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Emma von der Normandie. Mehr als Ehefrau und Mutter? Eine Untersuchung anhand des "Encomium Emmae Reginae"

Titel: Emma von der Normandie. Mehr als Ehefrau und Mutter? Eine Untersuchung anhand des "Encomium Emmae Reginae"

Hausarbeit , 2021 , 12 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Geschichte - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit der historischen Figur Emma von der Normandie, die im frühen 11. Jahrhundert als Königin von England und Mutter mehrerer englischer Könige eine bedeutende Rolle in der politischen Landschaft ihrer Zeit einnahm. Emma war nicht nur die Ehefrau zweier englischer Könige – Æthelred der Unberatene und Cnut der Große –, sondern auch Mutter von Edward dem Bekenner und Harthacnut sowie Stiefmutter von König Harald Harefoot. Ihre außergewöhnliche Stellung zwischen verschiedenen Herrschern und Dynastien macht sie zu einer zentralen Figur der mittelalterlichen Geschichte Englands und Dänemarks.
Die zentrale Fragestellung der Arbeit lautet: Was bedeutete es für Emma, Königin zu sein? War ihre königliche Machtposition ausschließlich durch ihre Rollen als Ehefrau und Mutter geprägt, oder nahm sie auch darüber hinaus politischen Einfluss? Um diese Fragen zu klären, wird die Quelle Encomium Emmae Reginae untersucht, eine von Emma selbst in Auftrag gegebene Lobrede, die ihr Bild als Königin und Mutter bewusst inszenierte.
Die Arbeit beginnt mit einem Überblick über die biografischen und familiären Hintergründe Emmas. Dabei wird deutlich, wie ihre Heiraten und dynastischen Verbindungen die Machtposition ihrer Familie stärkten und ihren Einfluss in den politischen Konflikten der damaligen Zeit festigten. Zusätzlich wird ein Einblick in die gesellschaftliche Situation in England und Dänemark gegeben, um die historischen Rahmenbedingungen für Emmas Wirken zu beleuchten.
Im zweiten Teil der Arbeit liegt der Fokus auf der Quelle Encomium Emmae Reginae. Hier wird untersucht, wie Emma in diesem Werk ihre Rollen als Königin und Mutter darstellt und in welchem Maße diese Rollen miteinander in Wechselwirkung stehen. Es wird analysiert, ob und wie sie die Macht ihrer Position als Mutter und Ehefrau bewusst nutzte, um politische Kontrolle auszuüben und ihre Interessen zu verfolgen. Unterstützt wird diese Analyse durch die Forschung von Simon Keynes, Pauline Stafford und Harriet O’Brien, die unterschiedliche Perspektiven auf Emmas Leben und ihre politische Bedeutung bieten. [...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Historischer Kontext

2.1 Emma von der Normandie und ihre Familie

2.2 Die Funktionen des Encomium Emmae Reginae

3 Quellenanalyse: Encomium Emmae Reginae

3.1 Königin Emma als Ehefrau

3.2 Königin Emma als Mutter

4 Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht anhand des Encomium Emmae Reginae, wie Königin Emma von der Normandie ihre politischen Rollen als Ehefrau und Mutter nutzte, um ihre Machtposition innerhalb der englischen Krone zu sichern und zu stabilisieren.

  • Analyse von Emmas Handlungsspielraum als Frau im 11. Jahrhundert
  • Untersuchung der Bedeutung des Encomium Emmae Reginae als Instrument politischer Selbstdarstellung
  • Wirkungsweise von Ehe- und Familienbeziehungen auf die königliche Machtposition
  • Kritische Auseinandersetzung mit historischer Fiktion und Wahrheit in zeitgenössischen Quellen
  • Perspektivwechsel: Emma jenseits der klassischen Zuschreibungen als Ehefrau und Mutter

Auszug aus dem Buch

3.1 Königin Emma als Ehefrau

Um ihre Stellung als Ehefrau zu stärken, präsentiert sich Emma deutlich als Ehefrau Knuts sowie ihre Kinder als Nachkommen Knuts.32 Denn der Enkomiast schreibt, dass Emma und Knut „other noble sons [alios uero liberales filios]“ in die Normandie schickten, um dort aufgezogen zu werden.33 Dies suggeriert einerseits, dass Knut der Vater von Eduard und Alfred wäre und andererseits, dass Knut Emmas erster Ehemann gewesen wäre, während Æthelred verschwiegen wird. Das ist jedoch eine wohlbekannte Falschaussage, denn sowohl Hardeknuts enge Gefolgschaft als auch zum Beispiel Eduard wussten von den verwandtschaftlichen Beziehungen.34

Im Gegensatz zu der Ehe mit Æthelred erscheint die Ehe mit Knut im Encomium als eine erfolgreiche und glückliche: „The king [Cnut] rejoiced that he had unexpectedly entered upon a most noble marriage; the lady [Emma], on the other hand, was inspired both by the excellence of her husband, and by the delightful hope of future offspring”.35 Keynes vertritt die These, dass der Enkomiast offenkundig parteiisch ist und die Absicht verfolgt, die Ehe zu Gunsten Emmas zu beschönigen.36

Inwiefern die Ehe zwischen Knut und Emma glücklich war, bleibt offen, jedoch kann zweifelsohne gesagt werden, dass beide großen Nutzen von ihr hatten. Emma konnte Knut als Mitglied des dänischen Adels mit der angel-sächsischen sowie der normannischen Politik und der hervorragenden Position der christlichen Kirche vertraut machen.37 Das würde zu dem Bild der glücklichen Ehe passen, da Emma mehr Autorität geboten wurde. Dass Emma sich dieser besonderen Rolle bewusst war, wird im Encomium deutlich. Dort werden ihre Familiemitglieder als gute und wahrhaftige Christen dargestellt. So beschreibt der Enkomiast beispielsweise Knuts Flotte mit Ornamenten christlicher Symbole.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage, ob Emma von der Normandie über die Rollen als Ehefrau und Mutter hinaus eine eigenständige politische Machtposition innehatte.

2 Historischer Kontext: Einordnung von Emmas Biografie, ihrem familiären Umfeld und der Entstehung und Funktion des Encomium Emmae Reginae als Quelle.

3 Quellenanalyse: Encomium Emmae Reginae: Untersuchung der spezifischen Inszenierung Emmas in ihrer Doppelrolle als Ehefrau und Mutter, sowie der gezielten Verwendung von Fiktion zur Machtsicherung.

4 Fazit: Zusammenfassende Bewertung, dass Emma mittels geschickter Einflussnahme auf Literatur und Familienpolitik ihre Macht über Jahrzehnte sichern konnte, dabei jedoch ihre Rolle als Mutter Eduards vernachlässigte.

Schlüsselwörter

Emma von der Normandie, Encomium Emmae Reginae, Königin, Mittelalter, England, Ehefrau, Mutter, Machtposition, Familienpolitik, Anglo-Dänische Dynastie, Knut der Große, Eduard der Bekenner, historische Quelle, Herrschaft, Fiktion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die politische Rolle von Königin Emma von der Normandie im England des 11. Jahrhunderts anhand des Textes Encomium Emmae Reginae.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Fokus stehen die Verbindung zwischen weiblicher Herrschaftsrolle, Familienpolitik, dem Gebrauch von Literatur als politisches Propagandamittel und dem Spannungsfeld zwischen dynastischer Loyalität und persönlicher Macht.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die zentrale Frage ist, was es für Emma bedeutete, Königin zu sein, und ob sie ihre Rollen als Ehefrau und Mutter bewusst nutzte, um mehr als eine bloße Statistenrolle auszufüllen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine quellenanalytische Methode, bei der das Encomium Emmae Reginae kritisch dekonstruiert wird, um die darin enthaltene Tendenz und die Intention der Auftraggeberin (Emma) offenzulegen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil beleuchtet zunächst den historischen Kontext von Emmas Familie und analysiert anschließend detailliert, wie sie sich im Encomium als treue Ehefrau Knuts inszenierte und ihren Sohn Hardeknut als legitimen Thronfolger zu etablieren versuchte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Emma von der Normandie, Machtposition, Encomium, Familienpolitik, Legitimität und die Dynamik der angelsächsischen Königsdynastien.

Warum wird im Encomium behauptet, Knut sei Eduards Vater gewesen?

Dies ist eine bewusste Falschdarstellung im Text, mit der Emma ihre Verbindung zum aktuellen Herrscher Knut stärken und ihre Rolle als Ehefrau zugunsten ihres Sohnes Hardeknut ideologisch überhöhen wollte.

Warum verbannte Eduard seine Mutter am Ende?

Nachdem Eduard nach Hardeknuts Tod den Thron bestieg, rächte sich die über Jahre aufgebaute emotionale und physische Distanz, die dadurch entstand, dass Emma Eduard im Machtkalkül stets seinen Halbbrüdern untergeordnet hatte.

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Details

Titel
Emma von der Normandie. Mehr als Ehefrau und Mutter? Eine Untersuchung anhand des "Encomium Emmae Reginae"
Hochschule
Universität Stuttgart  (Historisches Institut)
Veranstaltung
1066 - Die normannische Eroberung Englands
Note
1,7
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
12
Katalognummer
V1524550
ISBN (PDF)
9783389095041
ISBN (Buch)
9783389095058
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Normandie 1066 Normannische Eroberung Englands Encomium Emmae Reginae Emma von der Nomandie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2021, Emma von der Normandie. Mehr als Ehefrau und Mutter? Eine Untersuchung anhand des "Encomium Emmae Reginae", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1524550
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  12  Seiten
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