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Einsichten in die Entstehungsweise und die Funktionen der Jugendsprache - Handlungsanweisungen für angehende Lehre

Titel: Einsichten in die Entstehungsweise und die Funktionen der Jugendsprache - Handlungsanweisungen für angehende Lehre

Hausarbeit , 2010 , 16 Seiten

Autor:in: Steffen Schulze (Autor:in)

Sprachwissenschaft / Sprachforschung (fachübergreifend)
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Hausarbeit soll ein fundiertes Basiswissen über die Entstehungsweise und Funktionen von Jugendsprache vermitteln. Darüber hinaus werden die theoretischen Erkenntnisse auf die Praxis der Lehrer und Pädagogogen übertragen und ein professioneller Umgang mit dem Phänomen der Jugendsprache aufgezeigt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Phänomen der Jugendsprache im historischen und gesellschaftlichen Wandel

2 Funktionen Jugendlicher Sprechstile

2.1 Versuch einer Definition von Jugendsprache

2.2 Soziale Funktionen

2.3 Psychologische Funktionen

2.4 Kommunikative Funktionen

3 Prozess Jugendlicher Sprechstile und ihre Bedeutung für die Standardsprache

3.1 Stilbildung

3.2 Re- und De- Standardisierung

4. Handlungswissen für angehende Lehrer und Pädagogen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, den Begriff der Jugendsprache aus interdisziplinärer Perspektive zu beleuchten, ein fachliches Basisverständnis zu vermitteln und daraus konkrete Handlungsempfehlungen für Pädagogen und Lehrkräfte im Umgang mit jugendlichen Sprachstilen abzuleiten.

  • Historische und gesellschaftliche Einordnung der Jugendsprache
  • Analyse sozialer, psychologischer und kommunikativer Funktionen jugendlicher Sprechweisen
  • Prozesse der Stilbildung sowie Phänomene der De- und Restandardisierung
  • Bedeutung jugendsprachlicher Varietäten für die Standardsprache
  • Pädagogischer Umgang mit jugendlichen Sprachstilen im Unterricht

Auszug aus dem Buch

1.1 Phänomen der Jugendsprache im historischen und gesellschaftlichen Wandel

Durch schriftliche Aufzeichnungen, erste Wortlexika, Wortsammlungen und antike Literatur konnten insbesondere unter den männlichen Studenten (in Halle, Leipzig, Gießen, Jena und Göttingen) im 18. Jahrhundert oder den sogenannten „Burschikosen“, Abweichungen von der Standardsprache festgestellt werden. Diese Abweichungen finden nicht nur in ihrer Entstehungsweise und ihren Funktionen Kongruenz zu den Normabweichungen heutiger jugendlicher Sprechweisen, sondern auch in ihrer Wirkung auf die Gesellschaft. Sie haben Empörung und größte Geringschätzung unter den Eltern der Studenten und den Regierenden hervorgerufen. Die Eltern forderten u.a. ihre studierenden Kinder in Mahnbriefen auf, sich zu bessern und an ihren Tugenden festzuhalten. Denn die sprachlichen Normbrüche waren ebenso mit moralischen Normbrüchen, bzw. mit einem ausschweifenden Leben, dem „freiheitlich- burschikosen Lebensstil“ (saufen, spielen, Liebesbelustigungen etc.) verbunden. Solche Exzesse wurden im Zuge dieser Entwicklungen außerdem vom Staat gesetzlich verboten und mit Gefängnisstrafen sanktioniert. Die Anklage der herabblickenden Generation auf die Jugend erinnert zu einem gewissen Grad an heutige Verhältnisse. Bei näherer Betrachtung der Entstehungsweise dieser Studentensprache lassen sich jedoch noch andere interessante Parallelen zur heutigen Sprechweise Jugendlicher finden: Z.B. wurden anstatt englische, lateinische Fremdwörter und griechische Fremdwörter entliehen und in den eigenen Sprachgebrauch überführt, wobei die Beherrschung dieser antiken Sprachen als Statussymbol der Gebildeten und Gelehrten angesehen wurde. Die lateinischen Wörter, die in diesem Prozess in den deutschen Wortschatz der Studentenschaft aufgenommen wurden, zeigen auf, dass die junge Generation die überlieferten Werte und das Ehrgefühl für die lateinische Sprache (als Statussymbol) anders wahrnahmen als die ältere Generation und diese auf ironische und distanzierende Weise für ihre Zwecke verfremdeten.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Jugendsprache ein, diskutiert die häufig negative gesellschaftliche Wahrnehmung und definiert das Ziel der Arbeit, ein fachliches Basiswissen für Pädagogen zu schaffen.

1.1 Phänomen der Jugendsprache im historischen und gesellschaftlichen Wandel: Dieses Kapitel zeigt anhand des historischen Beispiels der Studentensprache des 18. Jahrhunderts, dass jugendliche Sprachabweichungen kein rein modernes Phänomen sind, sondern schon immer mit gesellschaftlicher Abgrenzung einhergingen.

2 Funktionen Jugendlicher Sprechstile: Hier werden die verschiedenen Dimensionen (sozial, psychologisch, kommunikativ) untersucht, die den Gebrauch von Jugendsprache motivieren.

2.1 Versuch einer Definition von Jugendsprache: Es wird dargelegt, dass Jugendsprache keine homogene Sprachvarietät ist, sondern ein heterogenes Phänomen, das stark von kulturellen und sozialen Faktoren abhängt.

2.2 Soziale Funktionen: Dieses Kapitel erläutert, wie Jugendliche durch Sprache soziale Bindungen und Identität in Peergroups schaffen und sich nach außen abgrenzen.

2.3 Psychologische Funktionen: Hier wird der Zusammenhang zwischen Identitätsbildung und Sprachgebrauch analysiert, wobei Jugendsprache als Ausdrucksform für individuelle Entwicklungsaufgaben dient.

2.4 Kommunikative Funktionen: Das Kapitel befasst sich mit der pragmatischen Funktion von Jugendsprache, insbesondere durch Partikel und Strukturen, die Redebeiträge organisieren und verstärken.

3 Prozess Jugendlicher Sprechstile und ihre Bedeutung für die Standardsprache: Hier wird der sprachwissenschaftliche Prozess untersucht, wie jugendliche Neuerungen entstehen und in Wechselwirkung mit der Standardsprache treten.

3.1 Stilbildung: Es wird erklärt, dass kreative Wortschöpfungen meist durch Transformation vorhandener Sprachmuster (Bricolage) entstehen, anstatt völlig neue Wörter zu erfinden.

3.2 Re- und De- Standardisierung: Dieses Kapitel beschreibt den Kreislauf von der Entfremdung standardsprachlicher Begriffe (Destandardisierung) bis hin zur möglichen späteren Integration in den allgemeinen Sprachgebrauch (Restandardisierung).

4. Handlungswissen für angehende Lehrer und Pädagogen: Abschließend werden praktische Empfehlungen gegeben, wie Lehrkräfte konstruktiv mit jugendlichen Sprechweisen umgehen können, ohne diese vorschnell zu verurteilen.

Schlüsselwörter

Jugendsprache, Sprachwandel, Standardsprache, Soziolinguistik, Identitätsbildung, Bricolage, Destandardisierung, Restandardisierung, Studentensprache, Peergroups, Sprachbewusstsein, Sprachdidaktik, Kommunikationsstruktur, Jugendliche Sprechstile, Sprachnormen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Entstehungsweise, die Funktionen und die gesellschaftliche Bedeutung von Jugendsprache sowie deren Einfluss auf die Standardsprache.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen zählen die historischen Wurzeln jugendlicher Sprachvarietäten, soziale und psychologische Motive des Sprachgebrauchs sowie die didaktische Einordnung für den Lehrberuf.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, angehenden Lehrern und Pädagogen ein tieferes Verständnis für die Hintergründe von Jugendsprache zu vermitteln, um einen reflektierten und professionellen Umgang mit diesen Sprachstilen im Schulalltag zu ermöglichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Auswertung soziolinguistischer sowie sprachwissenschaftlicher Fachliteratur und verschiedener Varietäten-Modelle.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Funktionen jugendlicher Sprechstile, den Prozess der Stilbildung (Bricolage) und den Wandel von Begriffen zwischen Jugend- und Standardsprache.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Jugendsprache, Sprachwandel, Identitätsbildung, Soziolinguistik, Bricolage, Destandardisierung und Sprachdidaktik.

Inwiefern ist die Studentensprache des 18. Jahrhunderts relevant?

Sie dient als historischer Vergleich, um aufzuzeigen, dass jugendliche Sprachnormbrüche bereits damals als Identitätsmarker und Statussymbol fungierten und somit strukturelle Parallelen zur heutigen Situation aufweisen.

Warum wird empfohlen, Jugendsprache im Unterricht nicht zu imitieren?

Der Autor argumentiert, dass eine Imitation durch Lehrkräfte meist als unauthentisch wahrgenommen wird und die notwendige professionelle Distanz, die auch eine soziale Funktion für die Schüler erfüllt, untergräbt.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Einsichten in die Entstehungsweise und die Funktionen der Jugendsprache - Handlungsanweisungen für angehende Lehre
Hochschule
Universität Hildesheim (Stiftung)
Veranstaltung
Jugendsprache
Autor
Steffen Schulze (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
16
Katalognummer
V152276
ISBN (eBook)
9783640641697
ISBN (Buch)
9783640642090
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Jugendsprache jugendliche Sprachstile Substandard
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Steffen Schulze (Autor:in), 2010, Einsichten in die Entstehungsweise und die Funktionen der Jugendsprache - Handlungsanweisungen für angehende Lehre, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/152276
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Leseprobe aus  16  Seiten
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