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Gemeinsinn und Genie bei Kant

Titel: Gemeinsinn und Genie bei Kant

Hausarbeit , 2022 , 26 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Julian Eberle (Autor:in)

Philosophie - Philosophie des 17. und 18. Jahrhunderts
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In der kantischen Verwendung der Begriffe Gemeinsinn und Genie schlägt sich die innere Spannung des ästhetischen Urteils auf exemplarische Weise nieder. Die Arbeit versucht anhand dieser Begriffe darzustellen, wie die genannten Spannungen als Antriebsmomente derjenigen Vermittlungsleistung aufgefasst werden können, welche die oberen Erkenntnisvermögen, Verstand, Urteilskraft und Vernunft untereinander in Beziehung setzt. Dabei soll vor allem auf die kulturpädagogische Stoßrichtung der kantischen Transzendentalphilosophie aufmerksam gemacht werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Hauptteil

Zur alltäglichen Auffassung von Gemeinsinn und Genie

Der Gemeinsinn als transzendentalphilosophischer Begriff

Die Eigentümlichkeit des ästhetischen Urteils

Das Genie und die Natur im Menschen

Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das systematische Verhältnis zwischen den Begriffen "Gemeinsinn" (sensus communis) und "Genie" innerhalb der kantischen Transzendentalphilosophie, insbesondere basierend auf der Kritik der Urteilskraft, um deren Rolle für die ästhetische Reflexion und die kulturpädagogische Funktion aufzuzeigen.

  • Kritische Analyse der Begriffe Gemeinsinn und Genie bei Kant
  • Untersuchung der Struktur des ästhetischen Urteils
  • Die Rolle der Einbildungskraft und des Verstandes im ästhetischen Spiel
  • Vergleich von Naturschönem und Kunstschönem
  • Das Genie als Vermittler zwischen Natur und Vernunft

Auszug aus dem Buch

Die Eigentümlichkeit des ästhetischen Urteils

Die ästhetischen Urteile, „die das Schöne und Erhabene der Natur oder Kunst betreffen“, und ein subjektives Gefühl der Lust oder Unlust auf die Vorstellung eines Gegenstandes beziehen, sind als bemerkenswerter Sonderfall zu betrachten, denn das darin involvierte Bedürfnis ist derart, dass seine Legitimation nicht aus einer kognitiv bestimmbaren Zweckmäßigkeit hergeleitet werden kann, so wie es beim theoretischen oder praktischen Urteil der Fall ist. Die Zweckmäßigkeit der Urteilsform, ist in Kants Konzeption des ästhetischen Urteils notwendigerweise begrifflich unbestimmt. Hier wird die Vorstellung nicht vermittelt eines Begriffes auf das Objekt bezogen, sondern vermittelst des Gefühls der Lust oder Unlust, auf den Zustand des Subjekts, welchem es sich in dieser Vorstellung befindet.

Diese Empfindung wird von Kant im Fall der ästhetischen Beurteilung „eines Gegenstandes oder einer Vorstellungsart durch ein Wohlgefallen oder Mißfallen ohne alles Interesse“ charakterisiert. Damit behauptet es auch seine Eigenständigkeit gegenüber dem reinen praktischen Urteil, welches auf einem Interesse am Guten beruht. Dieses Interesse mag zwar nicht das am Angenehmen sein, aber es ist nichtsdestotrotz als ein durch Vernunft bestimmtes Interesse aufzufassen. Es ist daher auch als ein Interesse aufzufassen, welches auf einem Begriff beruht. Im Falle des Interesses am Guten ist dies ein Begriff von einem „Objekt des Willens (d. i. eines durch Vernunft bestimmten Begehrungsvermögens)“.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Problematik der Charakteristika ästhetischer Urteile bei Kant und die Motivation, Gemeinsinn und Genie als Vermittlungsmomente zu betrachten.

Hauptteil: Systematische Untersuchung und Verknüpfung der Begriffe Gemeinsinn und Genie sowie deren Rolle in der transzendentalen Urteilskraft.

Zur alltäglichen Auffassung von Gemeinsinn und Genie: Gegenüberstellung der alltagssprachlichen Konnotationen der Begriffe mit deren systematischer Bedeutung in der Philosophie Kants.

Der Gemeinsinn als transzendentalphilosophischer Begriff: Herleitung der transzendentalen Funktion des Gemeinsinns als Bedingung a priori für eine gemeinsame, subjektive Urteilsbasis.

Die Eigentümlichkeit des ästhetischen Urteils: Analyse der Struktur des ästhetischen Urteils als reflektierendes, begriffsloses Urteil, das auf einem Wohlgefallen ohne Interesse beruht.

Das Genie und die Natur im Menschen: Erörterung der ästhetischen Ideen und der schöpferischen Rolle des Genies in der Vermittlung zwischen Natur und menschlicher Vernunft.

Schlusswort: Zusammenfassung der Bedeutung des Gemeinsinns als Bezugspunkt für die ästhetische Urteilskraft und der Funktion des Genies bei der Kultivierung der Menschheit.

Schlüsselwörter

Kant, Kritik der Urteilskraft, Gemeinsinn, Genie, ästhetisches Urteil, transzendental, Einbildungskraft, Verstand, Schönheit, Zweckmäßigkeit, sensus communis, Kunstschönes, Naturschönes, ästhetische Ideen, Vernunft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die systematische Beziehung zwischen den Begriffen "Gemeinsinn" und "Genie" innerhalb der kantischen Transzendentalphilosophie, insbesondere im Kontext der Kritik der Urteilskraft.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen die Natur des ästhetischen Urteils, die transzendentale Funktion des Gemeinsinns (sensus communis) sowie die Rolle des Genies bei der Erzeugung ästhetischer Ideen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Kant durch die Begriffe Gemeinsinn und Genie die Spannungen zwischen Einbildungskraft und Verstand sowie zwischen Natur und Kunst auflöst bzw. vermittelt.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Der Autor nutzt die Methode der textimmanenten philosophischen Analyse, indem er zentrale Stellen aus Kants Werken (vor allem der KdU) Schritt für Schritt erschließt und in den systematischen Kontext einordnet.

Welche Themen werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der umgangssprachlichen vs. philosophischen Bedeutung der Begriffe, die transzendentale Verankerung des Gemeinsinns, die Struktur ästhetischer Urteile sowie die Funktion des Genies im Kontext der Kunstschöpfung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Kant, Kritik der Urteilskraft, Gemeinsinn, Genie, ästhetisches Urteil und transzendentale Reflexion definieren.

Inwiefern unterscheidet sich das ästhetische Urteil laut der Arbeit von anderen Urteilsformen?

Das ästhetische Urteil zeichnet sich laut Autor dadurch aus, dass es begriffslos ist und auf einem subjektiven Gefühl der Lust basiert, nicht auf einer kognitiven Bestimmbarkeit wie das theoretische oder praktische Urteil.

Welche Funktion hat das Genie bei der Vermittlung zwischen Natur und Vernunft?

Das Genie ermöglicht es, ästhetische Ideen darzustellen, die eine Brücke zwischen der sinnlichen Fülle der Einbildungskraft und den Ideen der Vernunft schlagen, ohne dabei in starre begriffliche Regeln zu verfallen.

Warum spielt der Gemeinsinn eine so wichtige Rolle für das ästhetische Urteil?

Der Gemeinsinn dient als transzendentaler Bezugspunkt, der die intersubjektive Mitteilbarkeit des ästhetischen Geschmacks ermöglicht und das subjektive Urteil für andere nachvollziehbar macht.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Gemeinsinn und Genie bei Kant
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Fakultät für Philosophie, Wissenschaftstheorie und Religionswissenschaft)
Note
1,3
Autor
Julian Eberle (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
26
Katalognummer
V1523950
ISBN (PDF)
9783389095201
ISBN (Buch)
9783389095218
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kant Kritik der Urteilskraft Urteilskraft Philosophie Ästhetik Gemeinsinn Genie Begriff ästhetisches Urteil
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Julian Eberle (Autor:in), 2022, Gemeinsinn und Genie bei Kant, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1523950
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Leseprobe aus  26  Seiten
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