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J. Gotthelfs Novelle "Schwarze Spinne" - Empirische Befunde zur Bedeutung und Funktion der Figuren-Namen

Title: J. Gotthelfs Novelle "Schwarze Spinne" - Empirische Befunde zur Bedeutung und Funktion der Figuren-Namen

Term Paper (Advanced seminar) , 2010 , 14 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Julia Seibert (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Der Untersuchungsgegenstand der Hauptseminarbeit sind die Figurennamen in Gotthelfs Novelle "Schwarze Spinne". Mit Hilfe der hermeneutischen und philologischen Methoden wie Kontentanalyse werden die Namen der Figuren in der Novelle hinsichtlich der Semantik und Pragmatik vor dem Hintergrund der Grundidee des Werkes untersucht. Dabei findet eine Namenklassifizierung statt nach Typen und Gruppen. Zum Schluss wird erläutert, warum Gotthelf eben diese Namen für seine Figuren und genau auf diese Weise verwendet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Empirische Befunde zur Bedeutung und Funktion der Figuren-Namen in Gotthelfs Novelle „Schwarze Spinne“

2.1 Eigennamen

2.2 Sozionyme

2.3 „Sozionymische Eigennamen“: „Teufel“ und „Spinne“

3. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die onomastischen Phänomene in Jeremias Gotthelfs Novelle „Schwarze Spinne“, um die semantisch-pragmatischen Funktionen von Figurennamen sowie deren Rolle als konstruktive Bestandteile der erzählten Welt zu analysieren. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwiefern Namen und deren funktionale Ersatzformen, die sogenannten Sozionyme, auf den moralischen und ontologischen Status der Figuren innerhalb der christlichen Weltordnung hinweisen.

  • Analyse der Semantik und Pragmatik von Eigennamen in Gotthelfs Novelle.
  • Untersuchung der Funktion von Sozionymen als „Ersatz“ für Eigennamen.
  • Darstellung der Homonymie am Beispiel des Lexems „Mann“ und dessen Konnotationen.
  • Erforschung der „sozionymischen Eigennamen“ wie „Teufel“ und „Spinne“ als Indikatoren für den Sündenfall.
  • Verbindung der Namengebung mit der christlichen Weltanschauung und der Funktion der Familie.

Auszug aus dem Buch

2.1 Eigennamen

Dem ersten onomastischen Typus der Novelle gehören die Eigennamen „Christine“, „Christen“, „Hans“, „Uli“, „Hans Uli“ und einige andere an. Christine und Christen sind einige der wenigen Figuren, die in Gotthelfs Novelle die Eigennamen erhalten. Beide Namen werden vom wortbildenden Stamm CHRIST- abgeleitet, dem das Semantem ‚Christ‘ zugrundeliegt. Trotz des (textunabhängig) bedeutungsgleichen Namens sind Christine und Christen Antipoden in allem, was an Attributen sie in der Welt des Werkes umgibt: in den Handlungen, in der Weltanschauung und den Überzeugungen, im moralischen und soziokulturellen Habitus, ja auch in der geschlechtlichen Zugehörigkeit.

Christine ist das fremde Weib, durch das das Chaos in die geordnete Welt der Dorfgemeinschaft hereinbricht. Sie versündigt sich an der Familie durch ihr bevormundendes Verhältnis zum Ehemann und an der Sippe und Dorfgemeinschaft durch ihren Pakt mit dem Teufel und die Versuche, die Kinder der Schwägerin der heiligen Taufe im Namen der Heiligen Dreieinigkeit zu entreißen. Was eine umso schwerere Sünde ist, denn mit der Taufe erhält ein Kind auch einen Namen und wird zu Gottes Kind und dem Gesellschaftsmitglied. Sie ist die Antiheldin der ersten Binnenerzählung, die ihrer Gesinnung und ihrem Handeln nach der heldenmäßig handelnden Schwägerin entgegengesetzt wird: „das wilde Weib“ dem „treuen Weibchen“, die Kinderlose der Mutter, die Eigensinnige und Vermessene der Gott Vertrauenden. Kurz, ist die Eine christlich veranlagt und die Andere – antichristlich.

Durch ihre Untaten erfährt Christine den inneren Wandel von der „bösen Christine“ hin zum abstrakten Symbol des Bösen – „der Spinne“, die, gleichviel, ob dieser Wandel als physisch vom Leser aufzufassen oder nur symbolisch-abstrakt, keinen (menschlichen) Namen mehr hat. Der Wandlungsprozess ist mit der Umwandlung und dem Namensverlust - im Leserbewusstsein - abgeschlossen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel definiert den Gegenstand der Untersuchung, die Onomastik der Novelle, und erläutert die methodische Herangehensweise sowie die Zielsetzung der Arbeit.

2. Empirische Befunde zur Bedeutung und Funktion der Figuren-Namen in Gotthelfs Novelle „Schwarze Spinne“: Der Hauptteil analysiert die Verwendung von Eigennamen, Sozionymen und die Sonderstellung von „Teufel“ und „Spinne“ innerhalb der textlichen Struktur und deren symbolische Bedeutung.

3. Schluss: Hier werden die Ergebnisse zusammengefasst, wobei die Rolle der Namen als Indikatoren für den ontologischen Status der Figuren in der moralischen Weltordnung der Novelle bestätigt wird.

Schlüsselwörter

Onomastik, Jeremias Gotthelf, Schwarze Spinne, Eigennamen, Sozionyme, Semantik, Pragmatik, Literaturwissenschaft, christliche Weltordnung, Homonymie, Figurenkonstellation, Sprachanalyse, Symbolik, Namenforschung, Novelle.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Namenkunde (Onomastik) in Jeremias Gotthelfs Novelle „Schwarze Spinne“ und untersucht, wie Namen und soziale Bezeichnungen zur Charakterisierung der Figuren beitragen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Differenzierung zwischen Eigennamen und Sozionymen, der Analyse der Semantik und Pragmatik dieser Namen sowie ihrer Verbindung zur christlichen Moralvorstellung im Werk.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass die Onomastik ein konstruktiver Bestandteil der Welt der Novelle ist und dass Namen als Indikatoren für den ontologischen Status der Figuren im Kontext von Gut und Böse dienen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin verwendet einen interdisziplinären Ansatz, der hermeneutische, semiotische und linguistisch-philologische Methoden, wie etwa die Kontentanalyse von Wortfeldern, kombiniert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Eigennamen, die Analyse der Sozionyme als funktionaler Ersatz sowie die Betrachtung der Sonderrolle der Bezeichnungen „Teufel“ und „Spinne“.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Onomastik, Semantik der Eigennamen, christliche Weltordnung, Sozionyme und literaturwissenschaftliche Analyse beschreiben.

Wie unterscheidet sich die Rolle von Christine von der von Christen in Bezug auf ihren Namen?

Während beide Namen vom Stamm „Christ“ abgeleitet sind, fungiert Christine als Antiheldin, die durch ihr Handeln ihren Namen verliert und zur Spinne wird, wohingegen Christen durch eine Opfertat seine moralische Integrität und damit die Berechtigung für seinen Namen unter Beweis stellt.

Welche Bedeutung hat das Lexem „Mann“ im Kontext der Untersuchung?

„Mann“ wird als Beispiel für Homonymie analysiert, wobei das Wort je nach Kontext positive christliche Konnotationen oder negative, teuflische Zuweisungen für „gezeichnete“ Figuren wie Ritter Hans von Stoffeln erhält.

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Details

Title
J. Gotthelfs Novelle "Schwarze Spinne" - Empirische Befunde zur Bedeutung und Funktion der Figuren-Namen
College
University of Leipzig  (Institut für Germanistik )
Course
Schweizer Literatur im 19./20. Jh.
Grade
2,0
Author
Julia Seibert (Author)
Publication Year
2010
Pages
14
Catalog Number
V152447
ISBN (eBook)
9783640648740
ISBN (Book)
9783640648962
Language
German
Tags
Schwarze Spinne Figurennamen Novelle schweizer Literatur Jeremias Gotthelf Onomastik Bedeutung und Funktion Semantik Pragmatik Idee Aussage des Werkes Sinn Hermeneutik Kontentanalyse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julia Seibert (Author), 2010, J. Gotthelfs Novelle "Schwarze Spinne" - Empirische Befunde zur Bedeutung und Funktion der Figuren-Namen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/152447
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