Google: Der Wolf im Schafspelz?

Kritische Betrachtung eines Weltimperiums


Hausarbeit, 2009

17 Seiten, Note: 1,3

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Von der Suchmaschine zum Internetimperium
2.1 Entstehungsgeschichte
2.2 So funktioniert GOOGLE
2.3 So macht GOOGLE Gewinn
2.4 Das wird GOOGLE vorgeworfen

3. GOOGLEs Kooperation mit Regierungen
3.1 Kritik am Vorgehen Googles in China und anderen östlichen Ländern
3.2 Zensur in Europa
3.3 Unbemerkter Einfluss von GOOGLE auf private Webseiten
3.4 Folgen

4. Schlussfolgerungen

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit dem kalifornischen Internet-Unternehmen GOOGLE. Der Begriff „googlen“ ist in den letzten Jahren ein Synonym für das Suchen von Informationen im Internet geworden und seit 2004 im Duden Wörterbuch vermerkt. In Deutschland, Österreich und der Schweiz laufen 89 Prozent aller Suchanfragen über GOOGLE-Seiten. Die Suchtechnologie des Konzerns steht jedoch auch hinter den Suchmasken von T-Online, Web.de oder AOL. Es kann davon ausgegangen werde, dass 95 Prozent aller Suchen auf dem deutschsprachigen Raum über Google verarbeitet werden (vgl. Reppesgaard 2008, S.18). Ähnliche Tendenzen gibt es auch im englischsprachigen Raum. Anders hingegen ist es in östlichen und asiatischen Ländern wie Russland und besonders China. Hier ist das Ansehen von GOOGLE deutlich geringer, während die chinesische Suchmaschine Baidu ihren Marktanteil 2007 auf fast 50 Prozent steigerte (vgl. ebd., S.125). Auf die Entwicklung GOOGLEs werde ich im ersten Teil der Hausarbeit eingehen. Die von GOOGLE angestrebten Maßnahmen, um auf dem -mit bereits über 100 Millionen Internetnutzern- wichtigstem Zukunftsmarkt nicht ins Hintertreffen zu geraten, werden im zweiten Teil dieser Hausarbeit thematisiert. Ein wichtiger Aspekt, mit dem ich mich ebenfalls in dieser Hausarbeit beschäftigen werde, ist inwieweit GOOLGE durch die marktbeherrschende Stellung Einfluss auf die Zensur und Selektion der Informationen gegenüber den Suchenden hat, oder aber durch Regierungsorganisationen beeinflusst werden kann und damit ein falsches Bild bestimmter Realitäten wiedergibt. 2010 wird es 1,6 Milliarden Internetnutzer geben, sie richten über 300 Millionen Suchanfragen pro Tag an GOOGLE. Die Möglichkeiten der Einflussnahme sind auch durch Zukäufe von Youtube.com etc. oder kostenlose Programme wie GOOGLE Earth oder GOOGLE Mail enorm. Es gilt herauszufinden, ob der einzelne GOOGLE-Anwender durch die Firmenstrategie wirklich beeinflussbar ist. GOOGLE selbst hält sich mit Informationen über ihre Technologien, Entwicklungszahlen und wirklichen Werbeeinnahmen stark zurück. Besonders kritische Fragen zum Thema Datenschutz werden geschickt umgangen oder nur so sporadisch wie möglich von angestellten Lobbyisten und Pressesprechern beantwortet. Ist der Leitspruch „Don’t be evil“ (vgl. Reischl 2009, S.18), welchen die GOOGLE Gründer Larry Page und Sergey Brin über alle Tätigkeiten des Unternehmens stellten, wirklich noch der Wahrheit entsprechend? Diese Frage soll zumindest in Ansätzen in dieser Hausarbeit diskutiert werden, hauptsächlich aber einen Einblick in das Vorgehen des größten Internetkonzerns der Welt geben. Für die Erstellung dieser Hausarbeit werde ich besonders das Buch „Das Google Imperium“ von Lars Reppesgaard (Hamburg 2008) sowie „Die Google Falle“ von Gerald Reischl (Wien 2009) verwenden, da sie durch ihre Aktualität auf wichtige neue Entwicklungen bei Google eingehen.

2. Von der Suchmaschine zum Internetimperium

2.1 Entstehungsgeschichte

GOOGLE entstand 1996 als wissenschaftliches Projekt an der Stanford University, entwickelt von den zwei Elitestudenten Larry Page und Sergey Brin. Ziel war es, die Strukturen des Internets mithilfe eines mathematischen Verfahrens, das die Verlinkung der Seiten als Hinweis auf ihre Bedeutung annahm, zu untersuchen. Erste Ergebnisse dieses Recherchewerkzeuges konnten überzeugen und somit wurde dieser Vorläufer einer Suchmaschine zunächst in Universitätskreisen etabliert. Im September 1998 gründeten die beiden Studenten das Unternehmen GOOGLE Inc. Ende 1999 wurde GOOGLE nach finanzieller Unterstützung einer Risikokapitalfirma offiziell eine Website mit Suchmaschinenfunktion. Vorteil von GOOGLE gegenüber anderen Suchanbietern wie YAHOO und LYCOS war die nüchterne und zurückhaltende Startseite ohne Werbung. Es ging um die Suche, nicht um das Verkaufen. Dieses Prinzip setze sich durch! (vgl. Anlegerprospekt 2004.) Die Marke GOOGLE wurde mit einem Wert von 86 Milliarden Dollar zur wertvollsten Marke der Welt. Der Konzern hatte 2007 einen Umsatz von mehr als 16 Milliarden Dollar, daraus folgte ein Gewinn von 4 Milliarden Dollar. (vgl. http://www.millwardbrown.com/Sites/Optimor/Media/Pdfs/en/BrandZ/BrandZ-2008-Report.pdf S.10, letzter Zugriff 19.02.2009).

72 Prozent aller Internetnutzer nutzen tägliche eine Seite aus dem GOOGLE – Angebot (vgl. Reischl 2009, S.24.) Während im Jahr 2000 von etwa 560 Millionen katalogisierten Webseiten gesprochen wurde, glauben Branchenkenner heute daran, dass bis zu 25 Milliarden Seiten von GOOGLE indexiert wurden. Über die gigantische Größe des Computernetzwerkes, über das der Konzern verfügt, gibt es keine offiziellen Angaben. 2007 gab es Schätzungen von jährlichen Vergrößerungen um 400.000 Rechner. Es werden jedes Jahr 2 Milliarden Dollar in die Verbesserung der weltweiten Rechenzentren investiert (vgl. Carr 2009). Dieses System von permanent wachsender Rechenleistung und Speicherplatz war Voraussetzung für das Heranwachsen des GOOGLE Imperiums. Neben dem Kernangebot GOOGLE Web Search gibt es weitere 60 Onlineprodukte wie etwa das Übersetzungsprogramm GOOGLE Translate, das Chatprogramm GOOGLE Talk oder GOOGLE Mail, das übliche E-Mail-Programme ersetzen kann. Mit 90 Millionen Nutzern ist der GOOGLE Dienst BLOGGER.COM die einer der größten Anbieter für Webtagebücher. Der Kauf von YOUTUBE 2006 vereinte zwei der gefragtesten Websites des Internets. Sie ist nach GOOGLE.COM die populärste Internetseite überhaupt. Auf diesem Videoportal findet man in der Regel keine professionellen Filme sondern amateurhafte Eigenproduktionen wie Musikvideos. Darüberhinaus versuchen Unternehmen mit Firmenvideos Bewerber anzulocken oder politische Aktivisten werben mit Propagandavideos für ihre Sache. Mehr als 100 Millionen Menschen nutzen diese Seite täglich. Mit GOOGLE Maps lässt sich auf einem interaktiven Stadtplan die Umgebung erkunden. BMW nutzt Teile dieser Innovation für das Assistenzsystem in ihren Autos. Mit GOOGLE Earth ist dem Konzern ebenfalls eine erfolgreiche Entwicklung gelungen. Über 350 Millionen Menschen nutzen den in 25 Sprachen erhältlichen Geobrowser, mit dem Satellitenbilder und Luftaufnahmen am Bildschirm betrachtet werden können (vgl. Reppesgaard 2008, S.22-26). Sämtliche Programme sind kostenlos und unkompliziert über die GOOGLE Seiten zu erhalten. Weltweit arbeiten 20.000 Menschen für das Unternehmen. 8000 davon in der Firmenzentrale, genannt GOOGLEPLEX, im kalifornischen Mountain View. Das größte europäische Forschungs- und Verwaltungszentrum ist in Zürich (vgl. ebd. S.85).

2.2 So funktioniert GOOGLE

Die Rechnerinfrastruktur hinter der prosaisch wirkenden Suchmaske ist weltweit einmalig. Sie schafft es 2000 Menschen, die sekündlich auf Computer von GOOGLE zugreifen, gleichzeitig mit Informationen zu beliefern. Weniger als eine Sekunde dauert eine gewöhnliche Suche auf die es Millionen Treffer geben kann. Diese Komplexität ist kein Problem, weil GOOGLE in der Lage ist zu wissen, was auf vielen Milliarden Webseiten steht. Das GOOGLE-Netzwerk sendet ebenfalls sekündlich spezielle Softwareproramme durch das Internet, die sogenannten Crawler. Sie steuern kontinuierlich Webseiten an und speichern eine Kopie dieser auf den Rechnern von GOOGLE. Die Systeme analysieren daraufhin den Inhalt der Seite. Es ist für die Programme möglich, Wörter unabhängig von der Sprache zu erkennen. GOOGLE ist mit dieser Entwicklung in der Lage auch den Zusammenhang in dem die Begriffe stehen automatisch zu erkennen. Das Wort „Golf“ wird sofort richtig als Auto, Sportart oder Meeresströmung erkannt und entsprechend katalogisiert. Über 100 Suchkriterien helfen GOOGLE innerhalb von Sekundenbruchteilen zum einen zu erkennen, welche Webseiten zu einer Suchanfrage passen und zum anderen in welcher Reihenfolge sie angezeigt werden. Diese Reihenfolge der angezeigten Ergebnisse und damit die Relevanz der einzelnen Seiten ermittelt GOOGLE mit Hilfe eines Page-Rank-Algorithmus, dessen Patent am 9. Januar 1998 von GOOGLE eingereicht wurde. Das Verfahren bewertet nicht den Text einer Seite, sondern zählt die Verweise, die externe Seiten zu ihr gelegt haben. Hierbei spielt auch die Qualität der verweisenden Verzeichnisse eine Rolle. Renommierte Anbieter erhalten ein höheres Gewicht als private Verlinkungen. Dieses mathematische Verfahren war lange immun gegen Manipulationen von Webseitenbetreibern, die an einem hohen Ranking in den Suchergebnissen interessiert waren. Page-Ranking verhalf GOOGLE zu einem entscheidenden Vorsprung gegenüber sämtlichen konkurrierenden Suchmaschinen.

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Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Google: Der Wolf im Schafspelz?
Untertitel
Kritische Betrachtung eines Weltimperiums
Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen
Note
1,3
Jahr
2009
Seiten
17
Katalognummer
V152415
ISBN (eBook)
9783640643066
ISBN (Buch)
9783640643059
Dateigröße
491 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Google, Wolf, Schafspelz, Kritische, Betrachtung, Weltimperiums
Arbeit zitieren
Anonym, 2009, Google: Der Wolf im Schafspelz? , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/152415

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