"Fair Value" - Der zielgerichtete Ansatz zum gesicherten Einblick in die Vermögenslage eines Unternehmens für Investoren?


Studienarbeit, 2007
15 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Fair Value-Bewertung
2.1 Begriff des Fair Value
2.2 Ansatz- und Bewertungskonzeption
2.3 Ausprägungen des Fair Value
2.4 Vorgehensweise bei der Fair Value-Bewertung

3. Anwendungsbereiche bei Vermögenswerten
3.1 Immaterielle Vermögenswerte
3.2 Sachanlagen
3.3 Finanzanlagen

4. Investor im Blickpunkt

5. Fazit

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Das Vermögen eines Unternehmens wird i.e.S. als die Gesamtheit aller materiellen und immateriellen Güter, die in Übereinstimmung mit der Zielsetzung der Unternehmung eine produktive Funktion erfüllen, definiert.1 Um die Vermögenslage von kapitalnachfragenden Unternehmen einschätzen zu können bedienen sich Eigenkapitalanbieter publizierter Finanzinformationen wie z.B. Jahres- und Konzernabschlüssen sowie Lageberichten. Da Abschlüsse auf unterschiedlichen nationalen Normensystemen basieren, sind diese nicht vergleichbar. Die übermittelten Unternehmensdaten müssen vom Kapitalanbieter vergleichbar gemacht werden, wobei Kosten verursacht werden.2

Auf dem Gebiet der Rechnungslegung gewinnt die angloamerikanische Rechnungslegung zunehmend an Bedeutung. Die Europäische Kommission hat als „neue Strategie im Hinblick auf die internationale Harmonisierung“ der Rechnungslegung im Jahr 1995 eine Hinwendung zu den International Accounting Standards / International Financial Reporting Standards (IAS/IFRS)3 verkündet. Diesen Gedanken hat der deutsche Gesetzgeber mit § 292a HGB umgesetzt, der in seiner damaligen Fassung4 börsennotierten Unternehmen erstmals eine befreiende Aufstellung eines Konzernabschlusses nach international anerkannten Rechnungslegungsgrundsätzen gestattete. Aus dem Wahlrecht wurde, durch die IAS-Verordnung5 bedingt, ab 2005 bzw. 20076 eine Pflicht.7

Die internationalen Bilanzierungspraktiken sind unterschiedlich geprägt.8 Eine Kontroverse stellt dabei die immer bedeutsamer werdende Bewertung von Bilanzpositionen zum beizulegenden Zeitwert9 (fair value) dar.10

2. Fair Value-Bewertung

2.1 Begriff des Fair Value

Im IAS/IFRS-Rahmenkonzept wird der Begriff Fair Value (FV) nicht definiert und kommt nur an zwei Stellen vor.11 Grundsätzlich übereinstimmende Definitionen sind in den einzelnen Standards enthalten.12 Der FV wird beschrieben als jener „Betrag, zu dem ein Vermögenswert zwischen sachverständigen, vertragswilligen und voneinander unabhängigen Geschäftspartnern getauscht werden könnte.“13 Er bezeichnet damit jenen Preis, der sich am Markt für den Vermögenswert ohne Rücksicht auf dessen Zugehörigkeit zu einem bestimmten Unternehmen unter fremden Dritten bilden würde.14 Mit dem beizulegenden Zeitwert wird das Ziel verfolgt, das Vermögen möglichst zeitnah zu bewerten, da Zeitwerten eine höhere Informationsrelevanz beigemessen wird als den Anschaffungs- oder Herstellungswerten (AK/HK).15 Der FV ist nicht als ein eigenständiger Wertmaßstab zu verstehen, sondern als ein abstrakter Wertbegriff, der je nach Einzelfall anderen Bewertungsmaßstäben entsprechen kann.16

[...]


1 Vgl. Perridon/Steiner, Finanzwirtschaft der Unternehmung, 14. Aufl., München 2007, S. 3.

2 Vgl. dazu Jüttner-Nauroth, Definition, Verständnis und Relevanz des Fair Value von Aktienoption- srechten in der internationalen Rechnungslegung, Coenenberg/Fischer/Günther et al. (Hrsg.), Band 51, Frankfurt/M. 2002, S. 1.

3 Die Umbenennung der IAS in IFRS ging am 1. April 2001 mit der Umbenennung des die Rechnungslegungsgrundsätze entwickelnden Standardsetzers von International Accounting Standards Committee (IASC) in International Accounting Standards Board (IASB) einher. Da einige Standards noch aus der Zeit vor 2001 stammen, andere wiederum erst danach verabschiedet oder erneuert worden sind, werden die Begriffe IAS/IFRS stets parallel und synonym verwendet.

4 Der Anwendungsbereich v. § 292a HGB ist durch das Kapitalgesellschaften- & Co-Richtlinien-Gesetz v. 24.02.2000 auf sog. kapitalmarktorientierte Unternehmen ausgedehnt worden. Vgl. § 2 Abs. 5 WpHG.

5 Vgl. Verordnung (EG) Nr. 1606/2002 v. 19. Juli 2002, betreffend die Anwendung internationaler Rechnungslegungsstandards, ABl. Nr. L 243 v. 11.09.2002, S. 1 f. Die Verordnung sieht als maßgebliches Rechnungslegungsmodell nur noch die IAS/IFRS vor.

6 Ein Wahlrecht wurde den Unternehmen eingeräumt, die auch den amerikanischen Kapitalmarkt in Anspruch nehmen. Diese konnten bis 2007 ihre Bilanzierung allein nach den US-amerikanischen Generally Accepted Accounting Principles (US-GAAP) vornehmen, mussten dann allerdings auch auf IAS/IFRS umstellen. Aufgrund der zunehmenden Bedeutung der IAS liegt der Schwerpunkt dieses Beitrags auf diesem Bereich.

7 Vgl. dazu Kessler, Ist der Fair Value fair?, in Fair Value, Bieg/Heyd (Hrsg.), München 2005, S. 59 f.

8 Da s kontinentaleuropäische Bilanzierungsverständnis rückt Objektivierungs- und Vorsichtserwägungen im Interesse einer Gläubigergeschützten Ausschüttungsregelung in den Vordergrund, wobei die angelsächsische Rechnungslegungsphilosophie nach Vermittlung entscheidungsnützlicher Informationen strebt. Vgl. Kessler, Ist der Fair Value fair?, in: Fair Value, Bieg/Heyd (Hrsg.), München 2005, S. 68

9 Offizielle Übersetzung des fair value der EU. Vgl. dazu Küting/Trappmann/Ranker, Gegenüberstellung der Bewertungskonzeption von beizulegendem Wert und Fair Value im Sachanlagevermögen, in: DB 2007, S. 1710 linke Spalte. In Klammer werden englischen Bezeichnungen nach IAS/IFRS erfasst.

10 Vgl. dazu Baetge/Zülch, Fair Value-Accounting. in: BFuP 2001, S. 543.

11 Vgl. Framework (F.) 51 und F. 100. Das Rahmenkonzept beinhaltet die Aufstellung und Darstellung von Abschlüssen für externe Adressaten, vgl. F. 1.

12 Vgl. Lorson, Der Fair Value im System der Wertbegriffe nach IAS/IFRS und US-GAAP,

in: Fair Value, Bieg/Heyd (Hrsg.), München 2005, S. 16.

13 Vgl. IAS 16.6, 32.11.

14 Vgl. Kessler, a.a.O., S. 68. Es handelt sich um einen Wert im gewöhnlichen Geschäftsverkehr und nicht etwa im Rahmen einer Zwangsversteigerung bzw. Unternehmensliquidation (Grundsatz der Unternehmensfortführung). Vgl. dazu Bieker, Ökonomische Analyse des Fair Value Accounting, Ballwieser/ Kuhner/Ordelheide (Hrsg.), Band 73, Frankfurt/M. 2006, S. 7.

15 Vgl. Shim/Larkin, Toward Relevancy in Financial Reporting: Mark-to-Market Accounting, in: Journal of Applied Business Research, Vol. 14, 1998, S. 40. Vgl. Baetge/Zülch, Fair Value-Accounting. in: BFuP 2001, S. 543 f.

16 Vgl. Böcking/Lopatta/Rausch, Fair Value-Bewertung versus Anschaffungskostenprinzip, in: Fair Value, Bieg/Heyd (Hrsg.), München 2005, S. 95.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
"Fair Value" - Der zielgerichtete Ansatz zum gesicherten Einblick in die Vermögenslage eines Unternehmens für Investoren?
Hochschule
Fachhochschule Regensburg
Note
1,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
15
Katalognummer
V152110
ISBN (eBook)
9783640640430
ISBN (Buch)
9783640640669
Dateigröße
442 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Fair, Value, Ansatz, Einblick, Vermögenslage, Unternehmens, Investoren
Arbeit zitieren
Artur Wieczorek (Autor), 2007, "Fair Value" - Der zielgerichtete Ansatz zum gesicherten Einblick in die Vermögenslage eines Unternehmens für Investoren?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/152110

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