Kurse und Seminare sind nur dann erfolgreich, wenn an deren Ende auch ein Lernerfolg zu verzeichnen ist. Schließlich ist dieser nicht mehr und nicht weniger als die Daseinsberechtigung des Kurses. Doch hinter einem reinen Erfolgsinteresse stehen in der Regel auch wirtschaftliche Interessen, da solche Angebote letztlich Produkte eines Lerninstitutes sind. Um nun sicher zu gehen, dass das Kursangebot dem Kunden nutzt und somit rentabel vermarket werden kann, müssen bestimmte Aspekte stetig hinterfragt werden. Wie gut kann der Trainer den Stoff vermitteln? Würde der Kunde den Kurs weiterempfehlen? Sind Inhalte und Methoden noch zeitgemäß? Es bedarf also eines Systems, das all diese und weitere Fragen bündelt, systematisiert und zu mess- beziehungsweise vergleichbaren Ergebnissen zusammenfasst. Diese Methode wird Evaluation genannt.
An der Schnittstelle, wo wirtschaftliche Interessen mit Forschungsinteressen und sozialwissenschaftlichen Methoden aufeinandertreffen, ist die Evaluation angesiedelt. Um zu verstehen, wie der Prozess funktioniert und welche Vorüberlegungen notwendig sind, wird in dieser Ausarbeitung gezeigt, wie ein Erste-Hilfe Kurs bewertet werden könnte. Als eintägiger Kurs, der bundesweit einheitlich geregelt ist und zum Portfolio zahlreicher Anbieter gehört, eignet sich dieser besonders gut als Anschauungsobjekt. Doch zuvor werden die einzelnen Stellschrauben vorgestellt, deren Bedienung zur zielgerichteten Anwendung dieser Methode vonnöten sind.
Inhaltsverzeichnis
1 Exposé
2 Was ist Evaluation?
2.1 Grundlagen
2.1.1 Evaluationsgegenstand
2.1.2 Evaluationskriterien
2.1.3 Evaluationsziele
2.1.4 Evaluationsstandards
2.1.5 Evaluationstypen
2.2 Durchführung
2.2.1 Qualitative und quantitative Daten
2.2.2 Wissenschaftliche Gütekriterien
2.2.3 Vorgehensweise
3 Praxisbeispiel Erste-Hilfe Kurs
3.1 Vorstellung der Institution
3.2 Richtlinien für Erste Hilfe Kurs nach DGUV
3.3 Grob- und Feinlernziele des Kurses
4 Anwendung Erste-Hilfe Kurs
4.1 Planung
4.2 Ausführung
4.3 Mögliche Auswertung
5 Resümee
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die systematische Nutzung von Evaluationsmethoden zur Qualitätsbewertung von Lehreinheiten im Gesundheitswesen. Ziel ist es, am praktischen Beispiel eines Erste-Hilfe-Kurses aufzuzeigen, wie durch eine fundierte Prozessplanung und Datenanalyse die Qualität von Schulungsangeboten objektiv bewertet und nachhaltig optimiert werden kann.
- Theoretische Grundlagen und Verfahren der Evaluation in sozialen Berufen
- Wissenschaftliche Gütekriterien für Evaluationsabläufe
- Umsetzungspraktiken für Erste-Hilfe-Schulungen nach DGUV-Richtlinien
- Entwicklung und Anwendung von Evaluationsinstrumenten (Fragebögen, Beobachtung)
- Prozessorientierte Qualitätssicherung und Lernzielkontrolle in der Erwachsenenbildung
Auszug aus dem Buch
2.2.3. Vorgehensweise
Nach Klärung der wichtigsten Begriffe und Vorüberlegungen soll sich an dieser Stelle dem eigentlichen Evaluationsprozess gewidmet werden. Dieser Prozess lässt sich in drei Phasen aufteilen, die im Einzelnen wie folgt aussehen:
Schritt 1: Zieldefinition und Festlegung des Untersuchungsgegenstandes
Zunächst müssen Sinn und Zweck der Evaluation erörtert werden. Hierzu ist die Festlegung des Evaluationsgegenstandes, des Evaluationszieles sowie im weiteren Verlauf, der gewünschten Methode notwendig. Es hat sich als hilfreich erwiesen, hierfür einen eigen Arbeitskreis zu bilden, der optimaler Weise aus Mitgliedern verschiedener Ebenen besteht (vgl. Ernst 2008, S. 39 - 43). Die Methodenwahl hängt dabei unmittelbar mit der Wahl des Zieles sowie des Evaluationstyps zusammen. Für die in dieser Ausführung gewählte interne Evaluation eines Kursangebotes etwa eine Kollegenbeobachtung oder auch verschiedene schriftliche Tools wie ein Fragebogen, aber auch Interviews oder Gruppendiskussionen können in Betracht gezogen werden (vgl. ebd., S. 43). Ist die Methodenwahl getroffen, gilt es zur Operationalisierung und Skalierung des Ergebnisspektrums Evaluationskriterien aufzustellen. Nicht zuletzt wird der Rahmen der Evaluation in einen zeitlichen Kontext gebracht sowie Aufgaben an die einzelnen Evaluatoren verteilt.
Schritt 2: Durchführung und Datenerhebung
Sobald die Rahmenbedingungen feststehen und alle Evaluatoren instruiert sind, erfolgt die eigentliche Phase der Datenerhebung (vgl. Ernst 2008, S. 43).
Schritt 3: Auswertung
Zusammenfassung der Kapitel
1 Exposé: Einleitung in die Relevanz der Qualitätssicherung bei Kursangeboten und Vorstellung der Zielsetzung dieser Arbeit.
2 Was ist Evaluation?: Theoretische Fundierung des Evaluationsbegriffs unter Berücksichtigung von Gütekriterien, Standards und verschiedenen Typen der wissenschaftlichen Bewertung.
3 Praxisbeispiel Erste-Hilfe Kurs: Beschreibung des konkreten Anwendungsfalls unter Einbeziehung der institutionellen Rahmenbedingungen, gesetzlicher Vorschriften der DGUV und der Lernzielstruktur.
4 Anwendung Erste-Hilfe Kurs: Detaillierte Darstellung der operativen Umsetzung, von der methodischen Planung über die Durchführung der Datenerhebung vor Ort bis zur systematischen Auswertung.
5 Resümee: Zusammenfassende Reflektion über die Wirksamkeit der Evaluation als Steuerungsinstrument sowie Bestätigung der Notwendigkeit einer methodisch sauberen Vorbereitung.
Schlüsselwörter
Evaluation, Qualitätsmanagement, Erste-Hilfe-Kurs, Lehrevaluation, DGUV, Prozessoptimierung, Sozialforschung, Gütekriterien, Datenerhebung, Lernziele, Erwachsenenbildung, interne Evaluation, Qualitätssicherung, Evaluationsstandards, Methodenwahl.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der systematischen Überprüfung und Bewertung von Lehrveranstaltungen durch Evaluationsmethoden im Gesundheitswesen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf den theoretischen Grundlagen der Evaluation, der praktischen Umsetzung bei Erste-Hilfe-Kursen sowie der Anwendung wissenschaftlicher Gütekriterien zur Qualitätsprüfung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die nutzbringende Anwendung einer Evaluationsmethode, um die Qualität eines standardisierten 1-Tages-Kurses in einer Organisation praxisnah zu bewerten und Verbesserungspotenziale zu identifizieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit fokussiert sich auf eine interne Evaluation, die Instrumente wie Fragebögen und strukturierte Kollegenbeobachtungen nutzt, um qualitative und quantitative Daten zu gewinnen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Definition des Evaluationsprozesses und die anschließende Übertragung auf das Praxisbeispiel Erste-Hilfe mit den entsprechenden Planungs- und Durchführungsschritten.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit beschreiben?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Evaluation, Qualitätsmanagement, DGUV, Lernziele und interne Evaluation.
Warum ist der Erste-Hilfe-Kurs besonders als Evaluationsbeispiel geeignet?
Da Erste-Hilfe-Kurse bundesweit einheitlich durch DGUV-Richtlinien reglementiert sind, bieten sie ein ideales, standardisiertes Untersuchungsobjekt zur Anwendung der Evaluierungsmethodik.
Welchen Einfluss haben DGUV-Richtlinien auf die Lehrinhalte?
Die Richtlinien setzen klare Anforderungen an die Qualifikation der Dozenten, die Zeitvorgaben sowie die inhaltlichen Grob- und Feinlernziele, welche die Basis für jede Evaluation bilden.
Welche Rolle spielt die Kollegenbeobachtung in diesem Evaluationsprozess?
Sie dient als internes Instrument zur Qualitätsprüfung, bei dem ein Evaluator den Prozess beobachtet, um Optimierungspotenziale ohne direkte Beeinflussung des laufenden Kursbetriebs zu erkennen.
Was ist das Ergebnis der Auswertung nach dem Kurs?
Die Ergebnisse münden in ein Evaluationsprotokoll, das als Grundlage für Follow-up-Maßnahmen dient, um die Lehrqualität kontinuierlich zu verbessern.
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- Thorsten Weber (Author), 2023, Evaluationsmethoden zur Bewertung eines eintägigen Erste-Hilfe-Kurses einer Organisation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1523008