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Mit dem Fortschritt Epoche machen. Eine Analyse zu Blumenbergs "Die Legitimität der Neuzeit"

Titel: Mit dem Fortschritt Epoche machen. Eine Analyse zu Blumenbergs "Die Legitimität der Neuzeit"

Hausarbeit , 2024 , 29 Seiten , Note: 1

Autor:in: Petra Pirklhuber (Autor:in)

Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Durch welches Kriterium erlangt die Neuzeit ihre Daseinsberechtigung als Epoche, wodurch wird sie legitim? Darf man sie und warum will man sie als neue Epoche begreifen?
Mit der "Legitimität der Neuzeit" beabsichtigt Hans Blumenberg der Neuzeit eine anders geartete Wendung zu geben indem er sie als eigenständige und vor allem autonome Epoche zu etablieren versucht. Da die Neuzeit in enger Beziehung zur Säkularisierung steht, soll auch diese als Fundament für Blumenbergs ausführliche Analyse herangezogen werden, denn sie bildet den maßgeblichen Faktor für die Hinwendung zur Technik.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Säkularisierung als Instrument

2. Fortschritt

2.1 Unendlichkeit

2.2 Hoffnung – mit Eschatologie?

2.3 Fortschritt unter dem Vorzeichen des Subjekts

2.4 Hoffnung II

3. Die Frage: Was bleibt?

Conclusio

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert Hans Blumenbergs Monographie „Die Legitimität der Neuzeit“, um die Autonomie und Daseinsberechtigung der Neuzeit als eigenständige Epoche kritisch zu untersuchen. Im Zentrum steht dabei die Frage nach der Legitimität neuzeitlicher Konzepte in Abgrenzung zur theologischen Tradition und wie das moderne Subjekt durch Selbstbehauptung auf den „Ordnungsschwund“ des Mittelalters reagiert.

  • Säkularisierung als zentrales Instrument der Epochenanalyse
  • Die Entwicklung des Fortschrittsbegriffs und seine Verbindung zur Unendlichkeit
  • Die Rolle der Hoffnung und Eschatologie im Übergang zur Moderne
  • Selbstbehauptung als Antwort auf den Ordnungsschwund des Mittelalters
  • Die Dialektik von Frage und Antwort in der historischen Kontinuität

Auszug aus dem Buch

2.3 Fortschritt unter dem Vorzeichen des Subjekts

Die christliche Theologie brachte es fertig, dass die „Selbstbehauptung […] zum Inbegriff des Sinnlosen [wird].“ Die Selbstbehauptung, die erst in der Neuzeit und insbesondere mit Descartes wichtig wird, war vormals die Aufgabe der Theologie, die diese ‚Bürde‘ den Menschen abgenommen hatte. Bevor die Selbstbehauptung in Anschlag gebracht werden kann, ist Blumenberg interessiert, ihn von dem Faktor der Selbsterhaltung als das automatische, „biologisches Merkmal“ abzugrenzen, das keinerlei metaphysische Implikationen besitzt.

Selbsterhaltung besteht rein in der Gewährleistung der menschlichen Existenz und ist deshalb wichtig, weil der Mensch durch den erlittenen Ordnungsschwund des Mittelalters, aus seiner bloßen Selbsterhaltung herausgerissen wurde. Der Mensch im Modus der Selbsterhaltung war sich noch keines Mangels bewusst, da er sich auf die Natur verließ, die ihn ausreichend versorgte. Da der Mensch den Gerechtigkeitsaspekt in der Umverteilung von Gütern hochhält, aber weiß, dass die Natur dies nicht immer adäquat, v. a. zu seinen Gunsten bewerkstelligt, gleicht er dies durch Zuhilfenahme von technischen Geräten aus. Schnell wird ersichtlich, dass Blumenberg das Thema Selbsterhaltung nicht mehr so naiv darstellen möchte, als zu Beginn expliziert, denn damit sei gezeigt, dass dem Menschen sein Vertrauen in die Welt instabil wird, das er durch ein anderes Verhältnis zur Welt zu kompensieren versucht.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Zielsetzung, Blumenbergs Epochenbegriff zu legitimieren und die Genesis des Neuen durch die kritische Analyse der Säkularisierung aufzuzeigen.

1. Säkularisierung als Instrument: Analyse der Säkularisierung nicht als bloße historische Taxonomie, sondern als zentrales Instrument, das die Neuzeit auf Fortschritt und technikbasiertes Verständnis ausrichtet.

2. Fortschritt: Untersuchung des Fortschritts als Kontinuum und ideengeschichtliche Entwicklung, in der die Neuzeit versucht, sich ohne direkte Abhängigkeit von christlichen Inhalten autonom zu behaupten.

2.1 Unendlichkeit: Erörterung der Unendlichkeit als Teilaspekt des Fortschritts, wobei die Neuzeit den Begriff von Gott auf die Welt überträgt, um eine Antwort auf endliche Mängel zu finden.

2.2 Hoffnung – mit Eschatologie?: Beleuchtung der eschatologischen Wurzeln neuzeitlicher Hoffnung und wie das Christentum seine Inhalte an die ausbleibende Naherwartung anpasste.

2.3 Fortschritt unter dem Vorzeichen des Subjekts: Darstellung der Selbstbehauptung als Antwort auf den Ordnungsschwund des Mittelalters, indem das Subjekt für seine eigene Existenz und Orientierung Verantwortung übernimmt.

2.4 Hoffnung II: Analyse des „unendlichen Fortschritts“ als prozessuale Dynamik, in der Resignation nicht mehr als Leere, sondern als treibendes Moment für stetige Verbesserung verstanden wird.

3. Die Frage: Was bleibt?: Untersuchung der „Hypothek“ vorgegebener Fragen und Antworten, die trotz Epochenwechsels bestehen bleibt und Forschung vorantreibt.

Conclusio: Zusammenfassung der Ergebnisse: Die Neuzeit lässt sich nicht als radikaler Bruch oder bloßer Transfer begreifen, sondern als eigenständige, durch Selbstbehauptung legitimierte Epoche.

Schlüsselwörter

Neuzeit, Legitimität, Hans Blumenberg, Säkularisierung, Fortschritt, Epoche, Ordnungsschwund, Selbstbehauptung, Eschatologie, Hoffnung, Unendlichkeit, Subjektivität, Gnosis, Frage-Antwort-System, Wissensgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Hans Blumenbergs „Die Legitimität der Neuzeit“ und untersucht, ob und wie die Neuzeit als eigenständige, autonome Epoche gegenüber der Antike und dem Mittelalter legitimiert werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind Säkularisierung, der Fortschrittsgedanke, die Rolle der menschlichen Selbstbehauptung nach dem „Ordnungsschwund“ des Mittelalters sowie die eschatologischen Wurzeln der modernen Hoffnung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, Blumenbergs Argumentation aufzuarbeiten, um zu klären, mit welchem Kriterium die Neuzeit ihre Daseinsberechtigung als Epoche begründet und ob sie aus dem Scheitern theologischer Konstruktionen schuldfrei hervorgeht.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die methodische Vorgehensweise besteht in einer navigierenden, textnahen Analyse des Werks selbst, um festzustellen, ob zentrale Problemfelder durch Blumenbergs Argumentation selbsterklärend gelöst werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Säkularisierung, Fortschritt, Unendlichkeit, eschatologischer Hoffnung und die zentrale Rolle der menschlichen Selbstbehauptung in einer Welt, in der traditionelle religiöse Gewissheiten schwinden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Neuzeit, Legitimität, Säkularisierung, Fortschritt, Epoche, Ordnungsschwund und Selbstbehauptung.

Wie unterscheidet sich laut Blumenberg das Mittelalter von der Neuzeit in Bezug auf Technik?

Während im Mittelalter Technik zwar existierte, war sie zweckgebunden an die Huldigung Gottes; die Neuzeit hingegen setzt den Menschen als Selbstzweck und nutzt Technik zur aktiven Selbstbehauptung.

Welche Rolle spielt der Begriff „Ordnungsschwund“ für das moderne Subjekt?

Der Ordnungsschwund des Mittelalters entzog dem Menschen die gewohnte religiöse Ausrichtung, was ihn dazu zwang, sich auf sich selbst zurückzuwerfen und eine eigene, autonome Grundlage für sein Handeln – die Selbstbehauptung – zu entwickeln.

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Mit dem Fortschritt Epoche machen. Eine Analyse zu Blumenbergs "Die Legitimität der Neuzeit"
Hochschule
Universität Wien  (Institut für Philosophie)
Note
1
Autor
Petra Pirklhuber (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2024
Seiten
29
Katalognummer
V1523800
ISBN (PDF)
9783389092927
ISBN (Buch)
9783389092934
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Neuzeit, Blumenberg, Fortschritt
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Petra Pirklhuber (Autor:in), 2024, Mit dem Fortschritt Epoche machen. Eine Analyse zu Blumenbergs "Die Legitimität der Neuzeit", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1523800
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Leseprobe aus  29  Seiten
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