Reinhard Wittmanns Arbeiten unter Beachtung einer sozialgeschichtlichen Ergebnisorientierung für die Nachwissenschaft


Hausarbeit (Hauptseminar), 2009

27 Seiten, Note: 2.0


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Methodisches Vorgehen und Zielsetzung
1.3 Aufbau der Arbeit

2 Sozialgeschichte im Kontext
2.1 Wissenschaftsgeschichte der Literatursoziologie
2.2 Leser- und Wirkungsforschung
2.3 Buchhandelsgeschichte

3 Reinhard Wittmann
3.1 Werke
3.2 Quellen
3.3 Methoden, Arbeitsweis(en) und Zielsetzungen
3.4 Bedeutung für die Nachwissenschaft

4 Auswertung und Ausblick

5 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

Obwohl die Sozialgeschichte der Literatur im Allgemeinen als erschöpft gilt, widmet sich diese Seminararbeit der Fragestellung, inwiefern REINHARD WITTMANNs Bei- träge der Sozialgeschichte als solches gedient haben beziehungsweise immer noch dienen.

Die Problematik bei sozialgeschichtlichen Analysen innerhalb der Literaturwissen- schaft liegt eben in der Weite des Bearbeitungs- und Forschungsfeldes selbst. Denn die Sozialgeschichte der Literatur ist eine junge wissenschaftliche Disziplin, die sich mit der Literatur und deren Geschichte in gesellschaftlich- kulturellen, sozialen so- wie ökonomischen Kontexten, gleichwohl unter Beachtung ästhetischer und philoso- phischer Aspekte auseinandersetzt. Prozessbildungen und Verläufe des gesellschaft- lichen Lebens zeichnen sich in literarischen Feldern ab und ermöglichen das Ab- und Herleiten sozialwissenschaftlicher Erkenntnisse und das Aufschlüsseln in Begrün- dungszusammenhänge. So weit der Untersuchungs- und Forschungsbereich der Sozi- algeschichte der Literatur sich erstrecken vermag, so „verschwimmend“ und „inein- ander- und über- greifend“ scheinen die Grenzen der einzelnen Sektionen innerhalb der soziageschichtlichen Betrachtungsweise der Literatur zu sein (wie zum Beispiel die Untersuchungen von Politischem und dem Ökonomischen und/ oder Religiösem). Ebenso existieren im sozialgeschichtlichen Diskurs differente Herangehensweisen und Schwerpunktsetzungen, sodass es schier unmöglich scheint ganzheitliche Er- kenntnisse und Aussagen zu fixieren. Relevant für eine sozialgeschichtliche Arbeit in der Literaturwissenschaft ist es also das Bearbeitungsfeld sowie die zu untersuchen- den Fragestellungen einzugrenzen und diesen schließlich im Detail nachzugehen. Zugleich darf dennoch der Gesamtkontext nicht außer Acht gelassen werden, sodass erbrachte Erkenntnisse in den sozialgeschichtlichen Zusammenhang gebracht werden müssen.

Im Rahmen dieser Seminararbeit sollen zunächst wichtige Komponenten (Wissen- schaftsgeschichte der Soziologie, Teile der Rezeptions- und Wirkungsforschung, wichtige Eckdaten der Buchhandelsgeschichte) einer sozialgeschichtlichen Literatur dargestellt werden, welche für die Verständnisbildung weiterer Abschnitte innerhalb dieser Arbeit unabdingbar sind. Im Folgenden erhält der Leser Informationen im Detail über den Buchhandelhistoriker und Philologen REINHARD WITTMANN selbst sowie über ausgewählte relevante Werke von ihm. Zu der detaillierten Analyse wird im weiteren Verlauf auf die Quellen, auf Ansätze oder besser Methoden eingegan- gen. Interessant werden in diesem Zusammenhang auch die Arbeitsweis(en) WITT- MANNs sowie die Bedeutung seiner Ergebnisse für die deutsche Sozialgeschichte der Literatur. Es gilt zu beantworten, inwiefern WITTMANN dem wissenschaftlichen Mainstream folgt(e) und inwiefern seine Ausführungen andere Ansätze beeinfluss- ten. Vielleicht differierten auch seine Erkenntnisse selbst? Entwickelten sie sich dy- namisch oder folgten sie gar entgegengesetzt einem starren Strukturgeflecht? Wenn es in dieser Richtung zu einem Ergebnis kommt, so stellt sich ebenfalls die Frage nach dem „Warum“ und vor allem nach der Bedeutung für die Sozialgeschichte der deutschen Literatur.

1.2 Methodisches Vorgehen und Zielsetzung

Methodisch ist das Vorgehen innerhalb dieser Arbeit als hermeneutisches Verfahren einzuordnen. Zwar spielen gerade für die Ergebnisse verschiedener Sozialhistoriker und so auch für WITTMANN empirische Daten eine große Rolle, zum Beispiel wenn es um Betrachtungen von politischen oder gesellschaftlichen Organisationstrukturen geht.1 Auch wenn im wissenschaftlichen Diskurs die Zuteilungsfrage Richtung Her- meneutik oder Empirie kontrovers behandelt wird, so werden im Laufe dieser Aus- führung Texte und Textquellen mit hermeneutischen Methoden analysiert und inter- pretiert.

Ziel dieser Arbeit ist es an Hand der ausführlichen Auseinandersetzung mit WITTMANN und seinen Werken selbst sowie seinen Herangehensweisen und Er- kenntnissen die Frage beantworten zu können, inwiefern WITTMANN für die Sozial- geschichte der Literatur bedeutsam und prägend war und ist. Basierend darauf sollen Anregungen und Ideen für weitere sozialgeschichtliche Projekte entstehen. Auszu- schließen ist der Anspruch einen ganzheitlichen und zeitlich allerfassenden Über- blick über die deutsche Sozialgeschichte der Literatur zu verschaffen.

1.3 Aufbau der Arbeit

Im zweiten Abschnitt werden deskriptiv Grundlagen bezüglich der Entstehungsge- schichte der Wissenschaft Sozialgeschichte dargestellt. Hierzu sind Skizzierungen der Traditionswissenschaft Soziologie notwendig. Als dann werden Eckpunkte der Wirkungs- und Leserforschung genannt. Diese Aspekte sind insofern von Bedeutung, als dass sie zur Erschließung und Einordnung der Ergebnisse innerhalb dieser Arbeit in einen Gesamtkontext im abschließenden Teil von Nöten sind.

Der dritte Abschnitt stellt Reinhard Wittmann als Historiker selbst, seine Werke und Quellen, Arbeitsweisen und Zielsetzungen dar. Im Zuge dessen soll die Bedeutung seiner Arbeiten für die sozialgeschichtliche Nachwissenschaft im Detail herausgear- beitet werden.

Der letzte Abschnitt stellt zum einen eine Zusammenfassung der Ergebnisse und zum anderen eine Überprüfung der Bedeutung von WITTMANNs Beiträgen für die deut- sche Sozialgeschichte der Literatur dar. Kritik hinsichtlich der Herangehensweise WITTMANNs, ebenso Perspektiven und Ideen für weitere Arbeiten oder Forschungs- projekte im Bereich der Sozialgeschichte der Literatur sollen aus diesem abschlie- ßenden Kapitel hervorgehen.

2 Sozialgeschichte im Kontext

„Nichts ist weniger klar als der Begriff Literatur. Das Wort selbst wird sehr vielfäl- tig verwendet und sein semantischer Gehalt ist ebenso reichhaltig wie inkohärent. Es ist in der Tat unmöglich die Literatur in einer einzigen intellektuellen Operation zu erfassen.“ (ESCARPIT, 1977, S. 1)

Literarisches Handeln wird, wie viele andere Bereiche des sozialen Handelns, von einer unübersichtlichen Menge individuell motivierter Aktionen beeinflusst. Dies gilt nicht nur für das literarische Publikum, sondern auch für die Schriftsteller der literarischen Werke. (vgl. FÜGEN, 1971, S. 19) Dass Schriftsteller ihre Fassungen am weltgeschichtlichen Geschehnen orientieren ist nicht bestreitbar, wenn zum Beispiel Berthold Brecht zu Zeiten der ersten Atombombenabwürfe über Hiroshima und Na- gasaki schreibt, dass er selbst die Biographie des Begründers der neuen Physik von heute auf morgen ganz anders las. (vgl. MÜLLER- SEIDEL, 1993, S. 124) Literaturso- ziologie und damit einhergehend auch die sozialgeschichtliche Betrachtungsweise der Literatur müssen sich auf objektive Stabilitäten stützen können, um nicht Gefahr zu laufen, sich im unüberschaubaren Subjektivismus verschiedenster Motivationen für die Literaturproduktion, Distribution und Rezeption zu verlaufen. FÜGEN schreibt hierzu, dass Rollenerwartungen und Rollenerfüllungen beziehungsweise ihre Nor- mierungen dort ihre Stabilität finden, wo sich Literatur institutionalisiert. (vgl.: FÜGEN, 1971, S. 20) Literarische Institutionen lagen und liegen im Speziellen bei dem Buchhandelshistoriker WITTMANN im Untersuchungs- und Forschungsschwer- punkt. Eine kurze Skizzierung der Geschichte des Buchhandels erfolgt im Kapitel 2.3 dieser Arbeit.

2.1 Wissenschaftsgeschichte der Literatursoziologie

Karl Marx fand im 19. Jahrhundert heraus, dass menschliches Verhalten in einem Zusammenhang steht nämlich zwischen der Art, wie Menschen miteinander leben und der Art, wie sie miteinander und füreinander arbeiten. Ohne an dieser Stelle auf die Entwicklung des Marxismus eingehen zu wollen, ist festzuhalten, dass die Ge- sellschaftsgeschichte durch soziale (Un-)Gesetzmäßigkeiten stets beeinflusst wurden und werden. (vgl.: KORTE, 2006, S. 12) Setzt man den Zeitpunkt der Entstehungsge- schichte der Soziologie mit der Entstehungsgeschichte anderer klassischer Wissen- schaftsdisziplinen2 in Beziehung, so erscheint es einleuchtend, warum Soziologie als ´junge` Wisschenschaftsdisziplin betitelt wird. Während nämlich die tradierten Fa- kultäten ein jahrhundertelanges Bestehen an Universitäten genießen, so musste sich die Soziologie, und so auch die Literatursoziologie als Teilfach der Soziologie, als universitäre Disziplin durchsetzen und bewähren. Innerhalb dieser Arbeit werden an dieser Stelle jedoch der Beginn und die Entwicklung der Sozialgeschichte „nur“ um- rissen, um den Rahmen dieser Ausführung nicht zu sprengen.

Mit der Kritik an der werkimmanenten Methode in den frühen 60er Jahren begann die Sozialgeschichte der Literatur. Man sprach sich gegen die Isolierung des Werkes aus und forderte die Einbeziehung gesellschaftlicher Geschehnisse. In den 70er Jah- ren folgten verschiedene `nicht losgelöste` Methoden wie der Strukturalismus oder die Hermeneutik zum Beispiel. In den 80er/90er entstanden neuere Methoden, wie zum Beispiel die Diskursanalyse. Hier kommt es darauf an, den Text eben nicht als Ganzes zu analysieren, sondern Strukturen und Praktiken zu erkennen, die sich durch unterschiedlichste Texte hin durchziehen. In den späten 90er Jahren galt dann die Sozialgeschichte als erschöpft. HUBER und LAUER gehen im Besonderen auf den Einbezug der neuen Medien ein (welches zu dieser Zeit ein moderner Gedanke war). (vgl.: HUBER/ LAUER, 2000, S. 12)

2.2 Leser- und Wirkungsforschung

Wie bereits im Abschnitt „Sozialgeschichte im Kontext“ angerissen, zählen zum Un- tersuchungsbereich der Sozialgeschichte der Literatur sämtliche Akteure des literari- schen Handelns dazu. Das heißt, dass neben dem Schriftsteller auch der Rezipient und dessen Verhalten analysiert werden muss. ROBERT ENGELSING macht auf die Notwendigkeit der Leserforschung und auf das Problem der Komplexität innerhalb dieses Forschungsgebietes aufmerksam und zeichnet detaillierte Ausführungen zur Speziellen und Allgemeinen Lesergeschichte unter Beachtung sozikultureller Aspek- te auf. Es stellt sich als problematisch dar, von der Produktions- und Verteilungsor- ganisation auf die Leserschaft und deren Lektüre diverser Werke zu schließen. Aus- schlaggebend für den Gebrauch und Verbrauch von Lektüre ist zunächst die Lesefä- higkeit. Lesen, sowohl in frühen Zeiten als auch heute noch ein Lernfach mit dem viele Menschen als Analphabeten ihre Schulzeit beend(et)en, staffelt sich nach dem Grad der Fertigkeit. Je nach Können steigert sich das qualitative und quantitative Lesen. Gewohnheitsmäßig und/ oder berufsmäßig kann mit der Absicht der Ge- wohnheits- und Freizeitlektüre, der Bildungs-, Studiums- oder Forschungslektüre gelesen werden; mit der Absicht der Informationsgewinnung oder der persönlichen Vorliebe oder gar der Liebhaberei, initiiert durch die Umwelt, durch das Lebensalter oder dem Beruf. Ein Leser kann alle Arten der Lektüre gleichzeitig ausüben, muss es aber nicht.

Zur Speziellen Lesergeschichte zählt die Arbeitslektüre als die Lektüre, die die ge- ringsten historischen Wandlungen zu verzeichnen hat, und von klassischen Berufsle- sern betrieben wird, von Wissenschaftlern, Politikern, Journalisten, Autoren und Dichtern. Sie werden auch extensive Leser genannt. Sie sind individuelle Leser, die ausgiebig und Lesestoff einer großen Breite lesen (zum Beispiel Dichter) lesen. Sie genießen Lektüre, fühlen sich in Stoffe und Thematiken ein und entwickeln daraus ihre eigenen Werke. Dahingegen wird bei anderen Berufslesern, wie zum Beispiel bei denjenigen, die wissenschaftlich Lesen, kursorisch gelesen, da unzählig viele Werke und ständige Neuerscheinungen gelesen werden müssen. Politiker und Jour- nalisten, als weitere Vertreter der Gruppe der Berufsleser, gehen Tag für Tag Zeitun- gen und Journale durch. Auch hier müssen unzählige Massen an Schrift verarbeitet werden.

Die allgemeine Lesergeschichte unterscheidet zwischen dem intensiven und dem extensiven Leser in der Gewohnheitslektüre. Zeitlich ist der Übergang im 18. Jahr- hundert zu skizzieren. Der intensive Leser genoss das „eine“ Buch immer und immer wieder, ab Mitte des 18. Jahrhunderts las der Gewohnheitsleser auch zwar immer und immer wieder, aber zahlreiche verschiedene Bücher. Dies ist mit dem Entstehen von ersten Möglichkeiten des öffentlichen Lesezuganges in Verbindung zu setzen. Wanderhändler, Buchbinder, erste größere Auflagen von Drucken sorgten für die Zugänglichkeit der überwiegend kirchlichen Literatur. An dieser Stelle der Arbeit wird jedoch nicht weiter auf die historische Entwicklung des Buchhandels eingegan- gen, da ein Abriss des Buchhandels in Anlehnung an WITTMANNs Buchhandelsge- schichte im nächsten Abschnitt dieser Arbeit erfolgt. Ende des 18. Jahrhunderts kommen Arten von Wiederholungslektüre auf: die traditionelle Wiederholungslektü- re zielte auf die Verfestigung des Gegenstandes ab, die zyklische Wiederholungslek- türe war zumeist die Bibellektüre oder beinhaltete das pure Auswendiglernen be- stimmter Stellen oder gar ganzer Werke. Die moderne Wiederholungslektüre ist dann schon im 19. Jahrhundert angesiedelt, und spiegelte den Wert der eigenen Lebens- gestaltung wider. (vgl.: ENGELING, 1970, Sp. 945 ff.)

Für das weitere Verständnis dieser Arbeit ist eine detaillierte Darstellung der Perio- den der Lesergeschichte nicht notwendig. Relevant für die folgenden Auswirkungen ist die Kenntnis über die Komplexität der Leserforschung, das Wissen um die Exis- tenz verschiedener Arten von Lektüre, um verschiedener Absichten vom Lesen so- wie das Verständnis, dass der Gebrauch und Verbrauch, historisch betrachtet, in so- ziokulturellen und vor allem ökonomischen Zusammenhängen zu begründen ist.

HANS ROBERT JAUß beschäftigt sich mit der Rezeptions- und Wirkungsästhetik und wirft indessen in seinem Beitrag „Literaturgeschichte als Provokation der Literatur- wissenschaft“ (1967), welche als Antrittsvorlesung als Professor an der Universität in Konstanz populär wurde, die Frage nach der Vereinbarkeit von Literatur und Ge- schichte ohne den Verlust von Kunstcharakter und ohne bloße Einreihungen auf (vgl.: JAUß, 1967, S.25). Hierbei macht der Germanist und Romanist auf die Exis- tenz des „dialogischen Verhältnis von Leser und Literatur“ (JAUß, 1967 S. 27) auf- merksam, und erläutert dies, indem er das dialogische Verhältnis mit dem Bezie- hungscharakter von Frage und Antwort oder von einer Informationsmitteilung und dem Empfang dieser Information vergleicht. Mit der so genannten Rezeptionsästhe- tik gehen demnach zwei Implikationen einher, nämlich die historische und die ästhe- tische: erkennbar werden historische Implikationen dadurch, dass sich das Verständ- nis von Rezeptionen durch eine Leserkette der verschieden Generationen aufreiht und damit einhergehend sich auch die historische Bedeutsamkeit des einzelnen Wer- kes verdeutlicht. Ästhetische Implikationen werden durch den Vergleich mit bereits gelesenen Werken vom Rezipienten generiert (vgl.: JAUß, 1967, S. 27 f.). JAUß kriti- siert also die Literaturgeschichte die Vernachlässigung des Lesers, der Rezeption und der Wirkung. Innerhalb seiner Eintrittsvorlesung stellt er sieben Thesen zur Rezepti- onsästhetik auf und erläutert diese.

[...]


1 Gerade innerhalb der Wirkungs- und Rezeptionsforschung werden empirische Daten unabdingbar, wenn es um die Frage nach an a) der Wirkung von Literatur auf die Gesellschaft oder b) um die Frage nach der Wider Gesellschaft auf die Literatur geht.

2 Die ältesten Fakultäten sind Medizin, Jura, Theologie und Philosophie. Speziell aus der Philosophie entwickelten sich im 18. Jh. einzelne weitere Disziplinen, wie zum die Ästhetik, Poetik etc. Mit Be- ginn des 19. Jh. entwickelte sich die Philologie/ Germanistik als Altertumwissenschaft. Berühmte Namen in diesem Zusammenhang sind die Brüder Grimm oder auch Carl Lachmann zu nennen. Die Stärkung der deutschen Kultur sollte das Ziel der Philologie sein. Bis zur nationalsozialistischen Ger- manistik entwickelt sich die Literaturwissenschaft und - Geschichte unter verschiedenen Strömungen und Ansätzen (Scherer als Vertreter des Positivismus, Dilthey und sein Schüler Unger als Vertreter von geisteswissenschaftlichen Ansätzen. Nach 1945 entzündete sich zum bisherigen kulturideologi- schen Ansatz innerhalb der Germanistik eine Gegenbewegung. Man betrachtete in den 50er Jahren das Werk als Kunstwerk (werkimmanente Methode), losgelöst von Politik oder anderer gesellschaftli- cher Bindung. In den frühen 60er Jahren des 20. Jh. warf man der Werkimmanenz Kontextlosigkeit vor und man begann sich gegen die Isolierung des Werkes auszusprechen. Für vertiefende Ausführun- gen der Entwicklung der Germanistik soll von Fohrmann und Vosskamp „Wisschenschaftsgeschichte im 19. Jh.“ sowie von König und Lämmert „Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte 1910 bis 1925“ gelesen werden.

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten

Details

Titel
Reinhard Wittmanns Arbeiten unter Beachtung einer sozialgeschichtlichen Ergebnisorientierung für die Nachwissenschaft
Hochschule
Universität Hamburg  (Institut für Germanistik II)
Veranstaltung
Sozialgeschichte der Literatur
Note
2.0
Autor
Jahr
2009
Seiten
27
Katalognummer
V152245
ISBN (eBook)
9783640641635
ISBN (Buch)
9783640657018
Dateigröße
489 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sozialgeschichte Literatur Reinhard Wittmann
Arbeit zitieren
Anika Bleckmann (Autor), 2009, Reinhard Wittmanns Arbeiten unter Beachtung einer sozialgeschichtlichen Ergebnisorientierung für die Nachwissenschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/152245

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