Die frühe Science-Fiction in der Literatur

Erzähltextanalytischer und inhaltlicher Vergleich von Carl Grunerts "Der Marsspion" und Voltaires "Mikromegas"


Seminararbeit, 2009

24 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Die Geschichte der Science-Fiction-Literatur und ihre wichtigsten Werke um 1900

2 Über die Gattung der Science-Fiction
2.1 Carl Grunert Der Marsspion - über den Autor
2.1.1 Inhaltszusammenfassung
2.1.2 Erzähltextanalyse
2.1.2.1 Histoire
2.1.2.1.1 Motivierung
2.1.2.1.2 Closure
2.1.2.2 Discours
2.1.2.2.1 Zeit
2.1.2.2.2 Modus
2.1.2.2.3 Erzählstimme
2.1.3 Grunerts Außerirdischer - eine Interpretation
2.1.3.1 Erscheinungsbild des Außerirdischen
2.1.3.2 Fähigkeiten und Verhaltensweise des Außerirdischen
2.1.3.3 Beweggründe des Außerirdischen für seine Reise
2.1.4 Intention des Autors
2.2 Voltaire Mikromegas - über den Autor
2.2.1 Inhaltszusammenfassung
2.2.2 Erzähltextanalyse
2.2.2.1 Histoire
2.2.2.1.1 Motivierung
2.2.2.1.2 Closure
2.2.2.2 Discours
2.2.2.2.1 Zeit
2.2.2.2.2 Modus
2.2.2.2.3 Erzählstimme
2.2.3 Voltaires Außerirdischer - eine Interpretation
2.2.3.1 Erscheinungsbild des Außerirdischen
2.2.3.2 Fähigkeiten und Verhaltensweise des Außerirdischen
2.2.3.3 Beweggründe des Außerirdischen für seine Reise
2.2.4 Intention des Autors
2.3 Gemeinsamkeiten und Abweichungen der beiden Texte

3 Entwicklung der deutschen Science-Fiction nach 1945

1. Die Geschichte der Science-Fiction-Literatur und ihre wichtigsten Werke um l900

Betrachtet man die Geschichte der europäischen Science-Fiction fällt auf, dass sich die Anzahl ihrer Werke zu bestimmten Zeitspannen häuftel. So auch im fin-de-siècle von etwa l870 bis l9l0. Ein Grund hierfür war möglicherweise die fortschreitende Industrialisierung, welche die Menschheit mit noch nie da gewesenen technischen Möglichkeiten konfrontierte. Schriftsteller der frühen Science-Fiction begannen nunmehr in ihren Werken den Mythos Mensch durch den Mythos Maschine zu ersetzen2.

Jules Verne, der als einer der Gründerväter des Science-Fiction-Romans gilt, schrieb in den l860er Jahren seine wohl bekannteste Erzählung Die Reise zum Mittelpunkt der Erde, die erstmals l864 erschien. Wie viele weitere seiner Erzählungen zählt sie zur Gattung des modernen Märchens, welches er zur damaligen Zeit in die Welt rief3.

Es war aber unter anderem auch Voltaire, der um das Jahr l752 in Frankreich den Weg für das moderne Märchen ebnete4. Als einer der bedeutendsten Autoren der deutschsprachigen Science-Fiction gilt Kurd Laßwitz, der die Gattung für kritisierende und belehrende Zwecke verwendete5. Sein Roman Auf zwei Planeten von l897 ist sein wohl bedeutendstes Werk. Nicht zu vernachlässigen sind auch die Schriftsteller Albert Daiber, Herbert George Wells und Carl Grunert. Während Daiber vor allem mit Schriften für die „reifere Jugend“, unter anderem mit seiner Erzählung Vom Mars zur Erde (l9l4), bekannt wurde, galt Wells als Pionier der englischsprachigen Science-Fiction-Literatur. Sein l898 veröffentlichter Roman Krieg der Welten wurde bis heute sowohl mehrfach neu aufgelegt, als auch vertont und verfilmt6.

2. Über die Gattung der Science-Fiction

Die deutsche Science-Fiction-Literatur lässt sich in ihren Anfängen und Auswirkungen zwischen l870 und l9l4 eingrenzen7. Karlernst Knatz skizziert die Entstehung von Science- Fiction-Literatur in einem Vorwort zu Carl Grunerts Der Marsspion als ein Abwenden von der Gattung des Kunst- oder Volksmärchens hin zur phantastischen Erzählung8. Während das Volksmärchen auf einfache, naive Weise eine erzählerische, in sich geschlossene Bewältigung der Welt darstellt, kann das Kunstmärchen als eine bewusste Poetisierung der Welt bezeichnet werden, in der die Wirklichkeit durchbrochen wird und Zeit und Raum keine Rolle mehr spielen9. Die phantastische Erzählung hingegen unterscheidet sich vom Märchen in ihrem „ernsthaften, glühenden Ringen des Verstandes mit den Geheimnissen der Natur“ (Grunert l908: 7). Vor allem die neuen Möglichkeiten, die der technische Fortschritt des l9. Jahrhunderts mit sich brachte, begründeten das Streben nach immer weiterreichenden phantastischen Abenteuern, welche in den frühen Science-Fiction-Werken ihre Berechtigung fanden. Zusammenfassend kann Science-Fiction als die Literatur der erkenntnisbezogenen, vieldimensionalen Verfremdung bezeichnet werden, deren Hauptaufgabe darin besteht, ein heuristisches Modell zu entwerfen, welches nicht den Anspruch erhebt real zu sein10.

2.l Carl Grunerts Der Marsspion - über den Autor

Carl Grunert (l865-l9l8) verfasste Zeit seines Lebens Theaterstücke, Lyrik und Zukunftsnovellenll, wobei er seine literarischen Vorbilder vor allem in Kurd Laßwitz, H.G. Wells und Jules Vernes sah12. Anders als viele andere zeitgenössische Science-Fiction-Autoren, beschäftigte Grunert vor allem das Thema, dass Außerirdische bereits auf der Erde wären13.

l904 erschien unter dem Titel Im irdischen Jenseits seine erste Sammlung von Zukunftsnovellen. Sein Werk Der Marsspion folgte l908 und ist Grunerts dritte Außerirdischen-Novelle, die zum ersten Mal das Thema der Weltraumspionage in die deutsche Literatur einführt und deswegen von großer literaturgeschichtlicher Bedeutung für die deutsche Science-Fiction ist14. Bis l9l2 erschienen weitere vereinzelte Novellen und l9l4 auch Beiträge in Zeitschriften.

2.l.l Inhaltszusammenfassung

Auf einer Sternwarte in Flagstaff, Arizona, arbeiten der Leiter Mr. Lowell und sein Assistent Mr. Lampland sowie der neu eingestellter Fotograf Mr. Ferrum. Ziel ist, einen unbekannten wandernden Fleck auf bereits entwickelten Marsfotografien genauer zu untersuchen. Mr. Lampland bemerkt als Erster, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugeht, wann immer Mr. Ferrum an den Entwicklungen der Marsfotografien beteiligt ist: Zerstörte Entwicklungsplatten, ein Kurzschluss, der bereits entwickelte Marsaufnahmen vernichtet, ein manipulierter Refraktor und schließlich eine Explosion, die ein weiteres Fotografieren des Mars' zunächst unmöglich macht. Die wahre Identität Mr. Ferrums wird just nach einer von ihm hervorgerufenen Explosion aufgedeckt: Mr. Lampland erkennt, dass er über ein drittes Auge auf seiner Stirn verfügt, welches bislang durch eine Binde verborgen worden war. Nach einem Handgemenge und Mr. Ferrums Flucht werden in seinem Zimmer die Handschuhe gefunden, die er stets trug. Der kleine Finger beider Hände wurde jedoch ausgestopft. Mr. Lampland schlussfolgert, dass es sich bei Mr. Ferrum um einen Spion des Mars' handeln könnte. Nachdem eine einzige entwickelte Fotoplatte gefunden wird, auf der der wandernde Fleck des Mars' klar zu sehen ist, erkennen die Astronomen, dass es sich um ein Riesenflugschiff handeln muss, welches sich langsam der Erde nähert.

2.l.2 Erzähltextanalyse

Zunächst soll Carl Grunerts Zukunftsnovelle Der Marsspion mithilfe der Erzähltextanalyse untersucht werden. Dabei werden Methoden angewandt, die im Einführungsseminar der neueren deutschen Literatur vermittelt wurden.

2.l.2.l Histoire

Innerhalb der Histoire, welche die bereits erwähnte Handlung beinhaltet, soll nun vor allem die erzählte Welt samt Motivierung und Closure analysiert werden. Die Histoire enthält das Erzählte, welches auch auf andere Weise, wie zum Beispiel mündlich oder als Film hätte vermittelt werden können. Es ist also möglich die Erzählweisen unterschiedlich zu kombinieren. Die Histoire ist demnach veränderbar.

Ein bedeutendes Motiv, welches die wichtigste kleinste thematische Einheit darstellt, ist mit Sicherheit die Enthüllung von Mr. Ferrums wahrer Identität durch das Sichtbarwerden seines dritten Auges15. Infolgedessen reihen sich die Ereignisse des weiteren Geschehens, wie der finale Kampf zwischen Mr. Lampland und Mr. Ferrum und schließlich dessen Flucht unmittelbar aneinander. Es besteht also ein motivierter Zusammenhang zwischen dem Ereignis der Erkenntnis und der Enthüllung weiterer Rätsel, wie die des wandernden Flecks.

2.l.2.l.l Motivierung

Bei Grunerts Novelle sind zwei Formen der Motivierung, also der Integration des Geschehens in einen sinnhaften Zusammenhang, zu erkennen: Zunächst die finale Motivierung.

Obwohl auf den ersten Blick ein Ursache-Wirkungs-Prinzip in der Erzählung vermutet werden könnte, welches Mr. Ferrums Manipulationen als Ursache für Mr. Lamplands zunehmendes Misstrauen beschreibt, steckt wohl eher eine finale Motivierung hinter den Geschehnissen. Dabei passieren Ereignisse nicht zufällig, sondern planvoll. Vor allem liefert der Titel Der Marsspion wichtige Hinweise: Von vornherein wird im Leser die Erwartungshaltung aufgebaut, im Laufe der Erzählung einen Spion zu entlarven. Der Sinn aller Ereignisse ist dabei sowohl den Marsspion, als auch die Funktion des wandernden Flecks ausfindig zu machen.

Ebenso ist eine kompositiorisch-ästhetische Motivierung zu erkennen. Bei ihr hat jedes Detail der Erzählung eine Bedeutung, wobei kein Ereignis zufällig geschieht. So auch Mr. Ferrums Aussehen. Schon als erwähnt wird, dass er stets eine Stirnbindel6 sowie Gummihandschuhe trägtl7, wird der Leser mit der Nase förmlich darauf gestoßen, dass er ein Geheimnis hütetl8.

2.l.2.l.2 Closure

Ein Closure, also eine Konfliktlösung am Ende der Erzählung liegt nicht vor: Mr. Ferrum befindet sich offenbar auf der Flucht und ein unbekanntes Raumschiff scheint auf dem direkten Weg zur Erde zu sein. Der Leser ist selbst angehalten über den weiteren Verlauf der Erzählung nachzudenken. Bei Grunerts Verehrung für H.G. Wells kann aber durchaus daran gedacht werden, dass Der Marsspion als eine Art Vorgeschichte zu einem alternativen Krieg der Welten dienen oder auch das erste Kapitel eines ganzen Romans darstellen könnte.

2.l.2.2 Discours

Der Discours stellt die Frage nach der Art und Weise der Vermittlung und Darstellung des Erzählensl9. Er umfasst Zeit, Modus und Stimme, welche im Folgenden analysiert werden.

2.l.2.2.l Zeit

Beginnend mit der Analyse der Zeit ist zunächst die Ordnung zu untersuchen. In Grunerts Der Marsspion wird die Chronologie des Geschehens streng eingehalten. Dabei wird die Ereignisfolge einem chronologischen Verlauf entsprechend angeordnet.

Die Dauer entspricht der Erzählgeschwindigkeit, also dem Verhältnis von Erzählzeit zu erzählter Zeit. In der vorliegenden Novelle werden lediglich zwei Tage erzählt. Betrachtet man die Erzählgeschwindigkeit beider Tage getrennt, stellt sie sich szenisch dar. Es herrscht eine relativ enge Korrelation von Erzählzeit und erzählter Zeit. Dies wird vor allem durch den Einsatz vieler Dialoge erreicht. Aufgrund einer Ellipse, welche die Nacht zwischen dem ersten und zweiten Tag auslässt, erfährt die Erzählgeschwindigkeit in ihrer Gesamtheit jedoch eine Raffung. Die erzählte Zeit ist hierbei größer als die Erzählzeit.

Die Frequenz in Der Marsspion ist singulativ. Es wird einmal die Geschichte des Marsspions erzählt, die sich einmal ereignet hat. Verschiedene Blickwinkel unterschiedlicher Figuren werden dabei nicht berücksichtigt.

2.l.2.2.2 Modus

Innerhalb des Modus ist zunächst die Distanz zu analysieren. Dabei ist auf den ersten Blick nicht ersichtlich, ob es sich um einen dramatischen oder einen narrativen Modus handelt. Für einen dramatischen Modus sprechen jedoch die detailreichen Beschreibungen des Erzählers aus der Sicht einer Figur, in diesem Fall der von Mr. Lampland, welche einen Realitätseffekt bewirken20. Des weiteren liegt eine chronologische Ereignisabfolge, sowie ein weitgehend zeitdeckendes Erzählen vor. Konkrete Raum-Bestimmungen2l sind ebenso in die Novelle eingebettet, wie indirekte Zeitangaben22. Ein weiterer Anhaltspunkt für einen dramatischen Modus findet sich in der autonomen direkten Rede auf Seite l3 der Novelle. Nach dem verbum dicendi „fragte [Mr. Lowell]“ in der sechsten Zeile folgt bis zur zweiten Zeile auf Seite l4 eine Wechselrede zwischen Mr. Lowell und Mr. Lampland, bei der sich der Erzähler vollkommen zurückhält. Das Geschehen präsentiert sich dabei als Szenerie und Wortwechsel selbst.

Darüber hinaus ist der nicht erkennbare Erzähler sowie ein Fehlen seiner Kommentare und Reflexionen ebenso ein Kennzeichen des dramatischen Modus. Stattdessen wird aus der Wahrnehmungsperspektive einer am Geschehen beteiligten Figur erzählt; in Grunerts Novelle hauptsächlich aus der Sicht des Assistenten Mr. Lampland. Dies lässt sich unter anderem anhand seiner erlebten Rede belegen23. Sie stellt eine unvermittelte Aussage in der Erzählerrede dar, welche weder durch verba dicendi, bzw. sentiendi eingerahmt wird.

Diese erlebte Rede ist allerdings auch ein Kennzeichen, das für einen gemischten Modus sprechen könnte. Dieser setzt sich aus dramatischem und narrativem Modus zusammen. Der Erzähler des narrativen Modus, der in Stimme und Perspektive stark präsent ist, erzählt nicht nur die Geschichte, sondern rafft sie auch inhaltlich zusammen24. Er ist zudem eng an der Präsentation der Figurenrede beteiligt, indem er sie in seine eigene Rede überführt, wo sie dann zur erlebten Rede wird. Summa summarum überwiegt jedoch der dramatische Modus in Grunerts Novelle.

Ebenfalls zum Modus gehörend, soll nun die Wahrnehmungsinstanz analysiert werden: die Fokalisierung. In Der Marsspion ist eine variable Fokalisierung vorhanden, was eine eindeutige Analyse erschwert. Zunächst fällt auf, dass die erzählten zwei Tage voneinander getrennt betrachtet werden können: Am ersten Tag wählt der Erzähler die interne Fokalisierung aus Sicht des Assistenten. Er berichtet nicht mehr, als die Figur Mr. Lampland weiß25. Somit ist dieser Wahrnehmungs- und Wissensinstanz gleichermaßen.

[...]


1 Vgl. Suvin, Darko (l979): Poetik der Science Fiction. Zur Theorie und Geschichte einer literarischen Gattung. Frankfurt am Main: Suhrkamp, S. l2l.

2 Vgl. Fetz, Berndhard (2009): Das unmögliche Ganze. Zur literarischen Kritik der Kultur. München: Wilhelm Fink Verlag, S. 335.

3 Siehe auch: Von der Erde zum Mond (l865), 20.000 Meilen unter dem Meer (l870) oder Hektor Servadacs Weltraumreise (l877).

4 Vgl. Grunert, Carl; Rudolf Dresber (Hg.) (l908): Der Marsspion und andere Novellen. Berlin/Leipzig: Buchverlag fürs Deutsche Haus, S. 9.

5 Vgl. Wenzel, Dietmar (l987): Kurd Laßwitz. Lehrer, Philosoph, Zukunftsträumer. Die ethische Kraft des

Technischen. Meitingen: Corian-Verlag Wimmer, S. l3ff.

6 Vgl. Hammond, John R. (l988): H.G. Wells and the modern novel. New York: St. Martin's Pr., S. llf

7 Vgl. Innerhofer, Roland (l996): Deutsche Science Fiction l870-l9l4. Rekonstruktion und Analyse der Anfänge einer Gattung. Wien: Böhlau, Kap. I.

8 Vgl. Grunert (l908): S. 6f.

9 Vgl. http://www.deutschonline.de/Deutsch/Grimm/Einfuehrung.htm, l2.3.09.

10 Vgl. Suvin, Darko (l979), S. 43f.

11 Vgl. Münch, Detlef (2005): Carl Grunert (l865-l9l8). Der Pionier der deutschen Kurzgeschichten- Science-Fiction. Dortmund: Synergen-Verlag, S. l2; 23.

12 Vgl. Münch, Detlef (2005), S. l9.

13 Vgl. Münch, Detlef (2005), S. 9.

14 Vgl. Münch, Detlef (2005), S. 50.

15 Vgl. Grunert (l908), S. 24.

16 Vgl. Grunert (l908), S. l5.

17 Vgl. Grunert (l908), S. 20.

18 Vgl. Martinez, Matias; Scheffel, Michael (l999): Einführung in die Erzähltheorie. München: C.H. Beck, S. ll4.

19 Vgl. Tzvetan Todorov (l966): Les catégories du récit littéraire. In: Communications 8, S. l23-l5l.

20 Vgl. Grunert (l908), z.B. S. l5.

21 Vgl. Grunert (l908), S. l3: „Auf der Sternwarte in Flagstaff in Arizona.“

22 Vgl. Grunert (l908), S. l4: „[...] die Frage der vielumstrittenen [Mars-]Kanäle. [...] Man hat sie abgeleugnet bis heute […].“ Die Marskanäle wurden l877 vom italienischen Astronomen Schiaparelli entdeckt. Zunächst vermutete man aufgrund ihrer Geradlinigkeit eine Erschaffung durch Marsbewohner. Erste Zweifel an dieser Theorie kamen durch die fortschreitende Technologie um l930 auf. Mit den ersten Marssonden in den l960er Jahren wurde die Theorie von einem bewohnten Mars als falsch erwiesen. Aufgrund dieser Informationen muss sich Der Marsspion also zu einem Zeitpunkt Anfang des 20. Jahrhunderts ereignen.

23 Vgl. Grunert (l908), z.B. S. l5: „Wie wunderbar klar hob sich die Eiskappe [...] von [...] der Umgebung ab!“

24 Vgl. 2.l.2.2.l: Ellipse der Nacht.

25 Vgl. Grunert (l908): z.B. S. l6: „[...] als plötzlich das Licht erlosch!“ Kurz darauf wird die angeblich ver- sehentliche Zerstörung der Fotoplatte durch Mr. Ferrum beschrieben. Dadurch, dass der Leser dies nur aus der Sicht des Assistenten erfährt, ist es ihm noch nicht möglich, eine absichtliche Zerstörung der Platte zu vermuten.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Die frühe Science-Fiction in der Literatur
Untertitel
Erzähltextanalytischer und inhaltlicher Vergleich von Carl Grunerts "Der Marsspion" und Voltaires "Mikromegas"
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Institut für Deutsche Philologie)
Veranstaltung
Proseminar
Note
1,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
24
Katalognummer
V152248
ISBN (eBook)
9783640641642
ISBN (Buch)
9783640642052
Dateigröße
563 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Kommentar des Dozenten: "Eine gelungene Arbeit, die die inhaltlichen Komponenten beider Erzählungen argumentativ sauber herausarbeitet und auch aufgrund der ausführlichen Erzählanalyse insgesamt die Note 'sehr gut' ergibt."
Schlagworte
Voltaire, Micromegas, Mikromegas, Erzählanalyse, Erzähltextanalyse, Carl Grunert, Der Marsspion, Science-Fiction
Arbeit zitieren
Lisa Ungewiss (Autor), 2009, Die frühe Science-Fiction in der Literatur, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/152248

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