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Analyse und Vergleich einer französischen und einer deutschen Rede im Hinblick auf ihre prosodischen Merkmale

Title: Analyse und Vergleich einer französischen und einer deutschen Rede im Hinblick auf ihre prosodischen Merkmale

Term Paper (Advanced seminar) , 2010 , 22 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Xandra Fritz (Author)

French Studies - Linguistics
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Die gesprochene Sprache hat sich in den letzten Jahren als ein zentraler Aspekt der linguistischen Forschung etabliert. In dem Seminar „Gesprochene Sprache in der Romania“ haben wir dieses aktuelle Thema aufgegriffen und französische, spanische, italienische und deutsche Sprachdaten im Hinblick auf die Merkmale untersucht, durch die sich die gesprochene von der geschriebenen Sprache unterscheidet.

In dieser Hausarbeit analysiere ich eine französische und eine deutsche Rede auf ihre prosodischen Merkmale hin, wobei ich mich auf Sprechgeschwindigkeit, Pausen sowie Intonation konzentrieren werde. Dabei untersuche ich, inwieweit die Redner die Prosodie einsetzen, um Lexik und Syntax ihres Vortrags zu unterstützen. Anschließend werde ich aus meinen Ergebnissen folgern, ob es sich bei den Reden um einen konzeptionell gesprochenen oder einen geschriebenen Text handelt.

Bei der französischen Rede handelt es sich um den « appel du 22 juin 1940 » von Charles de Gaulle. Mit dieser Rede sprach de Gaulle von London aus über den Radiosender BBC zum französischen Volk und appellierte an dieses, trotz der Besetzung Paris’, die einige Tage zuvor stattgefunden hatte, weiterzukämpfen. Frankreich habe zwar eine Schlacht verloren, nicht jedoch den Krieg. In Frankreich konnte man diesen Appell zuerst am 18. Juni 1940 um 19 Uhr hören, aufgezeichnet wurde allerdings erst der « appel du 22 juin 1940 ».

Als deutsche Rede habe ich einen Ausschnitt aus Oscar Lafontaines Bundestagsrede zum Bundeshaushalt 2008 vom 12. September 2007 gewählt. Hier geht es um die damalige außenpolitische Situation: Der Redner übte diesbezüglich Kritik an der Regierung und forderte eine neue Außenpolitik.

In Kapitel 3.3 werde ich die Ergebnisse der beiden Analysen miteinander vergleichen, bevor ich meine Arbeit mit einem Fazit beende.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Beschreibung des Höreindrucks

2.1 Wirkung

2.2 Struktur

3 Analyse

3.1 Charles de Gaulle: Appel du 22 juin 1940

3.1.1 Sprechgeschwindigkeit

3.1.2 Pausen

3.1.3 Intonation

3.2 Oscar Lafontaine: Bundestagsrede zum Bundeshaushalt 2008

3.2.1 Sprechgeschwindigkeit

3.2.2 Pausen

3.2.3 Intonation

3.3 Vergleich der Analyseergebnisse

4 Fazit

5 Bibliographie

Primärliteratur

Sekundärliteratur

6 Anhang : Transkriptionen

6.1 Charles de Gaulle : Appel du 22 juin 1940

6.2 6.2 Oscar Lafontaine : Bundestagsrede zum Bundeshaushalt 2008

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht und vergleicht zwei politisch motivierte Reden – den „Appel du 22 juin 1940“ von Charles de Gaulle und einen Ausschnitt aus einer Bundestagsrede von Oscar Lafontaine aus dem Jahr 2008 – im Hinblick auf ihre prosodischen Merkmale, um zu bestimmen, inwiefern die Redner Sprechgeschwindigkeit, Pausen und Intonation zur rhetorischen Unterstützung ihrer Inhalte einsetzen.

  • Analyse der prosodischen Gestaltung von politischer Rede
  • Vergleich von Sprechgeschwindigkeit als rhetorischem Mittel
  • Funktion von Pausensetzung bei verschiedenen Redekontexten
  • Bedeutung der Intonation für die Strukturierung von Argumenten
  • Kontrastierung von Radioansprache und Parlamentsrede

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Sprechgeschwindigkeit

Hört man sich die ersten Sätze von Charles de Gaulles « appel du 22 juin 1940 » an, fällt auf, dass das Sprechtempo relativ langsam ist und sich nicht wesentlich zu verändern scheint. Bei einer Messung der Sprechgeschwindigkeit als Durchschnittswert über den gesamten Text, jedoch ohne Sprechpausen zwischen den Abschnitten, habe ich, mit Hilfe der Software Praat, eine Artikulationsrate von 270 Silben pro Minute (4,51 Silben pro Sekunde) ermittelt.

Betrachtet man nun beispielsweise die eingeschobene Infinitivgruppe im ersten Satz (« après avoir demandé l’armistice »), so hat diese einen untergeordneten Status und müsste daher normalerweise schneller gesprochen werden (Schwitalla 2006: 73). Diesen Eindruck hat der Hörer zunächst nicht. Bei einer Messung der Sprechgeschwindigkeit dieser Einheit stellt sich heraus, dass der Satz insgesamt eine Sprechgeschwindigkeit von 5,82 Silben pro Sekunde aufweist; der erwähnte Einschub hingegen wird mit 6,76 Silben pro Sekunde deutlich schneller gesprochen. Dies bedeutet, dass de Gaulle den syntaktischen Aufbau des Satzes in der gesprochenen Sprache durch das Sprechtempo umsetzt.

Ein ähnliches Phänomen ist auch in Satz 14 zu beobachten: De Gaulle spricht den gesamten Satz in einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 4,38 Silben pro Sekunden; den eingeschobenen Relativsatz (« qui nous ont fait battre par cinq mille avions et six mille chars ») hingegen artikuliert er mit 4,41 Silben pro Sekunde geringfügig schneller.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung stellt den linguistischen Forschungsrahmen dar und führt in das Thema der prosodischen Analyse von zwei ausgewählten politischen Reden ein.

2 Beschreibung des Höreindrucks: In diesem Kapitel werden der erste auditive Eindruck der beiden Reden sowie deren strukturelle Gegebenheiten und rhetorische Wirkungsweisen beschrieben.

3 Analyse: Das Hauptkapitel widmet sich der detaillierten messtechnischen Untersuchung der Sprechgeschwindigkeit, Pausen und Intonation bei Charles de Gaulle und Oscar Lafontaine.

4 Fazit: Das Fazit fasst die Analyseergebnisse zusammen und arbeitet die Unterschiede in Intention, Medium und Publikum beider Redner heraus.

5 Bibliographie: Dieses Kapitel listet die für die Hausarbeit verwendete Primär- und Sekundärliteratur auf.

6 Anhang : Transkriptionen: Der Anhang enthält die vollständigen Transkriptionen der untersuchten Redeabschnitte für beide Redner.

Schlüsselwörter

Gesprochene Sprache, Politische Rede, Prosodie, Sprechgeschwindigkeit, Pausensetzung, Intonation, Charles de Gaulle, Oscar Lafontaine, Rhetorik, Syntaktische Struktur, Artikulationsrate, Linguistische Analyse, Phonie, Bundestagsrede, Radioansprache

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert und vergleicht prosodische Merkmale zweier politischer Reden, um zu untersuchen, wie Redner ihre stimmlichen Ausdrucksmittel zur Unterstreichung inhaltlicher Aussagen nutzen.

Welche zentralen Themenfelder werden in der Analyse behandelt?

Die zentralen Felder sind die Sprechgeschwindigkeit, der Einsatz von Pausen sowie die Intonationsmuster innerhalb der untersuchten Reden von Charles de Gaulle und Oscar Lafontaine.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu ermitteln, ob die Redner prosodische Mittel gezielt einsetzen, um die syntaktische und lexikalische Struktur ihres Vortrags zu unterstützen, und ob die Reden eher als gesprochene oder geschriebene Texte konzipiert sind.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt phonetische Analysen mittels der Software „Praat“, um Artikulationsraten und Pausenlängen exakt zu vermessen und diese mit theoretischen linguistischen Modellen zu korrelieren.

Was steht im inhaltlichen Fokus des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der einzelnen Reden nach den Parametern Sprechgeschwindigkeit, Pausen und Intonation, gefolgt von einem direkten Vergleich der gewonnenen Analyseergebnisse.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Prosodie, Sprechgeschwindigkeit, Artikulationsrate, Intonationsforschung, Rhetorik und Phonie.

Wie unterscheiden sich die Pausensetzungen bei de Gaulle und Lafontaine?

De Gaulle nutzt Pausen vor allem zur Strukturierung von Informationen und zur Erhöhung der Aufmerksamkeit, während bei Lafontaine die Pausen stärker durch die politische Situation und Applaus im Bundestag geprägt sind.

Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin über den Charakter der untersuchten Reden?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass trotz der Phonie beide Reden syntaktisch und lexikalisch hochgradig elaboriert sind und somit viele Merkmale distanzsprachlicher, geschriebener Texte aufweisen.

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Details

Title
Analyse und Vergleich einer französischen und einer deutschen Rede im Hinblick auf ihre prosodischen Merkmale
College
University of Osnabrück
Course
Gesprochene Sprache in der Romania
Grade
1,3
Author
Xandra Fritz (Author)
Publication Year
2010
Pages
22
Catalog Number
V152149
ISBN (eBook)
9783640638307
ISBN (Book)
9783640638338
Language
German
Tags
Prosodie Rede prosodisch Analyse Vergleich de Gaulle Lafontaine Sprechgeschwindigkeit Pausen Intonation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Xandra Fritz (Author), 2010, Analyse und Vergleich einer französischen und einer deutschen Rede im Hinblick auf ihre prosodischen Merkmale, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/152149
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