Beratung von SexarbeiterInnen


Hausarbeit, 2009

13 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Definition - Was ist Sexarbeit?

2. Sexarbeit / Prostitution - Allgemeines
2.1 Arbeitsbereiche von SexarbeiterInnen
2.2 Unterschiede in der Prostitution

3. Entwicklung der Beratungen
3.1 Hurenbewegungen und -Organisationen - von der Selbsthilfe zur Beratung
3.2 Von der Armen- und Krankenfürsorge zur Beratung
3.3 Beratung des Gesundheitsamtes

4. Beratungen - Allgemeines
4.1 Beratungen - Inhaltliches
4.2 Aufsuchende Sozialarbeit / Beratungen

5. Grenzen und Schwierigkeiten

6. Schlussbemerkung

Literaturverzeichnis

Einleitung

Die Prostitution gilt als „das älteste Gewerbe der Welt“. Sexuelle Dienstleistungen gegen Bezahlung gibt es schon seit vielen Tausend Jahren. Die Art der Ausübung und die Stellung der Prostituierten in der Gesellschaft veränderten sich allerdings immer wieder in der Geschichte.

Ebenso gibt es unterschiedliche Bezeichnungen. Beispielsweise Hure für weibliche und Callboys für männliche Prostituierte.

1. Definition - Was ist Sexarbeit?

Madonna e.V.1 definiert Sexarbeit wie folgt:

„ Sexarbeit ist eine höchstpersönliche Dienstleistung, über deren Inhalt und Ausmaßnur die Prostituierten selbst entscheiden. Sexarbeit kann selbständig und in einem Arbeitsverhältnis ausgeübt werden. Voraussetzung sind einver- nehmliche Verträge zwischen den Beteiligten und die Einhaltung gesetzlicher Mindestvorgaben. “

Das Wort Sexarbeit macht im Gegensatz zum Wort Prostitution noch einmal deutlich, dass Sex gleich Arbeit sein kann und entsprechend als Beruf gesehen werden könnte.

SexarbeiterInnen ist vom amerikanischen „Sexworker“ abgeleitet.

2. Sexarbeit / Prostitution - Allgemeines

Wie viele Prostituierte in Deutschland arbeiten, ist kaum sicher zu ermitteln. Das BMFSFJ2 bezieht sich in der empirischen Datenerhebung auf die Angaben

von HYDRA e.V.3 und nach deren Schätzungen gehen ungefähr um die 400.000 Frauen in Deutschland der Prostitution nach. Der MigrantInnen - Anteil ist hoch (insbesondere der aus den Ostblockländern), ebenso entsprechend die Dunkelziffer. Tatsächliche Zahlen werden kaum erfasst werden können.

Nach wie vor gehen die Meinungen darüber, ob die Prostitution ein Beruf wie jeder andere auch ist, weit auseinander und die Auseinandersetzung darüber liefert immer wieder Stoff für Diskussionen. Während sich die Hurenorganisationen für die Rechte, Anerkennung und Gleichstellung der Prostitution als Beruf einsetzen, bewegen sich Prostituierte immer noch in einer „gesellschaftlichen Randzone“ und werden oftmals wenig respektiert und anerkannt.

Am 01.01.2002 trat das Prostituiertengesetz (ProstG) in Kraft. Dabei sollten die rechtlichen Benachteiligungen von Prostituierten beseitigt werden, vor Ausbeu- tung schützen, für mehr Gleichstellung sorgen und bessere Arbeitsbedingungen schaffen. Prostituierte können fortan selbstständig oder als Angestellte arbeiten. Sie haben Zugang zu Kranken- und Sozialversicherungen. Somit ist die Be- schäftigung von Prostituierten kein Strafbestand (der Förderung von Prostituti- on) mehr. Darüber hinaus können nicht gezahlte Gelder ihrer Kunden einge- klagt werden. Das Rechtsverhältnis zwischen Prostituierten und ihrer Kunden fällt nicht mehr unter die Sittenwidrigkeit.

2.1 Arbeitsbereiche von SexarbeiterInnen

Prostituierte arbeiten in verschiedenen Bereichen:

- auf der Straße, dem sogenannten Straßenstrich
- in Eros-Zentren
- in Bordellen, Apartments, Privatwohnungen und Clubs
- in Bars mit Tabledance
- in Studios für bestimmte Sexpraktiken, wie z.B. Sado Masochismus
- in Massagestudios, Swinger-Clubs, entsprechenden Saunen etc.4 ebenso beim
- Escord- / Begleitservice5

2.2 Unterschiede in der Prostitution

Weiter kann unterschieden werden zwischen:

- Frauen und Männer, die sich bewusst für die Sexarbeit entschieden ha- ben und ihr nachgehen, sowohl regelmäßig als Hauptbeschäftigung und gewerblich, als auch als Nebengewerbe
- Gelegenheitsprostitution, der mehr oder weniger unregelmäßig nachge- gangen wird, wenn Geld benötigt wird
- MigrantInnen, die Geld in ihre Heimat schicken wollen
- Prostitution aufgrund besonderer Hintergründe wie Drogenabhängigkeit, Schulden etc.
- Zwangsprostitution (Frauen wie Männer die nicht „aus freien Willen“ der Prostitution nachgehen), Menschenhandel
- Und weitere…

3. Entwicklung der Beratungen

Es gibt unterschiedliche Entstehungsgeschichten und Hintergründe der Beratungsstellen.

3.1 Hurenbewegungen und -Organisationen - von der Selbsthilfe zur Bera- tung

Schon in der Geschichte schlossen sich Huren zusammen und kämpften für ihre Rechte. Doch erst im 20. Jahrhundert veränderte sich im Rahmen der Frauenbewegung die Haltung gegenüber der Prostitution.

Der Beginn der neuen Hurenbewegung in Europa wird auf den 02. Juni 1975 datiert, als sich 150 Prostituierte aus Frankreich gegen die staatliche Repressi- on zur Wehr setzten. Sie streikten und besetzten 10 Tage die Kirche „Saint- Nizier“ in Lyon. Weitere Kolleginnen aus anderen Städten folgten diesem Bei- spiel. Dieser Mut fand in der Öffentlichkeit viel Aufmerksamkeit und Unterstüt- zung.6

In Deutschland gilt HYDRA e.V. als erste autonome Hurenorganisation. Im Jahre 1980 schlossen sich sozial engagierte Frauen aus unterschiedlichen Berufsbereichen zusammen und traten für die Rechte der Prostituierten ein. Dem Selbsthilfeprojekt konnte 1985 durch regelmäßige Finanzierung aus öffentlichen Geldern eine Beratung angeschlossen werden.7

Derweilen gibt es verschiedene Organisationen und Projekte von und für Prostituierte, die immer weiter vernetzt werden.

3.2 Von der Armen- und Krankenfürsorge zur Beratung

Die Geschichte von KOBER8 zeigt exemplarisch eine andere Entwicklung und Entstehung der Beratung. Zur Zeit der Industrialisierung um 1900 lebten viele Menschen in Armut. Die Armen- und Krankenfürsorge lag zunächst hauptsäch- lich in privater oder kirchlicher Hand. Das soziale Sicherungssystem wurde ge- rade neu erschaffen.

Agnes Neuhaus gründete 1900 den „Verein zum guten Hirten“, welcher 1968 in „Sozialdienst katholischer Frauen e.V.“ umbenannt wurde.

“ Die „ Fürsorge für die Verstoß enen des weiblichen Geschlechts “ , dazu geh örten Mütter von „ unehelichen “ Kindern, sowie geschlechtskranke Frauen und Prosti- tuierte, stand zunächst im Mittelpunkt der Bemühungen.

[...]


1 Madonna e.V., Beratung und Hilfe für Prostituierte, online: http://www.madonna- ev.de/index.php?option=com_content&task=view&id=16&Itemid=30 (10.08.09)

2 Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Empirische Daten zur Prostitution in Deutschland, online: http://www.bmfsfj.de/Kategorien/aktuelles,did=93316.html (10.08.09)

3 Hydra e.V. ist eine Hurenorganisation in Berlin.

4 Hier kann es ein Teil des Angebots sein, bzw. nach Absprache zu bezahlten Sexdienstleistungen kommen, muss aber nicht zwingend dieses Angebot enthalten.

5 S.h. oben.

6 Vgl. Deutsche AIDS-Hilfe e.V. (Hrsg.), 2006: Hurenkalender 2007 , S. 14.

7 Vgl. Hydra e.V., Online: http://www.hydra-ev.org/master/start.html (12.08.09)

8 Kober - Kommunikations- und Beratungsstelle für Prostituierte, Dortmund

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Beratung von SexarbeiterInnen
Hochschule
Fachhochschule Dortmund
Veranstaltung
Einführung in die Arbeitsfelder der Sozialen Arbeit
Note
1,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
13
Katalognummer
V152292
ISBN (eBook)
9783640649785
ISBN (Buch)
9783640649556
Dateigröße
402 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Beratung, SexarbeiterInnen, Entwicklungsgeschichte
Arbeit zitieren
Cornelia Tillmann-Rogowski (Autor:in), 2009, Beratung von SexarbeiterInnen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/152292

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Titel: Beratung von SexarbeiterInnen



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