Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Sociology - Culture, Technology, Nations

Mensch - Maschine, Maschine Mensch?

Die Rolle des Sports als Steigbügelhalter und Vorreiter bei der Entwicklung von Robotik und Künstlicher Intelligenz

Title: Mensch - Maschine, Maschine Mensch?

Term Paper , 2010 , 21 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Nikolaos Jäger (Author)

Sociology - Culture, Technology, Nations
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Was im Folgenden, auf wenigen Seiten zur Themenstellung entworfen und gesagt werden
kann, wird am Ende vermutlich im Unentschieden bleiben müssen zwischen Skylla und
Charybdis. Da gibt es einerseits der Position des Herbert George Wells
1
, der 1945, noch vor
den Atombombenabwürfen über Japan, seinen grundsätzlichen Zweifeln an der
Überlebensfähigkeit der Menschheit Ausdruck gab und zu dem Schluss kam, die Frist des
Homo Sapiens sei abgelaufen. Sein Buch "Mind at the End of its Tether" (1945), mit
deutschem Titel: "Der Geist am Ende seiner Möglichkeiten"
2
gibt davon beredtes Zeugnis.
Auf der anderen Seite haben wird es mit den erstaunlichen (und/oder auch furchterregenden)
Vorstellungen und Thesen des amerikanischen Erfinders und Futuristen Raymond Kurzweil
zu tun, der davon überzeugt ist, dass es ,,in nicht all zu ferner Zukunft zu einem evolutionären
Bruch [kommt], bei dem der technische Fortschritt in den Bereichen Künstliche Intelligenz,
Nanotechnologie sowie Biotechnologie das Vermögen des menschlichen Geistes sprunghaft
übertreffen wird. Es wird etwas gänzlich Neues entstehen, Arten von Superintelligenzen, die
durch ihre Überlegenheit den rasanten technischen Fortschritt weiter (eventuell sogar
exponentiell) beschleunigen."

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. „Alter Geist am Ende ?“ vs. Neuer „Geist“ durch künstliche Intelligenz ?

2. Citius – Altius - Fortius in Wirtschaft und Sport: Leistungsoptimierung und Profitmaximierung

3. Vorläufer des künstlichen Menschen

4. Der „Homo-Mensura-Satz“, „Amateure“ und weitere falsche Annahmen

5. Pars pro toto I: Zwei Beispiele zum Nachdenken

6. Pars pro toto II: Die Robo-Cups – Wie wird aus Sport wieder Spiel?

7. Finale

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der Entwicklung Künstlicher Intelligenz und dem menschlichen Körper, insbesondere vor dem Hintergrund des modernen Hochleistungssports. Dabei wird analysiert, inwiefern der Sport als Triebfeder und Versuchsfeld für die Optimierung des Menschen zur „Maschine“ fungiert und welche anthropologischen sowie ethischen Implikationen sich daraus ergeben.

  • Kritische Auseinandersetzung mit der technologischen Singularität
  • Historische Herleitung des „künstlichen Menschen“ und dessen Instrumentalisierung
  • Analyse der Leistungsmaximierung im Sport als Form der Anthropotechnik
  • Fallbeispiele: Enhancement und Doping im Spitzenradsport und der Leichtathletik
  • Die Rolle der Robotik und des RoboCup als Gegenentwurf zum profitorientierten Sport

Auszug aus dem Buch

Citius – Altius - Fortius in Wirtschaft und Sport: Leistungsoptimierung und Profitmaximierung

Um im weiten Feld „Mensch – Maschine“ nicht über Fallstricke zu stolpern oder in Beliebigkeit zu enden, ist man gut beraten, sich an einem Oberbegriff zu orientieren, der zugleich als kleinster gemeinsamer Nenner taugt. Ob wir nun also definitorisch Automaten von Robotern oder Computern unterscheiden, Mutanten von Homunculi oder Golems, Cyborgs von Androiden oder Hightech-Gladiatoren, Nanotechnologie von genetischer oder biologischer Forschung, immer geht es bei der Anthropologie des künstlichen Menschen um den Versuch, „den natürlichen Menschen in irgendeinem Sinne [zu] überholen, übertreffen, überbieten, sowohl physisch als auch geistig.“ Es geht um also um die sogenannte „Anthropotechnik“, um „Anthropomaximierung“, die in einer Optimierungskultur wie der gegenwärtigen besonders gut gedeiht.

Und hier drängt sich die direkte Verbindung zum Hochleistungssport geradezu auf, in dem es bekanntermaßen ja um kontinuierliche Leistungssteigerung geht, um „citius, altius, fortius“ (schneller, höher, stärker) und um ein permanentes Hinausschieben der Leistungsgrenzen. Lassen sich da nicht auch a priori interessante Parallelen entdecken zum Wachstumsdiktat unserer Wirtschaftsordnung und einer quasi systemisch angelegten Profitmaximierung (die Kehrseite der Medaille sind dem Wahlvolk auferlegte Kürzungen und Sparprogramme wegen exorbitanter Schulden von Banken und Staaten), die inzwischen fast alle Bereiche des privaten wie öffentlichen Lebens erfasst hat?

Zusammenfassung der Kapitel

1. „Alter Geist am Ende ?“ vs. Neuer „Geist“ durch künstliche Intelligenz ?: Dieses Kapitel beleuchtet das Spannungsfeld zwischen Untergangsszenarien menschlicher Möglichkeiten und der optimistischen Vision der technologischen Singularität durch Raymond Kurzweil.

2. Citius – Altius - Fortius in Wirtschaft und Sport: Leistungsoptimierung und Profitmaximierung: Hier wird der moderne Sport als Ausdruck einer Anthropotechnik definiert, die unter dem Leitbild der Leistungssteigerung den menschlichen Körper zunehmend mechanisiert.

3. Vorläufer des künstlichen Menschen: Das Kapitel zeichnet historisch nach, wie der Mensch seit der Antike danach strebte, künstliche Helfer oder „Ersatzmenschen“ zu erschaffen, und welche Ängste und Allmachtsphantasien damit verbunden sind.

4. Der „Homo-Mensura-Satz“, „Amateure“ und weitere falsche Annahmen: Eine kritische Untersuchung über das Verständnis des Menschen als Maß aller Dinge und die Diskrepanz zwischen dem ethischen Ideal des Sports und der normativen Kraft des Faktischen.

5. Pars pro toto I: Zwei Beispiele zum Nachdenken: Anhand der Fälle Usain Bolt und Lance Armstrong wird die Frage aufgeworfen, inwieweit moderne sportliche Höchstleistungen noch als menschlich oder bereits als Resultat einer industriellen Optimierung gelten können.

6. Pars pro toto II: Die Robo-Cups – Wie wird aus Sport wieder Spiel?: Dieses Kapitel diskutiert den RoboCup als Paradoxon: Die technologische Entwicklung von Robotern im Sport könnte paradoxerweise zu einer Rückbesinnung auf die spielerische Leidenschaft führen.

7. Finale: Die Arbeit schließt mit einer Synthese, die künstliche Intelligenz nicht nur als Gegensatz, sondern als evolutionäre Notwendigkeit betrachtet, und mahnt zu einem gründlichen Umgang mit den Folgen.

Schlüsselwörter

Künstliche Intelligenz, Mensch-Maschine, Hochleistungssport, Anthropotechnik, Leistungsoptimierung, Singularität, Enhancement, Gendoping, Anthropomaximierung, RoboCup, Technisierung, Transhumanismus, Leistungsgrenzen, Sportethik, Evolution.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit untersucht die Rolle des Sports als Vorreiter und Versuchsfeld für die Entwicklung von Robotik und Künstlicher Intelligenz im Kontext der zunehmenden Optimierung des menschlichen Körpers.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Fokus stehen die Themenfelder Transhumanismus, die Mechanisierung des menschlichen Körpers durch technologische und pharmakologische Eingriffe sowie die sozioökonomischen Parallelen zwischen Hochleistungssport und industrieller Profitmaximierung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, die Verbindung zwischen der historischen Imagination des „künstlichen Menschen“ und aktuellen Tendenzen der Leistungssteigerung aufzuzeigen und zu hinterfragen, ob künstliche Intelligenz eine Evolution oder ein Ende des menschlichen Geistes darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewendet?

Die Arbeit nutzt eine interdisziplinäre kulturwissenschaftliche Analyse, die philosophische Theorien mit sportwissenschaftlichen Beobachtungen und aktuellen Diskursen zur Technikfolgenabschätzung verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historische Genese künstlicher Wesen, die Übertragung tayloristischer Prinzipien auf den Sport sowie konkrete Fallbeispiele von Leistungsmanipulation im Radsport und in der Leichtathletik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlüsselbegriffe sind Mensch-Maschine, Anthropotechnik, Singularität, Leistungsoptimierung und Enhancement.

Was bedeutet die „normative Kraft des Faktischen“ in Bezug auf den Sport?

Der Begriff beschreibt den Prozess, bei dem eine Praxis – wie beispielsweise Doping –, obwohl ethisch fragwürdig, durch ihre weite Verbreitung zur akzeptierten Realität wird, an die sich die Regeln letztlich anpassen müssen.

Warum wird der RoboCup als Gegenentwurf zum modernen Spitzensport betrachtet?

Der Autor argumentiert, dass beim RoboCup die Leidenschaft für das Spiel und das gemeinsame Ziel der Forschergemeinschaft im Vordergrund stehen, während der „echte“ Profisport zunehmend durch Kommerzialisierung und den Zwang zur absoluten Effizienz dominiert wird.

Excerpt out of 21 pages  - scroll top

Details

Title
Mensch - Maschine, Maschine Mensch?
Subtitle
Die Rolle des Sports als Steigbügelhalter und Vorreiter bei der Entwicklung von Robotik und Künstlicher Intelligenz
College
University of Bremen
Course
Sportwissenschaften
Grade
1,7
Author
Nikolaos Jäger (Author)
Publication Year
2010
Pages
21
Catalog Number
V152187
ISBN (eBook)
9783640664955
ISBN (Book)
9783640665198
Language
German
Tags
Mensch Maschine Rolle Sports Steigbügelhalter Vorreiter Entwicklung Robotik Künstlicher Intelligenz Künstliche Intelligenz Mensch Maschine Sportphilosophie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nikolaos Jäger (Author), 2010, Mensch - Maschine, Maschine Mensch?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/152187
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  21  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint