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Menschenrechte - Zwischen Eurozentrismus und Universalität?

Eine Analyse zur weltweiten Durchsetzbarkeit der Menschenrechte

Title: Menschenrechte - Zwischen Eurozentrismus und Universalität?

Seminar Paper , 2010 , 15 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Jean Charar (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Nach dem Verbrechen gegen die Menschlichkeit, das 1945 erstmalig als völkerrechtlicher Strafbestand im Londoner Statut vertraglich festgehalten wurde, verfassten die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen am 10. Dezember 1948 die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte.
Jedoch stieß diese im Laufe der Jahre auf immer lauter werdende Zweifel. Thesen, die behaupten, die Menschenrechte seien christlich-europäischen Ursprungs und demzufolge auch nur in einem speziellen religiös-kulturellen Umfeld anwendbar werden seit einigen Jahren in Wissenschaft und Politik kontrovers diskutiert. Demzufolge stünden die individuellen Freiheitsrechte im Widerspruch zum universellen Anspruch, da sich in nichteuropäischen Kultur- und Moralkreisen die Interessen des Einzelnen denen der Gemeinschaft unterwerfen und nicht umgekehrt, wie in Europa üblich.

Ziel dieser Arbeit ist es, der Universalitätsfrage der Menschenrechte nachzugehen und deren Durchsetzung kritisch zu hinterfragen.

Im Folgenden soll auf den religiösen, sowie kulturellen Ursprung der Menschenrechte eingegangen und der Frage, ob hiervon eine Gefahr der kulturgenetischen Vereinnahmung der Menschenrechtsidee (Bielefeldt) ausgehen kann, nachgegangen werden.
Anschließend beleuchtet eine, aufgrund des begrenzten Rahmens dieser Arbeit, kurze Kant’sche Analyse die Problematik der Durchsetzbarkeit der Menschenrechte.
Der letzte Teil der Arbeit befasst sich mit der (eingeschränkten) Universalität der Menschenrechte. Hier soll, neben Peter Singers Argumentation der Weltgemeinschaft, die Alternative zu den Menschenrechten, die Menschenpflichten des InterAction Councils, angeschnitten werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Menschenrechte: ethisch-religiöse Wurzeln, universaler Baum?

2.1 Ethisch-religiöse Wurzeln?

2.2 Kulturspezifischer Ursprung der Menschenrechte?

3 Zur Problematik der weltweiten Menschenrechtsdurchsetzung

3.1 Durchsetzbarkeit im weiteren Sinne

3.2 Durchsetzbarkeit im engeren Sinne: nationalstaatliche Souveränität und militärische Interventionen

4 Zur Universalität der Menschenrechte

4.1 Eine Welt, eine Gemeinschaft?

4.2 (Nur) Ein kleinster gemeinsamer Nenner für die Menschenrechte?

5 Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch die Universalität der Menschenrechte und hinterfragt deren weltweite Durchsetzbarkeit vor dem Hintergrund des Spannungsfeldes zwischen eurozentrischen Vorstellungen und kultureller Pluralität.

  • Analyse der ethisch-religiösen Wurzeln der Menschenrechte
  • Untersuchung der Problematik der Durchsetzung im Rahmen der kantischen Rechtsphilosophie
  • Diskussion des Konzepts der Universalität in einer globalisierten Welt
  • Erörterung der Ergänzung von Menschenrechten durch Menschenpflichten zur Förderung der globalen Akzeptanz

Auszug aus dem Buch

2.1 Ethisch-religiöse Wurzeln?

„Die Natur der übrigen Geschöpfe ist fest bestimmt und wird innerhalb von uns vorgeschriebener Gesetze begrenzt. Du solltest dir deine [Welt] ohne jede Einschränkung und Enge, nach deinem Ermessen, dem ich dich anvertraut habe, selbst bestimmen. [...] Weder haben wir dich himmlisch noch irdisch, weder sterblich noch unsterblich geschaffen, damit du wieder in eigener, in Ehre frei entscheidender, schöpferischer Bildhauer dich selbst zu der Gestalt ausformst, die du bevorzugst. Du kannst zum Niedrigeren, zum Tierischen entarten; du kannst aber auch zum Höheren, zum Göttlichen wiedergeboren werden, wenn deine Seele es beschließt.“

Dieses mirandolische Freiheitsaxiom, welches sich zweifelsohne dem Renaissancehumanismus zuordnen lässt, wird bei einigen Autoren als Ursprung der Universalität betrachtet. Damit begründen beispielsweise Di Fabio und Burchhardt die Entscheidung Gottes über die Stellung des Menschen. Der Auszug aus Pico Della Mirandola „wird von Jakob Burchhardt nicht zufällig als der geistige Fixpunkt des Renaissancehumanismus zitiert, denn hier geht es um einen letztbegründenden, axiomatischen Entwurf des Menschen von dem sich die modernen Forderungen nach Bildung, eigener Leistung, Persönlichkeit und Selbstverantwortung zwingend ableiten, und es geht auch um eine religiöse Brücke zu einer säkularen Selbstfundierung des Menschen. Der Mensch ist danach sein eigener Schöpfer, er entwirft sich nach eigenem Plan. Seine Projektionen ergeben die humane Welt von morgen. Dem Menschen ist danach gegeben, zu sein, was er will.“

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung stellt die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte vor und thematisiert die aufkommende Kritik an deren universalem Anspruch sowie die Zielsetzung der Arbeit.

2 Menschenrechte: ethisch-religiöse Wurzeln, universaler Baum?: Dieses Kapitel beleuchtet den historischen und religiösen Ursprung der Menschenrechte und setzt christliche Ansätze in Bezug zu relativistischen Positionen.

2.1 Ethisch-religiöse Wurzeln?: Der Abschnitt analysiert den Renaissancehumanismus und das mirandolische Freiheitsaxiom als potenzielle Fundamente der Menschenwürde und Universalität.

2.2 Kulturspezifischer Ursprung der Menschenrechte?: Hier wird die These diskutiert, dass Menschenrechte ein westliches Produkt seien, welches als Instrument zur globalen kulturellen Verwestlichung fungieren könne.

3 Zur Problematik der weltweiten Menschenrechtsdurchsetzung: Das Kapitel analysiert die europäisch-amerikanische Vorstellung individueller Rechte und kritisiert deren teils selektive außenpolitische Nutzung.

3.1 Durchsetzbarkeit im weiteren Sinne: Dieser Teil skizziert die rechtsphilosophische Perspektive Immanuel Kants, insbesondere die Verknüpfung von Recht mit Zwang und die Bedeutung von Republiken für den Frieden.

3.2 Durchsetzbarkeit im engeren Sinne: nationalstaatliche Souveränität und militärische Interventionen: Es wird erörtert, warum direkte Zwangsdurchsetzung bei Kant scheitert und warum militärische Interventionen als Rückfall in den Naturzustand abgelehnt werden.

4 Zur Universalität der Menschenrechte: Das Kapitel definiert verschiedene Bedeutungsebenen der Universalität und bereitet den Vergleich mit Peter Singers Konzept der Weltgemeinschaft vor.

4.1 Eine Welt, eine Gemeinschaft?: Der Abschnitt befasst sich anhand von Peter Singers Argumentation mit der moralischen Verpflichtung, entfernten Fremden ebenso zu helfen wie Mitmenschen in der unmittelbaren Nachbarschaft.

4.2 (Nur) Ein kleinster gemeinsamer Nenner für die Menschenrechte?: Hier wird der Konsenscharakter der Menschenrechte als „minimale Moral“ diskutiert und die mögliche Notwendigkeit einer Ergänzung durch Menschenpflichten aufgezeigt.

5 Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und plädiert dafür, Menschenrechte durch Pflichten zu ergänzen, um den Eurozentrismus zu überwinden und eine breitere Akzeptanz zu erreichen.

Schlüsselwörter

Menschenrechte, Universalität, Eurozentrismus, Durchsetzbarkeit, Immanuel Kant, Menschenwürde, Kulturrelativismus, Renaissancehumanismus, Weltgemeinschaft, Peter Singer, Menschenpflichten, InterAction Council, Völkerrecht, Ethik, Globalisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Frage, ob Menschenrechte einen universellen Anspruch haben oder ob sie als ein Produkt westlicher Kultur zu betrachten sind, das in nicht-westlichen Kontexten problematisch sein könnte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Felder sind der historische Ursprung der Menschenrechte, deren philosophische Fundierung, die Problematik ihrer globalen Durchsetzung und die Frage nach dem Gleichgewicht zwischen individuellen Rechten und kollektiven Pflichten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, der Frage nach der Universalität der Menschenrechte nachzugehen und kritisch zu hinterfragen, wie deren Durchsetzung und weltweite Anerkennung trotz kultureller Unterschiede realisiert werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird die dialektische Methode angewandt, die sich teilweise auf falsifizierende Elemente stützt, um die verschiedenen Perspektiven auf die Menschenrechte kritisch zu beleuchten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die religiösen und kulturellen Wurzeln, erörtert die Kantische Rechtsphilosophie bezüglich der Durchsetzbarkeit und diskutiert Konzepte wie die „One World“ nach Peter Singer sowie die Rolle der Menschenpflichten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Universalität, Eurozentrismus, Menschenrechte, Menschenpflichten, kultureller Relativismus und die Philosophie Immanuel Kants.

Warum lehnt Kant laut dieser Arbeit militärische Interventionen ab?

Kant lehnt diese ab, da der Einsatz von Gewalt zur Herstellung eines rechtlichen Zustands den strukturellen Rückfall in den Naturzustand bedeutet und er den Einsatz von Gewalt kategorisch ablehnt.

Welche Rolle spielen Menschenpflichten für die Zukunft der Menschenrechte?

Laut der Arbeit könnten Menschenpflichten dazu dienen, das Argument des Eurozentrismus zu schwächen und eine homogenere, realpolitische Umsetzung der Menschenrechte durch ein ausgewogeneres Verhältnis von Rechten und Verantwortlichkeiten zu ermöglichen.

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Details

Title
Menschenrechte - Zwischen Eurozentrismus und Universalität?
Subtitle
Eine Analyse zur weltweiten Durchsetzbarkeit der Menschenrechte
College
Catholic University Eichstätt-Ingolstadt
Grade
1,3
Author
Jean Charar (Author)
Publication Year
2010
Pages
15
Catalog Number
V152124
ISBN (eBook)
9783640639632
ISBN (Book)
9783640639731
Language
German
Tags
Human Rights Menschenrechte Europa Universalität Durchsetzbarkeit Eurozentrismus One world One community Peter Singer Kant Friede Peace
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jean Charar (Author), 2010, Menschenrechte - Zwischen Eurozentrismus und Universalität?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/152124
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