit behandelt unter anderem die Motive des Heimkehrers und der Emigration, die psychologische Einteilung der Helden, die Rolle von Frauenfiguren sowie die tiefgehende Symbolik von Natur, Stadt und alltäglichen Gegenständen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Motive, deren Symbolik, Verknüpfungen und Klassifikation im Romanwerk zu analysieren und ein neues, differenzierteres Verständnis von Remarque jenseits der reinen Antikriegsliteratur zu schaffen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt schwerpunktmäßig die textimmanente Interpretation und greift zur Motivdefinition auf die Einteilung von Hans Sperber zurück.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung stilistischer Mittel und Erzähltechniken, eine detaillierte Motivuntersuchung (Emigration, Frauenfiguren, Liebe, Tod) sowie eine symbolgeschichtliche Einordnung von Alltags- und Natursymbolen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind „verlorene Generation“, „Motivkomplex“, „ideale/reale Frauenfiguren“, „patriarchales Muster“ und „detailbildende Motive“.

Welche Rolle spielen die Frauenfiguren bei Remarque?

Frauen werden als Trägerinnen sekundärer Motivreihen (Liebe, Ehe, Leben, Tod) untersucht. Die Autorin klassifiziert sie in ideale, reale und Mischtypen und beleuchtet ihre Abhängigkeit vom männlichen Protagonisten.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der „Neuen Sachlichkeit“ bei Remarque?

Die Arbeit stellt fest, dass Remarque zwar Einflüsse der „Neuen Sachlichkeit“ zeigt, er sich jedoch nicht ausschließlich dieser Kunstrichtung zuordnen lässt, da er sich stärker auf die psychologische Durchdringung der Befindlichkeiten seiner Figuren konzentriert.

Warum ist die Untersuchung von „Schatten im Paradies“ relevant?

Der Roman „Schatten im Paradies“ dient als wichtiges Beispiel für die späte Phase Remarques, in der die Symbolik (z.B. durch Film und moderne Technik) komplexer und kritischer gegenüber den gesellschaftlichen Verhältnissen in Amerika wird.

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Details

Title
„...das Symbol der Ewigkeit ist der Kreis.“
Subtitle
Eine Untersuchung der Motive in den Romanen von Erich Maria Remarque
College
Technical University of Berlin  (Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft)
Grade
1,0
Author
Dr. Mariana Parvanova (Author)
Publication Year
2003
Pages
311
Catalog Number
V152104
ISBN (eBook)
9783640647217
ISBN (Book)
9783640647392
Language
German
Tags
Erich Maria Remarque Motiv Frauenfiguren Symbolik Remarque Auto Frau Emigration verlorene Generation Romane Deutschen militarismus lost generation Erotik Leben Tod Krankheit Krebs Tuberkulose Liebe Trinken Licht Kleider Kirche Kunst Bilder Roman Ehe Kind Die Traumbude Gam Station am Horizont Der Weg zurück Drei Kameraden Liebe Deinen Nächsten Der Funke Leben Zeit zu leben und Zeit zu sterben Der schwarze Obelisk Der Himmel kennt keine Günstlinge Die Nacht von Lissabon Schatten im Paradies Das gelobte Land Im Westen nichts Neues Arc de Triomphe
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dr. Mariana Parvanova (Author), 2003, „...das Symbol der Ewigkeit ist der Kreis.“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/152104
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