Zielgruppe Frauen - Potenziale für das Marketing, verdeutlicht an Fallbeispielen


Hausarbeit, 2006

17 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Entwicklung der Rolle der Frau

2. Zielgruppe Frauen – branchenspezifische Betrachtung
2.1. Frauen und Autos
2.1.1. Einstellung der Frauen gegenüber Autos
2.1.2. Volvo YCC als Beispiel für eine zielgruppenspezifische Produkt-
2.2. Frauen und Technik
2.2.1. Einstellung der Frauen gegenüber Technik
2.2.2. Nokia und Siemens als Beispiele für den Handymarkt
2.3. Frauen und Sport
2.3.1. Einstellung der Frauen gegenüber Sport
2.3.2. Nike als Beispiel für eine erfolgreiche Werbekampagne

3. Forderungen der Frauen an die werbliche Ansprache

4. Potenziale und Zukunftsaussichten für das Marketing

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Volvo YCC

Abb. 2: Siemens CL

Abb. 3: Werbeanzeige Nokia L’Amour Collection

Abb. 4: Anzeigenbeispiel Nike

1. Entwicklung der Rolle der Frau

Betrachtet man das Rollenbild der Frau rückblickend für das letzte halbe Jahrhundert so wird schnell deutlich, dass sich dieses im Laufe der Zeit extrem verändert hat. So zeich­nete sich die typische Frau der 50er und 60er Jahre dadurch aus, dass sie - immer perfekt zurechtgemacht - sich um ihren Mann, ihre Kinder und den Haushalt kümmert. Einen Beruf übte sie in der Regel nicht aus; sie war Vollzeit-Hausfrau. Ausgelöst durch die 68er-Rebellion forderten die Frauen in den 70er und 80er Jahren Gleichberechtigung gegenüber den Männern. Sie probten den Aufstand gegen die Männer­herrschaft und eroberten die bislang klassischen Männerdomänen wie Beruf und Karriere. Demzufolge hat sich die Zahl der beruftätigen Frauen zwischen 1960 und 1980 fast verdoppelt.[1] Parallel zu dieser Entwicklung traten neue Lebensformen wie Wohnge­meinschaft, Partnerschaft auf Zeit und Single-Dasein zum traditionellen Eheleben hinzu. Das Bild der selbstbewussten emanzipierten Frau, die sich sowohl privat als auch beruflich verwirklichen möchte, war entstanden. In den 90er Jahren bis heute legten die Frauen immer mehr den Zwang ab, andauernd und überall für ihre Emanzipation und Gleichberechtigung kämpfen zu müssen. Die Zahl der berufstätigen Frauen stieg stetig an, sodass derzeit rund 60% der Frauen im erwerbsfähigen Alter einen Beruf ausüben.[2] Für diese Frauen wird es immer wichtiger eine Balance zwischen ihrem Beruf und ihrer Familie zu finden, statt sich ständig selbst beweisen zu müssen. Die heutige Frau ist selbstbewusst, willensstark und lebt ihren individuellen Lebensstil.

Diese Entwicklung zeigt, dass sich vor allem die Einstellung der Frauen zum Berufs- und Familienleben stark geändert hat. Obwohl heute die Mehrzahl aller Frauen einen Beruf ausübt, ist der Anteil derer, die eine Führungsposition innehaben mit nur 3,7 Prozent immer noch sehr gering.[3] Ebenso liegt auch das Einkommen einer Frau immer noch unter dem des Mannes bei vergleichbarer Tätigkeit. Die Gleichberechtigung der Frau ist somit besonders im Berufs­leben immer noch nicht vollständig verwirklicht. Dennoch stellt die bisherige Entwicklung der Rolle der Frau einen zentralen Grund für die immer stärker werdende Beachtung der weiblichen Zielgruppe im Marketing dar. Vor diesem Hintergrund soll diese Hausarbeit die Zielgruppe Frau anhand einer branchen­spezifischen Betrachtung analysieren und hieraus die Wünsche und Bedürfnisse der Frauen in Bezug auf die werbliche Ansprache sowie die Potenziale und Perspektiven für die Zukunft des ‚Frauen-Marketings’ ableiten.

2. Zielgruppe Frauen – branchenspezifische Betrachtung

Die starke Zunahme der berufstätigen Frauen, ihr neues Selbstbewusstsein und ihr ge­ändertes Rollenverständnis tragen dazu bei, dass Frauen mittlerweile knapp 80 Prozent aller Kaufentscheidungen treffen oder zumindest beeinflussen und die 30- bis 50-jährigen Frauen dabei die größte Konsumentengruppe in Deutschland darstellen.[4] Schon alleine diese beiden Fakten sprechen dafür, dass die Zielgruppe Frau einer speziellen Betrachtung und Analyse bedarf, da in ihr ein erhebliches Käuferpotenzial steckt.

Viel zu lange richtete sich das Marketing lediglich bei ‚typischen Frauenprodukten’ wie Kosmetik-, Haushaltsartikel, usw. speziell an die weibliche Zielgruppe. Erst seit geraumer Zeit wird die frauenspezifische Ansprache im Marketing auch für -traditionell gesehen- ‚typische Männer­produkte' wie Autos, Technik, etc. genutzt. Denn die „qua Verbesserung weiblicher Ausbildung sowie durch den technischen Fortschritt gestiegenen Chancen für Frauen, ein vom Mann – nicht nur ökonomisch – unabhängiges Leben zu führen, bringen es mit sich, daß [sic!] Frauen zunehmend in bislang typischen Männermärkten als Kundinnen auftreten.“[5]

Daher werde ich im Folgenden drei, im klassischen Sinne eher als Männerdomänen gesehene Märkte, aus Sicht der Frauen analysieren und hierzu jeweils ein Fallbeispiel für eine zielgruppengerechte Ansprache näher erläutern.

2.1. Frauen und Autos

Frauen und Autos stellen eine Beziehung dar, die wie kaum eine andere mit einer Vielzahl an männlichen Vorurteilen belastet ist. Tatsächlich ist es auch „noch nicht so lange her, daß [sic!] [es] als gesicherte Tatsache galt, der Automarkt sei ein Markt für Männer.“[6] Die Frau hat zwar die Farbe der Polsterung mitbestimmen können, jedoch traf der Mann die Kaufentscheidung für das Autos alleine.

Diese Zeiten sind nun jedoch vorbei, denn heute kaufen Frauen 50 Prozent aller Autos und beeinflussen 80 Prozent aller Autokäufe.[7] Demzufolge stellen sie ein enormes Kauf­potenzial für den Automobilmarkt dar, das von den Unternehmen genutzt werden sollte. Dabei muss jedoch beachtet werden, dass Frauen sich sowohl im Umgang mit Autos als auch bei dessen Beurteilung deutlich von der männlichen Zielgruppe unter­scheiden und sie deshalb werblich anders angesprochen werden sollten.

Daher werde ich nachfolgend zunächst die Bedürfnisse, Wünsche und Einstellungen der Frauen zu Autos näher erläutern, bevor ich dann ein Beispiel für eine zielgruppenge­rechte Ansprache vorstelle.

2.1.1. Einstellung der Frauen gegenüber Autos

Für Frauen stellt das Auto eine Art Freiheits- und Unabhängigkeitssymbol dar. Sie fühlen sich beim Autofahren frei und genießen es. Dabei machen sich Frauen ihr Auto „auf ihre Weise zu eigen [indem sie eher] eine liebevolle Objektbeziehung zu ihm“[8] haben, anstatt sich – wie die meisten Männer – mit dem Auto direkt zu identifizieren. Frauen geben ihrem Auto oftmals Namen, erwarten von ihm Attraktivität, Treue und Zuverlässigkeit. Ebenso wollen sich aber auch immer mehr Frauen durch ihr Auto nach außen präsentieren und von anderen abgrenzen.

Generell stellen sie jedoch ganz andere und oftmals auch mehr Anforderungen an ein Auto als Männer. Denn das typische Frauenauto sollte wirtschaftlich, praktisch, qualitativ hochwertig, sicher, zuverlässig, komfortabel, gemütlich sowie umweltfreundlich sein und zusätzlich mit einem tollen Design und einem optimalen Kosten-Nutzen-Verhältnis über­zeugen.[9] Die einzelnen Kaufkriterien von Frauen bei der Anschaffung eines neuen Autos werden hier verdeutlicht:

„Die Top Ten der Kaufkriterien:

1. Geringer Spritverbrauch 71%
2. Hohe Zuverlässigkeit 64%
3. Serienmäßige Ausstattung 57%
4. Bequemlichkeit 57%
5. Niedriger Kaufpreis 55%
6. Airbags 55%
7. Gute Straßenlage 52%
8. Außerordentliche Sicherheit 50%
9. Anti-Blockier-System 49%
10. Geräumigkeit 48%“[10]

Ebenso ist aber auch die Farbe und Form der Karosserie für Frauen von großer Bedeutung. Sie sollen die „’modisch’ passenden Signale an die Umwelt aussenden [und dabei] ausreichend originell [sein] um Individualität auszustrahlen, [jedoch auch] gleichzeitig unauffällig genug, um nicht aus dem sozialen Rahmen zu fallen“.[11] Das Auto soll den jeweiligen Lebensstil der Besitzerin widerspiegeln. Demzufolge sind das jeweilige Automodell und dessen Image für Frauen bedeutsamer als die Marke bzw. der Hersteller des Fahrzeugs. Dabei wählen Frauen tendenziell eher Wagentypen, die immer „etwas unter ihrer fahrerischen und finanziellen Leistungsfähigkeit“[12] bleiben.

[...]


[1] vgl. Tschernookoff, 1993, S. 96

[2] vgl. o.V. 2001a, S. 12

[3] vgl. ebenda

[4] vgl. Gohr, 2005, S. 58

[5] Frink, 1993, S. 30

[6] Bartos, 1992, S. 278

[7] vgl. Popcorn, 2001, S. 18

[8] Frink, 1993, S. 35

[9] Windisch, 1993, S. 108

[10] o.V. 1999, S. 23

[11] Frink, 1993, S. 36

[12] a.a.O., S. 35

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Zielgruppe Frauen - Potenziale für das Marketing, verdeutlicht an Fallbeispielen
Hochschule
Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg in Sankt Augustin
Note
1,3
Autor
Jahr
2006
Seiten
17
Katalognummer
V152212
ISBN (eBook)
9783640641185
ISBN (Buch)
9783640641208
Dateigröße
681 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Zielgruppe, Frauen, Potenziale, Marketing, Fallbeispielen
Arbeit zitieren
Stephanie Weber (Autor:in), 2006, Zielgruppe Frauen - Potenziale für das Marketing, verdeutlicht an Fallbeispielen , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/152212

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Zielgruppe Frauen - Potenziale für das Marketing, verdeutlicht an Fallbeispielen



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden