Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Kasus des Polnischen nach ihrer Auftretenshäufigkeit zu untersuchen.
Wir werden zuerst einen Blick auf sprachwissenschaftliche Lexika bzw. Grammatikbücher werfen um den Kasusbegriff zu erläutern. Danach werden die einzelnen Kasusfälle des Polnischen vorgestellt und ihre syntaktische Funktion beleuchtet. Das besondere Augenmerk dieser Arbeit soll darauf gerichtet werden, eine Hypothese bezüglich der Kasushäufigkeiten aufzustellen und sie anschließend an zwei kontrastiven Texten zu überprüfen.
Wir werden zur unseren empirischen Analyse zwei polnische Texte heranziehen, die sich nach ihrem Sprachniveau deutlich voneinander abheben und bei denen die Existenz von Kasusunterschieden am ehesten zu vermuten wäre.
Darauf wird Auswertung der Ergebnisse der beiden behandelten Texte folgen. Abschließend werden die Untersuchungsergebnisse miteinander verglichen um die Anfangs formulierte Hypothese (je nach dem Endergebnis) zu bestätigen oder zu widerlegen. Sollte sich dennoch die Kasusverteilung in den zwei Textbeispielen als signifikant erweisen, so wird geprüft, ob die Kasus mit der jeweiligen Textsorte in Zusammenhang stehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Kasusbegriff und die Kasusfunktionen
3. Die arbeitsleitende Hypothese
4. Die Überprüfung der Hypothese
5. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auftretenshäufigkeit der sieben Kasus im Polnischen und analysiert, inwiefern sich diese Verteilung in Abhängigkeit von der jeweiligen Textsorte (literarischer Text vs. wissenschaftlicher Fachtext) unterscheidet. Dabei wird insbesondere der Hypothese nachgegangen, dass der Genitiv als komplexer Kasus in wissenschaftlichen Texten signifikant häufiger vorkommt als in alltäglicher Prosa.
- Grundlagen der polnischen Kasusgrammatik und syntaktische Funktionen
- Kontrastive Analyse von Textkorpora unterschiedlichen Sprachniveaus
- Empirische Untersuchung zur Kasusfrequenz
- Überprüfung theoretischer Annahmen zur Textkomplexität
Auszug aus dem Buch
Nominativ- (lat. nominare: benennen)
Ein Kasusfall, dessen Hauptfunktion darin besteht, das Subjekt eines Satzes zu markieren. Die Hilfsfrage lautet – bei den Lebewesen Wer?, bei den Sachen oder Abstrakta Was?
Dem Nominativ kommt eine Sonderstellung zu. Es ist der einzige Kasus, der von dem Verb nicht regiert wird (casus rectus) im Unterschied zu den verbabhängigen Kasus (casus obliqui). Er weist ein Nullmorphem auf, weshalb er auch als Nullkasus bezeichnet wird. Auch die Nullendung hat aber hier eine distinktive Funktion, da sie den Nominativ von den übrigen Kasus unterscheiden lässt.
Der Nominativ kommt im Polnischen vor allem bei einstelligen Verben wie: spać (schlafen), być (sein), iść (gehen) u.a. vor: Ania śpi (Ania schläft).
Bei mehrstelligen Verben ist der er das wichtigste Argument im Satz und hierarchisch den anderen Argumenten übergeordnet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung umreißt das Ziel der Arbeit, die Kasushäufigkeit im Polnischen zu untersuchen und die Hypothese durch kontrastive Textanalysen zu verifizieren.
2. Der Kasusbegriff und die Kasusfunktionen: Das Kapitel erläutert den theoretischen Rahmen des Kasusbegriffs und beschreibt detailliert die sieben polnischen Kasus sowie deren spezifische syntaktische Funktionen.
3. Die arbeitsleitende Hypothese: Hier wird die Annahme formuliert, dass der Genitiv besonders häufig in anspruchsvollen wissenschaftlichen Texten auftritt, während der Dativ als Randkasus nur selten verwendet wird.
4. Die Überprüfung der Hypothese: In diesem Kapitel erfolgt die empirische Auswertung und tabellarische Gegenüberstellung der Kasusvorkommen in einem literarischen und einem fachwissenschaftlichen Textbeispiel.
5. Zusammenfassung: Die Ergebnisse werden resümiert, wobei sich die Ausgangshypothese bestätigt zeigt: Die Kasusverteilung variiert signifikant und textsortenabhängig.
Schlüsselwörter
Polnisch, Kasus, Kasushäufigkeit, Genitiv, Dativ, Nominativ, Akkusativ, Sprachwissenschaft, Textsorte, Kontrastive Analyse, Grammatik, Morphologie, Kasusfunktion, Empirische Untersuchung, Valenz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung der Häufigkeit, mit der die sieben verschiedenen Kasus in der polnischen Sprache in unterschiedlichen Texten auftreten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die grammatikalischen Definitionen der polnischen Kasus, deren syntaktische Funktionen sowie die statistische Auswertung ihrer Verwendung in verschiedenen Textsorten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass die Kasushäufigkeit nicht zufällig ist, sondern stark von der Komplexität und der Art des untersuchten Textes (z.B. Fachtext vs. Unterhaltungsliteratur) abhängt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine kontrastive, empirische Analyse angewandt, bei der Wortmengen in zwei polnischen Textbeispielen ausgezählt und die Kasusformen kategorisiert und miteinander verglichen werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in das polnische Kasussystem und eine praktische Untersuchung, in der die Hypothesen anhand von Romanausschnitten und wissenschaftlichen Texten geprüft werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Kasus, Polnisch, Textsorte, Genitiv, Dativ, Kasussynkretismus und Valenz.
Warum ist der Genitiv in der Untersuchung besonders relevant?
Der Genitiv wird als der häufigste Kasus identifiziert, dessen Vorkommen ein Indikator für das sprachliche Niveau und die Komplexität eines Textes ist.
Welche besondere Rolle spielt der Dativ im Polnischen laut der Studie?
Der Dativ wird als „Randkasus“ eingestuft, da er in allen untersuchten Textsorten eine nur minimale Vorkommenshäufigkeit aufweist und syntaktisch eher peripher ist.
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- Magister Renata Paluch-Kompalla (Author), 2003, Kasushäufigkeit im Polnischen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/152164