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Geschichte der Lexikographie in Spanien

Titel: Geschichte der Lexikographie in Spanien

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2006 , 23 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Ani Pavlik (Autor:in)

Romanistik - Hispanistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Seminararbeit handelt von der Geschichte der Lexikographie und der Normierung des Wortschatzes in Spanien, vom 16. bis zum 18. Jahrhundert. Wegen der Vollständigkeit, werden auch die früheren Werke der spanischen Lexikographie Erwähnung finden.
Otto Winkelmann thematisiert in seinem Aufsatz „Normierungsinstanzen und Normierungskriterien romanischer Minderheitensprachen“ die Relevanz von Wörterbüchern für die Normierung einer Sprache. Er führt an, dass so genannte Normierungsinstanzen private Vereinigungen, Institute und auch Akademien sein können. Dessen Betätigungsfelder bestünden aus der Statusplanung und der Korpusplanung. Die Statusplanung soll die politischen, rechtlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen schaffen. Die Korpusplanung sollte zunächst die große Anzahl von Varianten erfassen, die von den Mitgliedern einer Sprachgemeinschaft verwendet wird. Aus den gesammelten Varianten werden im zweiten Schritt diejenigen ausgewählt, die in ihrer Totalität im Weiteren eine Standardvarietät darstellen sollen. Neben der Fixierung einer einheitlichen Orthographie soll auch eine diatopisch bedingte Variation der Flexion und vor allem Lexik minimiert werden. Die Wörterbücher stellen eine Form der Festschreibung oder Kodifizierung der sprachlichen Merkmale der Standardvarietät dar (Winkelmann 1990: 16-17).
In Spanien dominieren seit fast 300 Jahren die Wörterbücher der Real Academia Española die spanische Lexikographie. Eine herausragende Stellung hat das Diccionario de la lengua Española (DRAE) (Ruhstaller 2003: 237). Die meisten Benutzer konsultieren es aufgrund normativer Fragen. Denn es gibt eine Auskunft hinsichtlich eines korrekten Spanisch. In der 20. Auflage hat das Wörterbuch aber auch einige umgangssprachliche Wörter aufgenommen und somit einen deskriptiven Zug angenommen. Und doch ist das DRAE bei weitem kein deskriptives Wörterbuch, was den gesamten spanischen Wortschatz widerspiegeln würde (Haensch 1990: 1744). Dennoch hat im Sinne Günther Haenschs, dass Diccionario auch einige Schwächen, denn es soll zu viele Aufgaben gleichzeitig erfüllen. Beispielsweise sind einige nicht mehr gebräuchliche Wörter verzeichnet, die aber nicht als Archaismen markiert wurden, und es mangelt an Amerikanismen, die z. T. auch veraltet sind.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

1.1 DESKRIPTIVE UND PRÄSKRIPTIVE WÖRTERBÜCHER

2. NORMIERUNG DER SPANISCHEN SPRACHE

3. LEXIKOGRAPHIE UND WÖRTERBÜCHER IM ALLGEMEINEN

4. DIE ANFÄNGE DER SPANISCHEN LEXIKOGRAPHIE BIS ZUM ENDE DES 16. JAHRHUNDERTS

4.1 LEXIKOGRAPHIE IM ZEICHEN DES HUMANISMUS

4.1.1 Palencia

4.1.2. Nebrija

5. SPANISCHE LEXIKOGRAPHIE IM 17. JAHRHUNDERT: COVARRUBIAS

6. SPANISCHE LEXIKOGRAPHIE IM 18. JAHRHUNDERT: REAL ACADEMIA ESPAÑOLA

6.1 REAL ACADEMIA ESPAÑOLA

6.1.1 Gründungsvorgang

6.1.2 Motive für die Gründung der RAE

6.2 DAS WÖRTERBUCH DER REAL ACADEMIA ESPAÑOLA IM HINBLICK AUF DIE NORMIERUNG DES SPANISCHEN WORTSSCHATZES

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Seminararbeit analysiert die historische Entwicklung der spanischen Lexikographie und die damit verbundenen Prozesse der Normierung des Wortschatzes vom 16. bis zum 18. Jahrhundert, wobei besonderes Augenmerk auf die Rolle der Wörterbücher als kodifizierende Instanzen gelegt wird.

  • Historische Entwicklung der spanischen Lexikographie (16.–18. Jahrhundert)
  • Die theoretischen Grundlagen von Sprachnormierung und Kodifizierung
  • Bedeutung der Wörterbücher von Nebrija und Covarrubias als Vorläufer
  • Gründungsprozess und Zielsetzung der Real Academia Española (RAE)
  • Struktur, Methodik und Wirkung des Akademie-Wörterbuchs

Auszug aus dem Buch

4.1.2. Nebrija

Von großer Bedeutung für die spanische Lexikographie sind das Lexicon ex sermone latino in hispaniensem (1492), bekannt als Diccionario latino-español und das Dictionarium ex hispaniensi in latinum sermonem (1495), häufiger als Vocabulario de romance en latín bezeichnet, von Elio Antonio de Nebrija. Unter der Herrschaft der spanischen Könige fand es Nebrija es angebracht, die lengua castellana zu normieren und dieser Stabilität zu verleihen. Sein Wörterbuch zeigt bereits Züge moderner Lexikographie auf, bis hin zur Vermerkung grammatischer Kategorien und diasystematischer Verweise. Das Diccionario latino-español umfasst etwa 28.000 Einträge, in alphabetischer Ordnung.

Im Prolog des Wörterbuches weißt Nebrija auf jenes hin, das in seinem Wörterbuch zu finden ist: „ (…) dicciones latinas o griegas & barbaras u fadas en la lengua latina (…).“ (zit. nach Medina Guerra 2003: 167).

Aufgrund der Dimension, die sein Werk annimmt, wäre es anzunehmen, Nebrija hätte von bereits vorhandenen Werken Gebrauch gemacht. Doch in seinem Werk findet man nichts dergleichen, die einzige Quelle war er selbst: „(…) fue su propia competencia linguística y su gran memoria“ (zit. nach von Gemmingen: 2003: 167)

Im detaillierten Prolog des Diccionario erklärt Nebrija, dass kritische Gedanken zu Wissenschaft und Unterricht, ihn dazu veranlassten, dieses Werk herauszubringen. Denn für ihn ist der korrekte Gebrauch des Lateins unumgänglich, wenn man sich mit Wissenschaften beschäftigen will.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der Lexikographie und Normierung in Spanien unter Einbeziehung theoretischer Konzepte zur Sprachplanung.

1.1 DESKRIPTIVE UND PRÄSKRIPTIVE WÖRTERBÜCHER: Erläuterung der Begriffe Sprachplanung und Sprachpflege sowie die Unterscheidung zwischen deskriptiven und normativen Funktionen von Wörterbüchern.

2. NORMIERUNG DER SPANISCHEN SPRACHE: Überblick über die historische Entwicklung der Sprachnorm des Spanischen in drei Phasen, von den Anfängen bis zur Institutionalisierung durch die Akademie.

3. LEXIKOGRAPHIE UND WÖRTERBÜCHER IM ALLGEMEINEN: Definition wissenschaftlicher Lexikographie und Einordnung der Wörterbuchforschung sowie Klassifizierungsmöglichkeiten von Wörterbüchern.

4. DIE ANFÄNGE DER SPANISCHEN LEXIKOGRAPHIE BIS ZUM ENDE DES 16. JAHRHUNDERTS: Darstellung der frühen lexikographischen Zeugnisse und der Übergangsphase zum Humanismus.

4.1 LEXIKOGRAPHIE IM ZEICHEN DES HUMANISMUS: Fokus auf die systematische Behandlung der Sprache im Humanismus mit den Beispielen Palencia und Nebrija.

5. SPANISCHE LEXIKOGRAPHIE IM 17. JAHRHUNDERT: COVARRUBIAS: Analyse des „Tesoro“ als erstes monolinguales Wörterbuch der spanischen Sprache und dessen Bedeutung.

6. SPANISCHE LEXIKOGRAPHIE IM 18. JAHRHUNDERT: REAL ACADEMIA ESPAÑOLA: Beschreibung der Rolle der RAE bei der Kodifizierung der Sprache durch Systematik und Kontinuität.

6.1 REAL ACADEMIA ESPAÑOLA: Detaillierte Betrachtung des Gründungsvorgangs und der zentralen Motive für die Entstehung der Akademie.

6.2 DAS WÖRTERBUCH DER REAL ACADEMIA ESPAÑOLA IM HINBLICK AUF DIE NORMIERUNG DES SPANISCHEN WORTSSCHATZES: Analyse der methodischen Leitlinien, der Struktur des Akademie-Wörterbuchs und der Umsetzung der Sprachnormierung.

Schlüsselwörter

Lexikographie, Normierung, Real Academia Española, Wörterbuchforschung, Sprachplanung, Korpusplanung, Kodifizierung, Spanisch, Humanismus, Nebrija, Covarrubias, Sprachnorm, Metaleixikographie, Sprachpflege, Standardvarietät

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Geschichte der Lexikographie in Spanien zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert und untersucht, wie Wörterbücher dazu genutzt wurden, den spanischen Wortschatz zu normieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit beleuchtet die Rolle der Sprachplanung und Sprachpflege, die methodischen Ansätze frühneuzeitlicher Lexikographen sowie die Gründung und Arbeit der Real Academia Española.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Prozess der Kodifizierung des Spanischen nachzuvollziehen und aufzuzeigen, wie Wörterbücher als Instrumente der Normierung fungierten.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Autorin nutzt eine literatur- und forschungsorientierte Methode, indem sie Standardwerke der Sprachwissenschaft und lexikographische Grundlagen (z.B. von Haensch, Jerger, Mühlschlegel) analysiert und auf die spanische Sprachgeschichte anwendet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die frühhumanistische Phase (Nebrija), die Zeit von Covarrubias im 17. Jahrhundert sowie die detaillierte Analyse der institutionalisierten Normierung durch die RAE im 18. Jahrhundert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Lexikographie, Normierung, Sprachplanung, Kodifizierung, Real Academia Española und Standardvarietät.

Inwiefern beeinflusste das französische Vorbild die Arbeit der RAE?

Die Academie française diente der RAE als strukturelles Vorbild. Dennoch setzte die RAE auf eine systematischere Arbeitsweise und eine stärker „retrospektive“ Haltung bezüglich des sprachlich-literarischen Höhepunkts der spanischen Sprache.

Warum war die Aufnahme von Regionalismen in das Wörterbuch der RAE problematisch?

Obwohl die Aufnahme von Dialektalismen offiziell angestrebt wurde, mangelte es an systematischer Umsetzung, da die Entscheidung darüber dem subjektiven Sprachgefühl der einzelnen Akademiemitglieder überlassen blieb.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Geschichte der Lexikographie in Spanien
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin
Note
1,7
Autor
Ani Pavlik (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
23
Katalognummer
V152406
ISBN (eBook)
9783640642854
ISBN (Buch)
9783640643042
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Geschichte Lexikographie Spanien
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Ani Pavlik (Autor:in), 2006, Geschichte der Lexikographie in Spanien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/152406
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Leseprobe aus  23  Seiten
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