Dieser Sammelband besteht aus vier Einzelpublikationen.
Die erste Arbeit thematisiert die Folgen herrschender Bildungsbenachteiligung und soziokultureller Diskrepanzen besonders auf das Grundschulfach Deutsch. Sie untersucht, vor welchen Hürden Kinder mit Deutsch als Zweitsprache (DAZ) beim Schriftspracherwerb stehen. Die Sprache dient im schulischen Kontext nicht nur als ein Medium der Verständigung, sondern auch als Instrument des Wissenserwerbs. Daher liegt in der Vermittlung (schrift-)sprachlicher Kompetenzen der Schlüssel für einen erfolgreichen Schulbesuch.
Der zweite Text beschäftigt sich mit dem Schriftspracherwerb zugrundeliegenden Theorien und stellt Stufenmodelle vor. Er beschreibt sowohl die Chancen als auch Grenzen dieser Modelle und gibt Beispiele zu Übungs- und Fördermöglichkeiten.
Die dritte Ausarbeitung untersucht das Thema des Schriftspracherwerbs. Was bedeutet Schriftspracherwerb? Woraus besteht die Schriftsprache und wie wird sie erworben?. Diese Fragen werden in dieser Arbeit geklärt. Dabei stützt sich diese wissenschaftliche Arbeit überwiegend auf die Fachliteratur von namhaften Erziehungswissenschaftlern und Pädagogen wie Agi Schründer-Lenzen, Wilhelm Grießhaber und Gerd Mannhaupt.
Der Großteil der Literatur zur phonologischen Bewusstheit befasst sich mit der vorschulischen Erfassung und Förderung von phonologischen Fähigkeiten. Die Förderung sollte allerdings mit dem Eintritt in die Grundschule nicht abgebrochen werden. Diese Hausarbeit beschäftigt sich deshalb mit der phonologischen Bewusstheit im Rahmen der Sprachentwicklung und ihrer Diagnostik und Förderung innerhalb der Grundschule.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Zweitsprache
2.1 Deutsch als Zweitsprache
2.2 Zweitspracherwerbstheorien - Die Interdependenzhypothese von CUMMINS
2.3 Der Stellenwert anderer Herkunftssprachen und Submersion
3. Schriftspracherwerb
3.1 Definition
3.2 Die Rolle der Familiensprache beim Schriftspracherwerb
3.3 Vor welchen Hürden stehen Kinder mit Deutsch als Zweitsprache beim Schriftspracherwerb?
3.3.1 Soziokulturelle Herkunft
3.3.2 Sprachliche Besonderheiten
4. Anregungen für einen Unterricht in mehrsprachigen Klassen
5. Exkurs: Eine soziologische Perspektive auf die Bildungsbenachteiligung von Schülern mit Migrationshintergrund in Deutschland
6. Zusammenfassung und Schluss
1. Was versteht man unter Lesen?
1.1 Lesen als Prozess
1.2 Schwierigkeiten und Voraussetzungen beim Erstlesen
2. Phonologische Bewusstheit
2.1 Begriff „phonologische Bewusstheit“
2.2 Bedeutung der phonologischen Bewusstheit
2.3 Trainingsmöglichkeiten
3. Stufenmodelle zum Schriftspracherwerb
3.1 Grundlagen
Neue Tendenzen und Sichtweisen
Voraussetzungen für den Schriftspracherwerb
3.2 Vorstellung eines Stufenmodells
Erwerb des Schreibens
Erwerb des Lesens
3.3 Reflexion über Chancen und Grenzen von Modellen
3.4 Übungs- und Förderbeispiele
4. Texte Verfassen
4.1 Prinzipien und Grundsätze des Lernbereichs Texte verfassen
4.2 Praktische Umsetzung
5. Richtig schreiben
5.1 Übergang zur orthografischen Stufe – Merkmale, Voraussetzungen und Schwierigkeiten
5.2 Grundsätze zur Schulung des orthografisch richtigen Schreibens
5.3 Praktische Umsetzung
6. Abschließende Reflexion
1. Einleitung
2. Was bedeutet Schriftspracherwerb?
3. Die drei Bestandteile des Schriftspracherwerbs
3.1 Lesenlernen
Die präliteral-symbolische Phase
Die logographemische Phase
Die alphabetische Phase
Die orthografische Phase
Die integrativ-automatisierte Phase
3.2 Schreibenlernen
3.3 Literalität
3.4 Voraussetzungen für den Schriftspracherwerb
Phonologische Bewusstheit – Die zentrale Vorläuferfähigkeit
4. Ziel der Untersuchung und Fragestellung
5. Methodik
5.1 Verwendete Materialien
Modifizierter Basiskriterienkatalog zur Schreibabsicht Erzählen
Analyse der Texte
5.2 Studienteilnehmer
5.3 Durchführung
6. Ergebnisse und Diskussion
6.1 Analyse eines Schülertextes
7. Zusammenfassung und Abschluss
1. Einleitung
2. Phonologische Bewusstheit
3. Schriftspracherwerbsmodell
4. Phonologische Bewusstheit und Schriftspracherwerb
5. Aufgabentypen und Nebenfaktoren
6. Diagnostik
7. Förderung
7.1 Silben
7.2 Reime
7.3 Onset
7.4 Phoneme
8. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Hürden beim Schriftspracherwerb von Kindern mit Deutsch als Zweitsprache, analysiert theoretische Modelle, Möglichkeiten der Förderung und reflektiert die strukturellen Rahmenbedingungen in deutschen Schulen sowie die Rolle der phonologischen Bewusstheit als zentrale Vorläuferfähigkeit.
- Herausforderungen für Kinder mit Deutsch als Zweitsprache im Schriftspracherwerb
- Stufenmodelle des Lese- und Schreibenlernens
- Die Bedeutung der phonologischen Bewusstheit für den schulischen Erfolg
- Didaktische Anregungen für den Unterricht in mehrsprachigen heterogenen Klassen
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Bis heute wird in Deutschland stetig über den Status der Bundesrepublik im Bezug auf Migration diskutiert. So ertönte es im November 2010 seitens des stellvertretenden CDU-Bundesvorsitzenden Volker Bouffier in einem Interview mit dem Hamburger Abendblatt: „Wir haben Einwanderung, aber Deutschland ist kein Einwanderungsland“. Bündnis 90/Die Grünen sprechen sich dagegen, im Rahmen ihrer Flüchtlingspolitik, klar für den Status „Einwanderungsland Deutschland“ aus. Unabhängig davon steht aber fest, dass Menschen mit Migrationshintergrund ein Teil unserer Gesellschaft sind.
Gerade an Schulen wird dies immer deutlicher. So hatten im Jahr 2010 29,2 % der Schüler an allgemeinbildenden Schulen einen Migrationshintergrund, 8,9 % der Gesamtschülerschaft waren nicht deutscher Nationalität. Das ist ein nicht unerheblicher Teil und es zeigt sich, dass die Tendenz steigend ist. Die Einwanderungs- und die Bildungspolitik Deutschlands haben in den letzten 60 Jahren nicht adäquat auf die Anforderungen, welche sich daraus ergeben, reagiert und diese Bevölkerungsgruppe marginalisiert. Die Folgen werden deutlich an herrschender Bildungsbenachteiligung und soziokulturellen Diskrepanzen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Migrationssituation in Deutschland und die daraus resultierenden Herausforderungen für das Bildungssystem sowie die schulische Integration.
2. Zweitsprache: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Deutsch als Zweitsprache, erörtert Zweitspracherwerbstheorien und diskutiert den Stellenwert von Herkunftssprachen.
3. Schriftspracherwerb: Hier werden Definitionen des Schriftspracherwerbs, die Rolle der Familiensprache sowie spezifische Hürden für Kinder mit Deutsch als Zweitsprache thematisiert.
4. Anregungen für einen Unterricht in mehrsprachigen Klassen: Dieser Abschnitt bietet praxisnahe Vorschläge für Lehrkräfte zur Gestaltung des Unterrichts in heterogenen Gruppen.
5. Exkurs: Eine soziologische Perspektive auf die Bildungsbenachteiligung von Schülern mit Migrationshintergrund in Deutschland: Der Exkurs analysiert systembedingte Ursachen der Bildungsbenachteiligung aus einer soziologischen Sicht.
6. Zusammenfassung und Schluss: Das Schlusskapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf notwendige zukünftige Entwicklungen im Bildungswesen.
Schlüsselwörter
Schriftspracherwerb, Deutsch als Zweitsprache, Migration, Mehrsprachigkeit, Phonologische Bewusstheit, Lese- und Schreibenlernen, Bildungsbenachteiligung, Submersion, Sprachdidaktik, Förderung, Stufenmodelle, Literalität, Heterogenität, Diagnose, Schulerfolg
Häufig gestellte Fragen
Was ist das grundlegende Thema dieser Arbeit?
Die Publikation befasst sich mit den Schwierigkeiten und Bedingungen des Schriftspracherwerbs bei Kindern mit Deutsch als Zweitsprache an deutschen Schulen.
Welche zentralen Themenbereiche werden behandelt?
Zentrale Themen sind Zweitspracherwerbstheorien, die Rolle der familiären Sprachumgebung, die Bedeutung der phonologischen Bewusstheit, didaktische Anforderungen in mehrsprachigen Klassen sowie soziologische Aspekte der Bildungsbenachteiligung.
Was ist das primäre Forschungsziel?
Das Ziel ist es, die Hürden für DAZ-Kinder zu identifizieren und aufzuzeigen, wie Lehrer durch adäquate Unterrichtsgestaltung und gezielte Förderung positive Lernvoraussetzungen schaffen können.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Auseinandersetzung mit erziehungswissenschaftlicher Fachliteratur sowie der Analyse von schulpädagogischen Modellen und Konzepten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit erläutert?
Im Hauptteil werden Spracherwerbsmodelle, die Relevanz der phonologischen Bewusstheit, Stufenmodelle des Schreib- und Leselernens sowie konkrete pädagogische Strategien für heterogene Klassen untersucht.
Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?
Wichtige Fachbegriffe sind der Schriftspracherwerb, Submersion, BICS vs. CALP, die phonologische Bewusstheit sowie die institutionelle Diskriminierung.
Was sind die Chancen von Stufenmodellen für Lehrkräfte?
Stufenmodelle dienen der Diagnose des individuellen Entwicklungsstands eines Kindes und helfen dabei, passende Förderschritte oder Lernangebote gezielt auszuwählen.
Welche Rolle spielt die Familiensprache für den Schulerfolg?
Die Familiensprache ist ein entscheidender Faktor, da frühe literale Fähigkeiten in der Muttersprache die Grundlage für den erfolgreichen Erwerb schriftsprachlicher Kompetenzen in der Zweitsprache bilden.
Warum wird der Begriff „Schriftspracherwerb“ verwendet?
Der Begriff verdeutlicht den Paradigmenwechsel, Lesen und Schreiben nicht mehr als isolierte, rein schulische Kulturtechniken zu betrachten, sondern als Teil eines kontinuierlichen, individuellen Entwicklungsprozesses.
Wie sollte eine Lehrkraft mit Fehlern der Kinder umgehen?
Fehler sollten nicht pauschal negativ sanktioniert werden, sondern als „intelligente Fehlleistungen“ und wertvolle Diagnoseinstrumente verstanden werden, die Hinweise auf den aktuellen Stand der Sprachentwicklung geben.
- Arbeit zitieren
- GRIN Verlag (Hrsg.) (Herausgeber:in), Dana Frank (Autor:in), Julia Moosbauer (Autor:in), Josepha Stangassinger (Autor:in), Chantal Wessely (Autor:in), 2024, Schriftspracherwerb in der Grundschule. Welche Herausforderungen und Fördermöglichkeiten gibt es?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1524114