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Islamic Banking

Herausforderungen für das Risikomanagement islamischer Banken

Titel: Islamic Banking

Bachelorarbeit , 2010 , 44 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: B.Sc. Yasemin Sari (Autor:in)

BWL - Bank, Börse, Versicherung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„Sogar der Vatikan zeigt Interesse am Islamischen Bankenwesen
– Koran als Schutz vor der Finanzkrise?“

So oder so ähnlich wird in letzter Zeit vor allem vor dem Hintergrund der aktuellen Finanz- bzw. Bankkrise vermehrt in den Medien berichtet. Das islamische Bankenwesen wird schlechthin als die risikoärmere Alternative zu dem konventionellen, westlich orientierten Bankenwesen propagiert. Es scheint nämlich, als sei bereits aufgrund der prinzipiellen Ausrichtung der islamischen Finanzgeschäfte der Begriff der Unsicherheit bzw. des Risikos aus dem Islamic Banking weitestgehend ausgeklammert.
Doch was bedeutet Islamic Banking (IB)? Unter dieser Art des Bankings versteht man i.A. Bankdienstleistungen und -produkte, die im Einklang mit den Regeln des Islam, der Scharia, stehen. Welche Bestimmungen das genau sind und wie die Umsetzung in die bankbetriebliche Praxis erfolgt, soll in den nächsten Abschnitten dieser Arbeit geklärt werden. Nennens-wert an dieser Stelle ist, dass die islamische Bankenbranche eine beeindruckende Wachs-tumsgeschichte hinter sich hat. Der Markt wächst seit Jahren mit zweistelligen Wachstumsraten. So verwalteten islamische Finanzdienstleister im Jahr 2008 weltweit ein Vermögen von über 950 Mrd. US-Dollar, 25 Prozent mehr als im Vorjahr. Obwohl der Marktanteil islamischer Finanzinstitute global betrachtet noch gering ist, sehen Experten ein enormes Potenzial. So geht Standard & Poor’s etwa davon aus, dass das Potenzial einen geschätzten Wert von rund 4 Bio. US-Dollar hat. Es scheint also, als wäre das islamische Bankensystem tatsächlich eine vielversprechende Alternative.
Ob und inwieweit aber wirklich davon ausgegangen werden kann, dass sich das Risikoprofil islamischer Banken von dem der konventionellen Banken unterscheidet, soll im Rahmen dieser Arbeit untersucht werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagen des Islamic Banking

2.1 Grundlegende Prinzipien und Verbote

2.2 Die wichtigsten Finanzinstrumente

3. Herausforderungen für das islamische Finanzwesen

3.1 Rechtliche und regulatorische Rahmenbedingungen

3.2 Defizite im Marktumfeld

3.3 Defizite auf operationaler Bankenebene

4. Risikobetrachtung im Islamic Banking

4.1 Definition des Risikomanagement-Prozesses

4.2 Typische (islamische) bankbetriebliche Risikoarten

4.2.1 Liquiditätsrisiko

4.2.2 Marktrisiko

4.2.3 Ausfall- bzw. Kreditrisiko

4.2.4 Operationelle Risiken

4.2.5 Islamspezifische Risiken

4.2.5.1 Scharia-Nichtkonformitätsrisiko

4.2.5.2 Equity Investment Risiko

4.2.5.3 Rate of Return bzw. Displaced Commercial Risiko

4.2.5.4 Treuhandrisiko

4.3 Risikowahrnehmung islamischer Banken in der Praxis

5. Schlussbetrachtung und Ausblick

6. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Risikoprofil islamischer Banken im Vergleich zu konventionellen Finanzinstituten, um zu klären, ob sich die islamische Bankenbranche grundlegend durch ein anderes Risikoverständnis oder spezifische Risikoexpositionen auszeichnet.

  • Grundprinzipien und Verbote des Islamic Banking (z. B. Zinsverbot, Gewinnbeteiligung)
  • Strukturelle Herausforderungen und Defizite in Regulierung und Marktumfeld
  • Systematische Analyse bankbetrieblicher Risiken (Liquidität, Markt, Kredit, Operationell)
  • Untersuchung islamspezifischer Risiken (Scharia-Konformität, Displaced Commercial Risk)

Auszug aus dem Buch

4.2.1. Liquiditätsrisiko

Liquiditätsrisiken entstehen aus der Gefahr, dass eine Bank seinen fälligen Zahlungsverpflichtungen nicht bzw. nur zu erhöhten Kosten nachkommen kann. Weiter unterscheidet man hierbei zwischen dem Refinanzierungs-, dem Termin- und dem Abrufrisiko. Im Rahmen ihrer Funktion der Fristentransformation kann es vorkommen, dass Banken ihr Aktivgeschäft nicht durch fristenkongruente Passivmittel refinanzieren und somit dem (Refinanzierungs-) Risiko ausgesetzt sind, erforderliche Anschlussfinanzierungen nicht mehr erfüllen zu können. Terminrisiken ergeben sich primär durch verzögerte Rückzahlungen im Kreditgeschäft, während Abrufrisiken durch unplanmäßige Einlagenabzüge bzw. Inanspruchnahmen von offenen Kreditzusagen hervorgerufen werden.

In jedem Fall muss die Bank in der Lage sein, aufgetretene Liquiditätsengpässe zu kompensieren, um eine weitreichende Zahlungsunfähigkeit, im schlimmsten Fall sogar eine dauerhafte Insolvenz, zu verhindern. Ist eine Bank im Eintrittsfall des Risikos nicht in der Lage den Liquiditätsbedarf über verfügbare Liquiditätsreserven zu decken, dann muss sie zusätzliche Mittel am Interbankenmarkt aufnehmen. Die Liquiditätsreserve einer Bank besteht i.d.R. aus drei Komponenten. Dazu zählen zum einen Barreserven wie Kassenbestände, Sichtguthaben bei anderen Finanzinstituten, zugesagte Kreditlinien etc., und zum anderen kurzfristig realisierbare Vermögensreserven in Form von kurzfristigen Termingeldern und Wertpapieren, die sich i.d.R. jederzeit ohne Verluste liquidieren lassen. Zuletzt hat die Bank die Möglichkeit auf Finanzierungsreserven zurückzugreifen, wozu nicht ausgenutzte kurzfristige Verschuldungsmöglichkeiten bei Geschäfts- und Zentralbanken aber auch Kapitalerhöhungsreserven gehören.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einführung erläutert das wachsende Interesse am islamischen Bankenwesen als potenzielle risikoärmere Alternative und definiert die Zielsetzung der Arbeit zur Untersuchung des Risikoprofils.

2. Grundlagen des Islamic Banking: Das Kapitel behandelt die religiösen Rahmenbedingungen durch die Scharia sowie die zentralen Verbote und die wichtigsten islamischen Finanzinstrumente.

3. Herausforderungen für das islamische Finanzwesen: Hier werden die strukturellen Defizite in der regulatorischen Umgebung, im Marktumfeld und auf der operationalen Ebene dargelegt, die das Risikomanagement erschweren.

4. Risikobetrachtung im Islamic Banking: Dieser Hauptteil definiert Risikomanagement-Prozesse, klassifiziert bankbetriebliche Risiken und analysiert spezifische Risikokategorien sowie die praktische Risikowahrnehmung.

5. Schlussbetrachtung und Ausblick: Das Fazit fasst die Erkenntnisse über das Risikoprofil zusammen und skizziert künftige Entwicklungen für die Stabilität islamischer Banken.

6. Literaturverzeichnis: Eine Auflistung der in der Arbeit zitierten wissenschaftlichen Quellen und Literatur.

Schlüsselwörter

Islamic Banking, Risikomanagement, Scharia, Zinsverbot, Murabahah, Profit and Loss Sharing, Liquiditätsrisiko, Marktrisiko, Kreditrisiko, Scharia-Konformität, Displaced Commercial Risk, Treuhandrisiko, Finanzkrise, Bankenaufsicht, Bankbetriebslehre

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die spezifischen Risiken und Herausforderungen, mit denen islamische Banken konfrontiert sind, und vergleicht diese mit den Risikostrukturen konventioneller Banken.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die religiösen Prinzipien des Islamic Banking, die regulatorischen Rahmenbedingungen, die Klassifizierung von Risikoarten sowie die praktische Umsetzung des Risikomanagements.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Untersuchung, ob islamische Banken tatsächlich ein anderes oder höheres Risikoprofil aufweisen als konventionelle Institute und wie diese Risiken gemanagt werden.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse auf Basis von Fachliteratur, ergänzt durch eine Auswertung subjektiver Risikowahrnehmungen aus einer empirischen Studie von Ahmed und Khan.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Definition des Risikomanagement-Prozesses, die detaillierte Analyse klassischer Risiken (Liquidität, Markt, Kredit, Betrieb) sowie eine Untersuchung islamspezifischer Risiken.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Islamic Banking, Scharia-Konformität, Risikomanagement, Zinsverbot und spezifische Finanzierungsmodelle wie Murabahah oder PLS charakterisieren.

Warum ist das Scharia-Nichtkonformitätsrisiko so gravierend?

Es ist deshalb so kritisch, da bereits zertifizierte Produkte nachträglich als unzulässig eingestuft werden können, was neben finanziellen Schäden vor allem die Reputation und das Kundenvertrauen massiv gefährdet.

Welchen Einfluss haben PLS-Modelle auf das Risikoprofil?

Bei Modellen mit Gewinn- und Verlustbeteiligung trägt die Bank ein stärkeres unternehmerisches Risiko, da die Rückflüsse direkt vom Erfolg des Kunden abhängen, was in der Praxis oft zu einer Risikovermeidung führt.

Ende der Leseprobe aus 44 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Islamic Banking
Untertitel
Herausforderungen für das Risikomanagement islamischer Banken
Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen
Note
2,0
Autor
B.Sc. Yasemin Sari (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
44
Katalognummer
V152265
ISBN (eBook)
9783640641673
ISBN (Buch)
9783640642199
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Islamic Banking; Risiko; Risikomanagement Herausforderungen Islamic Finance; islam bank Scharia sharia-konform Sharia islam finanz
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
B.Sc. Yasemin Sari (Autor:in), 2010, Islamic Banking, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/152265
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  44  Seiten
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