Zunächst findet eine Begriffsklärung der Termini ‚Gewalt’‚ ‚Aggression’ und ‚Aggressivität’ statt. Zudem werde ich eine Übersicht über die verschiedenen Arten von Aggression liefern und zeigen, wo es zu Überschneidungen der Begriffe ‚Gewalt’ und ‚Aggression’ kommt.
Symptome und Ausmaß der Gewalt und Aggression an Schulen werden exemplarisch anhand einer empirischen Studie der ehemaligen Behörde für Schule, Jugend und Berufsbildung an Hamburger Schulen verdeutlicht. Im Anschluss werde ich versuchen einen Überblick über die vorhandenen Theorien zur Erklärung von Aggression und Gewalt zu liefern. Ich werde mich dabei auf ausgewählte psychologische und soziologische Theorien beschränken. Für die jeweiligen Theorien wird eine Bewertung vorgenommen und Folgerungen bzw. Forderungen für den Bereich der Schule, die sich aus den meisten Theorien ergeben, dargelegt.
Zum Abschluss dieses Abschnittes werde ich Schlussfolgerungen aus den Theorien zur Erklärung von Aggression und Gewalt ziehen und Ziele für die schulische Aggressionsprävention und –intervention nennen.
Hiernach folgt eine Definition der Begriffe Aggressionsprävention und –intervention.
Im nachfolgenden werde ich dann schulische Präventions- und Interventionsmaßnahmen vorstellen, die ich nach Maßnahmen für Schüler und/oder Lehrer und nach schulumfassenden Maßnahmen geordnet habe. Am Ende der Arbeit steht ein Resümee und ein Ausblick.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsklärungen
2.1. Was ist Gewalt?
2.2. Was ist Aggression?
2.2.1. Arten von Aggression
2.2.2. Was ist Aggressivität?
2.3. Zum Verhältnis der Begriffe ‚Gewalt’ und ‚Aggression’
3. Symptome und empirische Befunde über das Ausmaß von Aggression in der Schule anhand einer Hamburger Studie
4. Theorien zur Erklärung von Aggression und Gewalt
4.1. Psychologische Theorien
4.1.1. Instinkt- und Triebtheorien
4.1.1.1. Psychoanalytische Triebtheorie
4.1.1.2. Ethologische Triebtheorie
4.1.2. Frustrations – Aggressions - Hypothese
4.1.3. Lernpsychologische Theorien
4.1.3.1. Klassisches Konditionieren
4.1.3.2. Operantes Konditionieren
4.1.3.3. Lernen am Modell
4.1.4. Entwicklungspsychologische Theorie
4.1.4.1. Entwicklungspsychologisch bedingte Aggression
4.1.5. Identitätstheorien
4.1.5.1. AMMONs Identitätstheorie zur Entstehung von Aggression
4.1.5.2. Aggression als Folge verweigerter schulischer Anerkennung
4.1.6. Motivationstheorie
4.1.6.1. Aggression als ‚Zwangsgewalt’
4.2. Soziologische Theorien
4.2.1. Anomietheorie
4.2.2. Subkulturtheorie
4.2.3. Theorie des Labeling Approach
4.2.4. Aggression als Folge von Modernisierung und Individualisierung
4.2.5. Aggression als Folge der anomischen Struktur von Schule
5. Schlussfolgerungen aus den Theorien zur Erklärung von Aggression und Gewalt
6. Begriffsklärungen
6.1. Was ist Aggressionsintervention?
6.2. Was ist Aggressionsprävention?
7. Zum Umgang mit schulischer Aggression: Ansätze und Modelle zur Prävention
7.1. Maßnahmen für Schüler und/oder Lehrer
7.1.1. Peer Mediation in der Schule nach WALKER
7.1.2. Programm ‚Soziales Lernen in der Schule’ nach Lerchenmüller
7.2. Schulumfassende Maßnahmen
7.2.1. Interventionsprogramm nach OLWEUS
7.2.2. Konzept ‚Lebenswelt Schule’
7.2.3. Konzept ‚Gestaltung – Öffnung – Reflexion’
7.2.4. Community Education
7.2.5. Schulinterne Lehrerfortbildung zur Aggressionsprävention (SchiLF)
8. Resümee
9. Ausblick/Perspektiven
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Gewalt und Aggression im schulischen Kontext, analysiert die theoretischen Hintergründe für aggressives Verhalten bei Schülern und evaluiert präventive sowie intervenierende Handlungsmodelle für den schulischen Alltag.
- Multikausale Erklärungsansätze für Aggression und Gewalt
- Bedeutung der schulischen Sozialisation und Schulumwelt
- Präventionsmodelle wie Mediation und soziale Lernprogramme
- Die Rolle von Lehrkräften und Institutionen bei der Gewaltprävention
- Analyse empirischer Befunde zur Aggression an Schulen
Auszug aus dem Buch
1. Schritt: Einleitung
In der Einleitung versucht der Mediator eine vertrauensvolle Atmosphäre zu schaffen. Die Sitzordnung der Beteiligten sollte möglichst kommunikationsfördernd sein. Idealerweise findet die Mediation in einem Raum der Schule statt, der nur für die Mediation genutzt wird und der entsprechend eingerichtet ist.
In einem Einleitungsstatement bedankt sich der Mediator bei den Konfliktparteien für die Bereitschaft den Konflikt zu bearbeiten. Danach führt er in die Methoden und Regeln der Mediation ein. Es wird das Einverständnis der Konfliktparteien eingeholt und die Vertraulichkeit des Gespräches gesichert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende gesellschaftliche und mediale Relevanz schulischer Gewaltphänomene anhand aktueller Beispiele und leitet zur Fragestellung über.
2. Begriffsklärungen: Dieses Kapitel differenziert zwischen den Begriffen Gewalt und Aggression im wissenschaftlichen Kontext und ordnet Aggressionsarten sowie -motive systematisch ein.
3. Symptome und empirische Befunde über das Ausmaß von Aggression in der Schule anhand einer Hamburger Studie: Anhand einer spezifischen Studie werden das Ausmaß und die Erscheinungsformen von Schulaggression in Hamburg analysiert.
4. Theorien zur Erklärung von Aggression und Gewalt: Dieser Hauptteil bietet einen tiefgehenden Überblick über psychologische und soziologische Theorien, um die Bedingungen menschlicher Aggressivität zu erläutern.
5. Schlussfolgerungen aus den Theorien zur Erklärung von Aggression und Gewalt: Die theoretischen Erkenntnisse werden zusammengeführt, um zentrale Forderungen für pädagogisches Handeln und schulische Prävention abzuleiten.
6. Begriffsklärungen: Hier werden die spezifischen fachlichen Definitionen für Aggressionsintervention und Aggressionsprävention im schulischen Kontext definiert.
7. Zum Umgang mit schulischer Aggression: Ansätze und Modelle zur Prävention: Dieser Abschnitt stellt konkrete präventive Programme für Schüler, Lehrer und die gesamte Institution Schule vor.
8. Resümee: Das Kapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und betont die Notwendigkeit gesamtgesellschaftlicher Ansätze zur Gewaltreduktion.
9. Ausblick/Perspektiven: Der abschließende Teil reflektiert aktuelle Hemmnisse im Schulalltag und formuliert Anforderungen an eine zukunftsorientierte Entwicklung der Lehrerrolle und schulischer Rahmenbedingungen.
Schlüsselwörter
Schulaggression, Gewaltprävention, Mediation, Interventionsprogramm, Schulalltag, Schulklima, Pädagogik, Lernpsychologie, Sozialisation, Identitätsbildung, Konfliktlösung, Schulentwicklung, soziale Kompetenz, Verhaltensauffälligkeiten, Peer Mediation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Phänomen von Gewalt und Aggression an Schulen, beleuchtet theoretische Erklärungsansätze und stellt erprobte Präventions- und Interventionskonzepte vor.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen die Begriffsdefinitionen, die theoretische Verortung von Aggression (psychologisch/soziologisch) sowie konkrete Modelle wie Peer Mediation oder schulumfassende Interventionsprogramme.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Pädagogen ein tieferes Verständnis für die Entstehungsbedingungen von Gewalt zu vermitteln und Wege aufzuzeigen, wie Schule aktiv zur Gewaltprävention beitragen kann.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturarbeit, die existierende Theorien und empirische Studien (z.B. aus Hamburg) zusammenführt und kritisch bewertet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Instinkt-, Frustrations-, Lerntheorien) und die darauf aufbauende Darstellung praktischer Modelle zur Schulentwicklung und Konfliktbewältigung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Schulaggression, Gewaltprävention, Mediation, soziale Kompetenz und Schulentwicklung geprägt.
Was zeichnet das OLWEUS-Programm in dieser Arbeit aus?
Das Interventionsprogramm nach OLWEUS ist ein schulumfassender Ansatz, der den Fokus besonders auf das Täter-Opfer-Problem legt und langfristig eine Verbesserung des Sozialklimas an Schulen anstrebt.
Wie bewertet die Autorin die Rolle des Lehrers?
Die Autorin betont, dass Lehrer eine entscheidende Vorbildfunktion haben, und fordert eine veränderte Lehrerrolle, die soziale und psychologische Kompetenzen stärker in den Unterricht integriert.
- Quote paper
- Britta Arndt (Author), 2003, Gewalt in der Schule: Symptome, Bedingungen, Möglichkeiten der Prävention, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/15236